Happy Birthday, kleine Raupe!

Du bist leise und laut, verschmust und wild, schüchtern und selbstständig, gesprächig und still. Du bist unser Räupchen, unsere Raupe, unsere Raupe-Popaupe. Du bist das Baby, auf das wir haargenau gewartet hatten. Du machst uns besser, du machst uns komplett, du gehörst zu unserer Familie. Und das schon seit einem ganzen Jahr! Happy Birthday, mein wunderbares Töchterlein!

Heute vor einem Jahr bist du aus mir rausgefallen, ganz wie dein großer Bruder es prophezeit hatte. Rummms, Kopf voran, in Richtung Schlafzimmerfußboden, wo ich dich nur unbeholfen auffangen konnte. Du kleines, zartes Geschöpf! Ein gutes Kilo leichter und 4 Zentimeter kürzer als dein Bruder, bekam ich endlich das, was ich mir gewünscht hatte: Ein richtiges Baby! Ein wunderbares, pflegeleichtes, meistens selig schlummerndes Baby.

Du, mein Räupchen, hast mein Seelenleben erleichtert. Manchmal denke ich, dass ich durch dich nun endlich auch deinen großen Bruder so akzeptieren kann, wie er eben ist. Denn Kinder kommen nun mal so zur Welt, wie sie sind. Der eine fertig, laut und fordernd. Die nächste noch ganz zart, leise und zufrieden. Falsch gemacht haben wir Eltern bei euch beiden nichts, ihr seid, wie ihr eben seid. Und wir haben für euch beide genau den richtigen Platz in unserer Familie.

Ein perfektes Gespann

Bevor du geboren wurdest, dachte ich manchmal, da wäre gar kein Platz mehr. Aber als du dann da warst, war es, als wäre es niemals anders gewesen. Das Hübchen so stolz und so froh, eine kleine Schwester zu haben. Wir Eltern rundheraus glücklich, nun schon zwei derart perfekte Wesen geschaffen zu haben. Die Bruder-Schwester-Momente sind es bis heute, die mir dieses Familiending so besonders wertvoll erscheinen lassen. Ihr beiden seid jetzt schon ein Deluxe-Gespann sondergleichen, versteht euch bestens, gebt euch Sicherheit und macht vor allem Blödsinn ohne Ende.

Ich habe das ganz deutliche Gefühl, dass ihr beide froh seid, nicht die einzigen Kinder in dieser Familie zu sein. Geteiltes Leid ist halbes Leid, ist ja auch wahr. Wir Eltern halten euch ja auch auf Dauer nur aus, weil wir zu zweit sind. 😉 Jedenfalls ist alles irgendwie noch schöner, seit wir zu viert sind. Anstrengender auch, klar, aber eben auch schöner.

So groß geworden!

Du kleines Räupchen bringst uns ständig zum Staunen und zum Lachen. Vor allem jetzt, da du gar kein richtiges Baby mehr bist. Außer „Mama“ und „Baba“ sagst du noch nichts, was wir irgendwie zuordnen könnten, aber wir haben den eindeutigen Verdacht, dass du schon den kompliziertesten Gesprächen lauschst – und mehr verstehst, als wir erahnen können. „Ja“ und „nein“ nickst und kopfschüttelst du jedenfalls auch schon mit einer solchen Vehemenz, dass ganz sicher immer eine feste Meinung dahinter steht.

Du bist auch körperlich so groß geworden: Innerhalb eines Monats bist du aus allen deinen Bodys rausgewachsen. Die U6, für die ich noch auf den allerletzten Drücker einen Termin ergattern konnte, hat es dann auch bewiesen: Du wiegst jetzt fast 9,5 Kilo – und damit hast du in nur einem Monat ein ganzes Kilo zugelegt. Jedenfalls, wenn Arztwaage und Zuhause-Waage halbwegs übereinstimmen. Mit 78 Zentimetern bist du aber auch lang geworden, und es ist kein Wunder, dass dir Größe 74 mittlerweile viel zu klein ist!

Vor allem aber bist du auch innerlich gewachsen. In Situationen, in denen du noch vor zwei Monaten panisch angefangen hättest zu weinen, bist du jetzt ein mutiges Mädchen. Im Supermarkt winkst du fremden Menschen zu, schäkerst mit jeder Oma, die wir so treffen und sorgst allgemein für größtes Entzücken in deiner jeweiligen Umgebung.

Auf Entdeckertour

Ich habe eine Weile gebraucht, um mich an dieses neue Baby zu gewöhnen. Bis vor kurzem kannte ich ja nur das schüchterne Mama-Kind, das sich keine 3 Meter von mir entfernen wollte. Aber mit dem Krabbeln kam der Entdeckerdrang und damit wohl auch das Vertrauen, dass nicht nur Mama für dein Wohlbefinden sorgt. Diese Mama jedenfalls, die ist jetzt ein bisschen wehmütig und freut sich gleichzeitig sehr über jede kleine oder große Entwicklung des gar nicht mehr so kleinen Babys.

Kaum zu glauben, dass du noch vor kurzem ganze Tage am liebsten im Tragetuch verbracht hättest. Heute hält dich nichts mehr auf Mamas, Papas, Omas oder Opas Arm. Und vor einigen Wochen hast du auch den Bogen rausgekriegt, dich in den Stand hochzuziehen. Der Anblick eines stolzen Babygesichts, wenn die Welt sich plötzlich aus völlig anderer Perspektive zeigt: Unbezahlbar!

Die Babyzeit neigt sich dem Ende

Ach ja, und dann gratuliere ich natürlich herzlich zum ersten Zahn! Naja, jedenfalls zu diesem kleinen, weißen, scharfen Zahnansatz, der sich gaaaanz langsam in deinem Unterkiefer zeigt. Immerhin hast du es damit schon geschafft, eine Tomate so anzuratschen, dass du sie anschließend genüsslich aussaugen konntest. Durchaus tauglich also, dein erstes kleines Zähnchen!

Die Babyzeit ist nun also wirklich so langsam vorbei: Du isst mit uns, sprichst mit uns, lachst mit uns – alles wie ein richtig großes Mädchen. Und wir freuen uns sehr auf das nächste Jahr mit dir. Das zweite Lebensjahr, in dem du laufen und sprechen lernen wirst, aber die Trotzphase noch nicht ganz so hart zuschlägt. 😉 Mit dem Hübchen war dieses Jahr ein ganz besonders zauberhaftes, und so wird es mit dir ganz sicher auch werden.

Auf ein wunderbares zweites Lebensjahr, mein kleines Räupchen!

Lust auf ein ganzes Jahr Räupchen? Hier geht es zum ersten Monatsrückblick (Monat 1). Und hier zum letzten erschienenen (Monat 11).

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Ein Kommentar zu „Happy Birthday, kleine Raupe!

  1. Mie

    Gratuliere grosses Räupchen! Alles Gute zum 1. Geburtstag aus der Schweiz

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