Mein Krabbel-Baby (Das Räupchen-10-Monats-Update)

Ungelogen keine drei Tage nachdem ich im letzten Räupchen-Update schrieb, dass das gemütliche Baby sich immer noch nicht fortbewegen will, schmiss die kleine Raupe den Turbo an und düste los! Also naja, düsen ist vielleicht doch noch etwas viel gesagt. Aber: Sie robbte, und das zielstrebig! Und wie schon beim Hübchen damals, war das nur die kleine Vorstufe zu größerem: Denn es dauerte nur ein paar weitere Tage und seitdem haben wir ein echtes Krabbelbaby!

So, jetzt ist es also klar: Nichts ist mehr sicher! Und wir hinken natürlich total hinterher mit dem Kindersicher-machen der eigenen Wohnung. Aber dann war da noch die Steuererklärung, die dringend noch vor dem Urlaub fertig werden sollte. Und der Urlaub selbst, der ja gründlichst vorbereitet werden musste. Naja, ihr kennt das. Und außerdem hält es ja fit, dauernd hinter einem sich nach und nach schneller bewegenden Baby her zu hetzen.

Wobei es wirklich nur allmählich schneller wird. In ihren ersten Wochen als Krabbelbaby habe ich das Räupchen gerne mit einem Roboterbaby verglichen, so hölzern sahen ihre Bewegungen noch aus. Aber Übung macht die Meisterin, und so langsam wird die Raupe flink und beweglich.

Gleichzeitig mit dem Krabbeln klappte dann endlich auch das freie Sitzen wie von selbst. Mit ein paar Ausrutschern, die natürlich immer auf dem Parkett-Fußboden bei Oma und Opa passierten, weshalb die Räupchen-Oma denkt, noch immer einen Turm von Kissen hinter dem sitzenden Baby auftürmen zu müssen. Dabei ist das eigentlich gar nicht mehr nötig!

Das Essen bleibt drin!

Nicht zuletzt verzeichnen wir einen weiteren bahnbrechenden Erfolg: Die Aufnahme winziger Mengen an halbfester Nahrung! Erste kleine Kartoffelstückchen, schön weich gekocht, und mittelgroße Krümmel weichen Brotes wurden schon mit Freude verspeist. Und auch wenige Löffel Obstbrei blieben zuletzt im Räupchen, und wurden nicht postwendend von der kleinen Zunge wieder rausgeschoben. Sie kann es also durchaus. Von Wollen ist aber nach wie vor nicht immer die Rede.

Ich schätze, die kleine Spätesserin braucht einfach ihre Zeit. Und die Milch schmeckt ihr auch einfach immer noch zu gut! Besonders nachts, zu meinem Leidwesen. Wobei das Räupchen und ich wirklich ein prima Team sind. Die kleine Raupe findet ihren Weg zur Brust mittlerweile fast allein und ich stille gemütlich im Liegen. Trotzdem ist es für mich natürlich anstrengend, oft mitten aus dem Tiefschlaf gerissen zu werden oder gefühlt ganze Nächte gar nicht in ebendiesen zu finden. Ich hoffe sehr, dass das Räupchen irgendwann mal wieder zu längeren Schlafphasen zurückfindet. Denn an Abstillen denke ich wohl noch sehr lange nicht, und das heißt nun mal leider, dass ich alle nächtlichen Schichten übernehme.

Mutter-Zombie auf nächtlichen Reisen

Wenn sich dann noch nachts das Hübchen meldet (was immerhin seltener passiert, als bis vor kurzem, aber eben doch noch häufig vorkommt), fühle ich mich manchmal wie ein Zombie, der halb wach, halb schlafend zwischen zwei angrenzenden Zimmern hin und her wandelt. Oft vergesse ich, in welchem Bett ich nun eigentlich liege. Wenn dann das Räupchen brüllt, bin ich schon dabei, mein T-Shirt hochzuschieben, dabei liegt nur das Hübchen neben mir. Und das wäre wohl etwas schockiert, wenn ich ihm plötzlich meine nackte Brust anböte.

Ich trotte also zurück ins große Bett, in dem ein zeterndes Baby liegt, der friedlich schlummernde Vater direkt daneben. Es ist mir ein Rätsel, wie diese Männer es immer schaffen, nächtliches Babygeschrei geflissentlich zu überschlafen. Ein ewiges menschliches Mysterium. Frauen sind wohl einfach doch die besseren Mütter.

Der Papa kann das auch!

Ansonsten gibt es aber nix zu meckern am Ehegatten. Das Räupchen ist zwar nach wie vor ein bisschen sehr auf mich fixiert, trotzdem versuche ich so langsam, mir einige wenige Freiräume zurückzuholen. So gehe ich seit einiger Zeit nicht mehr nur Samstagmorgens zum Yoga, sondern auch mal wieder unter der Woche am späteren Abend. Das Räupchen wird dann von mir gut abgefüllt und vom Papa ins Bett gebracht. Wenn sie dann erst mal empört schreit, muss sie da eben durch. Der Papa ist schließlich auch eine top Bezugsperson, da denken wir echt pragmatisch. Auf ein Kind, dass sich dran gewöhnt, nur von Mama versorgt zu werden, haben wir beide nämlich so gar keinen Bock.

Und auch wenn es anstrengend ist, alleine zwei Kinder ins Bett zu bringen, ist es doch auch immer schön. Das Hübchen freut sich jedenfalls auch immer, noch gemeinsam mit der kleinen Schwester vorgelesen zu bekommen. Außerdem ist das Baby so herrlich kitzelig und da nach müde bekanntlich albern kommt, sind die abendlichen Schäkereien meistens die schönsten.

Ja, im Moment genießen wir es, zwei Kinder zu haben, die vor allem endlich mal beide gleichzeitig gesund sind und sich dann auch noch meistens gut verstehen. Darf gerne so weitergehen!

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