265 - Bestrafung (2019-07-04) ©kinderhaben.de 1600x90

Warum ich meine Kinder nicht bestrafe

Das Hübchen hat Mist gebaut. Richtig blöden Mist. Eine Gemeinheit ausgeheckt, zusammen mit zwei seiner besten Freunde. Und zwei Mädchen seiner Kitagruppe waren die Leidtragenden. So weit so schlecht. Aber auch wieder gut – denn wir Eltern und auch die Kita sind seitdem gezwungen, mit unserem Kind mal etwas deutlicher ein paar Grundsätzlichkeiten zu besprechen. Dass man die Grenzen anderer Menschen zu respektieren hat, zum Beispiel. Dass „Stopp“ auch wirklich Stopp heißt. Und sowieso: Dass andere Kinder ärgern wirklich nicht cool ist, auch wenn es Spaß zu machen scheint.

So gehen wir nämlich vor: Vorleben im täglichen Alltag ist das eine. Gutes Vorbild sein, vormachen, selbst immer Grenzen achten und eigene aufzeigen. Aber eben auch: Reden, erklären, diskutieren. Was wir nicht machen, ist: übertrieben tadeln, demütigen, Schuld zuweisen. Und schon gar nicht: Strafen verhängen.

Trotz unserer eigentlich klaren Grundsätze sind unsere Überzeugungen aber kurz erschüttert worden, weil wir mitbekommen haben, wie die Eltern der zwei anderen Jungs mit dem Fehlverhalten ihrer Söhne umgegangen sind. Da gab es nämlich sofort eine Woche Fernsehverbot, Süßigkeitenverbot obendrein.

Was Kinder aus Strafen „lernen“

„Wir müssen uns noch bei den Mädchen entschuldigen“, sagt das Hübchen ein paar Tage nach dem Vorfall zu mir, „damit wir keine Verbote mehr bekommen“.  „Hast du denn Verbote bekommen?“, frage ich zurück. „Nein“, sagt er, „aber meine Freunde. Sie müssen sich erst entschuldigen. Dann dürfen sie wieder fernsehen“. Na klasse, denke ich. Das ist es also, was die Kinder daraus lernen: Dass sie sich nur entschuldigen, weil sie sonst nicht mehr fernsehen dürfen.

Irgendwie ist das nicht so ideal, oder? Und innerlich klopfe ich mir auf die Schulter, meinen eigenen Idealen gefolgt und keine Strafe verhängt zu haben. Denn ehrlich: Ich habe kurz gewankt, als ich mitbekommen habe, wie streng die anderen Eltern mit ihren Kindern waren. „Nein, also, da muss es jetzt einfach eine Konsequenz geben!“, war der einhellige Tenor. Aber mir war überhaupt nicht klar: Was soll das für eine Konsequenz sein? Mir geht es schließlich darum, Werte zu vermitteln. Ich will, dass mein Kind empathisch und aus eigenem Antrieb handelt – und nicht weil es sonst Strafen fürchtet, die seine Komfortzone stören.

Was die Fachliteratur sagt

Trotzdem fühlt es sich komisch an, der Exot zu sein und, wie in diesem Fall, als einzige Mutter keine Strafe zu verhängen. Aber zum Glück bin ich ja nicht alleine, sondern habe den besten Ehegatten an meiner Seite. Zum Glück war er absolut derselben Meinung wie ich: Willkürliche Strafen bringen gar nichts! Aber weil ich es noch etwas genauer haben wollte, habe ich mal in Fachliteratur meines Vertrauens nachgelesen. Und was ich da gelesen habe, war sehr aufschlussreich.

Bei Danielle Graf und Katja Seide lese ich zum Beispiel folgendes:

„Liebe drückt sich nicht über körperliche Gewalt oder Demütigungen aus. Doch die Stimmen in unseren Köpfen flüstern uns zu, wir dürften nicht zulassen, dass unsere Kinder uns auf der Nase herumtanzen, weil sie sonst im gesellschaftlichen Umfeld wie dem Kindergarten und der Schule auffällig werden.“
(Danielle Graf, Katja Seide (2016): Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Der entspannte Weg durch Trotzphasen. Weinheim: Beltz, S. 73)

Weiter steht dort, dass viele Eltern das Gefühl hätten, ihren Kindern notfalls mit Druck und Zwang beibringen zu müssen, keine „Arschlochkinder“ zu werden (Vgl. ebd.). Ich finde diese ganze Passage so wahnsinnig passend, weil ich das Gefühl hatte, dass vor allem eine Sorge die anderen Mütter antrieb: Was sollen die anderen nur denken?! Die Eltern hatten das Gefühl, jetzt zeigen zu müssen, dass sie auch durchgreifen können. Dass ihre Kinder eben nicht straffrei allerlei Grenzen überschreiten können.

Den Eltern ist es peinlich

Sowieso hatte ich von Beginn an das Gefühl, dass das Fehlverhalten ihrer Söhne den anderen Eltern einfach wahnsinnig peinlich war. Die Kita war im Gegensatz dazu ziemlich entspannt. Vielleicht haben die Erzieherinnen in ihrer Ausbildung ja genau das gelernt, was auch Graf und Seide weiter schreiben:

„Es ist das Vertrauen darin, dass Kinder mit naturgegebenen Tendenzen, sich sozial zu verhalten, geboren werden und man diese nicht anerziehen muss. Es ist auch die Sicherheit, dass es normal und altersgemäß ist, wenn Kinder einmal nicht gesellschaftstauglich agieren.“
(Graf/Seide, S. 177)

Gerade letzteren Punkt finde ich so wichtig! Unsere Kinder machen nämlich ansonsten so vieles verdammt richtig! Das Hübchen schließt nun sein drittes Kitajahr ab und der Vorfall mit den zwei Mädchen war der erste „schlimmere“ in seiner bisherigen Kita-Laufbahn. Natürlich entschuldigt das nicht, dass er sich falsch verhalten hat. Trotzdem finde ich, dass man immer die Verhältnismäßigkeiten betrachten sollte. Unsere Jungs sind nämlich keine bösen Haudegen, die den ganzen Tag Mädchen verkloppen. Es handelt sich hier um einen Einzelfall, der besprochen wird, damit es nicht noch einmal passiert.

Das Dilemma aushalten und zum Kind stehen

Anstatt das Gefühl zu haben, ich müsste mein Kind auch im Sinne der Öffentlichkeit bestrafen, um zu zeigen, dass ich keine unfähige Mutter bin, sollte ich das Dilemma also besser aushalten. Sehr hilfreich fand ich in diesem Zusammenhang folgende Passage, die ich bei Nora Imlau gefunden habe: Die schwierigste Aufgabe nach Fehltritten unserer Kinder sei es demnach

„bedingungslos hinter unserem Kind zu stehen und gleichzeitig Verständnis dafür zu haben, dass sein Verhalten für andere gerade ein Problem darstellt.“
(Nora Imlau (2018): So viel Freude, so viel Wut. Gefühlsstarke Kinder verstehen und begleiten. München: Kösel, S. 250)

Und weiter heißt es:

„Die wichtigste Botschaft von Elternseite zurück an Lehrerinnen und Lehrer [oder Erzieher*innen] ist dann: Ich stehe bedingungslos hinter meinem Kind. Ich sehe aber auch das Problem. Und auf dieser Grundlage können wir jetzt gemeinsam nach einer Lösung suchen.“
(Imlau, S. 251)

Im Anschluss erklärt Imlau noch, warum Strafen und Sanktionen gerade für gefühlsstarke Kinder, zu denen ich auch meinen Sohn zähle, eine Katastrophe sind. Solche Kinder bekämen dadurch nämlich mehr noch als andere Kinder das Gefühl: Du bist nicht okay! Und dieses Gefühl begleitet besonders temperamentvolle Kinder ohnehin sehr oft, da sie mit ihrem impulsiven Verhalten auch so schon häufig anecken.

Kooperation statt Strafen

Imlau formuliert das an anderer Stelle noch mal deutlich: „Mit Strenge und Strafen erreichen wir bei diesen Kindern gar nichts“ (Imlau, S. 273). Und genau dieses Gefühl haben wir beim Hübchen auch. Dieses Kind hat einen derart großen Willen, dass es völlig sinnlos ist, in Machtkämpfe einzusteigen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Imlau auch hier wieder in der Kooperation.

Und ich bin glücklich, dass auch Hübchens Lieblingserzieherin genau das berücksichtigt. Gemeinsam mit den drei Jungs hat sie Briefe an die beiden Mädchen geschrieben. Die Jungs durften selbst entscheiden, was die Erzieherin hineinschreiben soll. Anschließend durften sie noch etwas dazu malen. Alle drei haben toll mitgemacht, eigene Ideen eingebracht und sich so bei den Mädchen entschuldigt.

Strafen sollen weh tun. Ich will meinem Kind aber nicht wehtun!

Außerdem will die Kita auch mit der ganzen Gruppe weiter daran arbeiten, dass die Grenzen anderer Kinder gewahrt werden, dass Stopp auch Stopp heißt und dass Gruppendynamiken auch durchbrochen werden können. Und das halte ich für so viel sinnvoller als willkürliche Strafen! Denn eine Strafe „soll weh tun, sie soll abschrecken und sie soll unerwünschtes Verhalten abstellen“ (Imlau, S. 83). Aber genau das ist es nicht, was ich erreichen will! Meine Erziehungsideale sind völlig andere.

Ich bin jetzt also froh, meinem Gefühl gefolgt zu sein. Hier gab es kein Fernsehverbot und auch kein Süßigkeitenverbot. Stattdessen gab es immer wieder Gespräche und die Ermutigung, sich in andere hineinzuversetzen. Und ich habe das eindeutige Gefühl, dass diese Art der Erziehung schon Früchte trägt.

Was sind eure Erfahrungen mit Strafen?

Wie ist es bei euch? Haben eure Kinder auch schon mal richtigen Blödsinn angestellt? Und wie seid ihr dann damit umgegangen? Vielleicht habt ihr auch ältere Kinder und könnt mir berichten, ob es dann anders ist. In Schulen wird ja auch heute noch oft mit Strafen gearbeitet. Oder könnt ihr euch noch an eure eigene Kindheit erinnern und wie sich Strafen auf euch ausgewirkt haben? Ich freue mich auf eure Kommentare!

13 Kommentare zu „Warum ich meine Kinder nicht bestrafe

  1. Jessica

    Ganz toll geschrieben.
    Mein mittlerer ist auch ein Gefühlsstarkes Kind. Ich bin Im Kita alter öfters mal an meine Grenzen mit ihm gestoßen und hab mir deshalb Hilfe bei einer Erziehungsberatung gesucht.
    Am Ende war wohl meine „Inkonsequenz“ bei Fehltritten und das ich nicht strafe Schuld am Dilemma.
    Reden, reden, reden hat dann irgendwann Linderung gebracht.

    • Du sagst also, es war eher ein Problem, dass du nicht bestrafst? Und hast du dann begonnen, Strafen zu verhängen und welche waren das?

      Bei uns hat die Erziehungsberatung leider am Ende nicht so viel gebracht. Also, der Anfang war recht gut, weil mir schnell ein paar Dinge klar wurden. Letztlich hat sich die Beraterin aber in ihrer Theorie festgefahren, das Hübchen und ich hätten eine Bindungsstörung. 🙄 Aber ich sehe das damals eher als Initialzündung für meine Beschäftigung mit dem Thema gefühlsstarke Kinder, daher hat es sich schon gelohnt.

      • Alin

        Konsequenz hat ja nicht per se etwas mit Strafen zu tun. Das Kind muss sich auf das elterliche Verhalten verlassen können und nicht an einem Tag mit seinem Verhalten etwas bewirken und am nächsten Tag etwas anderes.
        Ich arbeite in einem Hort mit gewalttätigen Kindern. Jeden Tag gibt es Vorfälle, bei denen Kindern Gewalt angetan wird. Sie werden geschlagen, getreten, bespuckt und beleidigt. Die Eltern stellen sich meist schützend vor ihre gewaltbereiten Kinder. Gewalttätiges Verhalten muss Konsequenzen haben, sonst sehe ich diese Kinder in ein paar Jahren im Jugendarrest.

        • Diana

          Ich sehe das Problem in mangelnder Grenzsetzung. Kinder haben es oft schwer sich einzuordnen, ihren „sicheren, bekannten und beschützten Ort“ in sich zu finden wenn wir sie mit zu viel Gleichwertigkeit und auf – Augenhöhe – sehen überfordern. Ich bin nicht gegen Attachment Parenting, aber eine Freundin von behütetet aufwachsenden Kindern. Dazu gehört meiner Meinung aber auch mal die Richtung als Erwachsene vorzugeben, denn dass macht mich verlässlich. Ich zeige klar, ohne Strafen, meine eigenen Grenzen. Daran können Kinder schon mal im Groben lernen, dass andere Menschen auch anders fühlen und da muss nicht zwingend mit Keule-auf-Kopf ausprobiert werden wo denn der Punkt erreicht ist. Reden im Vorfeld, Proaktiv sozusagen.
          Weiss man denn was der Situation im Kindergarten vorangegangen ist?

          • Liebe Diana, na klar, das eine schließt das andere ja nicht aus. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass Kinder klare Strukturen und Grenzen brauchen (natürlich individuell, einige Kinder brauchen mehr, andere weniger). Ich glaube auch, dass es einen Zusammenhang zwischen gewalttätigen Kindern und Desinteresse in der eigenen Familie gibt. Vernachlässigung ist leider ein häufiges Thema. Davon kann zum Glück bei den drei Jungs im obigen Beispiel keine Rede sein. 😉

            Über den genauen Ablauf der Situation in der Kita sind wir informiert, ich will das aber hier nicht genauer beschreiben.

        • Liebe Alin, danke für den Einblick in deine Arbeit. Welche Konsequenzen zieht ihr denn, wenn die Kinder sich derart gefährdend verhalten?

          Aus Dokumentationen über Brennpunktschulen z.B. kenne ich den Ansatz, dass eben nicht mit Strafen und Sanktionen gearbeitet wird, sondern den Kindern im Gegenteil endlich mal Wertschätzung entgegengebracht wird. Die Kinder bekommen Verantwortungsbereiche, durchlaufen verschiedene Projekte, werden respektvoll behandelt. Der Erfolg dieser Schulen spricht für sich.

          Außer Frage steht, dass Eltern natürlich nicht jedes Verhalten ihrer Kinder fraglos akzeptieren oder gar schützen sollten. In meinem Beispiel oben ist es ja auch so, dass wir unserem Kind sehr klar gemacht haben, dass wir ein solches Verhalten nicht akzeptieren und es nicht wieder vorkommen soll. Bloß wenden wir keine Strafen an, weil wir nicht denken, dass diese die Botschaft unterstützen, sondern eher schaden.

  2. Vielen lieben Dank für deine wunderbaren Zeilen..
    Auch ich bin so eine Exotenmama und bestrafe meine Tochter nicht.
    Sie ist bereits 8 Jahre alt und kennt Strafen nicht… wozu auch? Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern und an dieses blöde Fernsehverbot. Total unnütz und auch mit keinem „Lernerfolg“, den meine Eltern ev. gedacht hätten. Und ich möchte im Umgang mit meiner Tochter keine Machtausübung ausführen, denn dann als Jugendliche, wenn sie nicht mehr in der großen Abhängigkeit ist, „bocken“ die Kids dann und zeigen schnell, dass Druck nicht mehr gut funktioniert.
    Heutzutage müssen Jugendliche dann WLAN-Verbot aushalten?? Wie absurd ist das denn??
    Gerne werde ich deine Zeilen teilen und auch zukünftig in meinen Keynotes vermehrt auf das Thema eingehen, denn ich bin fest davon überzeugt, dass Strafen in der Kindheit auch viel mit dem Leben als Erwachsener zu tun haben… dann hat man eben Angst vor einer Kündigung statt vor einer Strafe – macht die Sache aber auch nicht besser..
    Vielen Dank für deine Zeilen
    In Liebe Anita Raidl

    • Ich kenne Strafen aus meiner eigenen Kindheit auch nicht. Allerdings habe ich noch gut im Gedächtnis, wie ungerecht und demütigend ich es immer fand, wenn meine Freundinnen bestraft wurden. Unaufgeräumte Zimmer oder verlorene Portemonnaies führten da oft zu Verabredungsverbot. Damit war ich indirekt mitbetroffen, fand es aber auch für meine Freundinnen so gemein. Und der Lerneffekt war gleich null – das zeigte sich daran, wie oft diese Strafen verhängt werden mussten.

      Ich glaube einfach nicht, dass Strafen zur Bildung eines guten Verantwortungsgefühls oder gar zu Empathie und Rücksichtnahme führen. Ich befürchte eher, dass man damit einen Kreislauf aus „Du tust mir weh, dann tu ich dir weh“ betritt.

      Ich bin gespannt, wie wir klarkommen, wenn die Kinder älter werden. Bestimmt wird es da oft schwieriger. Aber sicher kann man immer auch andere Konsequenzen finden, anstatt Strafen zu verhängen.

  3. Blümchen

    Oh ja, genau so machen wir es auch. Unser Sohn hat im Kindergarten einem Mädchen einen Stein an den Kopf geworfen. Zum Glück nur ein blauer Fleck aber trotzdem doof.
    Natürlich bekam er ein ernstes Gespräch mit der Erzieherin hinterher und zu Hause haben wir dann auch besprochen was passiert ist, warum, und das man das nicht macht.
    Solche Artikel helfen mir unglaublich und ich weiß ich mach es genau richtig.
    Danke 🙂

  4. Steffi

    Ich hatte wunderbare Eltern, die schon damals, vor über 30 Jahren ganz ohne Erziehungsratgeber irgendwie was richtig gemacht haben – Strafen hab es nie. Sie haben mit uns immer viel geredet, wenn wir Blödsinn gemacht hatten als Kinder und zB auch mal was kaputt ging. Bestraft wurden wir nie. Aber was damit einherging war auch: Wir haben zB kein fixes Taschengeld bekommen, sondern durften immer fragen, wenn wir Geld brauchten (und haben es auch eigentlich immer bekommen), wir durften eigentlich fast immer Fernsehen, wenn wir vorher gefragt haben bzw. erklärt, warum. Das hört sich jetzt an als hätten wir immer zu kreuze kriechen und betteln müssen, aber so war es nicht, es war eher ein dauerhafter Dialog, eher so ein Austausch auf Augenhöhe. Ich kann es schwer erklären, aber dadurch, dass viele Dinge die bei anderen sehr begrenzt erlaubt waren (Süßis, Fernsehen) bei uns gefühlt nicht sehr restriktiv gehandhabt wurden, eben auch nicht so „wichtig“ oder „unersetzlich“ für uns waren, dass das als Druckmittel überhaupt funktioniert hätte. Haben die Eltern zum Glück nie ausprobiert. Sie haben erklärt, warum wir uns ggf. entschuldigen sollten, es uns dann aber überlassen. Sie haben gesagt du, die Scheibe muss jetzt wieder repariert werden, das nächste Mal passt ihr besser auf und was könnt ihr jetzt tun oder beitragen wenn ihr euch entschuldigen geht? Das hat ziemlich gut funktioniert scheinbar, meine Geschwister und ich haben relativ wenig (im Vergleich mit anderen) Mist gebaut, grade auch in der Publertät, vor allem keiner, der anderen schadet. Keine Ahnung wie die Eltern das gemacht haben, jetzt habe ich selbst Kinder und sage: irgendwas müssen sie richtig gemacht haben. Ich vermute es war viel viel viel Liebe, bedingungsloser Rückhalt und ganz viel Kommunikation, wie das ZUsammenleben mit anderen Funktioniert im Spiel. Danke, Eltern! Und das wird dein Sohn ganz sicher auch einmal zu dir sagen 🙂

    • Danke, liebe Steffi, für die schönen Einblicke! Bei mir Zuhause war es ganz ähnlich. Bloß bei der Sache mit dem Taschengeld habe ich einen Einwand: Eine feste Summe zur freien Verfügung halte ich ab einem gewissen Alter für wichtig, damit Kinder lernen, mit Geld umzugehen.

      Aber grundsätzlich denke ich auch, dass es sich auszahlt, auf Vertrauen zu setzen statt auf Kontrolle.

      • Steffi

        Ja, das mit dem Taschengeld fand ich als Kind und Jugendliche so wie wir es hatten total normal, jetzt als Mutter weiß ich auch, dass es irgendwann wichtig ist, eigenes Geld zu haben, ich kann dir auch nicht sagen, warum es bei uns damals trotzdem funktioniert hat, denn meine Geschwister und ich sind alle nach der Schule in WGs gezogen und das Haushalten mit Geld hat gut funktioniert – keine Ahnung warum. Bei uns zu Hause wurde aber Geld auch nie Tabuthema, die Eltern haben immer viel darüber gesprochen was wieviel Geld kostet, wieviel die Familie als Einkommen hat oder eben nicht, wieviel Steuern wieder weggehen vom Einkommen (mein Vater war erst angestellt, dann selbstständig, dann wieder angestellt), das hat vielleicht genug geprägt, dass wir ein gutes Bewusstsein dafür hatten. Einkaufen mussten wir ab einem gewissen Alter auch gehen, daher kam es evtl auch. Ich glaube Taschengeld ist ein guter Weg, Kinder für Geldthemen zu sensibilisieren, aber mit viel Einbindung in alltägliche Tätigkeiten, eben in den Lebensalltag einer Familie, kommt das wahrscheinlich ganz automatisch. Heißt nicht, dass es für meine Kinder auch kein taschengeld gibt, aber aus jetziger Sicht (sie sind noch klein), werde ich da nicht aus Prinzip ab einem gewissen Alter Taschengeld geben, wenn es noch nicht verlangt wird. Aber wie bei allem in der Elternschaft: Jede Familie hat ihren Weg 😉

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