Schlagwort: erziehung

Das Kind – ein natürlicher Tyrann?

Anlässlich der Diskussion um den Dokumentarfilm „Elternschule“ gingen mir ein paar Gedanken durch den Kopf, die ich hier verarbeiten will. Ich finde es nämlich durchaus verständlich, dass kinderlose Menschen teils von einer grundsätzlich schlechten kindlichen Natur ausgehen. Kinder sind doof, wir müssen sie erziehen – so simpel, so verständlich. Auch ich habe früher so gedacht. Seit ich jedoch selbst Mutter bin, gehen meine Erfahrungen damit völlig konträr. Wie das kam? Lest selbst! Weiterlesen

Kleines Räupchen, du kannst nicht alles haben und schon gar nicht sofort

„Mama!“, „Mamaaa!“, „Mamaaaaa!“ ruft es aus der Küche. Das Räupchen steht dort, an die Küchenbank gelehnt, und verlangt nach meiner sofortigen Aufmerksamkeit. Aber ich muss wirklich dringend pinkeln! Kurzes Abwägen: Wie nötig hat das Baby mich jetzt wirklich? Und wie dringend ist mein körperliches Bedürfnis? Schnell steht fest: Mein Bedürfnis ist größer, das fordernde Räupchen kann warten. Und spätestens jetzt ist klar: Die Babyzeit ist vorbei, aber so was von! Weiterlesen

Mein gefühlsstarkes Kind | Die erstaunliche Beobachtungsgabe eines gefühlsstarken Kindes

Aktuell ist mein gefühlsstarkes Kind mal wieder arg gefühlsstark. So sehr, dass sogar der Liebste schon mal an seine Grenzen kommt, zurück brüllt, weg gehen muss, sich wahnsinnig ärgert – über dieses Kind, dass uns Eltern tagäglich als Punchingball benutzt und damit dauernd unsere Grenzen übertritt. Aber mein geliebter Gatte ärgert sich vor allem über sich selbst, dass er schon wieder nicht ruhig bleiben konnte, die Gefühle des Kindes nicht richtig annehmen und in positivere umlenken konnte. Aber so ist es. Das Leben mit unserem Kind ist ein täglicher Drahtseilakt und wir sind auch nur Menschen. Klar, dass es da im Moment häufig knallt. Umso wichtiger, den Ärger nicht Überhand nehmen zu lassen und sich stattdessen auch immer mal wieder die positiven Seiten klar zu machen! Weiterlesen

Warum gemäßigte Gewässer stürmisch sind

Als ich 16 war, wollte ich gerne Dreadlocks haben. Nein, kein Arschgeweih, auch kein Zungenpiercing, bloß langweilige Dreadlocks, die man in nullkommanix auch wieder hätte abschneiden können, sobald sie nicht mehr gefielen. Meine Mama sagte trotzdem nein. Sie fand Dreadlocks nicht so besonders, mochte meine langen roten Haare doch so gerne, ob ich die etwa so oll verfilzen lassen wollte? Och naja, irgendwie vielleicht doch nicht. Weiterlesen

Beikost for Runaways, Beikost for Slowaways – mit Kochbuch-Verlosung!

Welche Nahrung kriegt das Baby? Oder eher: Welche Nahrung kriegen wir ins Baby? Diese Frage taugt ja dazu, junge Eltern ein bisschen verrückt zu machen – gerade dann, wenn der Sprössling irgendwie wenig Interesse an fester Nahrung zeigt und Kinderärztin und selbsternannte Expert*innen schon vor Mangelversorgung warnen. Hinzu kommt die plötzliche Verunsicherung über die Art der Nahrungseinführung: Brei oder Fingerfood? Mit Fleisch, Salz, Gewürzen oder ohne? Und Zucker erst ab Einschulung? Ich nehme euch heute mit auf unseren Weg, der letztlich leichter zu finden war, als gedacht. Denn alles verrückt machen nutzt nichts: Am Ende gibt nur einer das Tempo vor – und das ist das Baby! [Ihr wollt den ganzen Kram gar nicht lesen, sondern sofort zur Verlosung? Dann scrollt schnell ganz nach unten, da könnt ihr ein Baby Led Weaning Kochbuch gewinnen!] Weiterlesen

Mein gefühlsstarkes Kind | Ambivalente Gefühle annehmen und aushalten

Theorie ist gut – Praxis ist besser! In meiner Reihe zum „schwierigen Kind“ versuche ich zwar, beides zusammenzubringen. Trotzdem gibt es in unserem Familienleben immer wieder Situationen, in denen ich denke: „Ey, darüber müsstest du bloggen! Das kennen deine Leser*innen bestimmt auch!“. Und deswegen tue ich das jetzt einfach. In dieser Reihe zum gefühlsstarken Kind möchte ich auch von den ganz konkreten Herausforderungen im Leben mit einem gefühlsstarken Kind berichten. Denn ihr könnt euch vorstellen: An praktischen Erfahrungen mangelt es uns wahrlich nicht. 😉  Weiterlesen

Mütter-Gruppen und Bashing-Blogs: Ich steige aus

Ich steige aus. Aus diversen Facebook-Gruppen, aus dem Lesen diverser Blogs und ganz generell aus dem Spiel „Wer ist die bessere Mutter?“. Mich macht das irre, ich mache da nicht mehr mir. Vor allem, weil mich eine Sache ganz extrem irritiert: Die Mitglieder dieser Gruppen, die Leserinnen dieser Blogs sind eigentlich eine recht homogene Masse. Sie alle geben sich die beste Mühe, gute Mütter zu sein und verfolgen zumeist das, was man bindungs- oder bedürfnisorientierte Erziehung nennt. Warum ist der Wettbewerb dort also trotzdem so groß? Weiterlesen

Mein gefühlsstarkes Kind | Erziehungsratgeber und wie sie helfen können

Was macht man als Mutter, wenn ein Kind so richtig schön aus der Reihe tanzt? Klar, man sucht die Schuld für erzieherisches Vollversagen bei sich selbst! Aber was, wenn das auch nicht zielführend ist und die Tipps aus „normalen“ Erziehungsratgebern wirkungslos verpuffen? Tja, dann ist vielleicht der Moment gekommen, sich zu fragen, ob vielleicht irgendetwas ein bisschen anders ist. Für mich war der Moment, in dem ich durch Literatur und Gespräche bestätigt bekam, dass mein Kind (und auch ich) ein bisschen anders funktionieren als der Durchschnittsmensch, ein Schlüsselmoment. Nachdem ich euch in Teil 1 meiner Reihe zum „gefühlsstarken Kind“ davon erzählt habe, wie anstrengend es war, bis zu dieser Erkenntnis zu kommen, will ich euch in Teil 2 beschreiben, wie ich es überhaupt herausgefunden habe. Geholfen hat mir dabei nämlich vor allem ein Buch: Der „Erziehungsratgeber für besonders geforderte Eltern“ von Mary Sheedy Kurcinka.  Weiterlesen

Mein gefühlsstarkes Kind | Das Besondere erkennen

Ich habe ein schwieriges Kind. Dieser Satz klingt ein bisschen gemein, oder? Schließlich will niemand ein schwieriges Kind haben. Schwierige Kinder nerven, sie fügen sich nicht gut ein in unseren durchgeplanten, durchgetakteten Alltag, mit schwierigen Kindern lebt es sich schwer. Doch was bedeutet eigentlich „schwierig“? Und warum tut es mir plötzlich so gut, zu erkennen, dass mein Kind zu den „schwierigen“ Kindern gehört? Wieso zähle auch ich mich zu den eher schwierigen Menschen? Und wie gedenke ich nun mit diesen neuen Erkenntnissen umzugehen, um mir und meiner Familie das Leben ein bisschen leichter zu machen? Darum soll es in dieser kleinen Reihe gehen. Los geht es mit Teil 1, in dem ich euch erzähle, wie ich erst begreifen musste, dass mein Sohn und ich manchmal ein bisschen aus der Reihe tanzen. Weiterlesen

Mein Wutkind

Es ist 12 Uhr mittags. Das Hübchen und ich haben bereits: 4 Runden Vier-gewinnt gespielt (nach Hübchen-eigenen Regeln), zwei Bücher gelesen, ich habe im Sagaland gewonnen und im Memory verloren. Jetzt puzzlen wir ein Doppel-Puzzle, Motiv Baustelle. Ich mache das Puzzle ohne Punkte auf der Rückseite, das Hübchen das mit. Zumindest bis zum nächsten Wutanfall. Weiterlesen