Kann man als Familie aufs Auto verzichten?

Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu. Diese Fußballweisheit können wir gerade eins zu eins auf unser Leben übertragen. Läuft gerad nicht bei uns. Und jetzt ist auch noch das Auto kaputt!

Letzten Freitag war mein persönlicher Pechtag. Erst fing alles gut an: Ich hatte mir sehr spontan eine Eisen-Infusion beim Internisten organisieren können. Bei Eisenspeicherwerten nahe an Scheintod erschien mir das in Rücksprache mit Ärztinnen und nach Erfahrungsberichten anderer Frauen eine gute Idee. Konnte ja keiner ahnen, dass sich ausgerechnet bei mir durch die Infusion die Vene entzünden würde. In meinem Kopf natürlich sofort: Thrombose, Embolie, Lebensgefahr!!

Gestern habe ich mich deshalb selbst in die Notaufnahme der Uniklinik eingewiesen. Der süße Assistenzarzt Dr. Tobi (der Nachname wird aus Anonymitätsgründen unterschlagen) konnte mich nach ausführlichem Ultraschall dann aber beruhigen: Es ist nur eine oberflächliche Entzündung, die mit Kühlen und Salben hoffentlich bald abheilt. Und ich weiß jetzt, dass ich wirklich alt geworden bin, wenn sämtliche Assistenzärzte jünger sind als ich. Fehlt wohl nicht viel und ich fange an, so Sätze wie meine Mutter zu sagen („Den würde ich auch nicht von meiner Bettkante schubsen!“).

Auto kaputt – Motorschaden

OK, zurück zu den wichtigen Dingen: Nachdem ich mir am Freitag meine schicksalhafte Eiseninfusion abgeholt hatte, blieb ich mit dem Auto liegen. Ich hatte Glück im Unglück, da ich wegen Stau ein paar Ausfahrten früher von der Autobahn abgefahren war und so innerstädtisch strandete. Bei 30°C im Schatten war das ein echter Vorteil. Ein netter Mitbürger half mir noch, den Wagen an eine schattige Bushaltestelle zu schieben und dort wartete ich auf den Abschleppdienst.

Drei Tage später meldete die Werkstatt: Motorschaden. Reparatur lohnt nicht. Tja, da wären wir nun also. Ohne fahrenden Untersatz und mit der Frage im Kopf: Welche Anschaffung lohnt sich nun? Und ehrlich: Die Antwort fällt uns gar nicht leicht. Ich illustriere euch mal ein bisschen unser Problem – und ich könnte mir vorstellen, dass viele von euch ähnliche Schwierigkeiten haben (bitte gerne eure Erfahrungen in die Kommentare!).

Monatliche Kosten: 570 Euro!

Fangen wir mal mit den harten Fakten an: Der Liebste hat sich mal hingesetzt und ausgerechnet, was uns unser Auto in den letzten sechs Jahren gekostet hat. So lange sind wir unseren (nicht sehr) treuen Kangoo nämlich gefahren. OK, offenbar haben wir ein Montagsmodell erwischt, denn dass ein Neuwagen nach nur knapp über sechs Jahren mit Motorschaden hin ist, sollte ja eigentlich nicht normal sein. Aber auch ohne den finalen Schaden war der Wagen teuer genug:

Alle Kosten zusammengerechnet (Anschaffung, Steuer, Versicherung, Reparaturen, Reifen, Kleinkram wie neue Scheibenwischer und natürlich Sprit) kommen wir auf Kosten von 570 Euro – pro Monat! Wenn das kein Luxus ist…

Wichtig zu wissen ist dabei vielleicht noch, dass unser Auto recht günstig in der Anschaffung war (knapp 14.000 €), aber dafür ein paar teurere Reparaturen brauchte (Benzinpumpe mit ca. 800€, Bremsen mit ca. 1000 €). Das gleicht sich am Ende ja vielleicht aus. Ich persönlich bin ja immer ein bisschen schockiert darüber, dass andere Familien 30.000 € oder mehr für ein Auto ausgeben. Wie lange muss man das erst fahren, damit sich das halbwegs rentiert??

Ein Ersatz muss her

Aber auch angesichts unseres günstigen Montagsmodells ist mir die Freude am Auto erst mal gründlich vergangen. Wie oft rechnet man schon so genau aus, was einen das Auto wirklich kostet? Ich meine, 570 € zahlen manche Menschen an Miete! Unser Auto aber steht die meiste Zeit ja nur herum (was ja fast gut ist, fahren ist ja noch teurer) und keiner will drin schlafen.

Trotzdem sind wir jetzt auf der Suche nach einem Ersatz. Warum? Weil wir uns ein Leben ohne Auto aktuell einfach noch nicht zutrauen. Ich bin deswegen tatsächlich ein bisschen traurig, aber nach einigem hin- und her überlegen sind wir uns recht sicher, dass es jetzt gerade einfach noch nicht ohne Auto geht.

Öffis sind keine alltagstaugliche Alternative

Dabei leben wir in einer Großstadt – und dazu noch in einem Ballungsraum, der doch eigentlich gut erschlossen sein müsste, so ÖPNV- und Radverkehrstechnisch. Tja, falsch gedacht. Nur ein Beispiel: Mit zwei, bald drei Kindern, sind wir sehr dankbar, dass meine Eltern uns häufiger mal unterstützen. Der Freitag ist immer Großeltern-Nachmittag und auch an den Wochenenden sind die Kinder gerne mal einen Tag bei Oma und Opa.

Meine Eltern leben in der Nachbarstadt in rund 15 Kilometern Entfernung. Mit dem Auto und freier Bahn ist das in 15 Minuten machbar. Mit Straßenbahn, S-Bahn und Bus bräuchten wir ca. die fünffache Zeit, Fußwege nicht mitgerechnet. Ich denke, 1:30 Stunde wäre eine reelle Zeitspanne, in der wir mit Öffis bei meinen Eltern wären. Und das jetzt mehrmals die Woche? Mit zwei noch kleinen Kindern, einem Baby plus dem ganzen Gepäck, das man für diese Kinder immer dabei hat – nein danke. Dafür fehlen mir die Nerven.

Car Sharing? Anstrengend für Familien

Aber Moment, angenommen, man bräuchte wirklich nur ein- bis zweimal wöchentlich ein Auto: Wäre Carsharing da nicht eine prima Lösung? Ja, in der Theorie schon. In der Praxis gibt es im Ruhrgebiet einfach noch zu wenig (und zu wenig passendes) Angebot. Bei uns gibt es aktuell ein Stationsmodell. Das heißt, die Leihwagen stehen an einem festen Ort und müssen zu diesem zurückgebracht werden.

Ein solcher Ort liegt sogar in der Nähe unserer Wohnung. Allerdings müsste ich da trotzdem mit allen Kindern, inklusive drei Kindersitzen, hinrammeln. Und dann zahlt man natürlich für die gesamte Zeit, die man den Wagen nutzt. Heißt, wenn wir mal einen ganzen Tag bei meinen Eltern verbringen wollen oder einen Tagesausflug machen, müssten wir auch den gesamten Tag zahlen. Das wird dann doch recht teuer.

Am Ende ist es ein „entweder… oder“

Hinzu kommt, dass wir ja noch unseren Schrebergarten haben und dort oft mit viel Gepäck hin- oder auch wieder zurück fahren. Mit zwei Kindern plus Baby bin ich froh, wenn ich dafür ein (großes) Auto habe. Und da sind wir wieder bei der Luxus-Frage: Denn klar, hätten wir eine größere Wohnung mit Garten, bräuchten wir den Schrebergarten nicht und seltener ein Auto. Aber die zusätzliche Miete wäre dann sehr teuer. Am Ende ist es vielleicht einfach eine Kostenverschiebung.

Leider ist es eine Kostenverschiebung, die auf Konto Klima geht. Denn unsere Wahl wird nun auf einen älteren Gebrauchtwagen fallen. Ein Auto halt, das wir uns gerade, mit Blick auf die gemeinsame Elternzeit, überhaupt leisten können. Ein klassischer Benziner also, eine richtige Umweltsau.

Und was ist mit Radfahren?

Immerhin: Wir werden das Auto nicht wahnsinnig viel fahren, da keiner von uns beiden pendeln muss. Für kurze Strecken nehmen wir außerdem gerne das Rad (ich dann wieder, sobald das Baby draußen und der Eisenhaushalt einigermaßen wiederhergestellt ist). Ach ja, Radfahren: Wäre das nicht noch eine Alternative gewesen? Ja und nein. Sagen wir so: Angenommen, wir würden uns wirklich fast nur in der eigenen Stadt bewegen, dann hätten wir zumindest darüber nachgedacht.

In Essen gibt es seit kurzer Zeit eine sehr aktive Radfahrerbewegung, die den Radentscheid auf die Beine gestellt hat. Im letzten Jahr sind in unserem direkten Wohnumfeld einige „Fahrradstraßen“ entstanden, also Straßen, auf denen man als Radfahrer/in immer Vorfahrt hat. In den nächsten zehn Jahren soll die Stadt politisch gewollt immer fahrradfreundlicher werden, es gibt viele Pläne für neue Radwege und mehr Sicherheit auf den Straßen.

Der Status Quo ist aber zum Großteil immer noch erschreckend: Essen ist als Autostadt gebaut. Viele Strecken sind schlicht lebensgefährlich, erst recht mit Anhänger und Kindern auf kleinen Fahrrädern. Es gibt quasi auf jeder Fahrt mindestens eine gefährliche Situation aufgrund fehlender Streckenführung und natürlich auch wegen rücksichtsloser Autofahrer, die sich erst mal dran gewöhnen müssen, dass sie die Straßen nicht mehr allein für sich gepachtet haben.

Für uns ist die Zeit noch nicht reif

Mein Gefühl ist daher: Die Zeit ist für uns noch nicht reif für ein Leben ohne Auto. Ich schaffe das einfach noch nicht. Nicht mit Baby und zwei kleinen Kindern. Nicht mit Großeltern in der Nachbarstadt. Nicht mit einem ÖPNV-Netz, das nur im Klein-klein und nicht städteübergreifend funktioniert. Nicht in einer Stadt, die gerade erst anfängt, sich für seine Radfahrer/innen zu interessieren.

Klar können mir Umweltaktivisten nun Bequemlichkeit vorwerfen. Aber ganz ehrlich: Ich habe bald drei Kinder, mehrere Jobs und ansonsten auch nur normale Nerven. Oder mache ich es mir da zu leicht?

Wie haltet ihr das mit dem Autofahren?

Was denkt ihr zu diesem Auto/kein Auto-Konflikt? Fahrt ihr überhaupt eins, und wenn nein, wie klappt das bei euch? Wenn ja: Habt ihr mal genau ausgerechnet, was euer Wagen euch monatlich kostet? Oder ist es euch egal, weil ihr euch den Luxus Auto gerne gönnt? Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten!

20 Kommentare zu „Kann man als Familie aufs Auto verzichten?

  1. Angi

    Hallo,
    wir wohnen auf dem Land und noch dazu in einer kleinen Ortschaft ohne eigene Geschäfte,arbeiten in 2 entgegengesetze Richtungen mit einer Auto Fahrtzeit von ca. 30-40 Min. Ich bräuchte mit Öffis knappe 2 Stunden einfach (für 6h Arbeit / Tag) und natürlich festen Kita Zeiten. Mein Mann hat keine Chance mit Öffis an seinen Arbeitsplatz zu kommen. Somit sind für uns 2 Autos nötig – wir fahren ältere Gebrauchte und hatten bis jetzt meistens Glück. Anschaffungskosten halten sich in Grenzen, dafür kommt natürlich hin und wieder eine Reparatur. Ich habe es noch nicht genau ausgerechnet… Vielleicht besser für meine Nerven, da aktuell (mit Kleinkind 3 und im August Baby) keine Alternativen da sind.
    Landkreisübergreifender ÖPNV ist hier leider ein riesen Problem.

  2. Christine

    Hallo Sophie, die Rechnung habe ich für mich nie gemacht. Wir leben sehr ländlich ohne ÖPNV und da stellt sich die Frage nach Auto ja oder nein einfach nicht. Man braucht eines bzw wir haben zwei. Dennoch versuchen wir auch, unnötige Fahrten zu vermeiden. Also bspw Kinderfahrdienste mit Arztterminen oder Einkaufen verbinden, mein Mann nimmt oft das Fahrrad für den Arbeitsweg, ich habe noch zusätzlich ein ÖPNV-Ticket für meinen Arbeitsweg (muss aber das Auto bis zum Bahnhof nutzen).
    Liebe Grüße
    Christine

    • Es tut auch echt ein bisschen weh, diese Rechnung aufzumachen. 😉 Die monatlichen Kosten sind echt enorm, und das schon bei nur einem Auto. Aber letztlich fordert die jeweilige Lebensweise halt seinen Tribut. Wer auf dem Land lebt und zur Arbeit pendeln muss, hat ja kaum eine andere Wahl. Wir sind froh, dass wir zurzeit nicht mit dem Auto pendeln müssen – und selbst bei uns fiel die Wahl jetzt auf ein neues Auto. Es ist echt nicht so leicht, sich dagegen zu entscheiden, vor allem mit kleinen Kindern nicht.

  3. Julia

    Wir haben kein Auto, noch nie eines gehabt. Allerdings war das weder in Berlin noch jetzt in der Berner Agglomeration nötig, wir kamen/kommen per ÖV recht gut überall hin. Und da ich momentan mit den Kindern zuhause bin, ging das auch gut, weil es wenig Termindruck wegen Betreuung etc. gibt, das ist aber auch ein Luxus, den man sich leisten können muss. Wobei ich im vergangenen Jahr ein Auto schon vermisst habe, denn wenn man wegen Corona den ÖV meiden sollte, kommen wir einfach nirgends hin…

    Ich finde, in eurer Situation ist ein Gebrauchtwagen wirklich sinnvoll. Und klar ist ein Benziner nicht sonderlich umweltschonend, aber das wäre ein Elektro-Neuwagen auch nicht unbedingt, zumal der Strom dazu ja oft (gerade auch an öffentlichen Ladesäulen) auch nicht aus erneuerbaren Quellen kommt. Und da ist zudem auch die öffentliche Infrastruktur noch nicht sonderlich weit, auch deshalb finde ich einen Gebrauchtwagen als Übergangsmodell vernünftig.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz, Julia

    • Ich glaube, in Berlin hätten wir auch kein Auto. Ich hab da ja selbst mal eine Weile gewohnt, ebenso wie in Paris, und es ist erstaunlich, wie schnell man sich an U-Bahnen und Metros im Minutentakt gewöhnt. Selbst nachts kommt man im Kerngebiet noch gut weg. Davon können wir hier nur träumen.

      Hier bleibt mir eigentlich nur das Fahrrad als gute Alternative. Aber aktuell bin ich körperlich einfach so kaputt, dass das gar nicht geht. Schon erstaunlich, wie wenig mobil ich dadurch plötzlich bin. Wir haben uns jetzt aber für einen Gebrauchtwagen entschieden und sind bald wieder mobiler. Das erleichtert mich gerade sehr.

  4. Michelle

    Wir sind in einer ähnlichen Situation: Wir wohnen in der Innenstadt, haben 3 Kinder (6,4 und 3), und hätten gerne kein Auto, aaaaaber…
    Die täglichen Wege (Kita, Einkaufen, Arbeit, Schule) wären ohne zu schaffen, auch wenn mir die zusätzlichen 45 Minuten am Tag für meinen Arbeitsweg oft weh tun würden. Für die größeren Ausflüge wäre Mietwagen / Carsharing günstiger. Aber dann kommen die ganzen „Kleinigkeiten“:
    – Großeltern: 10 Autominuten vs 40 ÖPNV-Minuten
    – Tante: 30 Autominuten vs. 45 ÖPNV-Minuten, aber: nur 1x pro Stunde bis 18 Uhr, danach geht gar nix mehr
    – in den Wald: 10-15 Autominuten, kein ÖPNV, auf dem Fahrrad hält das Mittelkind noch nicht lange genug durch
    – Sportverein (nach Corona): 10 Autominuten vs. 30 / 45 ÖPNV-Minuten
    – generell: abends mit drei müden/schlafenden Kindern zurück nach Hause ist mit ÖPNV und Fußweg für ein Elternteil alleine unheimlich anstrengend und auch zu zweit nicht golden.
    Hätten wir kein Auto, würden wir einfach auf vieles verzichten (müssen), was uns am Herzen liegt. Das ist es mir ganz egoistisch nicht wert.

    Wir arbeiten darauf hin, unser Auto (4 Jahre, eure Preisklasse) nicht mehr zu ersetzen, wenn es irgendwann eingeht. Dafür rechne ich natürlich damit, dass die Kinder in der Zeit mobiler und selbständiger werden, so dass für viele alltägliche Wege Fahrrad/ ÖPNV zur echten Alternative werden – ich hoffe, uns bleiben da noch 6-10 Jahre.

    Mit Baby hätte ich mir/uns das nie zugetraut, ich kann dich da sehr gut verstehen. Für euch wäre vielleicht ein Leasingvertrag etwas? Wie die sich preislich im Vergleich zum Gebrauchtwagen schlagen, weiß ich nicht, aber es könnte euch die Anfangsinvestition sparen/verringern und mittelfristig ähnlich teuer auskommen, wenn man Reparaturen für einen Gebrauchten mitrechnet. Und in drei Jahren könntet ihr die Situation dann neu bewerten. Dann ist euer Nesthäkchen zwar auch nur etwa so alt wie unseres jetzt, aber ihr habt etwas größere Abstände, da wären die Großen schon mobiler…

    Gute Besserung für den Arm, und ich drücke die Daumen für möglichst wenig Katastrophen in den nächsten Monaten 🙂

    • Deine Aufzählung ist genau das, was auch für uns das Auto gerade noch unverzichtbar macht. Es würde einfach aaaalles so viel länger dauern. Da würde man im Zweifel wohl tatsächlich lieber auf viele Dinge verzichten. Vor allem bin ich ja auch nicht der stressresistenteste Typ. 😉

      Leasing finden wir für Privatpersonen nicht so richtig sinnvoll. Wir haben nun einen prima Gebrauchtwagen gefunden, mit dem wir hoffentlich ein paar Jahre Glück haben. Wenn alles gut geht, können wir ihn heute abholen. 🙂

  5. Verena

    Wir haben im Haushalt ein Auto, welches ich tatsächlich nie fahre und das insgesamt sehr viel mehr steht als fährt. Ich bin zum Kiga, zur Arbeit und auch sonst meist zu Fuß unterwegs oder nehme den Bus. Mein Mann fährt (meistens) mit dem Rad zur Arbeit/zum Kiga. Das geht natürlich nur, weil Wohnen und Arbeiten (und auch ein Teil der Familie) so nah sind. Das empfinde ich als Luxus und es erschwert uns grade die Suche nach Eigentum sehr.
    Wofür wir das Auto nutzen (brauchen wäre nochmal eine andere Überlegung): zum Einkaufen, für Wege zu Großeltern, für den Urlaub.

    • Alles in Wohnortnähe zu haben ist schon sehr angenehm, oder? Wir genießen das auch sehr und haben Umzugspläne deswegen auch erst mal vertagt. Wir werden unser neues Auto auch eher wenig nutzen, aber es ist halt sehr praktisch, v.a. für Wege zu den Großeltern, zum Garten, zu Freunden, für Ausflüge und Urlaub. Ich bin aber mehr als froh, dass ich nicht für jeden Weg zum Bäcker ins Auto steigen muss.

  6. Eva

    Wir hätten ein Auto, das mein Mann zum pendeln brauchte. Seit er in unserer Heimatstadt arbeitet, haben wir es abgeschafft (Kinder damals 1 und 4). Wir leben zentral in Köln, die Wege zu Kita (gut 4km), Freunden etc bestreiten wir schon lange mit dem Fahrradanhänger. Mittlerweile haben wir ein E-Bike für längere Strecken, ansonsten jeder ein normales Fahrrad.

    Wäre Lastenrad was für euch, wenn das Baby allein sitzen kann und alle Kinder zusammen rein passen? Mit Elektroantrieb lassen sich damit auch 15km bewältigen 😉

    Wir nutzen Carsharing (stationsgebunden) bei Bedarf. Hier gibt es sehr viele Stationen, ein Kindersitz ist immer drin. Meistens holt einer das Auto ab und sammelt die anderen inkl Kindersitz Zuhause ein, das klappt gut. Die Kosten halten sich selbst fürs erinnern Kurzurlaub übers Wochenende in Grenzen (kommt natürlich aufs Modell und die Fahrtstrecke an, hier war es zb Fiesta für drei Tage mit insgesamt ca 90km 80€ – nicht wenig aber viel weniger als ein eigenes Auto pro Monat kostet!). Mit drei Kindern und Baby ist das aber natürlich schwieriger einzurichten mit dem abholen usw., Vor allem wenn man es dann doch eher jeder Woche braucht und nicht nur Mal gelegentlich für einen Ausflug.

    • Das Problem mit dem Radfahren ist für mich tatsächlich eher die miese Infrastruktur. Klar würden mit Motor-Verstärkung auch 15 km zu den Großeltern gehen. Aber ein guter Teil der Strecke ginge über sehr unangenehme (Haupt-) Straßen ohne Fahrradwege. Das ist mir mit Kindern einfach zu heikel.

      Respekt dass ihr das mit dem Carsharing so entspannt schafft. Für uns wären es aber tatsächlich eher regelmäßige Fahrten (z.B. zu den Großeltern) und das würde mich echt sehr stressen.

      Ich habe aber Hoffnung, dass sich in den kommenden Jahren noch was tut, einerseits bezüglich Ausbau der Radwege und andererseits beim Carsharing. Und dann sind die Kinder auch älter. Irgendwann wird es sicher auch ohne Auto gehen – es sei denn wir ziehen dann um aufs Land. 😉

  7. Lisa

    Vierköpfige Familie mit Baby: Autofrei schon immer und gerne 🙂 Kosten sind für uns nicht unbedingt relevant gewesen. Wir fahren beide ungern Auto und die Parkplatzsituation hier ist nervig. Wir wohnen in einer süddeutschen Kleinstadt im ländlichen Raum und ich würde behaupten, dass der ÖPNV und Radwege hier sicher schlechter sind als bei euch. Der große Unterschied ist aber glaube ich, dass wir eben nie eins hatten und man richtet sich dann darauf aus. Die meisten Wege machen wir mit dem Fahrrad bzw. E-Bike oder zu Fuß, längere mit der Bahn. Seit Winter gibt es ein (in Zahlen 1!) Car-Sharing Auto und das fühlt sich schon an wie wahnsinniger Luxus. Davor haben wir gerne die rumstehenden Autos unserer Freunde geliehen. Ich freue mich aber auch schon auf die Kindersitzfreie Zeit in der Zukunft. Reboarder im Leihauto nervt meistens.

    • Ja, mit Sicherheit ist es auch viel Gewohnheit. Wenn ich mir allein vorstelle, aus dem Weg zu meinen Eltern würden statt 15 – 20 min plötzlich 1.30 h, oh nee, keine Lust. Bei uns sind es halt diese regelmäßigen Wege wie zu den Großeltern oder in den Schrebergarten, die echt Zeit und Nerven kosten würden. Und mit drei Kindern hat auch immer so viel Gepäck dabei.

      Das mit der Infrastruktur würde ich aber so nicht bestätigen. Das Ruhrgebiet ist echt bekannt für seinen miesen öffentlichen Nahverkehr. Jede Stadt kocht da ihr eigenes Süppchen. Und die Lage auf den Straßen ist für Radfahrer oft einfach sehr gefährlich. Ich kann mir schon vorstellen, dass das in Kleinstädten etwas entspannter ist, schon allein, weil nicht so viele Autos unterwegs sind.

      Ich habe aber Hoffnung, dass sich in den nächsten Jahren was tut und Mobilität sich weiter verändert. Dann sind die Kinder auch älter und vielleicht starten wir dann mal einen Versuch ohne Auto, mal sehen.

  8. Sarah

    Wir haben zwei Kinder, leben mittelgut angebunden in Hamburg und hatten noch nie ein Auto, auch nicht mit Babys. Aus dem Grund, dass wir dieselbe Rechnung wie ihr aufgemacht haben und so viel Carsharing gar nicht machen können, wie ein Auto kosten würde… Für die Alltagswege reichen hier Bus, Bahn und Fahrrad. Für die größeren Transportsachen, auch zum Schrebergarten, haben wir einen Fahrradanhänger und denken über ein Lastenrad nach. Ausflüge und eilige Sachen machen wir per Carsharing, ca. 3-4 mal im Monat. Wegen der Kindersitze mache ich es hier so: erst Auto holen, dann Kindersitze rein. Das klappt so alles sehr gut. Was Freunde von uns noch machen: sie teilen sich ein Auto mit einer anderen Familie, was wohl ganz gut funktioniert. Aber natürlich hat ein eigenes Auto sehr viel für sich!

      • Sarah Kraaz

        Meistens hole ich das Auto, wenn die Kinder noch in den Institutionen sind, dann die Kindersitze und dann hole ich erst die Kinder ab. Oft ist aber auch der Papa zu Hause, weil Homeoffice oder Wochenende.
        Die Zweijährige würde ich tatsächlich nicht ohne Sitz mitfahren lassen 🙂

      • Sarah Kraaz

        Noch ein Nachtrag, weil bestimmt interessant mit Neugeborenen: mit Baby habe ich das Baby in Kinderwagen mit Autoschalenadapter zum Carsharing gebracht, alles rein ins Auto und bin nach Hause gefahren und habe den Rest eingepackt. Nicht ganz stressfrei, aber echt machbar.

  9. Sophie

    Hallo Sophie,

    mach dir inder aktuellen situation, in der ihr euch befindet bitte keinen Kopf, dass es jetzt ein Gebrauchtwagen mit spezifisch höherem Benzinverbraucht „nehmen“ werdet.
    Die CO2-Emissionen/Staub etc., die ihr bei der von dir beschriebenen niedrigen Fahrleistung da breücksichtigen müsstet, fallen gegenüber den Emissionen, die ein „sparsamer“ Neuwagen (völlig egal ob elektrisch oder Verbrenner) kaum ins Gewicht.
    Auf den Wertverfall gesehen ist die Anschaffung eines Neuwagens generell mumpitz. Da wird durch den eintarg im Fahrzeugschein Geld verbrannt, dass es einem schlecht werden kann.
    Wir denken gerade intensiv darüber nach das zweite Auto gegen ein deutlich kleineres Model zu tauschen. Ohne zweites Auto trauen wir es uns derzeit nicht zu. ÖPNV ist hier eine mittlere Katastrophe und obwohl vieles mit dem Rad gehen könnte ist der Alltag bei uns einfach autolastig.
    Wir träumen von nur einem Auto, aber ob und wann wir das hinbekommen hängt gerade von zu vielen Faktoren ab.
    Ich wünsche euch viel erfolg beim Autokauf, im Moment ist der Markt leider seeeeeeehr angespannt finden wir, weil einfach gerade viele neufahrzeuge fehlen und damit die Preise für die gebrauchten erheblich steigen.
    Gut, wenn du ein Auto verkaufen willst, aber blöde, wenn du eines kaufen musst….

    Alles Gute dir und deiner Familie
    Sophie

    • Nee, so ein richtig schlechtes Gewissen machen wir uns echt nicht. Dafür leben wir an anderen Stellen viel zu umweltbewusst. 😉 Wir haben uns jetzt für einen Gebrauchtwagen entschieden, den wir hoffentlich heute abholen können. Ich denke, das ist derzeit die beste Lösung. Den Preis fanden wir auch ganz fair. Aber es stimmt schon, ich hab mich ein bisschen erschreckt, wie teuer selbst gebrauchte Autos noch sind. Dafür kriegen wir jetzt sogar noch einen ganz guten Preis für den ollen Kangoo mit Motorschaden. Hatte ich gar nicht mit gerechnet.

      Zwei Autos brauchen wir hier in der Stadt zum Glück nicht. Aber auf dem Land und wenn beide pendeln müssen, ist das wohl oft die einzige Lösung. Oder hättet ihr andere Möglichkeiten?

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