#MamasUndMoneten: Ausgaben runter (2)

Wer finanziell vorsorgen will, muss Geld zum Investieren haben. Deswegen darf man nicht alles für Schnickschnack ausgeben. Aber an welchen Stellen kann eine Familie mit Kindern sinnvoll sparen – und zwar ohne damit Mensch, Tier und Umwelt zu schädigen? In Ausgaben runter (1) ging es bereits um Lebensmittel, Kleidung, Hygieneprodukte und Strom. Hier kommen weitere Ideen, wie man auch mal ein bisschen weniger Geld ausgeben kann und trotzdem gut lebt. Und am Ende verrate ich euch auch noch, bei welchen Dingen ich wirklich gar nicht sparen will.

Ausleihen statt kaufen

Viele Dinge brauchen wir gar nicht selbst besitzen: Wenn ich nur einmal im Jahr zu Silvester den Raclette Grill anschmeiße, ist es Quatsch, nur für dieses eine Mal im Jahr einen anzuschaffen. Das gleiche gilt für Dinge, von denen man weiß, dass man sie zwar häufiger braucht, aber nur für eine recht kurze Zeit: Kinderfahrräder in den kleinsten Größen zum Beispiel. Wir versuchen, wann immer es Sinn macht, Dinge von Freunden, Nachbarn oder Familienmitgliedern auszuleihen. Auch Nachbarschaftsportale im Internet sind dafür sicher eine gute Möglichkeit, selbst ausprobiert habe ich das aber noch nicht.

Sparpotential: Sehr hoch, weil es ja oft um Dinge geht, die einen recht hohen Anschaffungspreis haben. Jedes Mal, wenn man etwas ausleiht, statt es selbst zu kaufen, kann man dann glücklich denken: Wieder Geld gespart!

Viel verkaufen – aber auch viel für später aufbewahren

Ich mag ja den Gedanken der „Stuff Cloud“: Nach diesem Prinzip verkauft man einfach alles, was man auf lange Sicht nicht braucht, über Ebay Kleinanzeigen und Co. Sollte man das Ding irgendwann doch wieder brauchen, besorgt man es sich einfach erneut zu einem günstigen Preis aus der Stuff Cloud. Die Dinge sind ja nicht weg, nur weil man sie verkauft! Es gibt dort draußen so endlos viel identisches oder ähnliches Zeug!

Da wir auch kontinuierlich versuchen, unseren Besitz halbwegs schlank zu halten, wenden wir dieses Prinzip teilweise an. Ich habe z.B. alle Babysachen verkauft, obwohl mich noch manchmal der Gedanke an ein drittes Kind einholt. Aber deswegen den ganzen Plunder über Jahre und Jahre einlagern? Nö, keine Lust! Dann lieber verkaufen und die Kasse klingeln lassen. Das Geld kann man z.B. clever anlegen, dann vermehrt es sich in der Zeit, in der das olle Zeug sonst nur im Keller verschimmelt wäre.

Verkaufen um jeden Preis ist dennoch auch nicht mein Fall. Qualitativ hochwertige Kinderkleidung hebe ich fürs Räupchen auf. Auch das Laufrad, Kinderfahrräder in größeren Größen und gutes Spielzeug gehören in diese Kategorie. Und meine alten Reitsachen warten ebenfalls im Schrank darauf, dass ich mich irgendwann mal wieder aufs Pferd schwinge. Bei Dingen, die man sicher noch mal verwenden wird, ist Aufbewahren nämlich nicht nur günstiger, sondern auch stressfreier.

Sparpotential: Sehr hoch. Dinge von guter Qualität lassen sich sehr gut weiterverkaufen. Ich bin immer noch erstaunt, welche Preise ich für die getragene Babykleidung aus Wolle und Wolle/Seide verlangen konnte. Solche Sachen aufzuheben, macht daher auch Sinn. Dann spart man beim zweiten Kind und kann danach immer noch verkaufen.

Freizeitaktivitäten: Angebote nutzen und Dauer- und Aktionskarten kaufen

Freizeitaktivitäten mit der ganzen Familie müssen nicht teuer sein: Der Wald ist gratis, der Stadtpark meistens auch. Blöd nur, dass andere Dinge meist so viel mehr Spaß machen (uns zumindest, vor allem im Winter). Wir lassen uns darum jedes Jahr zu Weihnachten die RuhrTopCard schenken. Und selbst wenn wir sie uns selbst kaufen würden: Das Geld hätten wir sehr schnell wieder raus! Für Kartenbesitzer*innen sind nämlich jede Menge Aktivitäten im erweiterten Ruhrgebiet umsonst, von Schwimmbädern über Zoos bis zu Museen. Ähnliche Aktionen gibt es wohl in vielen anderen Großstädten und Regionen. Für Familien, die gerne viel unterwegs sind, lohnt sich das immer!

Für unseren liebsten Park, die Gruga in Essen, kaufen wir außerdem jedes Jahr Dauerkarten. Der Park ist riesengroß, liegt in Fußweite unserer Wohnung, hat jede Menge Spielplätze und Tiergehege und das Hübchen kennt ihn mittlerweile schon wie seine Westentasche. Im Sommer brauchen wir also praktisch kein anderes Ausflugsziel.

Sparpotential: Sehr hoch! Wir haben in diesem Jahr unseren ersten Ausflug schon hinter uns: Der Schwimmbadbesuch hätte uns ohne RuhrTopCard gute 30€ gekostet. Und viele viele weitere Gratis-Ausflugsziele warten noch auf uns.

Pack das Käsebrot ein!

Wenn der Schwimmbadeintritt umsonst ist, sind dann wenigstens Schwimmbadpommes drin? Ich finde: Auf jeden Fall! Denn regelmäßig Pommes essen ist wichtig für die Seelenhygiene! Dafür packe ich dann beim nächsten Ausflug wieder die Käsebrote ein. Denn unterwegs essen kaufen ist einfach wahnsinnig teuer! Das gilt übrigens auch für mich und den Liebsten, wenn wir beruflich unterwegs sind oder in der Agentur arbeiten. Essen gehen mit Arbeitskollegen ist schon hin und wieder drin, aber eben nicht täglich. Es ist ein bisschen eine Kunst, immer ein bisschen mehr zu kochen, um am nächsten Tag die Reste mit zur Arbeit nehmen zu können. Aber finanziell lohnt sich das wirklich sehr!

Sparpotential: Gerade für alle, die täglich im Büro arbeiten sehr hoch! Selbst ein lausiges Kantinenessen kostet locker 5 €. Das mal 5 macht 25. Sind schon gute 100€ im Monat, die man spart, wenn man sich sein Mittagessen von Zuhause mitbringt.

Wenig High-Tec

Versteht mich nicht falsch, meine Familie ist echt gut digitalisiert. Aber jeden Schnickschnack brauchen wir trotzdem nicht – und schon gar kein höher-schneller-weiter. Wir haben einen wirklich ziemlich kleinen Flachbildfernseher und empfangen nur die öffentlich-rechlichen Sender, die über DVBT gratis sind. Eigentlich gucken wir sowieso nur Sport und Nachrichten im TV. Filme und Serien streamen wir über Netflix, Musik über Spotify. Klar, da könnte man auch noch sparen, aber mal ehrlich: Was wäre das denn für ein Leben?

Dafür brauchen wir keinen Beamer, keine teure Surround Anlage und schon gar keinen Riesen-Fernseher, der die ganze restliche Einrichtung dominiert. Less is more, finde ich auch hier.

Sparpotential: Keine Ahnung, was kosten denn so ein Hi-Fi-Klimmbimm und solche Riesenglotzen? Ich schätze aber mal, dass man da durch Verzicht locker ein paar Tausis sparen kann.

Das Auto stehen lassen

Diesen Punkt hätte ich fast vergessen, weil er für uns so selbstverständlich ist. Aber der Kommentar von „Jongleurin“ im letzten Artikel hat mich daran erinnert, dass auch das einen eigenen Punkt wert sein könnte: Einfach weniger Auto fahren! Oder für einige Familien sogar: Eines der zwei oder gar noch mehr Autos abschaffen. Wir besitzen zu zweit ein Auto, das wir ehrlich gesagt auch nicht missen wollen. Der öffentliche Nahverkehr im Ruhrgebiet ist offen gesagt eine mittlere Katastrophe und es macht schon einen argen Unterschied, ob ich eine viertel Stunde mit dem Auto fahre, um das Hübchen bei den Großellis abzuholen – oder eineinviertel Stunden mit Bus und Bahn!

Ein zweites Auto käme aus Kosten- und auch aus Umweltgründen für uns mit Sicherheit nicht infrage. Damit ich mit den zwei Kindern flexibler bin, pendelt der Liebste oft mit der Bahn in die Agentur – auch wenn das in der Tat nicht günstiger ist als Auto zu fahren (was ich für ein Unding halte, liebe Politiker*innen!). Wenn er das Auto nimmt, mache ich mit den Kindern meist alles zu Fuß.

Car Sharing statt eigenem Auto finde ich auch interessant, kommt für uns aktuell jedoch (noch) nicht in Frage. Dafür brauchen wir unser Auto einfach zu flexibel. Wenn wir als ganze Familie unterwegs sind, wären wir schon häufiger gewillt, auf Öffis umzusteigen. Allerdings ist das für Gelegenheitsfahrer dummerweise teurer als das Auto zu nehmen. Wenn es bald wärmer wird, steigen wir aber mit Sicherheit wieder häufiger aufs Fahrrad.

Sparpotential: Sehr hoch, wenn es darum geht, ein ganzes Auto abzuschaffen (den Zweitwagen oder gar das einzige Auto). Erschreckend niedrig wenn es um die Wahl Auto oder Öffis geht. Hier muss die Politik dringend tätig werden!

Wohnraum: Wie groß und teuer muss es wirklich sein?

Ein weiterer Punkt, der mir jetzt gerade noch spontan einfällt, weil er eigentlich so selbstverständlich ist: Der Wohnraum. Ich meine: Wodran kann man besser sparen, als an der Miete? Der Punkt ist sicher ein komplexer und ich will ihn hier jetzt nicht in aller Ausführlichkeit ausrollen. Manche Städte sind einfach sauteuer, manche Regionen viel günstiger – man hat demnach nicht immer die Wahl.

Ich kann aber vielleicht erzählen, wie wir uns aktuell entschieden haben: Wir leben zu viert auf knapp über 80 qm mit drei Zimmern, also derzeit nur einem Kinderzimmer. Dafür wohnen wir im von uns bevorzugten Stadtviertel und zahlen nicht so wahnsinnig viel Miete. Wir haben beschlossen, dass wir uns in den nächsten Jahren definitiv mit diesem Wohnraum arrangieren wollen. Wir sind recht erfindungsreich, wenn es darum geht, platzsparende Lösungen zu finden und außerdem wollen wir in Zukunft auch noch nachhaltiger leben und nicht so viel Zeug anhäufen.

Ich will gar nicht sagen, dass solche Lösungen für alle Familien erstrebenswert sein sollen. Aber manchmal macht es Sinn, sich kritisch zu fragen: Brauchen wir wirklich so viel Platz (der eben meist auch viel Geld kostet) oder haben wir es auch mit weniger Quadratmetern schön?

Sparpotential: Extrem hoch. Gerade in den Großstädten ist Wohnraum teuer und wird immer teurer.

Grundsätzlich: Sich immer mehrmals fragen: Brauche ich das wirklich?

Neben all diesen Dingen und Posten gibt es im Leben natürlich so viele andere Versuchungen. Mir hilft dann immer ganz gut, mich mehrmals und streng selbst zu fragen, ob ich diese Sache jetzt wirklich dringend brauche. Online-Shopping ist dabei mein Freund: Rechner zuklappen, eine Nacht drüber schlafen, vielleicht auch mehrere Nächte. Und dann noch mal von vorne denken. Impulskäufe sind häufig einfach Quatsch und kosten unnötiges Geld. Und wenn man eine gute Kontrolle über sein eigenes Kaufverhalten hat, ist man nebenbei auch gleich ein prima Vorbild für seine Kinder!

Sparpotential: Sehr hoch! Wenn ich mich beim Konsumieren nicht kontrollieren kann, habe ich schnell ein Problem. Wer nur noch Dinge kauft, die sie/er auch wirklich braucht, spart jede Menge Geld.

Wodran ich gar nicht sparen will

Habe ich mein Leben dieser Liste nach also total aufs Sparen ausgerichtet? Nein, sicher nicht. Dafür lebe ich viel zu gerne. Ich mag es sehr, Geld für schöne Dinge auszugeben, insbesondere für gemeinsame Unternehmungen und auch für gutes Essen. Ab Februar gönnen der Liebste und ich uns einen Tanzkurs. Und letztens waren wir zusammen in der Therme, das war auch nicht gerade günstig. Mit dem Hübchen fängt jetzt die Zeit an, in der wir zusammen ins Kino oder Theater gehen können. Und ich bin sehr glücklich, dass wir uns solche tollen Unternehmungen leisten können, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass das Konto in die roten Zahlen rutscht.

Ich hatte kurz überlegt, den Punkt „Freunde einladen statt auszugehen“ mit in die Liste aufzunehmen. Aber wegen der Kinder gehen wir eh so selten aus, dass mir dieser Punkt völlig bescheuert vorkäme. Dafür genieße ich es viel zu sehr, auch mal rauszukommen, gut im Restaurant zu essen oder in der Kneipe einen zu trinken. Dass solche seltenen Abende dann manchmal teurer werden, als geplant, finde ich völlig OK. Mit kleinen Kindern hat man eh so wenig Freizeitleben, da kann man sich im Fall der Fälle schon mal was gönnen.

Wodran ich auch nicht sparen kann und will, ist mein Yoga-Unterricht. Ein bis zwei Mal die Woche genieße ich meine 90 Minuten Biegung, Stärkung und Ruhe. Dafür spare ich mir im Umkehrschluss das Geld für Physio und Orthopädie. Dem Liebsten geht es genauso mit seinem Pilates-Kurs.

Und nicht zuletzt: Technik ist teuer, aber da dran wird nicht gespart. Ich habe seit über 10 Jahren an keinem Microsoft Rechner mehr gesessen und habe keine Ahnung, wie man Android bedient. Und das soll auch so bleiben.  Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein ist in diesem Zusammenhang ein bitteres Thema, das ist mir klar. Trotzdem bin ich hier (noch) nicht bereit, Kompromisse zu machen. Dafür bin ich einfach zu sehr auf eine funktionierende und einfach zu bedienende Technik angewiesen.

Und jetzt ihr: Habt ihr weitere Tipps?

Ist meine Liste schon ganz gut oder fehlen da noch wichtige Dinge? Wenn ihr noch Inspiration für mich und die anderen Leser*innen habt, dann gerne rein damit in die Kommentare! Besonders interessieren würde mich ja auch, wodran ihr gar nicht sparen wollt. Liegt euer Fokus da auch auf Sport und Gesundheit oder vielleicht eher beim Wohnen oder Urlaub? Ich bin gespannt!

3 Kommentare zu „#MamasUndMoneten: Ausgaben runter (2)

  1. Super Tipps! Als ehemalige Studi-Eltern sind wir darin auch sehr geübt und machen es genau so, wie du beschreibst. Aber hach, je mehr ich mich mit Sparen beschäftige, desto schwieriger scheint es zu werden. Unsere Ausgaben steigen und steigen irgendwie. Wie ist das bei euch? Momentan beschäftigt uns zum Beispiel der Schuleintritt. Mit dem Besuch der Waldorfschule, die wir uns für unsere Tochter wünschen, würden wieder neue Ausgaben anfallen. Ich habe das Gefühl, unsere Ausgaben sind gerade nur noch am raufklettern… deswegen überlege ich gerade eher, wie ich die Einnahmen erhöhen kann.

    • Oh ja, Betreuungskosten sind echt ein Thema! Wr hoffen, dass das Hübchen einen Platz auf der Ganztagsschule hier bei uns im Stadtteil bekommt. Dann würden keine Kosten für OGS entstehen. Wir zahlen dann schließlich immer noch die Kita fürs Räupchen. Auch da hoffe ich, dass wir zum Sommer einen Platz bekommen. Tagesmutter würde wieder teurer…

      Allgemein wird alles teurer wenn die Kinder älter werden. Das Hübchen fängt jetzt einen Sportkurs an, wieder 30€ im Monat weg. Mit dem Räupchen gehe ich zum Babyturnen, auch nicht umsonst. Klar könnten wir das alles streichen, aber da würde mir auch das Herz schwer. An schönen Freizeitdingen und eben auch Sachen, die dem Körper und der Seele gut tun, will ich einfach nicht sparen.

      Einnahmen erhöhen ist aber auch eine gute Idee. Dazu habe ich ja auch schon gebloggt.

  2. Hallo liebe Sophie,

    ich finde es wichtig, ein finanzielles Grundpolster für seine Kleinen anzulegen, sodass diese mit einem guten Start in Ihr späteres Erwachsen werden ausgerüstet sind. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie teuer der Führerschein, das erste Auto (mit teurer Versicherung als Fahranfänger), Studium, die erste Wohnung und CO sein können. Ich habe für meine kleine Tochter bei einem Broker eine Versorgung angelegt, auf den ich monatlich einzahle. Hierfür verwende ich keinen Fond mit Manager (die eh immer nur eigene Interessen verfolgen), sondern eine Mischung aus kostengünstigen passiven ETFs – die statistisch gesehen sogar besser abschneiden als 90% der aktiv gemanagten Fonds. Es mag zwar nur ein kleiner Betrag sein (aktuell 50 EUR im Monat), aber über die Jahre sammelt sich doch ganz schön was an. Das kann ich jedem nur raten. VLG, Marie

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