#MamasUndMoneten: Ausgaben runter! (1)

Finanziell unabhängig zu werden, Altersarmut vermeiden, für mich und meine Kinder vorsorgen – das ist mein Masterplan! Dafür brauche ich Geld, das ich investieren kann. Und das fällt weder vom Himmel, noch kackt es mir ein Dukatenesel in den Schoß. Meine erste Idee war: Alles klar, muss ich halt mehr verdienen! Aber wer mehr verdient, gibt auch schnell wieder mehr Geld aus. Deswegen führt an einer Sache kein Weg vorbei: Am guten Haushalten und sparsamen Leben. Aber wisst ihr was? Das kann richtig Spaß machen, vor allem, wenn man auch Interesse am Thema Nachhaltigkeit hat.

Nachhaltig und ökologisch bewusst zu leben wird in meinem Leben immer und immer wichtiger. Wer Kinder in die Welt setzt, macht sich vielleicht automatisch mehr Gedanken darum, wie die Welt wohl aussehen wird, wenn die süßen Kleinen mal groß sind. Und ganz ehrlich: Ich sehe da im Moment ziemlich schwarz. Umso mehr ein Grund, sich selbst anzustrengen und einen bewussten und möglichst nachhaltigen Lebensstil anzustreben.

Auf den ersten Blick sieht das manchmal teurer aus: Der Billo-Käse vom Discounter ist schließlich so viel günstiger als der teure Bio-Käse aus regionaler Produktion. Nachhaltig leben bedeutet aber vor allem auch, sich immer zu fragen: Brauche ich das jetzt wirklich? OK, bei Käse lautet meine Antwort fast immer „JA!!“. Aber der Durchschnittsmensch konsumiert ja noch so viel mehr außer Lebensmittel – und da kann die Antwort sehr oft lauten: Nö, das brauche ich nicht!

Mir ist es also ganz wichtig, zu sagen: Sparsames Wirtschaften schließt einen fairen und nachhaltigen Konsum nicht aus! Aber werden wir mal ein bisschen konkreter. Das hier sind die Punkte, an denen wir in unserer Familie arbeiten, um auch mal ein bisschen weniger Geld auszugeben:

Eine Biokiste abonnieren

Grundsätzlich ist mir eines wichtig: An Lebensmitteln wird nicht gespart! Ich bin überzeugt davon, dass unser Körper nur gut funktionieren kann, wenn das, was wir ihm an Energie zuführen, auch von guter Qualität ist. Hinzu kommen Gedanken zu unserer Umwelt und Tierwelt. Mit meinem Konsum will ich weder Böden noch Tiere ausbeuten. Deswegen spare ich lieber an anderer Stelle.

Und trotzdem: Es gibt Möglichkeiten, sparsamer einzukaufen, auch wenn Bio und regional erst mal teurer wirkt. Einer unserer wichtigsten Schritte war die Bestellung einer Biokiste. Seit etwa einem halben Jahr lassen wir uns jeden Dienstag eine große Kiste voller Gemüse und Obst liefern. Die Qualität begeistert mich jedes Mal aufs Neue, denn die Produkte kommen fast alle aus der Region, haben keine langen Lieferwege und halten sich entsprechend lange.

Da alles Bio ist, erscheint es erst mal etwas teurer. Aber auf lange Sicht ist das ein Irrtum. Denn durch die Biokiste kochen wir viel bewusster, planen unsere Mahlzeiten besser vor und brauchen ungelogen alles bis zum letzten Salatblatt auf. Auch das Zwischendurch-Einkaufen entfällt, weil wir viel seltener und mit festem Einkaufszettel nur das dazukaufen, was uns zum Bio-Gemüse noch fehlt. Da wir Vegetarier sind, ist Gemüse bei uns ohnehin der größte Posten auf dem Zettel.

Ein schöner Nebeneffekt ist übrigens auch, dass wir uns tatsächlich gesünder fühlen, seit wir uns so konsequent von Bio-Lebensmitteln ernähren. Das spart am Ende vielleicht sogar Kosten für Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel. 😉

Sparpotential: Eher gering, weil gute Lebensmittel nun mal ihr Geld kosten – das aber auch wert sind! Gutes Haushalten und seltenes Einkaufen im Supermarkt ist dennoch nützlich: beim Sparen und in punkto Nachhaltigkeit.

Leitungswasser trinken

Für mich eigentlich total selbstverständlich. Bei meinen seltenen Besuchen im Getränkemarkt wundere ich mich aber immer wieder, wie viele Menschen immer noch kistenweise Mineralwasser aus dem Laden schleppen. Dabei zeigen Studien immer wieder, dass die Qualität unseres Leitungswassers sehr gut ist. Wer Blubber will, kann noch so ein Sprudel-Gerät kaufen. Wir haben so was allerdings nicht, denn da kriegen wir nur immer Schluckauf von. 😆

Und noch ein weiterer gratis Getränketipp von mir: Nicht so viel Süßes und Alkoholisches trinken. Das ist nämlich teuer. 😉

Sparpotential: Hoch, denn trinken ist wichtig und die Kosten läppern sich! Selbst das billigste Billo-Wasser aus dem Discounter kostet 13 Cent den Liter. Wasser aus dem Hahn ist mit durchschnittlich 0,2 Cent pro Liter fast kostenlos.

Kleidung: Weniger ist mehr

Die großen Mengen an Kleidung, die weltweit produziert werden, sind ein riesiges Problem! Fast Fashion beutet vor allem Frauen und Kinder in den Produktionsländern aus und sorgt nebenbei für große Löcher in unseren Portmonnaies. Denn natürlich muss es ständig etwas Neues sein – und bei der miesen Qualität von Klamotten von H&M und Co. bleibt einem auch gar nichts anderes übrig!

Ich bin aus diesem Kreislauf vor einiger Zeit ausgestiegen und freue mich über jede und jeden die/der es ebenso macht. Für mich selbst kaufe ich nur noch Fair Trade Kleidung und lebe streng nach dem Motto „Less is more“. Ich glaube, meinen Stil gefunden zu haben und schaffe nur noch Teile an, die ich wirklich brauche und von denen ich ausgehe, dass ich sie jahrelang tragen werde. Natürlich bin ich nicht vor Fehlkäufen gefeit, aber ich versuche sehr genau danach zu gehen, ob ein Kleidungsstück in meine Garderobe passt und ob ich es gut kombinieren kann. Wenn ihr euch für dieses Prinzip interessiert, könnt ihr mal nach „Capsule Wardrobe“ googeln, da solltet ihr jede Menge Input finden! 🙂

Für die Kinder kaufe ich mittlerweile fast alles auf Trödelmärkten oder 2nd Hand im Internet. Bei größeren Anschaffungen (Winterjacke, Schuhe) achte ich auch bei Kinderkleidung auf nachhaltige Produktion. Seit ich zwei Kinder habe, lohnt sich das auch, da können die meisten Sachen später aufgetragen werden. Unterm Strich leben wir so glaube ich recht sparsam. Gebrauchte Kinderkleidung kriegt man oft geradezu hinterhergeschmissen. Und wir Eltern brauchen nicht so oft etwas neues. Ich bin aber gespannt, wie es weiter geht, wenn die Kinder größer werden…

Sparpotential: Wenn ich mir überlege, wie viel Geld ich früher teils für Kleidung ausgegeben habe, würde ich definitiv sagen: Hoch! Faire Kleidung ist zwar oft teurer, dafür aber auch hochwertiger. Wer dazu noch viel 2nd Hand kauft, kann richtig viel sparen!

Hygieneprodukte: Auf Langlebigkeit und Umweltfreundlichkeit achten

Was meine Körperpflege angeht, bin ich im letzten Jahr nach und nach komplett auf nachhaltigere Produkte umgestiegen. Das feste Shampoo war für mich ein wahrer Erweckungsmoment: Nie waren meine Haare so leicht zu pflegen wie mit diesem Zauber-Zeug! Auch für Körper und Gesicht nutze ich keine Flüssigprodukte in Plastikflaschen mehr, sondern in Papier verpackte Seife. Die festen Shampoo- bzw. Seifenstücke sind sicher etwas teurer als ein billiges Flüssigprodukt aus dem Drogeriemarkt. Dafür halten sie viel länger, enthalten mit Sicherheit keine Mikroplastik und pflegen zumindest meine Haut und Haare viel besser.

Da auch ich anfällig für Versprechen der Schönheitsindustrie bin, habe ich was das betrifft einfach umgesattelt: Anstatt teure Anti-Falten-Cremes mit Arganöl zu kaufen, schmiere ich mir einfach reines Arganöl rund um meine Ü-30-Augen. Intensive Recherchen im Internet haben ergeben: Soll wirksam sein. Und eine kleine Flasche reines Öl zu kaufen ist nebenbei so viel günstiger als auf die Industrieprodukte reinzufallen.

Für Frauen ist das Leben ja auch wegen einer Sache teurer: Der monatlichen Menstruation. Ich nutze schon seit über zehn Jahren einen Menstruationsbecher. OK, ich habe mittlerweile den zweiten. Trotzdem ist das ungleich günstiger als immer Tampons kaufen – und auch gesünder! Als Backup dienen mir waschbare Einlagen von Kulmine (das ist dann wohl Werbung, aber unbezahlt und von Herzen). Die sind erst mal teuer in der Anschaffung, das Tragegefühl ist aber herrlich, das ökologische Gewissen beruhigt und die Haltbarkeit soll erstaunlich sein (bei mir sind sie noch nicht so lange im Einsatz als dass ich dazu was sagen könnte).

Sparpotential: Hoch, insbesondere wenn man eine Frau ist und nicht so ganz immun gegen die Versprechen der Schönheitsindustrie ist.

Den Stromanbieter wechseln

Regelmäßig den Stromanbieter zu wechseln, ist ja kein Geheimtipp mehr. Es aber auch zu tun, ist die wahre Herausforderung! Wir haben es jetzt tatsächlich gemacht, weil unser Anbieter den Preis für die Kilowattstunde deutlich erhöht hat. Wir hatten uns vor zwei Jahren für diesen Anbieter entschieden, weil der Grundtarif recht gering, dafür die Kilowattstunde eher teuer war. Da wir immer einen sehr geringen Stromverbrauch hatten, passte das damals gut zu uns. Nun hat sich aber unser Stromverbrauch ziemlich erhöht: Eine schimmelanfällige Wohnung machte den Trockner unumgänglich und seit wir hier wohnen, kommt auch das warme Wasser über Strom.

Nachdem unser alter Stromanbieter den Preis nun noch mal erhöht hat, haben wir gewechselt und zahlen deutlich weniger für die Kilowattstunde, dafür eine etwas höhere Grundgebühr. Unterm Strich werden wir trotzdem ca. 20€ pro Monat sparen. Übrigens haben wir uns erneut für einen Ökostrom-Anbieter entscheiden, und zwar für einen, der seinen Strom ausschließlich aus erneuerbaren Quellen zieht. Innogy und Co. sind nämlich auch nur in der Werbung öko – man muss immer gut aufpassen, wer tatsächlich dahinter steckt!

Sparpotential: Ganz ordentlich. 20€ im Monat sind immerhin 240€ im Jahr! Einen Stromtarif zu wählen, der zum eigenen Verbrauch passt, macht wirklich Sinn.

Freut euch auf den zweiten Teil

War das schon alles? Nee! Mir fällt noch mehr ein, wodran man als Familie sparen kann. Damit dieser Text hier aber nicht noch bis Antananarivo führt, mache ich eine kurze Pause. Im zweiten Teil geht es dann um das Sparpotential bei Freizeitaktivitäten, um Kaufen vs. Leihen und ich verrate euch am Ende, an welchen Sachen ich keinesfalls sparen will.

Habt ihr in der Zwischenzeit schon Lust, mir zu verraten, an welchen Stellen ihr versucht, sparsam zu leben? Dann gerne rein in die Kommentare!

3 Kommentare zu „#MamasUndMoneten: Ausgaben runter! (1)

  1. Hier machen wir einiges ähnlich wie ihr, Biokiste und viel kochen z.B. Was aber nicht verhandelbar ist, ist Mineralwasser. Ich brauche das ganz harte Zeug mit richtig viel Kohlensäure, und da befriedigen mich die Alternativen einfach nicht.

    Bei Klamotten gehe ich inzwischen viel auf Kleidertausch-Veranstaltungen, das hat auch den Vorteil, dass man den Kleiderschrank zwischendurch mal ausmistet. Bei Kindersachen setze ich ebenfalls viel auf second hand, auch jetzt in der Schwangerschaft. Als Spätgebärende wird man aus dem Freundeskreis wirklich toteworfen mit Umstands- und Babysachen. Das Kind kommt in 4 Wochen, und wir haben noch keinen Cent für die inzwischen vollständige Ausstattung ausgegeben (wir hätten alleine drei Federwiegen haben können).
    Bücherei statt Bücher und Zeitschriften kaufen spart Unmengen Geld bei uns. Die Rabattkarte fürs Schwimmbad auch. Urlaub ist immer in der Ferienwohnung statt Hotel, gerne mit anderen Familien gemeinsam – mit kleinen Kindern eh praktischer. Wir haben kein Auto und nutzen bei akuter Faulheit car2go. Im Büro wird mittags bei unserer Bürogemeinschaft reihum immer für alle gekocht, das kostet frappierend wenig… das sind so die größten Sparpunkte in meinem Budget.

    Bin gespannt auf den zweiten Teil!

    • Oh, alles Gute für die bevorstehende Geburt! Jetzt wird’s ja schon spannend. 😊 Ich versorge aktuell auch alle schwangeren Freundinnen um mich rum mit Tragetüchern, Kinderwagen und Co. 😄 Sollte sich bei uns jemals ein drittes ankündigen (wovon ich zum jetzigen Zeitpunkt absolut nicht ausgehe, aber man soll ja niemals nie sagen 🙈), vertraue ich auch darauf, dass dann das soziale Netz gut funktioniert und mehr oder weniger alles zu mir „zurück“ kommen wird, auch wenn es nicht meine alten Sachen sind.

      Bücherei statt Bücher kaufen und möglichst wenig Auto fahren muss ich dringend noch ergänzen. Hatte ich total vergessen, auch in Teil 2. Vielleicht mache ich dann aber eher noch Teil 3 auf, sonst wird es schon wieder zu viel.

      Gemeinsam kochen mit Kolleg*innen finde ich auch toll! Das machen auch einige in der Agentur, aber der Liebste macht 3 Tage die Woche Home Office und ich bin als Freie ja eh nur selten da, da klappt das nicht so gut. Aber wir versuchen allgemein, nicht so viel Geld für auswärts essen auszugeben. Außer dann, wenn man es sich mal gönnt. 😊 Das wird auch noch Thema im nächsten Teil sein: Dass ich auch gar nicht iiiiiiimmer sparen will, sondern für die richtigen und wichtigen Dinge auch echt gerne Geld ausgebe. Die Balance muss halt stimmen. Und dass man es wertschätzt! 😊

  2. Ich wollte auch mal den Stromanbieter wechseln, aber letztlich habe ich keinen Anbieter gefunden, der günstiger war bzw. nur im ersten Jahr und dann wieder teurer… Nach ein paar Stunden habe ich das nervige Rumgerechne wieder sein gelassen und wir sind bei unserem Anbieter geblieben 😀 Dein Erfolg spornt mich an, da doch nochmal zu gucken. 20 € wären 1/3 unserer gesamten Stromkosten im Monat.

    Auch die anderen Tipps kann ich nur unterstreichen. Wirklich Top.

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