Mütter-Gruppen und Bashing-Blogs: Ich steige aus

Ich steige aus. Aus diversen Facebook-Gruppen, aus dem Lesen diverser Blogs und ganz generell aus dem Spiel „Wer ist die bessere Mutter?“. Mich macht das irre, ich mache da nicht mehr mir. Vor allem, weil mich eine Sache ganz extrem irritiert: Die Mitglieder dieser Gruppen, die Leserinnen dieser Blogs sind eigentlich eine recht homogene Masse. Sie alle geben sich die beste Mühe, gute Mütter zu sein und verfolgen zumeist das, was man bindungs- oder bedürfnisorientierte Erziehung nennt. Warum ist der Wettbewerb dort also trotzdem so groß?

Der Wettbewerb darum, wer die beste, die tollste, die aufopferungsvollste Mutter der Welt ist, spielt sich im Internet ab. Genauer: In Blogs und sozialen Netzwerken. Besonders schade finde ich es, dass es auch immer wieder Bloggerinnen sind, die bereitwillig Plattformen für diesen Wettbewerb schaffen.

Da ist zum Beispiel die Bloggerin, die sich in einem Artikel über ein Gespräch zweier anderer Mütter aufregt, das sie in einem Café belauscht haben will. Diese Mütter hätten sich darüber unterhalten, dass sie ihre Kinder auch dann in die Kita schicken, wenn sie selbst Urlaub haben. Und dann beschwerten sich die Frauen auch noch darüber, dass die Kita doch generell viel zu viele Schließzeiten hätte. Denn so bliebe einfach zu wenig Zeit für Therme, Sauna und Shopping! Solche Aussagen regen die Bloggerin richtig auf, so sehr, dass sie ihrer eigenen Aussage nach fast in die Tischkante gebissen hätte.

Statt sinnvoller Konfrontation: Vorlage für Mom-Bashing

Ihre Aufregung mündet aber nicht etwa darin, die beiden anderen Mütter über ihren Irrtum aufzuklären und ihnen vorsichtig und freundlich zu erklären, dass die Kita auch für ihre Kinder durchaus anstrengend ist und diese sich einen Urlaub Zuhause absolut verdient hätten – das ist nämlich der gute und wahre Kern des Blogartikels, dem ich völlig zustimmen würde. Diese wichtige Message verpufft nur leider neben ziemlich viel empörtem „In-die-Tischkante-beißen“.

Statt in die sinnvolle Konfrontation mit den Damen zu gehen, lässt die Bloggerin ihren Frust bloß online raus. Die zu erwartenden Reaktionen ihrer Followerinnen im größten sozialen Netzwerk (dem blauen), sind nämlich in etwa folgende (keine Original-Zitate, dafür erfundene ähnliche):

„Also ICH hole meine Kinder täglich pünktlich um 14 Uhr ab und dann unternehmen wir was Schönes! Sie in den Ferien in der Kita zu lassen, darauf würde ICH im Schlaf nicht kommen!“

„Die armen Kinder! Solche Frauen hätten wohl lieber keine Kinder kriegen sollen!“

„Ich bin sogar alleinerziehend, aber würde so was trotzdem niiiieeemals machen!“

„Ja ganz schlimm, solche Mütter gibt es viel zu viele! Denen sollte man die Kinder wegnehmen!“

Ja, ihr merkt es schon: Wir spielen hier mal wieder das Spiel „Wer ist die bessere Mutter?“. Ein Aufreger-Blogpost wie der oben beschriebene ist halt vor allem eine spitzen Vorlage für alle Frauen, die ihre mütterlichen Qualitäten mal wieder so richtig ordentlich rausposaunen wollen – und das geht natürlich am besten, indem man gegen „die Anderen“ auskeilt, die, natürlich, die absolut grässlichsten Rabenmütter sind.

Wer sind nur diese angeblichen Rabenmütter?

Wer „die Anderen“ eigentlich sind? Ich habe keine Ahnung. Ich persönlich kenne keine Eltern, die ihre Kinder länger als mal ein paar Tage in die Kita schicken, obwohl sie eigentlich Urlaub haben. Ich kenne nur Familien, in denen sich (manchmal nur eines, oft beide) Elternteile regelmäßig beide Beine ausreißen, um neben beruflichen und sonstigen Verpflichtungen bloß die Kinder nicht zu kurz kommen zu lassen.

Vereinbarkeit ist kein Hobby, sondern ein täglicher Balanceakt, den manche mit Bravour meistern und der andere regelmäßig an den Rand der Verzweiflung treibt. Beides ist, wie ich finde, zu respektieren. Und gerade Letztere sollten Unterstützung erfahren – und keine Kommentare à la „Dann hättest du halt keine Kinder kriegen dürfen“ befürchten müssen.

Gibt es tatsächlich eine Epidemie von neuartigem Mütter-Egozentrismus?

Es mag sein, dass es tatsächlich solche Mütter gibt, die sich lieber die Nägel machen lassen, als mit ihren Kindern in den Stadtpark zu gehen. Aber ich vermute stark, dass sie eher eine Ausnahme darstellen. Und rechtfertigt das etwa einen ganzen Blogartikel, der so tut, als sei dieser neuartige Mütter-Egozentrismus eine ernsthafte Epidemie? Muss da unbedingt die große Keule gegen alle Mütter geschwungen werden, die auch nur im entferntesten mal daran gedacht haben, ihre Kinder trotz Urlaubstags in die Kita zu schicken?

Denn mal ehrlich: Zwischen „Wir schieben das Kind ab und machen jetzt schön zwei Wochen Wellness und Shopping“ und „Wir gönnen uns mal zwei Tage Zweisamkeit“ liegen Welten! Urlaub mit Kindern ist nämlich oft gar kein richtiger Urlaub und so ein paar Tage elterliche Erholung mit Ausschlafen und gut Frühstücken sind reines Gold wert (vorausgesetzt, man hätte gerne, dass die Familie noch ein paar Jährchen übersteht, aber das setze ich jetzt mal voraus).

Aber hoppla, mit dieser Aussage hätte ich mich unter besagtem Post im blauen Portal jetzt vermutlich schon als schlimmste Rabenmutter aller Zeiten disqualifiziert. Denn eine gute Mutter verbringt schließlich am liebsten 24 Stunden am Tag mit ihren Kindern – und zwar aufopferungsvoll! In Diskussionen in so manchen Blogs und vor allem in sozialen Netzwerken heißt es nämlich oftmals: extrem, extremer, am extremsten. Es gibt schwarz und weiß. Und wehe du bist grau! Dann wird solange an dir heruminterpretiert, bis du dich selbst auch endlich rabenschwarz fühlst!

Es gibt schwarz und weiß. Und wehe du bist grau!

So wie kürzlich, als eine Neuleserin meines Blogs mir im sozialen Netzwerk unterstellte, die Bedürfnisse meines Sohnes quasi nur zu erfinden, um meine eigenen egoistischen Bedürfnisse zu stillen. Angeblich hätte ja nur ich selbst das Verlangen nach mehr Struktur, mehr Regeln oder auch ganz konkret: festen Schlafenszeiten für den Sohn. Meine Erklärungen zum intensiven Temperament meines Sohnes und dass ich nach langem Ausprobieren sogar erst kürzlich gemerkt hätte, dass klare Strukturen ihm das Leben enorm erleichtern, ignorierte sie geflissentlich, um immer wieder zu ihrem Punkt zu kommen: Wie furchtbar, wenn Eltern nicht zugeben können, nur ihre eigenen egoistischen Beweggründe zu verfolgen.

Es folgte natürlich noch der Hinweis, dass andere Eltern mit intensiven Kindern es auch gut hinbekämen, ihren Kinder keine Strukturen vorzugeben. Grundsätzlich könnte man sich hier die Frage stellen, ob es überhaupt so gut und gesund ist, Kindern keine oder arg wenige Strukturen vorzugeben.

Was mich bewegt, ist aber viel eher der Punkt, dass diese andere Mutter gar nicht in der Lage war, meine Erklärungen zuzulassen. Ihr Bild war schon fertig gemalt, bevor es überhaupt zur Diskussion kam: Ich, die böse Mutter, die aufgrund eigener egoistischer Verlangen ihr Kind in Schranken und Grenzen weist. Sie (bzw. die „anderen“ von ihr beschriebenen Mütter) die gute Mutter, die ihr Kind frei und selbstbestimmt (aka besser) aufwachsen lässt. Schwarz und weiß. Dazwischen: Kein Raum für Empathie, kein Platz für Verständnis.

Eine gute Mutter hat doch keine Bedürfnisse! Oder?

Gleiches Spiel lässt sich auch prima in diversen Gruppen im blauen Social Network beobachten. Nachhaltig schockiert haben mich zuletzt die Antworten auf die Frage einer Mutter, der die Entthronung ihrer knapp dreijährigen Tochter zu schaffen machte: Diese wolle nämlich nicht mehr zur Tagesmutter, obwohl sie vorher immer gerne hingegangen sei und die Mutter sich am Nachmittag bemühe, ihr ganz viel Exklusivzeit zu widmen (dann kommt nämlich die Oma und kümmert sich um den neuen Säugling). Ich dachte beim Lesen: Liebchen, du machst alles so wahnsinnig richtig, du bist fast eine Heilige! Deine große Tochter schafft das mit deiner Unterstützung und du hast dir die seltene Zeit allein mit Baby wahrlich verdient!

Eine erschreckend große Anzahl an Kommentierenden sah das völlig anders: Das arme Mädchen brauche sie jetzt mindestens genauso sehr wie das Baby und solle doch wirklich nicht in die Betreuung gehen müssen! „Wenn du Elternzeit hast, dann bist du ja eh da – wo ist das Problem, deine Tochter Zuhause zu behalten?!“. Und mein Favorit: Sie solle mal nicht so egoistisch sein, nur wegen eines bisschen Freizeit. Und überhaupt: Wie andere Mütter ihre eigenen Bedürfnisse nur immer und immer über die Bedürfnisse ihrer Kinder stellen könnten!

Der Hinweis, dass es ja an sich nicht unbedingt Freizeit sei, im Stundentakt ein fast neugeborenes Baby zu stillen, wurde nicht gelten gelassen. Der Grundsatz, immer wieder: Mütterliche Bedürfnisse (und offenbar auch die Bedürfnisse neugeborener Babys…) haben keinen Wert, das Kind geht immer vor. Und Mütter, die das nicht leisten können, hätten halt besser keine Kinder kriegen sollen. Amüsanterweise kamen die Kommentare in diesem Fall übrigens besonders oft von Einzelkindmüttern, die aber offenbar so sehr von sich und ihren (Nicht-) Erziehungsmethoden überzeugt waren, dass sie sich Urteile über Mütter erlaubten, die mit der ihnen völlig unbekannten extrem herausfordernde Situation nach Geschwistergeburt kämpften.

Mütter verurteilen Mütter. Mir ist das echt zu irre!

Nachdem ich diese Diskussion eine Weile beobachtet, und mich sogar kurz selbst eingemischt hatte, habe ich die Gruppe auf lautlos gestellt. Ich möchte das nicht mehr. Ich kann das auch nicht mehr. Dieses ständige be- oder sogar verurteilt werden (bzw. dabei zuzusehen, wie andauernd andere Mütter an den Pranger gestellt werden). Dieser ständige Kampf darum, wer denn jetzt die bessere Mutter ist, wer am meisten leistet, wer die (angeblichen) Bedürfnisse seiner Kinder am allerallermeisten erfüllt. Mir ist das echt zu irre.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass sich ja in diesen Gruppen, in diesen Blogs, in diesen Diskussionen sowieso fast ausschließlich Mütter versammeln, die alle so etwas wie bindungsorientierte Erziehung (oder von mir aus auch Be-ziehung) versuchen. Sie alle bemühen sich, gleichwürdig mit ihren Kindern umzugehen, ihre Bedürfnisse und Gefühle zu achten und nicht gegeneinander, sondern miteinander zu leben.

Manche gehen dabei extreme Wege und lassen ihre Kinder zum Beispiel alles allein entscheiden. Andere entscheiden sich (ja, auch der individuellen Kinder zuliebe) für mehr Grenzen und Struktur, versuchen aber die Grundwerte der Bindungsorientiertheit trotzdem nicht zu vernachlässigen. Die Voraussetzungen für respektvolle Kommunikation könnte in diesem Umfeld also eigentlich gar nicht besser sein.

Raus mit der Energie und Schluss mit dem internen Gehacke!

Trotzdem wird in alle Richtungen gehackt. Und die, die am lautesten schreien, sind leider immer die Dogmatiker, für die es eben keine Fifty shades of Grey gibt, sondern immer nur schwarz oder weiß. Ich frage mich wirklich oft, ob man diese Energie nicht besser woanders einsetzen könnte. In Gesprächen mit Müttern zum Beispiel, die tatsächlich noch dem Irrglauben aufsitzen, eine Kita oder ein Hort seien im Vergleich zu ihrem stressigen Arbeitsalltag keine Anstrengung. Im „Bekehren“ von Unwissenden. Im In-die-Welt-Tragen von den wichtigen Erkenntnissen der Bindungstheorie. In vielen, vielen Diskussionen mit anderen Eltern, die auch heute noch glauben, die Stille Treppe oder abendliches Schreienlassen seien sinnvolle Erziehungsmethoden.

Das jedenfalls würde so viel mehr Sinn machen, als intern das Battle um den größten Mütterorden zu eröffnen. Aber vermutlich wäre das mit zu viel Mühe verbunden. Man müsste ja aus seiner Blase auftauchen und sich Menschen nähern, die völlig andere Überzeugungen, Prägungen oder auch Bildungshintergründe haben.

Ich habe beschlossen, die Blase zu verlassen. Erst mal nur, weil mich die ewigen Mütterkämpfe wahnsinnig machen. Und außerdem, weil ich wieder mehr ein Auge für die richtige Welt kriegen will. Zwar tauge ich sicher nicht zur Missionarin, aber es tut auch mir gut, die eigenen Überzeugungen zum Leben mit Kindern immer mal wieder mit dem restlichen Umfeld ins Verhältnis zu setzen, mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen, andere Hinter- und Beweggründe zu erfahren. Und das funktioniert für mich sogar ganz ohne das Spiel „Wer ist die bessere Mutter?“.

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16 Kommentare zu „Mütter-Gruppen und Bashing-Blogs: Ich steige aus

  1. Oh ja, ein wahrer und sehr nötiger Artikel! Dieses ständige sich selbst erhöhen, indem man die anderen kritisiert ist wirklich unerträglich.
    Bei manchen Müttern kann man über die geballte Kompetenz, über die sie auf scheinbar jedem pädagogischen Gebiet verfügen, nur staunen.
    Lass dich nicht unterkriegen, sie wissen es nicht besser- sie tun nur so!

  2. Liebe Anna,

    danke für diesen Artikel! Mir ist der Post auch aufgefallen und ich habe mich ähnlich gefühlt. Bin aber (zum Glück) noch viel eher aus dem Text (und den Kommentaren) ausgestiegen als du.
    Auch die bedürfnisorientierten FB Gruppen (auch die Bloggergruppen) habe ich bereits vor einer Weile verlassen.
    Eben weil ich dieses dogmatische Schwarzweißmalen ähnlich belastend fand wie du. Und außerdem hab ich mich mal selber bald wund kommentiert und versucht genau gegen dieses Dogmatische anzuschreiben. Mit dem Ergebnis, dass mir selber genau dieses Mütterbashing vorgeworfen wurde, auf das ich aufmerksam machen wollte.
    Tja, manche Menschen wollen einfach keine Argumente oder anderen Meinungen hören. Sie brauchen anscheinend lediglich eine Plattform, um ihre eigenen Ansichten herauszubrüllen und zu legitimieren.
    Schade. Denn würden wir diesen Diskurs wirklich sachlich führen, könnten wir wohl alle davon profitieren.
    Was allenthalben falsch verstanden wird, ist eben, dass es bei attachment parenting um die Bedürfnisse ALLER Familienmitglieder geht und nicht nur im die Kinder.
    Und ICH persönlich finde z.B. nicht, dass meine Kinder abends um zehn noch rumspringen müssen. Da ist meine Zeit und diese Struktur gebe ich vor. Genau wie andere Werte und Ansichten. Das geht meiner Meinung nach sehr wohl auch liebevoll. Und trotzdem würde ich nicht behaupten, dass meine Erziehung der Maßstab der Dinge ist. 🙂
    Also ich finds außerhalb der Blase ganz schön…

    LG
    Sonja

  3. Ich bin deiner Meinung: Sowas ist traurig und sinnlos, und hilft keinem. Viel zu oft wird viel zu wenig differenziert betrachtet, immer mit der Keule drauf —

    Mütter, nein Eltern sind auch (nur) Menschen ;-)) – und was für welche!
    Und: Es gibt viele Wege, die nach Rom führen. In diesem Sinne, lasst euch nicht ärgern und hört auf euer Bauchgefühl …!
    Lieben Gruß, Barbara

  4. Danke!
    Ich gehöre in die Kategorie „Grau“ und du sprichst mir aus der Seele in deinem Artikel.
    Das war mal nötig! Danke dafür.

  5. Hallo!
    Ich muss mal wieder die Raben in Schutz nehmen!!
    Raben sind die besten Eltern. Sie bleiben beim Kind bis dieses alleine losfliegen kann und die Eltern bleiben ein Leben lang zusammen. Wenn einer der beiden stirbt, dann trauert der andere. Lange!!
    Ansonsten gibt es an deinem Schriftstück nichts zu meckern, nur….die werden sich nie bessern! Leider!!!

  6. Katili

    Liebe Sophie,
    Ich bin da sehr bei Dir( wie auch in vielen andern Dingen). Es ist definitiv zu zeitintensiv und nervenaufreibend sich mit solchen Blogs und Gruppen zu beschäftigen, wenn es so wenig sachlich und konstruktiv zugeht. Das braucht keiner.. wenn ich am Boden liege und mich mit meinen Problemen öffne nochmal nachtreten😩!!
    Aber: bei dieser positiven tollen Resonanz auf Deinen Beitrag und der großen Zustimmung..wie wäre es mit der passenden „Kinder-haben-Gruppe“. Auf jeden Fall eine bessere Zeitinvestition als im nächsten Blog einer in den tischbeißenden Mutter zu lesen😁.

  7. Das müssen Eltern selbst entscheiden. Ich bin auch gegen Dogmen.

    Und stellt euch vor, ich habe meine Kinder schon länger im Kindergarten gelassen, weil ich mit einer Freundin im Schwimmbad Bahnen ziehen wollte und dabei quatschen. Schlechtes Gewissen? Nö. Unsere Kids waren in der KiTa auf dem Spielplatz mit Freunden draußen an der frischen Luft und haben mich mit „Mama du holst uns zu früh ab“ begrüßt.

    Unsere Kinder lieben ihren Kindergarten heiß und innig. Dank freiem Spielen und der Möglichkeit sich zurückzuziehen wirken sie auch nach langen Tagen bis 16 Uhr sehr entspannt. 😉

  8. Alu

    Ich bin deiner Meinung. Willkommen in meiner Welt. lg Alu

  9. Emma

    Liebe Anna!

    Ich stimme Dir zu: Mutter Bashing ist fürchterlich und ein Grund bald gar keine Blogs mehr zu lesen. Interessant finde ich allerdings immer neutrale Denkanstösse, Sichtweisen und andere Perspektiven. Wir leben mit unserer Familie und drei kleinen Kindern in Schweden. Und wie bekannt, ist die Kinderbetreuung hier sowohl finanziell als auch zeitlich gesehen ein Traum im Vergleich zu Deutschland. Wenn Du arbeitest, ist egal zu welchen Zeiten immer für eine zuverlässige Betreuung gesorgt. Auch zu Ferienzeiten und sogar nachts. Hier ist es in den meisten Kommunen jedoch so, dass Geschwisterkinder nur 15/Stunden in der Woche in die Kinderbetreuung gehen können, wenn ein Elternteil Elternzeit mit dem kleineren Geschwisterkind hat und zuhause ist. So verliert das große Kind nicht seine sozialen Kontakte im Kindergarten, aber der schwedische Staat bezahlt auch keine doppelte Subventionierung: Elterngeld, damit Du mit Dich um Dein(e) Kind(er) zuhause kümmern kannst plus Vollzeitkinderbetreuung, die ja eigentlich vorrangig den Kindern mit arbeitenden Eltern zustehen sollte. Auch die Nachmittagsbetreung in der Schule wird für Geschwisterkinder gestrichen, wenn ein Elternteil Elternzeit hat. Und ich muss ehrlich sagen, dass das für mich sehr effizient, gerecht und logisch klingt. Ich habe das Gefühl, dass es in den Diskussionen immer nur um die Befindlichkeiten der Eltern oder der Kinder geht. Aber damit der Staat allen, die es wirklich brauchen, eine qualitativ hochwertige und umfassende Kinderbetreung anbieten kann, muss man auch effektiv denken und die Kinderbetreuung in Deutschland vielleicht etwas mehr an die tatsächlichen Arbeitszeiten der Eltern koppeln. Dann könnten wir uns einige Diskussionen sparen…!

    Herzliche Grüße,

    Emma

    • Aber ist das hier nicht auch so? Bei uns in Hamburg bekommt man, wenn ein Elternteil in Elternzeit ist, täglich 5 Stunden Kinderbetreuung für das große Geschwister, die dem Rechtsanspruch entspricht, mehr nicht. Und die Betreuungszeiten der Kinder richtet sich definitiv nach den Arbeitszeiten, das muss man sich vom Arbeitgeber bescheinigen lassen…Natürlich wird das nicht für ein paar Tage geändert, weil die Eltern Urlaub haben, und darum ging es ja in dem beschriebenen Blogartikel. Aber ist das in Schweden anders?

      • Katili

        Das Problem in Hamburg ist jedoch oft, dass man keinen fünf Stundenplatz bekommt, weil sich für Kita und Tagesmütter nur 8 Stunden und länger rechnet😩. D.h. entweder mein Mann, Eltern, Freunde sind selbständig und stellen mich auf dem Blatt Papier ein, oder ich nehme die fünf Stunden und zahle stundenweise zu oder ich arbeite zumindest Teilzeit oder es wird halt nicht die Wunschkita, sondern eine die nur bis 13-14:00 betreut. Denke, das ist in Schweden bestimmt anders umgesetzt?
        Grundsätzlich finde ich das hamburger System (als Mutter in Vollzeit) aber gut und es ist ein Grund nicht ins Randgebiet nach SH zu ziehen..in Niedersachsen scheint sich zumindest für den Elementarbereich etwas zu tun🎉🙏🏻.

    • Anabela

      Hallo Emma,

      Ich kenne jetzt nur die Schleswig-Holstein und Hamburg Betreuung. Aber hier ist es das schon so ähnlich wie in Schweden. Ich befinde mich gerade in Elternzeit und meine Große geht täglich für 5 Stunden in die Kita. Das ist dann meine Babyzeit, allerdings auch oft meine Haushaltzeit 😬
      Liebe Grüße,
      Anabela

  10. Mie

    Liebe Sophie,
    Ich bin seit Januar dankbare und glückliche Mutter einer grossartigen Tochter, oft Deiner Meinung und finde überhaupt nichts daran, morgen nachmittag lieber zum Nägel machen als in den Stadtpark zu gehen, ganz im Gegenteil, ich freue mich drauf. Ich habe meine Tochter auch schon mit gutem Gewissen „abgegeben“, um zum Sport zu gehen. Was sonst meinen denn die AP-Jüngerinnen, wenn sie sagen, dass man gut für sich selbst sorgen soll, um auch ja rund um die Uhr für das Kind da sein zu können? Ne warme Mahlzeit? Oder wenigstens nen warmen Stilltee?

    Um mir all diese „Freiheiten“ rausnehmen zu können, wurde das Töchterchen ab 2 Wochen an den „Papischoppen“ mit abgepumpter Milch gewöhnt. Weder der Blitz, noch die Saugverwirrung noch die anderen 5 Plagen des Pharaos trafen uns. So kann ich sogar mal ein Gläschen trinken. Ein egoistisches Mami. Wie Du siehst, brauche ich mich in den einschlägigen Kreisen gar nicht erst blicken zu lassen, ich wäre leichte Beute in der AP-Echokammer.

    Du hast recht, es ist eine unsympathische Energieverschwendung, dass der Chor zu sich selber predigt und die anderen geisselt, die in ihren Augen völlig fehlgeleitet sind wie ich, die ich wiederum in den Augen des Rests der Welt nur minim von den Jüngerinnen abweiche, weil ich stille/trage/blw’e/coschlafe oder was es sein soll..

    Erinnert mich an das Vegetarierbashing der Veganer – unproduktiv at best und oft in der Aussenwirkung verheerend.

    Lass Dich nicht ärgern, Du machst das alles toll. Und pflege die Liste der „Später“-Urlaubsziele, denn so zauberhaft und streng das Hier und Jetzt auch ist, das Später und Da und Dort kommt bestimmt.

    Alles Liebe aus Zürich
    Mie

  11. Liebe Sophie , ich stimme Dir zu! Mich regt das genauso auf, vor allem weil bestimmt nicht immer alles so glatt läuft wie dargestellt. Davon habe ich mich schon lang distanziert. Aber ich habe auch meine Meinung zu manchen Müttern als Person. Ich hadere oft mit mir, ob mir diese Meinung zu steht oder nicht. Einerseits eben nicht, andererseits habe ich sie aber einfach. Ich kenne eine Mutter, die eben schon ihr kind immer in die Kita schickt bis 3 Uhr, auch wenn beide Eltern in Elternzeit sind und neues baby daheim. Die auch überlegt es bis um 5 zu schicken, weil es sich sonst ja nur langweilt zu haus. Und das tut mir weh, auch weil es in der Verwandtschaft ist und ich es für das Kind traurig empfinde. Dann denke ich, ist nicht meine Familie, wer weiß, vielleicht ist es besser für das Kind, wenn es unter Gleichaltrigen ist. Ich kann mein Empfinden nicht als Maßstab nehmen. Jede Mutter ist auf Ihre Art Mutter und die Kinder lieben Ihre Mütter. Nur weil ich es nicht so machen würde bin ich nicht besser. Ich würde es halt nicht so machen. Weil ich auch ein anderer Mensch bin. ein anderer – dadurch nicht besserer – ich mache vielleicht oder ganz bestimmt andere Fehler. Die weiß ich auch. Deswegen, nicht richten über andere. denn das steht uns nicht zu.

  12. Katharina

    Vielen Dank für deinen tollen Blog!
    Ich finde es wunderbar, dass du so ehrlich über dein Leben als Mama schreibst und dass es hier soviel andere Mamas gibt (wie ich😉), die keine Lust auf die Mommy Wars haben!
    Dafür haben wir doch echt besseres zu tun? Und zwar dieses verrückte, tolle, nicht immer einfache Leben mit Kind(ern) zu führen….

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