#MamasUndMoneten Teil 2: Mein Plan, wie ich Kontrolle ins System bringe

So, der erste und wichtigste Schritt wäre geschafft: Ich habe über mein Vorhaben, endlich meine Finanzen in den Griff zu kriegen, gebloggt. Damit ist klar, dass ich aus der Nummer nicht mehr raus komme. 😉 Ungeduldig wie ich bin, würde ich jetzt am liebsten sofort alles übers sinnvolle Geldanlegen lernen und direkt 10.000€ so richtig clever investieren, auf dass sie sich schön vermehren mögen. Das Problem an der Sache: Ich habe keine 10.000€. Wenn ich ehrlich bin, habe ich gerade überhaupt kein Geld, das ich guten Gewissens in eine festere Anlage investieren könnte. Und da fällt mir spontan nur eine Sache ein, die ich erst mal machen könnte: Mich gut organisieren und dann sparen!

Ich gebe zu, ein bisschen erleichtert bin ich auch, dass ich mir durch meine eigene Armut ein bisschen Zeit erkaufe. Denn wenn ich sowieso kein Geld zum Investieren habe, ist es ja fürs Erste gar nicht so schlimm, dass ich keine Ahnung vom Investieren habe. Ich will die Zeit aber natürlich nicht einfach verstreichen lassen, sondern sinnvoll nutzen:

  1. indem ich mir einen Überblick über meine Finanzlage verschaffe und Kontrolle über alle meine Einnahmen und Ausgaben erlange.
  2. indem ich ermittle, an welchen Stellen Sparpotential besteht und indem ich dieses bestenfalls sofort umsetze. Denn ohne gespartes Geld kein Investieren.
  3. indem ich mich parallel schlau mache über alle Möglichkeiten, mein dann hoffentlich bald gespartes Geld sinnvoll anzulegen.

Natürlich könnte ich auch sofort damit anfangen, einen kleinen Betrag irgendwo zu investieren. Ich habe aber nun beschlossen, bedächtig vorzugehen: Erst schlau machen und sparen, dann investieren. Weil ich unbedingt vermeiden will, jetzt Hals über Kopf Geld an einem Ort anzulegen, der sich im Nachhinein als doch gar nicht so clever herausstellt.

Nur nicht in Panik verfallen!

Die Sache, die mich bisher am meisten belastet hat, ist meine (fehlende) Altersvorsorge. Denn meine bisherigen Festanstellungen waren so kurz und auch mies bezahlt, dass ich in dieser Zeit kaum Rente erwirtschaftet habe. Und seit ich freiberuflich arbeite, zahle ich gar nicht in die gesetzliche Rente ein, sorge aber gleichzeitig auch nur geringfügig privat vor.

Zum Glück hat mein Riester-Versicherer mich nun auf das Thema Erziehungszeiten gebracht. Das Schreiben der Rentenversicherung dazu war im letzten Jahr irgendwo im Umzugschaos untergegangen und damals beim Hübchen kann ich mich ehrlich gesagt gar nicht mehr dran erinnern, eins bekommen zu haben. Jedenfalls stehen mir offenbar pro Kind drei Jahre Anrechnung von Erziehungszeiten zu. Für diese Zeit stehen mir gesetzliche Rentenpunkte zu, Bemessungsgrundlage ist der Durchschnittsverdienst aller Versicherten. Dieser beträgt aktuell 37.873 Euro im Jahr.

Klar wird das am Ende keine stattliche Rente sein (vor allem weil davon auszugehen ist, dass die gesetzliche Rente immer weiter sinken wird). Trotzdem gibt es mir ein bisschen das Gefühl, nicht mit komplett leeren Händen dazustehen. Ich habe mich also sofort drum gekümmert und den Antrag auf Anrechnung meiner Erziehungszeiten ausgefüllt und abgeschickt. Ein elend langes Formular, aber am Ende lohnt es sich ja. Mehr Infos über die Erziehungszeiten und wem diese zustehen, findet ihr auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung.

Und jetzt mal klar denken – und vor allem notieren

Gut, meine Panik, im Alter als verarmte Katzen-Lady zu enden wäre damit ein bisschen beruhigt und ich bin gefeit vor jeglichen Schnellschüssen. Damit kann ich mich nun also bestens dem Hier und Jetzt zuwenden und mir erst mal klar über meine bzw. unsere finanzielle Situation werden. Denn klar, unser Leben und damit auch die Kosten für dieses Leben, bestreiten der Liebste und ich gemeinsam. Wir sind schließlich eine Familie, ist klar.

Als vernünftiges Ehepaar leben wir mit dem 3-Konten-System: Jede*r von uns hat ein eigenes Konto, auf das auch Gehalt bzw. Honorare eingehen. Auf unsere Konten haben auch nur wir individuell Zugriff, da ist nix gemeinschaftliches dran. Für gemeinsame Ausgaben (was den allergrößten Teil unserer Ausgaben betrifft) haben wir ein Gemeinschaftskonto, auf das wir unsere jeweiligen Anteile überweisen, und zwar prozentual errechnet anhand unserer Einkommen. Von diesem Konto gehen dann alle laufenden Kosten ab: Miete, Versicherungen, Kita-Gebühren etc. Von diesem Konto bezahlen wir auch unsere Einkäufe, Sprit fürs Auto und alles, was so für die Familie anfällt.

All diese Ausgaben, aber auch die Einnahmen, habe ich nun rückwirkend für ganz 2018 in eine Excel-Tabelle eingetragen, die als Haushaltstagebuch dient. Ich empfehle euch die Vorlage, die Madame Moneypenny euch zur Verfügung stellt, wenn ihr z.B. ihr E-Book „Bali statt Bochum“ kauft. Ich habe die Datei im Rahmen ihrer 7-Tages-Challenge erhalten, die eine Woche lang einen täglichen Newsletter enthält und als Start in die persönliche Finanzplanung gedacht ist.

Einnahmen und Ausgaben: Einen Überblick bekommen

In diesem Haushaltsbuch habe ich nun also nicht nur unsere gemeinsamen Ausgaben festgehalten, sondern auch unsere individuellen. Sprich: Drei Konten durchforstet, auch Geldgeschenke miteingetragen und alle Extra-Kosten, an die ich mich so erinnerte. Und, äh, ja, das war ganz schön ernüchternd. Die Vorlage rechnet nämlich nicht nur alle Einnahmen und Ausgaben zusammen, sondern berechnet auch immer sofort die Differenz und spuckt für jeden Monat, und auch für das gesamte Jahr, das Sparpotential aus – die Prozentzahl also, die theoretisch hätte gespart werden können.

Tja, was bei uns jedenfalls herauskam, war folgendes: In diesem Jahr gab es bisher kein Sparpotential. Jedenfalls nicht über das hinaus, was wir im Moment bereits sparen (Bausparvertrag, Festgeldkonto und ein fairer Fonds, insgesamt nicht mehr als 350€ monatlich). Für mich war vor allem schockierend, wie krass wir in einzelnen Monaten über unsere Verhältnisse gelebt haben.

Der Liebste würde mich jetzt für diesen Ausdruck rügen, denn über unsere Verhältnisse gelebt haben wir natürlich im eigentlichen Sinne nicht. 2018 war leider kein gutes Jahr für uns: Unser Haupturlaub kam leider teurer als geplant, weil uns auf dem Weg dorthin unser Auto kaputt ging, was für uns Kosten für Reparatur und für einen Mietwagen bedeutete. Außerdem hing uns immer noch der Umzug mit einigen Renovierungsarbeiten und Neuanschaffungen nach und wegen schimmelanfälligen Wänden mussten wir einen Trockner kaufen.

So teuer hatte ich mir unser Leben gar nicht vorgestellt!

Jede Menge Ausgaben also, die zum Glück nicht täglich anfallen, die uns aber gerade in diesem Jahr ein bisschen das Genick gebrochen haben, weil wir wegen Elternzeit bzw. Elternteilzeit ohnehin beide etwas weniger verdient haben als sonst. Doch auch wenn man jegliche Sonderausgaben rausrechnet, blieb am Ende eine für mich doch erstaunliche Ziffer an Ausgaben auf dem Blatt. So teuer hatte ich mir unser Leben echt nicht vorgestellt!

Was ich geahnt, aber niemals so klar formuliert hatte, war auch dieser Fakt: Mit einem Alleinverdiener wäre unser jetziges Leben absolut nicht finanzierbar. Es ist demnach nicht nur so, dass ich gerne arbeiten will – ich muss sogar! Da ich als Selbstständige über keine Arbeitslosenversicherung verfüge (man kann sich natürlich privat versichern, für mich lohnt sich das aber derzeit nicht), habe ich fürs Gefühl direkt mal den „Worst case“ berechnet: Was wäre, wenn ich von heute auf morgen gar nichts mehr verdienen würde? Dabei kam dann heraus, dass die tatsächlichen „Muss“-Ausgaben wie Miete, Strom, Versicherungen, Geld für Lebensmittel usw. auch gut vom Gehalt des Liebsten abgedeckt werden könnten. Dabei wurde mir dann auch klar, wie viel Geld wir tatsächlich in Dinge stecken, die wir im Notfall auch streichen könnten (Geld für Hobbys, Netflix, Spotify genauso wie private Altersvorsorge).

Das hat mich dann auf der einen Seite beruhigt, auf der anderen wäre es mir aber natürlich am liebsten, wenn wir uns zukünftig nicht groß einschränken müssten. Ich bin nun also doppelt froh, dass meine Elternzeit Ende dieses Monats endet und ich dann wieder richtig in meiner Freiberuflichkeit durchstarten kann.

Jetzt heißt es: sparen!

Jedenfalls hat es mir wahnsinnig gut getan, mal schwarz auf weiß zu sehen, was unser Leben kostet – und eben auch der schmerzhaften Wahrheit ins Gesicht zu blicken, dass wir in diesem Jahr etliche Monate einfach zu viel ausgegeben bzw. im Verhältnis dazu zu wenig eingenommen haben, was leider auch die eine oder andere Rücklage aufgefressen hat.

Nun heißt es für uns als allererstes: Rücklagen wiederaufbauen. In der einschlägigen Literatur liest man oft vom „Notgroschen“, der genau für solche Dinge da ist, wie die, die uns dieses Jahr aus dem finanziellen Gleichgewicht gebracht haben: Auto kaputt, Wohnung renovierungsbedürftig usw. Fürs Geld zurücklegen für den Notfall ist bei uns das Tagesgeldkonto da. Darauf liegt derzeit schon ein kleines Sümmchen, das wir am liebsten für den nächsten Urlaub ausgeben würden – und nicht nur deshalb soll es sich nun ordentlich vermehren.

Wie geht’s jetzt weiter?

Die Frage ist schnell beantwortet: Sparen und Geld verdienen! Ich schaue mir nun alle unsere Ausgaben genau an und überlege, an welcher Stelle wir auch einfach ein bisschen weniger ausgeben können. Darüber schreibe ich im nächsten Artikel!

Und dann muss ich natürlich zielstrebig weitermachen und mir viel, viel Wissen draufschaffen. Fonds, Aktien, Immobilien… Es gibt so viel, in dem man Geld sinnvoll anlegen und sogar vermehren kann. Ich habe nur leider immer noch keine Ahnung davon. Also lese ich mir das Wissen an. Meine Quellen teile ich dann nach und nach hier mit euch.

Und die beste Info kommt zum Schluss: Meine Bloggerkollegin Laura von Heute ist Musik hat sich von mir anstecken lassen und ist nun ebenfalls wild entschlossen, sich mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen. Wir tauschen uns schon jetzt rege zum Thema aus und rollen das Feld ab sofort gemeinsam auf! Lauras Texte zum Thema verlinke ich dann in meinen Texten und teile sie auch über meine Facebook-Seite. Also bleibt dran!

Alle Blogartikel der Reihe findet ihr unter dem Schlagwort Mamas und Moneten.

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5 Kommentare zu „#MamasUndMoneten Teil 2: Mein Plan, wie ich Kontrolle ins System bringe

  1. Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Ich lese auch gerade Bali statt Bochum und habe auch schon Haushaltsbuch geführt ect. Tatsächlich haben wir es sogar 2 Monate lang geschafft, nur von meinem Gehalt + Kindergeld zu leben. Das war aber schon extrem eng. Nun arbeitet mein Mann zum Glück wieder 20 Stunden und es kommt etwas mehr rein.
    Ich möchte auch gerne investieren, aber zunächst lese ich mal das Buch zu Ende! Viel Erfolg dir!

    • Super! „Bali statt Bochum“ steht auch auf meiner Liste. Im Moment komme ich einfach nicht zum Lesen, aber ich schreibe demnächst wenigstens mal hier auf, welche Bücher ich alle lesen will. Das sind nämlich schon eine Menge…
      Würde mich freuen, wenn du hier dabei bleibst und vielleicht mal über eure Fortschritte berichten magst!

  2. 2xMama

    Finanzen…so ein blödes, aber leider notweniges Thema…ich bin auch dabei, mich einzuarbeiten…bin gerade leicht in Panik, nachdem ich „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ gelesen habe.
    Natürlich war das klar, aber wenn ich genau schaue, bin ich gerade in der größtmöglichen Abhängigkeit mit dem höchsten Risiko.
    In der 2. Elternzeit, auf der Suche nach einem neuen Teilzeitjob, den es scheinbar nirgends gibt. Bisher nach Studium, Volontariat und wenigen Arbeitsjahren nicht sooo gut verdient, das Haus gehört dem Mann, zu erben gibt es bei mir nichts….die Rente wird gering sein, bis ich wieder voll arbeiten kann dauert es noch.
    Falls er mich verlässt (oder ich ihn) stehe ich ohne Job, ohne Dach über dem Kopf und als potentiell von Altersarmut betroffene da. Tolle Aussichten.

    Also gilt jetzt: Job suchen, Geld sparen, Mann davon überzeugen, dass er finanziell ausgleichen muss, was mir als Teilzeit oder nicht arbeitende an Lohn und Rente fehlt. Und dann systematisch Geld sparen/anlegen.
    Ach ja. und an der Beziehung arbeiten….;)

    Ich freue mich auf Deine Recherchen und Ideen

    • Oh, das klingt ja wirklich nicht so toll. Wieso hat dein Mann ein Haus? Könnte er davon nicht die Hälfte auf dich schreiben lassen? Oder zumindest ein Viertel oder so? Immerhin hast du ja seine Kinder geboren… Dafür, dass du so viel Zeit und Energie für die Familie aufbringst, sollte dir definitiv etwas zustehen! Hast du schon überlegt inwiefern ihr das schwarz auf weiß festhalten wollt? Helma Sick rät ja ganz klar zum Ehevertrag. Ich wünsche gutes Verhandlungsgeschick und lass dich nicht übers Ohr hauen! 😉

  3. Regina

    Ein super wichtiges Thema! Danke für die Anregungen.
    Ich versuche mich gerade an mehreren Einkommensströmen, nachdem die Elternzeit mein Konto geplündert hat: Teilzeitstelle, nebenberufliche Selbständigkeit, minimale Investitionen in P2P Kredite und jetzt ganz neu: MLM oder Empfehlungsmarketing. Das tolle daran ist, dass hier langfristig die Möglichkeit für passives Einkommen gegeben ist. Deshalb interessieren sich vor allem Frauen dafür: wegen mickriger Rente, mehr Zeit für Kinder, Last als Alleinerziehende etc.

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