Sollen Kleinkinder in die Kita? Notizen und Erfahrungen zu einer immer wieder auflammenden Diskussion

Auf Twitter gibt es aktuell mal wieder eine Diskussion, von der ich mir wünschen würde, sie wäre schon seit Jahrzehnten einfach nicht mehr zeitgemäß. Ihr ahnt vielleicht, worum es mal wieder geht: Um die angebliche Schädlichkeit von Kinderbetreuung. Ach, ach, ach. Ich habe mir die Diskussion mal etwas genauer angesehen und ergänze um meine persönlichen Erfahrungen – mit einem sehr früh betreuten und und einem lange Zeit „kindergartenfreien“ Kind.

Warum ich überhaupt gerade so viel auf Twitter rumhänge, weiß ich ja auch nicht. Vielleicht ist es Eskapismus gepaart mit der Freude an möglichst knappen Inhalten, weil mein Schwangerschaftsgehirn nur noch nach möglichst kleinen Häppchen schreit. Jedenfalls ist Twitter oft sehr unterhaltsam und manchmal sogar lehrreich. Oft weckt es aber auch einfach nur den Wunsch in mir, meinen Kopf sehr feste auf eine harte Tischplatte zu hauen. So geht es mir zum Beispiel mit der aktuellen Diskussion um Kleinkinder in Kitas.

Lästercliquen nach Berufsgruppen

Grundsätzlich scheint es auf Twitter eine richtige Sache zu sein, dass Menschen diverser Berufsstände sich dort die Seele über die Schattenseiten ihrer Jobs freischreiben wollen. Diverse Lehrer*innen, die gewohnheitsmäßig und teils ganz schön fies über Eltern und Schüler*innen lästern, habe ich schon weggeblockt. Ich lasse mir meinen guten Eindruck von „unseren“ Lehrerinnen doch nicht durch das sogenannte „Twitterlehrerzimmer“ versauen!

Nun haben aber offenbar auch einige Erzieherinnen Twitter für sich entdeckt, um der ganzen Welt mitzuteilen, dass es da wohl doch diverse Diskrepanzen zwischen ihrer persönlichen Leistungsbereitschaft im Beruf und den Erwartungen ihrer „Kunden“ (aka Eltern) gibt. Alles begann mit diesem Tweet:

Zwei unversöhnliche Fronten

Im Anschluss entspann sich eine ausführliche Diskussion, in der sich zwei Fronten recht unversöhnlich gegenüberstanden. Auf der einen Seite: Erzieherinnen und Mütter, die der festen Meinung sind, dass unter 3-jährige Kinder in keine „Fremdbetreuung“ gehören und dass Kinder dieser Altersklasse auch sowieso noch keine sozialen Kontakte außerhalb der Familie benötigen würden.

Auf der anderen Seite: Bloggerinnen, Pädagoginnen und Eltern, die ganz klar sagen, dass es jawohl sehr auf das individuelle Kind, die Eltern und die jeweilige Betreuungseinrichtung ankomme, ob Kinder unter drei gut und gerne außer Haus betreut werden (können). Und selbstverständlich sei es sehr gut möglich, das soziale Leben auch eines noch sehr kleinen Kindes um weitere Bezugspersonen, z.B. Erzieherinnen zu erweitern.

Dreimal dürft ihr raten, auf welcher Seite ich stehe. Ja, genau, natürlich auf der zweiten. Weil ich nämlich sehr unterschiedliche Erfahrungen mit meinen sehr unterschiedlichen Kindern gemacht habe. Und ich glaube, genau jetzt ist es an der Zeit, diese noch mal zusammenzufassen. Denn vielleicht wird dann ein mancher Kritiker, der gerne zum verallgemeinernden Rundumschlag ausholt, ein bisschen nachdenklich werden.

Kind 1: Betreuung? Kein Problem!

Beginnen wir mit dem ersten Kind, meinem mittlerweile siebenjährigen Sohn, hier im Blog als „Hübchen“ bekannt. Das Hübchen hat ein sehr starkes Temperament, das ich gerne mit dem Begriff nach Nora Imlau beschreibe: Er ist gefühlsstark und sehr temperamentvoll. Er braucht viel Input, Action und Aufmerksamkeit, um sich wohl zu fühlen. Er ist äußerst extrovertiert, was heißt, dass er seine Energie daraus bezieht, mit anderen Menschen zusammen zu sein. Je älter er wird, desto mehr entspannte Phasen gibt es auch. Aber als Baby, Klein- und Kitakind brauchte er quasi permanent Aufmerksamkeit und zwar so viel davon, dass wir Eltern ihm gar nicht genug bieten konnten.

Im Alter von 5 Monaten ging er zu seiner ersten Tagesmutter, die zu finden im Rückblick vielleicht so etwas wie eine glückliche Fügung war. Dass er so früh woanders betreut wurde als Zuhause, hatte auch den Grund, dass ich für mein Studium noch ein Abschlusspraktikum machen musste und mein Mann wieder in kleiner Teilzeit zu arbeiten begann. Drei Tage die Woche für jeweils fünf Stunden „ging“ das Hübchen also zu seiner Tagesmutter. Also, wir brachten ihn hin und er lag oder saß da halt rum, denn gehen konnte er ja noch nicht – wobei er eher durchgängig gehalten, getragen und bespaßt wurde.

Die Tagesmutter war Familienanschluss

Bei der Tagesmutter wurde er verwöhnt und vergöttert – sicher war das mehr als die „normale“ Tagesmutterbetreuung sonst oft darstellt. Es war richtiger Familienanschluss. Trotzdem ist es mir wichtig, zu sagen, dass es solche Betreuungen – wenn vielleicht auch selten – gibt! Leider mussten wir etwas später aus organisatorischen Gründen die Tagesmutter wechseln und machten dort eine schlechte Erfahrung. Nach einem erneuten Wechsel war es aber wieder ein Jackpot. Super liebevolle Betreuung und vor allem: Andere Kinder! Denn das war fürs Hübchen einfach immer das allerwichtigste.

Bei meinem Sohn hatte ich schon früh das Gefühl, dass wir Eltern abgemeldet sind, sobald andere Kinder zum Spielen zur Verfügung stehen. Schon mit unter zwei Jahren entstanden bei der Tagesmutter kleine Freundschaften zwischen den Kindern. Mit dem Wechsel in die Kita, als er drei Jahre alt war, wurde das dann noch deutlicher. Das Hübchen hatte schnell eine richtige Clique, die Eingewöhnung war nach wenigen Tagen erledigt. So kompliziert mein großes Kind manchmal im Alltag ist, so easy war es immer in Bezug auf die Betreuung!

Mit der Schule war es dann übrigens ganz genauso. Innerhalb weniger Tage kannte er alle Namen seiner Klassenkamerad*innen und nach einigen Wochen war es sein eigener Wunsch, an manchen Tagen das Ganztagsangebot zu nutzen und bis 16 Uhr in der Schule bleiben zu dürfen. Soziale Kontakte gehen diesem Kind einfach über alles. Deswegen ist der aktuelle Lockdown für ihn natürlich richtig blöd, aber er macht das ganz tapfer.

Kind 2: Am liebsten „nur die Mama“

Ganz anders ist das mit unserer Kleinen, die seit Wochen verkündet: Auch wenn Corona irgendwann weg ist, SIE geht bestimmt nicht wieder in die Kita! Dabei waren wir so froh, dass sie nach wochenlanger Eingewöhnung und einer noch längeren Phase, in der wir sehr oft mit ihr diskutieren mussten, warum sie doch bitte heute in die Kita gehen soll, endlich halbwegs dort angekommen war.

Die ganze Geschichte geht so: Unser Räupchen, wie die jetzt Dreieinhalbjährige hier im Blog heißt, war von Geburt an ein viel ruhigerer Charakter als unser Erstgeborener. Ich weiß noch, wie ich dachte, ich müsste träumen, weil mein wenige Tage altes Baby einfach überall einschlief – ganz ohne stundenlanges Geschuckel und Körperkontakt. Jetzt hatten wir also unser Anfängerbaby. Allerdings nicht, was die Betreuung angeht! Denn so leicht und angenehm der Alltag mit ihr auch war – abgeben konnten wir sie nicht.

Diverse Eingewöhnungen scheiterten

Ein Eingewöhnungsversuch in eine Krippe endete schnell. Mein Baby wollte nur Mama, das merkte ich da sehr deutlich. Stattdessen engagierten wir eine Babysitterin, die nach langer, langer Gewöhnungsphase dann endlich irgendwann beim Räupchen einen echten Stein Brett hatte. Außerdem organisierte ich mich mit einer Freundin mit gleichaltriger Tochter und wir nahmen uns die Kinder immer mal gegenseitig ab. Das ging nur, weil das Vertrauen zu 100% da war – auch auf der Seite meines skeptischen Töchterleins.

Die Eingewöhnung in eine Kita mit zwei Jahren ging dann wieder gründlich schief. Das Räupchen schrie geradezu nach einer festen erwachsenen Bezugsperson, die es in dem großen Kita-Betrieb so natürlich nicht gab. Interesse an anderen Kindern hatte sie null. Nachdem ich sie nach wochenlanger Eingewöhnung einmal erfolgreich allein lassen konnte, sie dann aber nach nur einer Stunde wieder weinend abholte, war für mich klar: Das ist immer noch nichts.

Wir konnten dann unverhofft zu Hübchens allererster Tagesmutter wechseln – Familienanschluss statt Kita-Betreuung. Und es klappte super! Während mein großer Sohn im selben Alter aber teils schon bis zu 8 Stunden in Betreuung war, damit Mama und Papa arbeiten konnten, waren es für die Kleine dann 5 Stunden an nur 3 Tagen die Woche. Erst mit drei Jahren wurde sie dann in Hübchens alter Kita eingewöhnt, mit beschriebenen Schwierigkeiten und häufiger Unlust.

Für jedes Kind der richtige Start

Ich gebe ehrlich zu: Die letzten drei Jahre waren anstrengend. Mein Mann und ich haben unsere Arbeit sehr oft um die Kinderbetreuung herum gelegt. Wirklich möglich war das alles auch nur, weil ich freiberuflich arbeite und wir es uns finanziell leisten konnten, dass ich es nicht auf ständigen Cash-Flow anlege. Aber letztlich war es uns möglich und ich bin froh, dass wir es bei beiden Kindern genau so machen konnten, wie wir es letztlich gemacht haben. Es war für beide Kinder richtig so, wie es war.

Das Hübchen war schon als Baby bei seiner Tagesmutter glücklich. Schon als U3-Kind hätte er uns Eltern Zuhause die Hölle heiß gemacht, ohne andere Kinder zum Spielen, diverseren Input und Anregungen von Außen. Die frühe Betreuung hat einfach gut gepasst – zum Glück für uns alle, denn ich konnte in dieser Zeit mein Studium abschließen und erste Berufserfahrungen machen, während der Liebste arbeiten und den Großteil unseres Lebensunterhalts verdienen konnte.

Ich habe mich oft gefragt, was wir gemacht hätten, wenn das anhängliche Räupchen unser erstes Kind gewesen wäre. Ich weiß nicht, ob und wie ich hätte bereit sein können, Studium und erste Jobs noch weiter nach hinten zu schieben, weil mein Kind in keiner Betreuung bleiben will. Ich weiß es natürlich nicht sicher, weil ich zum Glück nicht in diese Situation gekommen bin, aber es hätte durchaus sein können, dass ich in der damaligen Lebenssituation auch ein unglückliches Kind eingewöhnt hätte. Es wäre dann halt nicht so leicht gewesen wie mit dem Hübchen, aber es hätte halt sein müssen.

Und wisst ihr, was ich mir in einem solchen Fall ganz sicher gewünscht hätte? Verständnisvolle und empathische Erzieherinnen oder Tagesmütter, die mir keine Vorwürfe machen, sondern die versuchen, es mir und meinem Kind möglichst leicht zu machen. Und ich hätte sicher auch nicht gewollt, dass man auf Twitter über mich lästert, weil mein Kind angeblich gar nicht gerne in der Betreuung ist.

Eine Ausrichtung allein am Kind ist gut – aber nicht immer möglich

Was ich sagen will: Ja, ich finde es auch erstrebenswert, sich mit dem Start und der Form der Betreuung am Kind zu orientieren. So haben wir es bei unseren Kindern gemacht und ich würde es immer wieder so machen. Ich weiß aber auch, dass wir in einer sehr günstigen Lage waren, aus der heraus es uns leicht fiel, so zu entscheiden. Eltern in prekären Arbeitsverhältnissen, Studentinnen oder Berufseinsteiger haben da einfach ganz andere Voraussetzungen, mit denen es sich nicht mehr so locker entscheiden lässt.

Ich würde mir wünschen, dass diese Situationen einfach mal mitgedacht würden, bevor pädagogisches Personal sich derart missgünstig wie oben zitiert auf Twitter oder über andere Kanäle äußert. Und natürlich wünsche ich mir vor allem, dass nicht alle Familien und schon gar nicht alle Kinder über einen Kamm geschoren werden. „Fremdbetreuung unter 3 Jahren ist schädlich“ – mal ehrlich, dieser Satz kann einfach weg. Genauso übrigens wie das abwertende Wort „Fremdbetreuung“ an sich.

14 Kommentare zu „Sollen Kleinkinder in die Kita? Notizen und Erfahrungen zu einer immer wieder auflammenden Diskussion

  1. Sonja

    Danke!
    Bei uns ist nur vertauscht, dass der Große sich bis zum 3. Lebensjahr nichts aus anderen Kindern machte, der Kleine schon mit 14 Monaten von anderen Kindern nicht mehr loszulösen war.
    Wir haben den Betreuenden vollkommen vertraut. Dazu gehört für mich, dass ich mich darauf verlassen habe: Fühlt sich mein Kind nicht wohl, ist die Sehnsucht zu groß, weint es gar so haltlos, dass es sich auch nicht ablenken lässt, dann möchte ich es wissen. Und erstmal mit den Betreuenden in der Folgezeit daran arbeiten, dass es vielleicht doch klappt.
    Lästern hintenrum wäre für uns ein Vertrauensbruch gewesen. Warum sagt man dem Vater als Vertrauensperson nicht, dass sein Kind nicht klar kommt? Das wäre für mich eine Katastrophe gewesen! Keiner will doch ein unglückliches Kind, oder?

    • Ja, Vertrauen ist das wichtigste. Ich schätze mal, dass in Fällen wie dem zitierten die Vorurteile schwer wiegen. Vielleicht geht die Erzieherin davon aus, dass der Vater es eh nicht hören oder wahrhaben wollen würde. Wir können da ja nur mutmaßen.

      In jedem Fall sehe ich es wie du, dass ich es wissen will, wenn es meinem Kind nicht gut geht. Das war übrigens auch der größte Grund für unsere abgebrochene Eingewöhnung in der ersten Kita. Dort wollte man mir immer weis machen, dem Räupchen ginge es super und sie fände doch alles ganz toll. Die Erzieherinnen wollten halt einfach mich nervige Mutter loswerden und die Eingewöhnung endlich „abschließen“. Und ich merkte, dass mein Kind sich ganz und gar nicht wohl fühlte und ahnte auch, dass ich nicht kontaktiert werden würde, wenn sie unglücklich wäre.

      In unserer Kita jetzt habe ich dieses Vertrauen und so muss es auch sein.

  2. Gis

    Ein schwieriges Thema, liebe Sophie. Wir haben auch möglichst nach den Bedürfnissen des Kindes eingewöhnt und betreut. Meine 3 Jungs sind mit 1,7-2,1 Jahren in die Krippe gegangen. Das hat prima geklappt. War für uns ideal. Und je nach Möglichkeit nur bis Mittag oder 15 Uhr. Zwischenzeitlich aber auch bis 17 Uhr.
    Letzteres war aber auch megaunbefriedigend, weil wir als Familie unter der Woche kaum Zeit hatten.
    Arbeite selbst als Erzieherin und erlebe, dass Eingewöhnung auch von den Eltern des Kindes abhängig ist, sowohl positiv als auch negativ.
    Trotzdem finde ich es schade, wenn Kinder von 7-17 Uhr bei uns sind, vor allem für die Eltern. Da passiert zu Hause nicht mehr viel außer Essen und schlafen, gerade bei den Einjährigen.

    • Findest du? Ich finde das Thema eigentlich gar nicht so schwierig, sondern so, wie ich es in dem Text schreibe: Individuell gucken, nicht alle über einen Kamm scheren und ein bisschen locker bleiben. 😉

      7 bis 17 Uhr ist doch eigentlich gar nicht erlaubt, oder? Bei uns ist bei 9 Stunden Schluss. Und ich denke, dass die Eltern halt einen Grund dafür haben, ihre Kinder so lange betreuen zu lassen. Eine Aussage wie „das ist so schade für die Familien“ empfinde ich auch schon wieder als latent wertendes Urteil, das es diesen Familien bestimmt nicht leichter macht.

      • Gis

        Ich will das wirklich nicht werten aber so ganz kann man seinen eigenen Erfahrungsschatz ja nicht heraushalten. Sicher gibt es Gründe und ich achte in meiner beruflichen Rolle sehr darauf, mein Gegenüber zu respektieren. Trotzdem bleibt für mich der Fakt, dass an den langen Tagen eben nicht mehr viel Zeit für Familienleben bleibt. Und das ist eben Zeit, die eben weg ist.

        • Gis

          Ach so: und auf Eltern rumhacken finde ich mega doof und wahnsinnig unprofessionell und unreflektiert. Wir sind ja für die Kinder und ihr Wohlergehen verantwortlich, ganz egal wie toll wir ihre Eltern finden oder nicht. Bei Problemen hilft nur ein ehrliches Gespräch. Man kann ja den Eltern sagen, dass man das Kind in der Einrichtung anders erlebt.
          Den Begriff der Fremdbetreuung mag ich übrigens auch nicht. Falls ich dem Kind nach der Eingewöhnung noch fremd sein sollte, ist diese gescheitert und das Kind kann (noch) nicht bei uns betreut werden.

  3. Susi

    Hattest du denn auch den Rest der Tweets gelesen?
    Ich erinnere mich an die Diskussion. Es ging der Verfasserin darum dass die Bedürfnisse des Kindes ignoriert werden und nicht um Kinderbetreuung an sich. Es hat eine Diskussion über U3 Betreuung ausgelöst, aber das war keineswegs ein „Lästern“ so wie du es beschreibst.

    Das Thema ist sehr wichtig weil es sehr facettenreich ist. Hat man daran gesehen was für Kreise das in Twitter gezogen hat. Ich glaube es gibt einfach keine generelle Anleitung für alles und man sollte das beste aus seiner Situation machen.

    • Ja, ich habe einen gewissen Teil gelesen und auch die diversen Replys. Da schlugen so viele dann direkt in die Kerbe „So kleine Kinder gehören doch zu Mama!!!“ und die Verfasserin dieses Tweets hat diese Replys alle fröhlich geliked und nicht ein einziges Mal widersprochen. Außerdem sprach sie mehrmals von „Fremdbetreuung“. Also kann ich schon recht sicher sein, welche Grundeinstellung da vertreten werden sollte.

      Was du als Lästern empfindest und was nicht, liegt ja in deiner eigenen Einschätzung. Ich empfinde vieles, was auf Twitter von Pädagoginnen und Erzieherinnen von sich gegeben wird, als sehr grenzüberschreitend. Im obigen Beispiel wäre ich jedenfalls nicht gerne dieser Vater, über den da getwittert wurde. Dieser Tweet würde mich verletzen und insofern empfinde ich ihn auch als verletzend. Wenn du da weniger empfindlich bist, ist das cool. Aber das war eben meine Einschätzung.

      Um Bedürfnisse der Kinder geht es mir in meiner Einschätzung übrigens aus – und zwar im ganzen Text. 😉

      • Susi

        Schau doch mal wie die Tweeterstellerin auseinander genommen wurde. Ihre Likes wurden durchgeschaut? Als ob man richtig nach jedem Strohhalm gesucht hat um sich aufzuregen?
        So sah die Diskussion nämlich auch aus.
        Und dass Kinder zur Mama gehören finde ich nicht verwerflich zu liken, das bedeutet ja nicht dass Fremdbetreuung (ist übrigens der offizielle Fachbegriff) schädlich ist. Sie hat den Beruf ja bestimmt nicht durch Zufall.
        Ist auch egal.
        Ich glaube im Moment sind auch alle sehr dünnhäutig was dieses Thema angeht. Von daher ist es klar dass sich gerade bei dem Thema die Geister scheiden. Ich finde das sollte jeder so machen wie er es für richtig hält, denn jeder kennt seine Kinder am besten.

          • Kiki

            Sie findet es nicht verwerflich zu liken:) ich kann auch ein Foto von einer Katze liken und trotzdem Hundehalter sein!
            Jeder gibt sein Bestes und möchte ein wunderschönes Leben für seine Kinder !(in der Regel)
            Ich bin momentan ganz froh dass ich entweder zu alt oder zu jung für Twitter bin;D

  4. Marc

    Schade ich würde gerne mal auf dem verlinkten Account rumlesen aber der ist ja privat. Das würde mich ja mal interessieren..

    • Ja, der Account wurde gestern oder heute auf Privat gestellt, weil die Verfasserin sich missverstanden und angegriffen fühlt. Sie hat auch von mir verlangt, die Twitter-Einbettung und ihr Zitat zu entfernen.

      Gleichzeitig hat sie aber noch in den vergangenen 12 Stunden Tweets anderer Verfasser weiter verbreitet, die ebenfalls massiv auf Eltern herumhackten, die z.B. in der aktuellen Corona-Lage ihre Kinder in die Kita bringen. Ich sehe da leider wenig Raum für Missverständnisse.

      Ich verstehe ja die Frustration so mancher Erzieherin, aber dieses Auskeilen und die Schuldzuweisungen werden es nicht besser machen. Insofern kann ich eh keine Leseempfehlung für solche Accounts ausstellen. 😉

  5. Danke für deinen Beitrag, das sehe ich auch so: der „richtige“ Zeitpunkt ist ganz individuell und von vielen Faktoren abhängig. Zu den Faktoren zählt auch immer die Kombi aus Kind + Tagesmutter oder Kind + KiTa. An sich sind die neuen Beziehungen wunderschön und bereichernd für das Kind, weil es noch mehr Bezugspersonen und noch mehr Liebe erfahren kann. Aber die Chemie muss stimmen, vor allem bei den Kleinsten, die ja noch viele Kuscheleinheiten brauchen.
    Als DDR-Kind war ich selbst auch schon mit 1,5 Jahren in der Krippe. An die Kindergartenzeit habe ich sehr positive Erinnerungen und mich daher auch sehr für meine Kinder gefreut, als sie in die KiTa durften. Wir haben allerdings weder für Kind 1 noch für Kind 2 schon früh einen KiTa-Platz bekommen. So ging es für Maxi erst mit 2,5 Jahren in die KiTa und für Purzelchen mit 2 Jahren.

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