Liebe Hundebesitzer*innen…

… manchmal habe ich fast das Gefühl, als säßen wir im selben Boot. Oder zumindest in einem ähnlichen. Denn wenn ich mal wieder einen von euch ertappe, wie er oder sie gerade seinen Hund auf die Gemeinschaftswiese vor unserem Haus kacken lässt, dann höre ich von euch oft Folgendes: „Ja, wo sollen wir denn hin?“ – „Es gibt ja auch gar keine Hundewiesen!“ – „Hunde sind wohl nirgendwo erwünscht!“. Manche von euch sagen das in beleidigtem, manche in wütendem Ton, manche von euch erscheinen mir sogar regelrecht traurig.

Auch ich kenne dieses Gefühl. Mit Kindern fühlt man sich manchmal ähnlich. In unserem Stadtteil gibt es mittlerweile sehr viele Kinder, aber genau einen Spielplatz, der in akzeptablem Zustand ist. Für den Kitaplatz meiner kleinen Tochter musste ich beinahe meine Seele verkaufen. Und damit unser großer Sohn eine Chance auf einen vernünftigen Grundschulplatz hat, werden wir ihn taufen lassen, was wir ansonsten wohl eher nicht vorhätten.

In unserer Stadt gibt es zu wenig Platz für Kinder. Und offenbar auch zu wenig Platz für Hunde. Da sind wir uns also ziemlich ähnlich. Bloß in einer Sache unterscheiden wir uns sehr eindeutig: Meine Kinder scheißen nicht alle Wiesen voll. Ganz im Gegenteil würden meine Kinder diese Wiesen gerne nutzen. Denn, wie gesagt, der Platz, auf dem Kinder spielen können, ist hier in der Stadt ohnehin schon rar. Wenn eure Hunde die wenigen grünen Stellen dann noch zukacken, können meine Kinder quasi nirgendwo mehr hin.

Die Grünflächen in unserer Stadt: Alle zugeschissen

Ich spreche aus leidvoller Erfahrung: Eigentlich wohnen wir für städtische Verhältnisse hier ziemlich ruhig und grün. Zu beiden Seiten unserer Wohnung liegen grüne Innenhöfe, die zwar auch von der Öffentlichkeit betreten werden dürfen, die aber vor allem von der Nachbarschaft genutzt werden. Auf der einen Seite, auf der unsere Hauseingänge liegen, spielen unsere Kinder häufiger. Aber auch die andere Seite wird von uns und unseren Nachbarn genutzt. Im Sommer sehe ich z.B., wie die Studenten aus der WG von gegenüber auf der Wiese picknicken.

Als ich das heute einer Hundebesitzerin gegenüber erwähne, die soeben ihren Hund mit Durchfall mitten auf ebendiese Wiese hat kacken lassen, schaut sie mich mit großen Augen an: „Igitt, hier würde ich mich aber nicht hinlegen!“, sagt sie mir ins Gesicht. Ach schau, denke ich, warum wohl?! Immer mehr Hundebesitzer erzählen mir, dass sie, seit sie einen Hund haben, die Stadt mit anderen Augen sehen. „Im Stadtgarten würde ich mich niemals auf die Wiese setzen“, erzählt mir eine Bekannte, „alles zugeschissen!“. Ich bin ein bisschen perplex, weil der Stadtgarten im Sommer voller Menschen ist, die auf den Wiesen spielen, picknicken oder sich ausruhen. Wo soll man sonst auch hin? Der Raum in der Stadt ist begrenzt.

Ich sage: Hunde haben hier keinen Platz!

Ich bin mittlerweile eine ziemliche Hardlinerin geworden, die sagt: Hunde haben hier einfach keinen Platz! Ich mag die Jammerei der Hundbesitzer einfach nicht mehr hören: Sie fühlten sich diskriminiert, nirgendwo sei Platz für sie. Ich wage mal einen etwas schrägen Vergleich, der aber irgendwie doch ganz gut passt: Wenn ich ein Kind will, und dann irgendwann auch wieder arbeiten, dann ziehe ich halt nicht in eine Gegend, in der es keine Kitas gibt.

Genau so sollte es doch auch mit Hunden sein: Wenn ich einen Hund will, sollte ich mir doch vorher überlegen, ob der in meiner Wohnlage vernünftig existieren kann. In meiner Stadt gibt es keine Hundewiesen? Überall ist Leinenpflicht? Tja, dann ist das hier wohl einfach nicht die richtige Lage für einen Hund!

Für einen Hund muss man nun mal Aufwand betreiben

Ich kenne Hundbesitzer, die fahren zweimal täglich mit ihren Hunden gefühlt ans andere Ende der Stadt, weil ihre Hunde nur dort den Auslauf bekommen, den sie brauchen. Ich kenne auch Hundebesitzer, die sich ihren Hund erst dann zugelegt haben, als sie selbst an den Stadtrand gezogen sind. Ich persönlich kann zwar wirklich nicht verstehen, wie man Spaß daran haben kann, so viel Aufwand für einen Hund zu betreiben.

Auf der anderen Seite finde ich, dass genau das völlig selbstverständlich sein sollte, wenn man sich so ein anspruchsvolles Tier anschafft. Ich kaufe mir ja auch kein Pony und stelle es mir in den Vorgarten. So ein Pony braucht eine Herde, frisches Gras, richtig viel Auslauf. Bei einem Hund ist es doch ähnlich! Das sind doch Tiere mit Bewegungsdrang, die nicht in einer Stadtwohnung mit täglich zwei kleinen Runden um den Block abgespeist werden sollten!

So langsam drängt sich mir ein Verdacht auf: Eure Hunde sind vermutlich genauso unglücklich wie ich über diese Situation. Was ist denn das für ein Leben, wenn der einzige Auslauf auf einer kleinen Wiese zwischen vielen großen Wohnblöcken ist? Und mal ehrlich: Was ist das für ein Leben für euch Hundebesitzer*innen, wenn ihr euch ständig mit Menschen wie mir anlegen müsst, die euch bei jeder Gelegenheit aufs Brot schmieren, dass das hier nun mal keine Hundewiese ist.

Auch das Gesetz ist streng mit euch

Gemäß dem Hundegesetz NRW müssen Hunde im Grunde überall im städtischen Bereich angeleint bleiben: nicht nur in Fußgängerzonen, auf Straßen und Plätzen, sondern auch in „der Allgemeinheit zugänglichen Park-, Garten- und Grünanlagen“. Da bleibt nicht mehr viel übrig, was? Tja, ob es mir leid tut oder nicht ist an dieser Stelle total egal. Fest steht: Das Gesetz ist auf meiner Seite! Ich möchte hier wirklich keine Hunde mehr sehen, die unangeleint über unsere nachbarschaftlichen Wiesen laufen und alles zuscheißen.

Ich weiß, dass es schön ist, mit Haustieren zu leben oder aufzuwachsen. Aber das jeweilige Haustier muss halt ins Setting passen. Und Hunde passen hier einfach nicht hin. Bitte, liebe Hundbesitzer*innen, nutzt die wenigen Hundewiesen, die es in unserer Stadt gibt und haltet eure Tiere von unseren Gemeinschaftsflächen fern. Startet von mir aus Petitionen, damit die Stadt mehr Hundewiesen einrichtet. Oder zieht weg, irgendwohin, wo eure Hunde den Platz bekommen, den ihre Natur benötigt.

Abschlussbemerkung: Ich weiß, dass dieser Text polarisiert und du musst sicher nicht meiner Meinung sein! Ganz im Gegenteil: Wenn du eine andere Meinung zu Hunden in den Städten hast, freue ich mich, wenn du sie mit mir teilst. Auf Facebook habe ich bereits einer Leserin vorgeschlagen, eine Gegenmeinung zu schreiben, die ich gerne hier auf dem Blog veröffentlichen würde. Falls du auch Lust darauf hättest, melde dich bei mir!

21 Kommentare zu „Liebe Hundebesitzer*innen…

  1. Suse

    Ich sehe es genauso wie du und finde, du hast gut und sachlich argumentiert. Danke!

  2. Noreen

    Ich gehöre zu den Hundebesitzerinnen, die einen enormen Aufwand betreiben, damit meine Hunde ein möglichst artgerechtes und ausgelastetes Leben haben. Ich fahre mindestens einmal am Tag in den Wald oder an den See und habe eine Freilauffläche für Hunde in der Nähe.

    Bin allerdings auch der Meinung, dass ein Hund nicht in die Stadt gehört, vor allem dann nicht, wenn man auch mit seinem Hund nur in der Stadt unterwegs ist und der Hund keine anderen Reize kennenlernt. Viel zu viele Menschen schaffen sich einen Hund an, ohne über die Konsequenzen nachzudenken und was es tatsächlich bedeutet einen Hund verantwortungsvoll zu halten. Es werden sogenannte „Modehunde“ wie bspw. Weimaraner vom Züchter geholt, ohne richtig zu wissen, dass es sich dabei um Jagdhunde handelt, die nicht für einen Spaziergang über die Kö mit Brilliantenhalsband gedacht sind.

    Ich höre immer wieder, wie ausgeglichen meine Hunde sind, das liegt nicht etwa an den Rassen – ich habe einen Schäferhund- und einen Hütehundmix- , sondern daran, dass ich einen Großteil meiner Freizeit mit meinen Hunden verbringe und dass ich mir darüber Gedanken mache, was gut für meine Hunde ist.
    Unser neuer Wohnort wurde auch deshalb ausgewählt, da er ganz in der Nähe von Wald und Seen ist, ich mag die Ruhe in der Natur und muss künftig nicht mehr irgendwo hinfahren, sondern habe alles für meine Hunde vor der Tür.
    Und: wenn wir hoffentlich mal Kinder haben, auch der Kindergarten und die Grundschule sind in nur wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. 😉

    • Ich freue mich, dass du hier kommentierst, liebe Noreen! denn natürlich habe ich genau an dich gedacht, als ich über die Hundebesitzer geschrieben habe, die einen wahnsinnigen Aufwand für ihre Tiere betreiben. Ich glaube, deine Hunde haben es sehr gut mit dir! Bestimmt sind andere Hunde oft neidisch. 😉

      Ich erinnere mich auch noch an viele Hundehalter aus meiner aktiven Reitsport-Zeit. Da waren Frauen dabei, die sind morgens vor der Arbeit mit ihren Hunden in den Wald gefahren, selbst bei Nacht, Nebel und Sturm (hatten ebenfalls lauffreudige Hütehunde-Rassen). Ab nachmittags waren die Hunde dann mit am Stall und da wurde natürlich wieder spazieren gegangen. Diese Hunde habe ich auch immer als sehr ausgeglichen erlebt.

      Ein Hund ist halt echt ein zeitaufwändiges Hobby, genau wie du sagst. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen sich mehr Gedanken darum machen, was so ein Hund braucht, bevor sie sich einen anschaffen.

  3. K.

    Ich kann den Text nur zustimmen…ich finde es nicht toll wenn die Leute ihren Köter Wort wörtlich vor meine Haustür kacken lassen und sich dann rechtfertigen, dass es halt keine Wiese gibt…alles und jeder hat seinen „Lebensraum“ oder „Biotop“.
    Ich fände es auch aus Gründen des Tierschutzes wichtig dass entweder genug Grünflächen vorhanden sind, oder Haltung in gewissen Gebieten nicht gestattet ist. Für ne exotische Echse Brauche ich ne Genehmigung, etc. Aber ne Dogge kann ich in Berlin Mitte halten???
    Es gibt mittlerweile das mind set, dass alles und jeder immer überall willkommen sein.muss. Hunde, Kinder etc.
    Ich kann mich als Eltern nicht beschweren dass meine Kinder in einem hotel dass auf Business und Congress Meetings spezialisiert ist nicht willkommen sind oder kaum Raum finden (und doch hört man es immer wieder das Gejammer)…und wenn ich in einer Gegend lebe in der Hunde keinen Platz haben, sollte man es dem Tier auch nicht zumuten, dort zu leben…

    • Stimmt, der Vergleich ist eigentlich gar nicht verkehrt. Rücksichtnahme bedeutet eben auch, zu verstehen, dass nicht alle immer überall reinpassen. Dabei bin ich ganz sicher nicht gegen Diversität oder Inklusion und bestimmt tun auch Hunde etwas für eine Gesellschaft (nicht umsonst gibt es „sozial engagierte“ Hunde oder andere Tiere, die in Schulen oder Altersheimen „arbeiten“). Aber Tiere gehören nun mal immer in verantwortungsvolle Hände, die auch einschätzen können, wo zu wenig Platz für ihr Tier ist.

  4. Julia

    Liebe Sophie,
    an dieser Stelle mal ein Kompliment für dein tolles Blog 🙂 Ich finde es wunderbar, dass auf einen Post zum Mental Load ein Reisebericht folgt, danach ein Beitrag über Klamotten und dann diese wunderbare, humorvoll geschriebene und total wahre (aus meiner Sicht jedenfalls) Polemik.

    Danke für die Abwechslung im Mama-Alltag und deine Vielfalt, die mir zeigt, dass ich nicht die einzige bin, die sich quer durch den Garten mit tausenderlei Themen befassen mag!

    • Liebe Julia, danke dir für das schöne Lob! In der Tat habe ich echt viele Interessen – viel zu viele, um sie alle in meinem Leben unterzubringen. 🙈 Aber ich bemühe mich konstant. 😅

      Freut mich, dass die bunte Mischung gefällt, denn eigentlich liest man ja immer, man müsse sich auf eine Nische spezialisieren. Aber püh, da mache ich einfach nicht mit! 😄

      • Sandra

        Ich mag an deinem Blog auch gerade diese bunte Mischung an Themen! 🙂
        Und bei dem Thema bin ich auch genau deiner Meinung!

  5. Julia

    Puh, schwieriges Thema. Ich finde allerdings, dass solche Texte das Problem nicht lösen sondern nur weiter anheizen. Gegenseitige Rücksichtnahme ist hier meiner Meinung nach das Stichwort. Das sollte beispielsweise zwischen Hundebesitzern und Nicht-Hundebesitzern, zwischen Fahrradfahrern und Autofahrern und generell in der Gesellschaft gelten. Hinterlassenschaften von Hunden gehören entsorgt und städtische Grünflächen sind keine Hundetoilette, da hast du definitiv recht. Was allerdings in meiner Stadt gerade im Sommer immense Ausmaße annimmt, sind (Familien-)feiern auf ebendiesen Flächen. Da wird gegrillt und gepicknickt und sich an Bäumen sowie Büschen erleichtert; anschließend wird auch noch der Müll liegengelassen. Gemäß deiner Argumentation müsste ich diese Leute also fragen, warum sie denn als Familie in der Stadt leben und nicht gefälligst wegziehen.

    • Sophie

      Naja, nicht ganz. Im Grunde geht es (dir) dabei doch um Müll, der liegen bleibt und Wildpinkeln! Beides kann man direkt (bei den Leuten) oder indirekt (bei der Stadt, beim Ordnungsamt, usw.) ansprechen. Die Nutzung der öffentlich Grünflächen ist dabei ja nicht grundsätzlich das Problem und wenn ich Sophies Text richtig gelesen habe, geht es ihr insbesondere um Flächen, die überdies privat sind und zu ihrer Wohnanlage gehören.
      Deinen Ärger über dieses Verhalten (übrigens nicht nur im Sommer) teile ich dabei voll und ganz. Nur wegziehen löst dabei das Problem sicher nicht, sondern verschiebt es nur lokal, denn anders als Hunde, die in einer artgerechteren Umgebung möglicherweise glücklicher sind, ändern Menschen ihr Verhalten auf Grund eines Ortswechsels nur sehr, sehr selten…

      • Die Grünflächen hier sind nicht privat, aber gehören indirekt zu unseren Wohnblöcken und werden auch eigentlich nur von der Nachbarschaft genutzt – und von Hundebesitzern, die meinen, hier ihre Hunde laufen und kacken lassen zu können. Es ist also schon irgendwie ein Interessenkonflikt: Die Nachbarschaft will diese Wiesen zum Sitzen, Liegen und Spielen nutzen. Die Hundbesitzer kommen aus der Umgebung hier hin, weil es eben schöne Wiesen sind und man davon sonst nicht so viele hier findet.

    • Liebe Julia, ich stimmte dir völlig zu: Natürlich haben auch Menschen ohne Tiere eine Verantwortung dafür, dass Parks und Gärten sauber bleiben! Das sind jedoch zwei verschiedene Paar Schuhe und nur weil die ohne Tiere sich blöd benehmen, rechtfertigt das ja nicht das blöde Verhalten derjenigen mit Tieren.

      Rücksichtnahme ist ein gutes Stichwort und sicherlich gibt es auch in Städten Hundehalter, die ihrem Umfeld rein gar nicht zur Last fallen. Offenbar scheinen diese aber in der Minderheit zu sein – oder eine Minderheit benimmt sich so sehr daneben, dass es so scheint, als seien sie in der Mehrheit. Jedenfalls ist es hier bei uns echt katastrophal! Vielleicht gibt es auch einfach zu viele Hunde hier und ein Stadtviertel würde nur eine Anzahl x gut verpacken? Darüber könnte man sicher ganze Studien schreiben. 😉

      Zum Thema „das Problem weiter anheizen“: Mein Text ist natürlich eine Polemik und sicherlich trete ich damit so manchem Hundebesitzer auf den Schlips. Ich hoffe, das halten sie mal aus, so wie ich bisher die Tretmienen ihrer Hunde ausgehalten habe. 😉

  6. Sophie

    Hallo Sophie,

    ich mag deine Art zu schreiben, nicht immer nur angepasst, sondern auch einfach mal raus mit dem Ärger, der einem nunmal auch im Alltag begegnet.
    Und ja, du hast recht, mit dem was du an Gedanken zum Thema Hundehaltung hier mit uns als deinen Lesern teilst.
    Danke für diese kurzen Pausen in meinem Büro- und/oder Mamaalltag, die du mir durch deine Texte regelmäßig bescherst.

    Zur oben genannten Thematik: auch wir leben derzeit, weil wir die zusätzliche Zeit einfach nicht haben, als Familie ohne Haustier in einer 4 Zimmerwohnung ohne Haustiere. In der kleineren Wohnung über uns ein Labrador mit Fellproblemen, die zu einem ganzjährigen Fellfilm im Treppenhaus führen. Auf diese Weise kommt unsere Tochter zumindest in den „Genuss“ der für das Immunsystem angeblich so guten Keime, denn die Haare wandern auf dem glatten Treppenhausboden naturgemäß mit jeder Türöffnung (auch mit Fußmatte) auch in unsere Wohnung. Da mich das stört obliegt es natürlich mir, das Treppenhaus zu putzen. Klar, denn in einer Hausgemeinschaft auf der Einhaltung von Putzplänen zu bestehen, dafür ist mir meine Zeit zu schade, da bin ich mit dem Putztuch schneller einmal das ganze Treppenhaus durch!. Der Hund von oben geht in der Regel 3-4 mal am Tag für etwa 20 Minuetn raus. O-Ton der Besitzer: Mehr will der Hund auch nicht, die ist froh, wenn sie wieder rein geht.

    In der Kellerwohnung wohnt ein weiterer Hund (mit eigenem Hauseingang). Kinderfreundlich, ballverliebt, so klein, dass selbst im Spiel am Kleinkind hochspringen ohne folgen bleibt. Der liebste Spielfreund, wenn keine anderen Kinder vorm Haus sind.
    Dieser Hund makiert allerdings an den Hauswänden in dem von uns gemieteten Carport, der gleichzeitig Eingang zur Haustür in das von mir geputzte Treppenhaus ist. Auch diese Baustelle mache ich dann regelmäßig sauber.

    Ich finde es okay, wenn die Nachbarn Hunde halten wollen, denn von der Lage her mit Feld und Wald vor der Türe könnten die Tiere die bewegung bekommen, die sie brauchen.
    Schade finde ich es jedoch, wenn mir, die ich bewusst keinen Hund habe, die Arbeiten überlassen werden, die den Hundehalten zu lässtig sind.
    Jedes mal darauf aufmerksam machen führt nur zu Augenrollen, eine Änderung des Verhaltens findet nicht auf dauer statt und ich habe besseres zu tun als den (zum Glück) durch Abwesendheit glänzenden Vermieter deshalb zu kontaktieren. So kümmere ich mich um den Erhalt des Zustandes, so, wie ich es gerne häte und spare mir diese „Karte“ auf für die Zeiten, wenn die Nachbarn wegen des Kinderrades im Treppenhauses, dem Ballspielen auf dem Wendeplatz, Spielzeuges, das vom Balkon fällt, o.ä. „mal reden“ wollen.

    Bis zum nächsten Artikel, ich freu mich schon,
    Sophie

    • Liebe Sophie, danke dir für dein nettes Lob! Und mein Beileid für euren Arbeitsaufwand, den euch die rücksichtslosen Nachbarn machen. 😉 Gleichzeitig auch ein dickes Respekt, dass du das so zen-mäßig hinnimmst. Ehrlich gesagt verstehe ich auch gar nicht, warum so viele Vermieter Hunde in ihren Wohnungen akzeptieren. Es wäre schon ein großes Problem gelöst, wenn Hunde nur noch in Eigentum gehalten werden könnten. Dann würde vielleicht nicht jeder Hans Wurst darauf kommen, sich einen Hund zu halten.

  7. Sunny

    Eigentlich kommentiere ich gar nicht, da ich aber selbst einen Hund halte, glaube ich, meinen Senf zu geben zu müssen.:) Ich wohne mit Hund in der Stadt und finde das geht. Bei mir gibt es aber auch Parks und den Wald. Es kommt eben darauf an, was man mit dem Hund macht und wie er ausgelastet wird. Ein Hund auf dem Land hat ja nicht zwangsläufig viel Bewegung. Die Hundehalter, die ich kenne, haben ihre Tüten griffbereit und räumen die Hinterlassenschaften weg. Da kannst du die Halter beim nächsten Mal ja drauf hinweisen. Dein Posting liest sich für mich, als würdest du alle über einen Kamm scheren. Das hat noch nie was gebracht. Ich denke, du kannst mit Hunden einfach auch nichts anfangen.

    • Liebe Sunny, danke für deinen Kommentar. Ich finde eigentlich gar nicht, dass ich alle über einen Kamm schere. Im Text erwähne ich ja auch mir bekannte Hundehalter, die einen riesigen Aufwand für ihre Hunde betreiben, damit die ein artgerechtes Leben führen können. Das finde ich super! Und erstaunlicherweise mag ich auch diese Hunde gern, woran das nur liegen mag? 😉

      Mir geht es explizit um diese große Masse an Hundehaltern, die überhaupt keine Rücksicht nehmen. Ich bin heute erst wieder an unserer Gemeinschaftswiese vorbeigelaufen und konnte drei Kackhaufen erkennen. Leider bin ich nicht immer zugegen, wenn die Leute ihre Hunde hier hin kacken lassen. Aber du ahnst nicht, wie oft ich schon aus dem Fenster gerufen habe! Und wie oft ich von Hundebesitzern dann beleidigt oder rüge angegangen worden bin. Natürlich machen die die Scheiße dann weg, wenn ich sie drauf hinweise. Beim nächsten Mal bleibt es dann vermutlich wieder liegen… Und ich finde auch nicht, dass es nötig sein sollte, Hundebesitzer darauf hinzuweisen!

  8. Mareike

    Vielen Dank für diesen Text. Du sprichst mir so aus der Seele! Dabei war ich früher ein absoluter Hundefreund, aber seit wir in zentraler Lage in Hamburg wohnen und hier alles voller Hunde und ihren Hinterlassenschaften ist, hat sich das total geändert. Zudem hat mein vierjähriger Sohn auch panische Angst vor Hunden. Es gab dafür keinen besonderen Anlass, es ist einfach so. Fast täglich muss ich mir beleidigte oder zum Teil sogar beleidigende Kommentare von Hundebesitzern anhören. Denn Kinder haben Hunde gefälligst zu lieben.
    Viele Grüße von einer ebenso Genervten

    • Oh Mann, wie krass. Aber ja, ich erlebe das auch immer wieder, dass Hundebesitzer beleidigt sind, wenn man ihren süßen Fiffi gar nicht so süß findet. Dabei verlange ich doch auch nicht von irgendwelchen fremden Menschen, dass sie meine Kinder toll finden!

      Aber schade mit der Hundeangst! Habt ihr vielleicht Freunde mit kinderlieben Hunden, mit denen man etwas üben könnte? So eine Panik stelle ich mir schon einschränkend vor, v.a. auch wenn du Hunde eigentlich gerne magst.

  9. Martha

    Liebe Sophie!

    Mir tun Hunde in der Stadt oft eigentlich auch ziemlich leid und ich finde es für uns so schade, dass man eigentlich durch keine Wiese laufen kann ohne danach Scheiße an den Schuhen/Füßen kleben zu haben. Dazu das ganze Hundepipi, das an den Hauswänden und Pfosten klebt, an denen kleine Kinderhände zu gerne entlang wandern.
    Übrigens zum Thema Petition von Hundebesitzern: Ich wohne in Frankfurt und da haben Hundebesitzer letztes Jahr den Ortsbeirat eines zentralen Stadtteils um mehr Hundewiesen gebeten. Mehr Hundewiesen bedeutet aber weniger Wiesen für die anderen. Zum Glück wurde der Vorschlag der Hundebesitzer genau aus diesem Grund abgelehnt.

    Viele Grüße!
    Martha

    • Tja, das stimmt wohl. Irgendwie ist in Großstädten halt immer die Frage, wer den Platz dringlicher braucht. Wäre hier auch ähnlich, ich schrieb ja, dass es hier z.B. auch viel zu wenig Spielplätze gibt. Wenn dann die Frage wär: Ein neuer Spielplatz oder eine Hundewiese, wäre ich auch sehr für ersteres. Letztlich läuft es wohl auf meine eigentliche Grundforderung hinaus: Weniger Hunde in den Städten!

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