263 - capsule wardrobe (2019-04-24) ©kinderhaben.de 1600x90

Schrank voll und nix anzuziehen – Mein Weg zur Capsule Wardrobe

Und, womit habt ihr euren freien Pfingstmontag verbracht? Doch nicht etwa mit Aufräumen?! Gibt doch nix besseres, als einen zusätzlichen freien Tag, um mal wieder ein bisschen Grund reinzubringen, oder? Chr chr. Natürlich gibt es Besseres. Viel Besseres. Aber nutzt ja nichts, manchmal ist es Zeit. So wie bei uns. Wir haben die Kinder deswegen bei den Großeltern untergebracht und dann Zuhause geräumt, geordnet und ausgemistet. Vor allem Kleidung. Denn ich habe seit einiger Zeit ein großes Ziel: Eine Capsule Wardrobe! Und nach diesem fleißigen Pfingstmontag bin ich schon sehr zufrieden mit meinem Stand!

Vielleicht findet ihr das Thema ein bisschen untypisch für meinen Blog, denn sonst geht es hier ja um ganz andere Themen als um Mode oder Aussehen. Andererseits weiß ich, dass Kleidung gerade unter Müttern ein großes Thema sein kann. Ich selbst habe meine Garderobe in den letzten Jahren einmal komplett ausgetauscht. In den Schwangerschaften hat eh nix mehr gepasst – und danach saß das meiste irgendwie auch nicht mehr wie vorher oder es gefiel mir nicht mehr.

Nachhaltig und bewusst kaufen

Vieles musste praktischer und bequemer werden. Und durch die Kinder habe ich auch meine Liebe zu Naturmaterialien wie gutem Baumwollstoff, Leinen, Wolle und Seide entdeckt. Warum sollte man immer nur den Kindern so tolle Sachen kaufen? Mama hat das auch verdient (und kann die Sachen sogar deutlich länger tragen, ich habe nämlich nicht vor, in Kürze da rauszuwachsen 😉)!

Außerdem kam für mich ein weiterer Faktor dazu: Die Nachhaltigkeit und auch die Fairness gegenüber den Produzenten meiner Kleidung. Ich kaufe seit einigen Jahren ausschließlich Second Hand oder Fair Trade Kleidung – bewusster und weniger, aber dafür immer mit einem wachen Auge für den richtigen Stil, der zu mir passt und der mir hoffentlich auch noch in ein paar Jahren gefällt. Alles, was nicht mehr meinem Geschmack entsprach, kam einfach weg: Verkauft, verschenkt, gespendet – nur weg aus meinem Schrank!

Und automatisch lande ich beim Trendthema: Capsule Wardrobe

Durch dieses Vorgehen besitze ich nun deutlich weniger Kleidung als jemals zuvor. Und dadurch lande ich ganz automatisch bei einem Trendthema: Der Capsule Wardrobe! Um ehrlich zu sein, habe ich mich gar nicht großartig mit dem Konzept beschäftigt, habe keine Bücher gelesen, keinen Online Kurs absolviert und nicht mal großartig in Blogs gestöbert. Ich habe mir einfach das Prinzip gemerkt, das da ungefähr lautet: Reduziere deine Garderobe auf ein Maß, mit dem du gut arbeiten kannst.

Fast jede Frau (und auch die meisten Männer) kennen das Problem: Schrank voll, aber nichts anzuziehen. Mega frustrierend ist das – und auch nicht gut fürs Gewissen. Denn der ganze angehäufte Konsum fühlt sich umso blöder an, je weniger Freude man an den Sachen am Ende hat. Ich hatte genau dieses Problem und habe mir daher gedacht, dass ich es jetzt einfach mal versuche mit der strikten Reduktion.

Wenig Zeug – aber top zu kombinieren!

Der Spaß liegt am Ende darin, dass die einzelnen Kleidungsstücke sich gut miteinander kombinieren lassen und man so immer neue Outfits zusammenstellen kann – selbst, wenn man weniger einzelne Kleidungsstücke hat. Die Auswahl fällt nämlich besonders leicht, weil man eben von jeder Art an Kleidungsstück (Shirt, Strickjacke, Rock, Kleid usw.) nur wenige im Schrank hängen hat. Ich zumindest verzettel mich deutlich seltener, seit mein Kleiderschrank weniger enthält und besser sortiert ist.

Heute beim finalen Aufräumen bin ich sogar noch ein Stück weiter gegangen und habe alle Wintersachen weggeräumt. Dicke Strickjacken und Blazer, Wollkleider und Pullis warten nun in Kisten ganz unten im Schrank auf ihren nächsten Auftritt in der kalten Jahreszeit. Für den Moment würden sie nur meinen Blick von den Sommersachen ablenken. Aus den Augen, aus dem Sinn – sehr gut, wenn man sich auch mal schwer tut mit dem Kombinieren von Kleidung.

Das Aussortieren war ein langer, langer Prozess

Am Ende dieses fleißigen Pfingstmontags bin ich jedenfalls sehr zufrieden mit mir und meiner Garderobe. Aber ganz ehrlich: Es war auch ein langer, langer Prozess. Denn auch wenn es sich jetzt so einfach anhört: Das Aussortieren und Weggeben fiel mir gar nicht leicht! An vielen Kleidungsstücken hingen Erinnerungen, manche sogar noch recht neu gekauften Klamotten entpuppten sich als Fehlkäufe und insgesamt war es echt schwer für mich, überhaupt mal ein Gefühl für „weniger ist mehr“ zu entwickeln.

Im Grunde kann ich resümieren, dass ich seit guten anderthalb Jahren an meiner Capsule Wardrobe arbeite – nämlich ab dem Moment, als ich den letzten Schwangerschaftsklamotten entwachsen und auf dem Weg zu meiner alten-neuen Figur war. Schon vor unserem letzten Umzug habe ich wahnsinnig viel aussortiert – und hier in der neuen Wohnung dann immer mal wieder, kontinuierlich und einfach nach Gefühl.

Der Prozess ist niemals abgeschlossen

Ganz sicher bin ich auch jetzt nicht am Ende dieses Prozesses, denn auch wenn meine Sommergarderobe jetzt ganz gut aussieht – irgendwann kommt dummerweise immer der Winter. Aber nun genieße ich erst mal meine Sommergarderobe und wenn es mich juckt, kann ich ja schon mal anfangen, die Wintergarderobe zu planen.

Letztlich ist die eigene Garderobe, der Kleidungsstil und das, wodrin man sich wohlfühlt, ja immer ein Prozess. Ich hoffe zwar, dass meine Sommer Capsule Wardrobe aus diesem Jahr mir auch im nächsten und übernächsten Sommer noch gefallen wird. Sicher bin ich mir aber nicht – und außerdem gehen auch immer mal Kleidungsstücke kaputt oder sehen durchs viele Tragen und Waschen irgendwann nicht mehr schön aus.

Capsule Wardrobe bedeutet für mich daher nicht, von heute bis in alle Ewigkeit mit denselben Sachen rumzulaufen. Aber sie bedeutet für mich einen bewussteren Umgang mit Kleidungsstücken und zumindest den Willen, alles möglichst lange zu tragen.

Euer Weg zur Capsule Wardrobe

Habt ihr jetzt auch Lust bekommen, euren Kleiderschrank mal gründlich zu inspizieren und in Zukunft vielleicht bewusster zu füllen bzw. erst mal gut auszusortieren? Ich freue mich, wenn ich euch inspiriert habe! Helfen kann ich euch allerdings kaum. Denn dieser Blog wird jetzt nicht plötzlich zum Fashion Blog. 😅

Wie gesagt war mein Weg zur Capsule Wardrobe auch eher ein Weg, den ich nach Gefühl und ohne striktes Konzept gegangen bin. Trotzdem war es hilfreich, über ein paar Konzepte zu lesen, z.B. hier über das Projekt 3-3-3, das zum Ziel hat, drei Monate mit nur 33 Kleidungsstücken auszukommen. Einen richtigen Capsule Wardrobe Planner könnt ihr euch z.B. bei „The organized Cardigan“ herunterladen.

Am meisten inspiriert wurde ich persönlich von der „Rule of three“, die einen ermutigt, von jeder Art Kleidungsstück nur drei Einzelstücke zu besitzen: Eine schlichte Version, eine ausgefallene Version und eine in der Mitte. OK, nicht mehr als drei T-Shirts zu besitzen ist vielleicht nicht ganz familienkompatibel, gerade wenn sabbernde Kleinkinder dem Haushalt angehören oder man auch mal vorhat, in den Urlaub zu fahren. Aber von der Idee her finde ich das Konzept ziemlich gut.

Ausblick: Meine Sommer Capsule Wardrobe

Letztlich sind es bei mir dann auch in fast allen Kategorien mehr als drei Kleidungsstücke geworden. Aber bei manchen bin ich sogar ziemlich nah dran am Ideal vom „Less is more“. Wie genau meine Capsule Wardrobe für den Sommer 2019 nun aussieht, zeige ich euch in Bild und Text im nächsten Blogpost, der sogar schon fast fertig vorbereitet ist!

Und bis dahin freue ich mich, wenn ihr eure Meinungen zum Thema mit mir und allen Leser*innen teilt! Verfolgt ihr auch das Ziel einer Capsule Wardrobe? Oder erscheint euch das weniger praktikabel? Worauf legt ihr Wert, wenn ihr euch neue Kleidung kauft oder alte aussortiert? Und beschäftigt euch das Thema Nachhaltigkeit auch so sehr wie mich? Ich freue mich auf eure Kommentare!

2 Kommentare zu „Schrank voll und nix anzuziehen – Mein Weg zur Capsule Wardrobe

  1. Sophie

    Ich versuche es auch, bin aber noch weit entfernt davon, da ich mich schon vielen Sachen getrennt habe, aber für meinen Geschmack immernoch zu viel im Kleiderschrank ist. 🤦‍♀️ Und vor allem nie das, was ich gerne tragen möchte 😊

  2. Kathi

    Ich habe aus der Not eine Tugend gemacht… in unserem Schlafzimmer unterm Dach ist kein Platz für einen Kleiderschrank. Ich besitze also nur noch acht Kommodenschubladen plus eine 60cm Kleiderstange im Büro für alle meine Anziehsachen. Dadurch habe ich so wenig Platz dass für jedes neue Teil zwangsläufig ein altes weichen muss, und da überlege ich natürlich auch sehr genau ob das neue Teil sich entsprechend auch gut kombinieren lässt etc.

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