Eine wacklige Angelegenheit

Etwa einen Monat ist es nun schon her, dass ich meinen ersten Arbeitstag als Volontärin hatte. Damals hatte ich mit einigen Unsicherheiten gerechnet. Z.B. damit, dass mir der Job nicht gefiele oder dass die Bahn ständig Verspätung hätte. Glücklicherweise ist bisher nichts davon eingetreten. Sogar die Deutsche Bahn fährt bisher verlässlicher als erwartet. Und trotzdem gibt es da eine große wacklige Konstante, die mich seit Jobeinstieg begleitet: Die Kinderbetreuung ist eine einzige Katastrophe!

Schuld an der Misere ist wohl vor allem eine Familienpolitik, die mit Tagesmüttern auf Privatisierung des Betreuungszweigs setzt, anstatt endlich mehr Kitas einzurichten oder die Tagesmütter so zu unterstützen, dass sie eine wirklich zuverlässige Alternative zu den Kitas sein könnten. Die Leidtragenden sind wir Eltern, die wir doch eigentlich nur eins wollen: Kinder haben und trotzdem arbeiten – und das bitte regelmäßig und verlässlich!

Seit einem Monat gehöre ich jetzt wieder dazu: Ich bin eine von diesen dumpfen, grauen Gestalten, die sich allmorgendlich aus dem Haus quälen, zur U-Bahn stapfen, sich danach mit einer unglaublichen Masse an sonstigen Pendlern in den Regio zwängen, nur um pünktlich um 8 Uhr auf der Arbeit zu sein. Was mich von der restlichen Pendler-Masse unterscheidet, ist höchstens: Ich trage dazu noch Kopfhörer, damit ich nicht so viel von meiner Umwelt mit den sich hetzenden und gegenseitig umrempelnden Arbeitnehmern mitbekomme und meistens ziehe ich meinen Schal möglichst breit vor mein Gesicht, nicht nur weil mir immer kalt ist, sondern auch weil ich Angst vor ansteckenden Krankheiten habe.

Krankheitsfälle knocken unsere Kinderbetreuung aus

Zum ersten bin ich nämlich davon überzeugt, mit Eintritt in mein ca. 25. Lebensjahrs eine beginnende Hypochondrie bei mir festgestellt zu haben, und zum zweiten ist bei uns sowieso immer einer krank, seit Hübi in eine Betreuungseinrichtung geht und das können wir uns gerade überhaupt nicht leisten. Denn unsere aktuelle Problemlage wird vor allem durch Krankheit verursacht. Weniger allerdings durch unsere Krankheit als durch den Krankheitsfall unserer Tagesmutter. Ich muss vermutlich etwas ausholen, um die volle Dramatik unserer Situation veranschaulichen zu können.

Im Grunde soll ja eigentlich alles ganz einfach sein:

„Denn seit dem 1. August 2013 hat jedes Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.“

So heißt es auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Klingt ja zunächst mal gut. Das BMFSFJ (wer zur Hölle denkt sich eigentlich solche Abkürzungen aus?) erklärt aber direkt im Anschluss, warum sich dieser Anspruch sehr stark relativiert, bzw. warum es eben überhaupt nicht damit getan ist, einen Rechtsanspruch zu haben. Denn es kommt eben nicht nur darauf an, DASS mein Kind betreut wird, sondern ganz offensichtlich auch darauf, DURCH WEN. Auf oben genannter Website heißt es nämlich weiter:

„Dieser Rechtsanspruch kann durch das Angebot eines Betreuungsplatzes in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege erfüllt werden. Länder und Kommunen haben in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen einzurichten.“

Die Wahrheit ist nämlich: Kita-Plätze sind in allen Städten mit über 100.000 Einwohnern Mangelware. Erst gestern gab uns die Kita-Leiterin einer Einrichtung, bei der wir Hübi beim Tag der offenen Tür anmeldeten, einen Einblick in das Dilemma: In ihrer Kita trudeln pro Jahr etwa 500 Neuanmeldungen ein. Ca. 30 Kinder verlassen die Kita im Sommer für die Einschulung. 500 Kinder wollen einen der verfügbaren 30 Plätze? Selbst mit meinen minimalen Mathematikkenntnissen kann ich erkennen: Das kommt irgendwie nicht hin.

Private Tagesmütter ersetzen städtische Kitas

Jetzt sagt das Ministerium: Ist ja gar nicht schlimm, es gibt doch super viele tolle und meist sogar ganz frisch ausgebildete Tagesmütter (die sind nämlich mit der mysteriösen „Kindertagespflege“ gemeint). Und das ist dann das, was das Ministerium getan hat, als es merkte, dass es viel zu viele Kinder für viel zu wenige Kitaplätze gibt: Es hat nicht etwa ein paar Taler investiert um mehr Kitas zu öffnen und mehr Erzieherinnen einzustellen. Stattdessen beauftragt es sogenannte Träger wie beispielsweise die Diakonie damit, Tagesmütter auszubilden, die dann auf selbstständiger Basis Kinder betreuen.

In unserem Fall sieht das gerade so aus: Wir haben mit viel Mühe und Not einen Tagesmütter-Verbund gefunden. Denn eine Tagesmutter alleine darf den Richtlinien unserer Stadt nach gar nicht in Vollzeit Kinder betreuen, da sie keine Möglichkeit hat, eine Pause zu machen. Soll das Kind aufgrund von Vollzeit-Berufstätigkeit der Eltern also länger als 7 Stunden pro Tag betreut werden, sind die Eltern gezwungen, einen Verbund zu finden, in dem mehrere Tagesmütter gemeinsam arbeiten. Diese Verbünde haben genau wie Kitas lange Wartelisten.

Wenn die Tagesmutter krank ist, dann fällt sie aus

Mit viel Glück haben wir Ende letzten Jahres trotzdem schnell einen gefunden. Leider sind die Tagesmütter oft krank. Dann fallen sie aus. Und niemand fühlt sich in der Verantwortung, eine Vertretung zu finden. Der Träger nicht. Das Ministerium für Familie erst recht nicht. Und die Tagesmütter sind nun mal krank und ohnehin überlastet, weil sie täglich an die 10 Stunden arbeiten und kümmern sich somit auch nicht darum, eine Vertretung zu finden.

Dann ist da noch die Sache mit dem Urlaub. Laut Vertrag haben unsere Tagesmütter Anspruch auf 20 Tage Urlaub plus 2 Tage Weiterbildung. In Wahrheit läuft die Urlaubsplanung aber so: Die Tagesmütter legen ihre Urlaubstage fest, erhöhen dabei die Anzahl der Tage nach Gusto (in unserem Fall heißt das in diesem Jahr: 35 Tage keine Kinderbetreuung) und wenn wir damit nicht zurecht kommen, dann sollen wir uns halt eine andere Tagesmutter suchen.

Als „Kunden“ der Tagesmütter sind wir ihnen oft ausgeliefert

Die Tagesmütter haben gewissermaßen das Zepter in der Hand, denn wir befinden uns in der Sackgasse: Wenn wir uns an höherer Stelle (z.B. beim Jugendamt) über ihre Urlaubsplanung beschweren, würden die Tagesmütter uns aus Trotz kündigen, denn wir haben einen privaten Vertrag mit ihnen abgeschlossen, der von beiden Seiten mit einer Frist von einem Monat beendet werden kann. Hinter uns stehen dann schon zwanzig Familien bereit, die unseren Platz sofort mit Freude übernehmen würden – für unsere Tagesmütter wäre es insofern kein großer Verlust, uns als Kunden zu verlieren, was diese uns zuletzt auch schon sehr deutlich gemacht haben.

Meine Erfahrung ist: In der privaten Vertragsbeziehung zu einer Tagesmutter hat man als Elternteil in der Regel das Nachsehen, man befindet sich gewissermaßen in der Position des Bittstellers. Selbst von Seiten des Jugendamtes heißt es bei Beschwerde nur „Wenn Sie nicht zufrieden sind, können Sie sich doch gern eine andere Tagesmutter suchen“. Aber wo finde ich den nächsten Tagesmütter-Verbund, der nie krank wird oder dann für verlässliche Vertretung sorgt, sich auch in der Urlaubsplanung und bei den Betreuungszeiten an den Vertrag hält und auch ansonsten mein Kind liebevoll betreut und gut ernährt?

Kinderbetreuung in Deutschland: Quantität vor Qualität

Aus meinen persönlichen und aus den Erfahrungen anderer Familien glaube ich nicht mehr daran, dass es so etwas gibt. Außerdem möchte ich meinem Kind einen erneuten Wechsel der Betreuungseinrichtung ersparen und hoffe daher inständig, im Sommer doch noch einen der wenigen Kitaplätze zu ergattern. Dafür leiste ich jetzt regelmäßige Nerv-Anrufe und als nächstes schreibe ich Jammer-Briefe an die Kita-Leiterinnen. Das ist demütigend. Aber noch demütigender wäre es, wenn ich meine Ausbildung abbrechen müsste, nur weil ich keine adäquate Kinderbetreuung finde.

Unterm Strich ist dieser Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter dreijährige Kinder jedenfalls eine große Lüge: In den Städten gibt es lange nicht genug Plätze für alle Kinder, schon gar nicht für die ganz kleinen unter zwei und auch danach sieht es düster aus. Die Kindertagespflege durch Tagesmütter, die ja angeblich alle Engpässe ausgleicht, ist völlig unzulänglich, da unzuverlässig und häufig auch qualitativ minderwertig, da Tagesmütter eben keine mehrjährige Vollzeit-Berufsausbildung genossen haben wie Erzieherinnen, sondern ihre Kenntnisse oftmals aus Kurz-Ausbildungen beziehen. Das Ministerium für Familie wollte ja schließlich schnelle Abhilfe schaffen. Und da zählt Quantität natürlich mehr als Qualität!

Eine gute Tagesmutter ist wie ein 6er im Lotto

Ich weiß, dass es auch Tagesmütter gibt, die mit Herzblut dabei sind und die bessere Arbeit leisten als alle Kitas der Stadt zusammen. Mit einem Auge weine ich immer noch unserer ersten Tagesmutter G. nach, die für Hübi eher eine zweite Großmutter war als eine KTPP (Kindertagespflegeperson). Wenn man eine solche Tagesmutter gefunden hat, ist man sicher bereit, auch mal ein Auge zuzudrücken und den einen oder anderen Krankheitsfall oder überzähligen Urlaubstag zu überbrücken. Aber solch eine Tagesmutter zu finden ist wie ein 6er im Lotto.

Jedenfalls sollte jetzt deutlich geworden sein, warum ich kurz davor bin, mir für den Weg zur Arbeit so einen Mundschutz zu besorgen, wie ihn asiatische Touristen auf Europa-Tour so gern tragen. Ich kann es mir nämlich einfach nicht leisten, krank zu werden. Ich muss nämlich schon immer einplanen, nicht nur Zuhause bleiben zu müssen, wenn mein Kind krank ist, sondern auch, wenn die Tagesmutter krank wird. Ganz zu schweigen davon, dass ich selbst nur 30 Urlaubstage habe und damit die von der Tagesmutter beanspruchten 35 Urlaubstage nicht mal abdecken kann.

Läuft ja echt alles prima mit dem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung in unserem Land! Rechtsanspruch auf VERLÄSSLICHE Kinderbetreuung fände ich irgendwie noch ein bisschen besser. Mit etwas Glück fällt ja im Sommer ein Kita-Platz vom Himmel. Aber eigentlich glaube ich, dass uns eher noch der Himmel auf den Kopf fallen wird. 

38 Kommentare zu „Eine wacklige Angelegenheit

  1. Maria

    Ganz ehrlich, ich arbeite seit 13 Jahren als Tagesmutter und bin selbst dreifache Mutter!
    Finde den Artikel nur schlimm und respektlos.

    • Hallo Maria! Mir geht es ja vor allem ums System. Die Tagesmütter werden ja oft genauso allein gelassen wie wir Eltern (Stichwort: Was tun bei Krankheit?).

      Ich habe sehr gute und verlässliche Tagesmütter kennengelernt, aber leider auch sehr schlechte. Ich habe versucht, beide Erfahrungen in dem Text zu vereinbaren, aber vielleicht ist mir das nicht so gut gelungen.

      Mittlerweile würde ich sagen, dass Tagesmutter Betreuung die beste Wahl für Kinder U3 ist. Ich würde mir nur ein besser funktionierendes System wünschen mit Krankheitsvertretung und Einhaltung sämtlicher Regeln und Absprachen (Betreuungszeiten, Urlaub…).

      • Stephania Sauerwein

        Hallo Sophie!
        Oje.. was kann ich sagen?
        Ja.. du hast Recht aber auch gleichzeitig Unrecht.
        Ich bin auch der Meinung, dass das System problematisch ist. Weiterhin dass die Qualifikation viel besser sein müsste.
        Aber als Tagesmutter habe ich auch unzählige mal die Situation erlebt, wo Eltern es behaupten, unsere Arbeit bestimmen zu dürfen.
        Ja es gibt auch Tagesmütter, welche ich selbst meine Kinder niemals anvertrauen würde und es gibt Eltern, die uns unglaublich viel nerven.
        Ich sage immer als Witz: heute bin ich geduldiger als Jesus geworden!
        Eltern, die denken wir sind einfach da zur Verfügen, wann immer sie wollen; Eltern, die unsere Privatraum/Leben nicht respektieren (ich habe welche, die mich dauern am We anrufen!!!); Eltern, die kranke Kinder ständig zur Betreuung bringen; andere, die wegen jeden Pups schon glauben, dass Kind leidet und wir sind natürlich daran schuld; Eltern, die immer zu spät kommen (weil ne? Wir sind sowieso nur da); Eltern, die glauben, sie und ihre privat Probleme stehen in Mittelpunkt der Welt; welche, die denken, meine Urlaubstage sollte nach deren Geschmack oder Berdürfnisse bestimmt werden, ua Sachen.
        Manchmal ist so frustrierend, weil vor Betreuungsanfang erkläre ich unzählige Male alle Regeln und Abmachung (auch zB dass es keine Vetretung gibt und, dass das tatsächlich ein Nachteil ist) und trotzdem habe ich dauern das Gefühl, sie hören gar nicht zu.
        Mein Mann findet das ganze so interessant, dass er als Professor für Sozialpedagogik/Soziale Arbeit schon darüber forschen möchte.
        Lustigerweise war ich auch schon auf der anderen Seite. Meine Töchter habe ich zu einer Tagesmama gebracht. Und vor kurzen sagte ich der damaligen Tagesmutter meiner Tochter, ich könnte sie heute soo gut verstehen! Oh und ich war nicht ein der anstrengenden Eltern.. trotzdem war ich ihrer Arbeit gegenüber manchmal Rücksichtlos.
        Ich glaube, dass das mir heute das Vorteil gibt, für beide Seite Verständnis zu haben..
        Fakt ist aber, dass in Deutschland die Betreuungsproblematik tatsächlich nicht ernst genommen wird.
        LG

        • Liebe Stephania, danke dir für deinen Kommentar. Und Grüße an deinen Mann: Es wäre so großartig, wenn er dazu forschen würde!! Ich kann mir total gut vorstellen, dass es auch einfach an Zahlen, Daten, Fakten zu dem Thema fehlt und dass es enorm helfen würde, mal wissenschaftlich und objektiv an dieses Thema heranzugehen, das ja naturgemäß sehr emotionale geprägt ist.

          Ich sehe absolut beide Seiten und mit einem mittlerweile 7-jährigen und einem 3-jährigen Kind kenne ich heute viele Vor- und Nachteile der diversen Möglichkeiten von Kinderbetreuung (Tagesmutter, Kita, Babysitter…). Sicher würde ich diesen Text heute so nicht mehr schreiben. Damals ist er aber so entstanden, aus großer Enttäuschung und einem Gefühl von „Kinderbetreuung interessiert in diesem Land wohl sowieso niemanden“ heraus.

          Aus heutiger Sicht finde ich Tagesmutter-Betreuung die beste Lösung für Kinder unter drei Jahren – allerdings auch die schwierigste, weil man eine Person finden muss, der man sein Kind blind anvertrauen kann. Das sollte Respekt auf beiden Seiten voraussetzen und es ist schade, dass das oft nicht klappt – auf der einen oder anderen Seite oder beiden.

    • Martina

      Das finde ich auch! Respektlos. Ich kann aus langjähriger Erfahrung sagen, dass wenn es um Regeln geht oder Absprachen, wir Tagesmütter einhalten was im Vorfeld besprochen wurde. Es ist viel mehr so, dass sich von Seiten der Eltern zum Grossteil nicht daran gehalten wird. Frustrierend dann noch so einen Artikel zu lesen.

      • Hallo Martina,

        dies ist ein subjektiver Erfahrungsbericht, in den meine eigenen sowie die Erfahrungen befreundeter Eltern eingeflossen sind. Wir haben nun mal leider die Erfahrung machen müssen, dass unsere Tagesmütter sich nicht an Absprachen hielten, z.B. was die Urlaubstage anging.

        Ich bin mir aber sicher, dass du Recht hast und es auf der anderen Seiten auch Eltern gibt, die sich nicht an Absprachen halten. Darum ging es aber in diesem Bericht nicht. Welche schlechten Erfahrungen hast du denn mit Eltern gemacht? Vielleicht magst du das hier schreiben, quasi als Inspiration für beide Seiten.

        Im Idealfall kann man sich nämlich aufeinander verlassen. Diese tolle Erfahrungen haben wir mit der Tagesmutter gemacht, die das Hübchen nach unserem Umzug hatte.

        • Martina

          Hallo Sophie

          Zum Thema Urlaub: 20 Tage Urlaub sind nicht angemessen. 30 Tage sollten normal sein. Zum Einem ist der Job sehr anstrengend und zum Anderen muss die Zeit da sein um zu renovieren. Wenn fünf Kinder in den privaten Räumen betreut werden ist das zwingend notwendig. Dazu kommt, dass ich, gerade wieder aktuell, meinen Urlaub zum Auskurieren nutze. Mir wurde kranke Kinder gebracht und das wurde mir verschwiegen. Durch Zufall erfahre ich dann im Nachhinein, z.b von den Großserien dass das Kind eine Magen Darm Verstimmung hatte. Ich wurde dann im Urlaub krank. Und das kommt nicht selten vor. Ich kann das absolut nicht nachvollziehen, denn die Eltern dürfen sich frei nehmen um für Ihr krankes Kind zu sorgen. Aber nein, es wird gemeckert wenn die Tagesmutter krank wird, oder Urlaub hat. Also ich habe von fünf Eltern, gerade mal ein Elternpaar das sich an Absprachen hält. Es wird sich nicht an Bring und Abholzeiten gehalten. Alles ohne Bescheid zu geben. Es wird nach Lust und Laune über meine Freizeit bestimmt. Was ich als Tagesmutter wirklich schade finde, dass ich meine Flexibilität, die ja eine Tagesmutter gegen ein Kita ausmacht, in Frage stellen muss. Zum Schutz vor Ausbeutung. So sieht das von meiner Seite aus. Traurig aber wahr.

          Meine Bereitschaft sinkt daher zunehmend flexibel auszuhelfen. Schade. Die Kinder zu betreuen sind und waren nie das Problem, dass ist meine Berufung eine liebevolle Betreuung hinzukriegen. Mein Problem sind Eltern, die ihre Verantwortung auf mich abschieben wollen. Da stoss ihr Beitrag extrem auf Widerstand bei mir. Ach übrigens. Urlaubsvertretung oder Krankheitsgründen Vertretung ist sowieso schwierig. Selbst wenn es eine gäbe, finde ich es unzumutbar ein Kind ohne Eingewöhnung in eine Fremdbetreuung zu geben. Ich treffe mich jetzt regelmäßig mit einer anderen Tagesmutter damit die Kinder sie kennenlernen. Ansonsten sehe ich da keine Möglichkeit. Gruss Martina

          • Martina

            Sorry hätte den Text noch korrigieren müssen. Das geht wohl nicht mehr.

          • Heike

            Danke Martina

        • Heike

          Subjektiv???? Das ist der Artikel nicht !!! Bin seit 14 Jahren Tagesmutter und so wie die Vorredner darstellen, kamen die „Probleme“ eher von Elternseite.. und bei Vertragsschluss sage ich allen Eltern, dass Sie bitte noch einen Plan B implementieren, denn es ist für keine Alternative für mich gesorgt..
          Dass, was Sie im Artikel darstellen ist schlichtweg Rufschädigung … und gehört revidiert!!! Bitte!!

          • Liebe Heike, ich schätze, du verstehst das Prinzip eines Blogs nicht. Die Texte hier sind alle subjektiv, weil sie meiner persönlichen Erfahrung entspringen. Revidieren kann ich da leider nichts, weil alles genau so passiert ist, wie beschrieben. Da kann ich noch so oft drüber nachdenken, am Erlebten wird sich leider nichts ändern. Wäre zu schön, wenn man die Zeit zurückdrehen könnte!

            Für wen ist es Rufschädigung? Ich gebe keine Namen preis, würde ich auch niemals tun.

            Ich freue mich sehr, wenn du eine Tagesmutter bist, die verlässlich ist und tolle Arbeit macht! Wie beschrieben, kenne auch ich solche Tagesmütter und schätze ihre Arbeit sehr. Aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit anderen Eltern weiß ich jedoch, dass das leider nicht die Regel ist. Du und andere Tagesmütter, die ihren Beruf lieben und mit den Eltern zusammenarbeiten, müssen sich durch meinen Text nicht angesprochen fühlen.

    • Agnes

      Finde es auch total respektlos.
      Da sieht man dass diese Mutter einfach nur ihren Frust von der Seele schreibt.
      Aber wir Tagesmütter sind keine Maschinen und können auch krank werden.

      • Ihr Lieben, hier geht es doch gar nicht um mich oder meinen Frust (der zudem gar nicht mehr aktuell ist), es geht auch nicht um euch Tagesmütter und eure generelle Leistungsfähigkeit. Stattdessen geht es um eine Kritik am System, unter dem Eltern und Tagesmütter gleichermaßen leiden! Ich verstehe, dass ihr aus eurer Sicht schnell selektiv lest und einiges angreifend herüberkommen kann. So ist es jedoch gar nicht gemeint – und das kann man auch an entsprechenden Stellen aus dem Text herauslesen.

        • Delia

          Ich kann dich voll und ganz verstehen mir geht es ähnlich der Text könnte von mir sein

    • Bernd

      NUn dann Gratulation, wenn es hier vielleicht eine Tagesmutter peinlich findet, dass die Zustände so sind.

      Fakt ist aber: Das hier angesprochene ist noch weit untertrieben, es geht immer schlimmer!

      Wir haben ähnliche Probleme, Urlaub wird geplant wie man will, aus 30 Schliesstagen werden 30 Urlaubstage, plus 4 Fachtage, plus höhere Gewalt, Kranktage und nicht zu vergessen die dringenden Tage wo “ Gereinigt und Repariert“ wird!

      Ich sag mal so, die Tagesmutter hat 16 Jahre auf ihr eigenes Kind aufgepasst, das war damals ihr Job, nun ist sie Tagesmutter und kassiert RICHTIG VIEL GELD…. leider fehlt ihr das Verständnis dass sie nicht nur Rechte sondern auch Pflichten hat…

      Sie geht gut mit meinem Sohn um, aber verlässlich ist anders…
      Ich musste meinen Sohn schon abholen weil er 37° !!!!!! Fieber hatte… lächerlich oder? unausgebildetes überzahltes Personal halt. Ich direkt zum Arzt, der wiederum sagt es gäbe kein Grund mich als von der Arbeit zu befreien, da mein Sohn ohne schlechtes Gewissen in die Kita gehen kann, der Arzt sagte wortwörtlich “ Topfit der Kleine“ trotzdem werde ich am nächsten Morgen an der Türe der Tagesmutter abgewiesen, sie würde meinen Sohn diese Woche nicht sehen wollen er wäre krank.

      Ich muss fast weinen vor Verzweiflung, dass unser Staat uns in solche Knechtschaft gibt und gleichzeitig unser Geld so Schamlos aus dem Fenster wirft… bei 5 Kindern sind das über 6000€ !!!! bei uns haben sich 2 zusammen getan, haben 9 Kinder ( 12000 monatlich ) und zahlen 650€ Miete…

      Sie meinen zu uns immer sie wären Selbstständig und können alles selber entscheiden, sobald es aber um Geld geht, dann wollen sie im Urlaub oder Krankheitsfall bezahlt werden…. Jeder Handwerker sollte auch solches Recht haben, bei dem Kunden wo er gerade arbeitet wenn er krank wird, der Kunde soll dann gefälligst den Lohn fortzahlen….

      Kinderbetreuung gehört in Staatliche Hand, unter staatlicher Aufsicht oder in die Familie, die ich leider nicht mehr habe.!

      • Hallo Bernd, ich danke dir für deinen Kommentar, verstehe deinen Unmut und möchte dir trotzdem widersprechen: Kinderbetreuung gehört für mich absolut nicht ausschließlich in staatliche Hand. Jede Familie soll m.M.n. die Möglichkeit haben, sich so zu organisieren wie es passt. Für uns heißt das aktuell auch: Ein Kind in einer normalen Kita, ein Kind bei einer Tagesmutter. Wir haben zum Glück erneut unsere tolle, verlässliche Tagesmutter für unsere kleine Tochter. Die Tagesmutter wird über die Stadt abgerechnet, unsere zusätzliche Babysitterin müssen wir privat bezahlen.

        Und u.a. darin sehe ich ein Problem: Die Babysitterin fängt bei uns auf, was die Tagesmutter nicht leistet – die Kosten bleiben bei uns hängen. Ebenso finde ich es nach wie vor schwierig, dass so viele Tagesmütter sich nicht an die Vorgaben mit Urlaub und Schließzeiten halten. Die städtischen Jugendämter scheint das alles nicht so rasend zu interessieren. Wohingegen Kitas oft wegen jedem Kinkerlitzchen geprüft werden. Ich nehme hier eine ordentliche Doppelmoral wahr und würde es begrüßen, wenn Städte und Jugendämter bei Tagesmüttern genauer hinsehen würden. Und vor allem: Diese auch besser unterstützen würden!

        Denn deinen unterschwelligen Vorwurf, Tagesmütter würden sich nur die Taschen voll machen, kann ich absolut nicht verstehen. Hast du deine Tagesmütter mal gefragt, was am Ende tatsächlich im Portemonnaie landet? Ich glaube, da verschätzt dich da ein bisschen. Und natürlich sollen Tagesmütter im Krankheitsfall weiter bezahlt werden! Die Eltern sollten dann aber auch entsprechende Unterstützung bekommen, finanzielle Entschädigung oder eine alternative Kinderbetreuung, je nachdem was möglich ist.

        Unterm Strich kann ich nur noch mal darauf hinweisen: Ich sehe die Fehler im System! Keinesfalls finde ich, dass man Schuld und Verantwortung an Tagesmütter abschieben kann.

  2. Mike

    Schönen guten Tag zusammen,
    @Sophia ich kann die Situation hier komplett nachvollziehen.
    Wir haben auch eine nette Tagesmutter gefunden, aber Problem Urlaub steht auch zur Diskussion, da meine Frau nicht außerhalb der Ferien Urlaub nehmen kann und die Tagesmutter nur außerhalb der Ferien Urlaub nehmen möchte kommt es leider nicht zu einem Vertrag. Alternativen gibt es keine kein Kitaplatz, keine andere Tagesmutter, auch die Familie/Freundeskreis kann es nicht auffangen(höchstens Stundenweise). Und mein Urlaub alleine reicht leider nicht aus um die 30 Tage auszugleichen. Unsere Erfahrung mit der Betreuung für unser Kind ist somit auch nicht positiv. Man sollte einfach mal die Frage in den Raum werfen für welchen Zweck ist der Beruf Tagesmutter entworfen worden??? Eltern es zu ermöglichen wieder ins Arbeitsleben zurück zu finden? Wenn nicht dann habe ich was falsch verstanden.
    Das größte Problem ist einfach, dass zu wenig vom Staat kommt um die Probleme anzupacken was schlussendlich zu solchen Diskussionen wie hier führt.

    PS: @Maria ich glaube auch nicht das es ein persönlicher Angriff gegen Sie ist, aber man sollte sich einfach mal versuchen in die Lage versetzen wie mit Eltern umgegangen wird. Wenn Eltern nur in eine Ecke gedrängt werden und immer nur gesagt wird „Das ist üblich so“, „Dann machen Sie halt mal keinen Urlaub mit der Familie (Damit die Tagesmutter in den Urlaub fliegen kann)“, ist das irgendwann nur noch frustrierend.

    • Martina

      Ja, es ist frustrierend. Auch für mich als Tagesmutter.

    • Martina

      Ja, es ist frustrierend. Auch für mich als Tagesmutter.
      Eine Tagesmutter betreut kleine Kinder in einer familiären Atmosphäre. So das die Eltern arbeiten können, in dem Wissen, dass ihr Kind liebevoll versorgt wird. Dafür sind wir da. Es gibt Eltern, die ihr Kind nicht mit einem Jahr in eine Einrichtung geben wollen. Das heisst aber nicht, dass eine Tagesmutter keine Erholung benötigt und eine individuelle Urlaubsabsprache ist nicht möglich wenn mehrere Kinder betreut werden.

  3. Max

    Hallo zusammen,

    meine kleine Tochter sollte in 4 Tagen zur Eingewöhnung zu einer Tagesmutter gehen.
    Diese war auch echt nett und wir hatten ein gutes Gefühl.
    Heute kam aber der Anruf der Familienbildungsstätte (die sind für die Vermittlung zuständig), dass die Tagesmutti abgesagt hatte.
    Nun stehen wir da und müssen weitersuchen.
    Durch eine Bekannteschaft haben wir jetzt wohl hoffentlich eine Tagesmutter Einrichtung/Verband gefunden.
    Aber da sieht man, das seitens von dem Vermittlern wenig Hilfe kommt, und vom Staat sowieso nicht.
    Die Familienpolitik ist zum Kotzen.
    Man soll schnell wieder arbeiten gehen,das Kind abgeben. Aber es fehlt an Plätzen und an Hilfe für Eltern.
    Jedoch sehe ich auch ein, das Tagesmütter auch im Stich gelassen werden sei es in Unterstützen & Verdienst.

    • Hi Max, das ist ja blöd gelaufen!

      Hattet ihr denn keinen Vertrag mit der Tagesmutter unterschrieben? Eine solch kurzfristige Absage ist ja Vertragsbruch, dann könnt ihr ggf. immerhin finanziell was geltend machen. Und ich würde dem Träger oder wer auch immer die TaMu vermittelt hat, mal sehr deutlich kommunizieren, dass eine solches Verhalten nicht geht. Am besten auch dem Jugendamt melden, das ist den Trägern ja hierarchisch noch mal vorgeschaltet.

      Alles Gute und hoffentlich findet ihr bald eine tolle Tagesmutter! Ich habe mich die Tage wieder ein bisschen wehmütig an unsere letzte Tagesmutter zurückerinnert, die ein echtes Geschenk war. Wenn es passt, ist es m.M.n. echt die beste Betreuung für kleine Kinder! Also gebt nicht auf!

      • Martina

        Auch wir Tagesmütter haben das Recht abzulehnen. Ich betrachte die Eingewöhnungszeit als Probezeit und das sage ich vorab den Eltern. Da bin ich hingekommen, weil es mir zweimal passiert ist, dass Eltern die Eingewöhnung abgebrochen haben. Meine Zeit und die Vorbereitungen wurden nicht gewertschätzt.

        • Martina

          Am besten dem Jugendamt melden. Wenn ich dem Jugendamt melden würde, was ich mit unzuverlässigen Eltern erlebe und wenn ich zusammenrechnen würde wieviel Stunden ich kostenlos gearbeitet habe. Puh.. Hätte das Jugendamt Viel zu tun und ich einen schönen Urlaub.

          Es ist manchmal eben so, dass man erst in der Eingewöhnung merkt, dass es nicht passt. Und das ist auch gut so. Kein Elternteil möchte eine Betreuung wenn ein ungutes Gefühl da ist. Und eine erfahrene Tagesmutter möchte das auch nicht. Da wäre der Ärger dann vorprogrammiert.

        • Lilo

          Jetzt stelle dir mal vor, eine Schule würde das mit deinen Kindern so machen… Passt nicht in die Klasse, wird abgelehnt! Wo kommen wir denn dann bin? Es ist gut, dass Klassenlehrer keine Kinder ablehnen können! Wieso können sich das Tagesmütter leisten?

  4. Martina

    Sorry. Hab gerade gelesen das die Eingewöhnung noch gar nicht statt gefunden hat. Na dann. Ich habe zig Zusagen bekommen und es wurde sich umentschieden.

  5. Julia

    Dein Bericht spricht mir aus der Seele. Mein Sohn 1,5 Jahre ist auch bei einer Tagesmutter. Diese macht auch einen gutem Job, aber sie hat selbst 2 Kinder und jedesmal wenn eins Ihrer Kinder krank ist oder sie selbst ist keine Betreuung. Ich habe aufgrund der immensen Ausfallzeiten große Probleme mit meinem Arbeitgeber und suche auch verzweifelt nach einem Kitaplatz. Ich sehe es wie Du, das System umd der Rechtsanspruch sind für die Füße. Eine Tagesmutter ist nicht mit einer Kita gleich zu setzen. Und wie gesagt, unsere macht einen guten Job, aber wenn die Betreuung ständig ausfällt hilft auch das keinem weiter und ist frustrierend für Eltern und Tagesmutter.

    • Mia

      Ich habe ähnliche Probleme. Unsere Tagesmutter fällt auch SEHR oft aus, da immer wieder eines ihrer 2 Kinder oder sie selbst krank ist. Zudem hat sie für dieses Jahr 40 Tage Urlaub angemeldet und vor kurzem verkündet, dass ihr das nicht reicht, sie bräuchte noch ein paar Tage. Habe ständig streit und Stress in der Arbeit, weil ich permanent ausfalle (meistens wegen ihr). Auf die Vetretung kann ich mich nicht verlassen, weil die IMMER zur gleichen Zeit krank ist und Urlaub hat.

  6. Anna

    Ich wollte meine Tochter niemals an eine Tagesmutter abgeben, weil es mir widerstrebt, mein Kind ganz allein mit einer Fremden zu lassen. Leider bekam meine Tochter keinen Kitaplatz und die alternative, die Großeltern waren miese Kindertagespfleger (TV läuft die ganze Zeit, es wird kaum raus gegangen…), da war ich dann doch froh, als mir eine Tagesmutter angeboten und empfohlen wurde, weil bei ihr ein Platz frei wurde. Meine Tochter fühlte sich schon beim Kennenlerngespräch pudelwohl und das Eingewöhnungsritual war wahrscheinlich überhaupt nicht nötig. Meine Tochter hat sich immer dagegen gewehrt, bei Oma und Opa zu bleiben, doch bei der Tagesmutter hat sie mich sogar weggewunken. „Geh, Mama.“
    Die Tagesmutter hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt: Sie hatte eine Vorerkrankung und es kann jederzeit passieren, dass diese Krankheit sie wieder einholt. Sie ist bis heute nicht einen Tag ausgefallen. Heute, an ihrem freien Tag in der Woche, ist sie bei ihren ärztlichen Untersuchungen. Es wird befürchtet, dass ihre Krankheit sie wieder eingeholt hat. Wenn sich die Vermutungen verhärten, würde das bedeuten, dass sie als Tagespflegerin komplett ausfallen wird.
    Sie macht großartige Arbeit und ist eine sehr wertvolle Bezugsperson für meine Tochter. Organisatorisch würde ich das notfalls wieder mit den Großeltern geregelt kriegen, aber rein Menschlich gesehen würde sie meiner Tochter mit Sicherheit sehr fehlen. 🙁 Nach meinen Erfahrungen mit dieser Tagesmutter muss ich sagen, dass ich diese Art der Betreuung für U3-Kinder wärmstens empfehlen kann, auch wenn das Risiko eines Ausfalls lauert. Sie betreut derzeit nur zwei Kinder und kann sich so individuell um die Bedürfnisse der beiden kümmern. Ich kann mich nicht daran erinnern, in meiner Kindheit eine derart „innige“ Beziehung zu meinen Kita-Betreuern gehabt zu haben.
    Ich kann also nicht verstehen, wie man so Ignorant verallgemeinern kann und dann auch noch schreibt „ist halt meine Meinung, ich ziehe niemanden in den Dreck.“ Klar tust du das. Ich hab nur „Tagesmutter krank“ bei Google eingegeben und bin direkt auf deinen Blogeintrag gestoßen. Damit schädigst du den Ruf aller Tagesmütter; da ist nichts Subjektives, das ist einfach nur Dumm und verallgemeinernd!

    • Hallo. Natürlich, jeder hat seine eigenen Erfahrungen. Der Eingangsbeitrag aus dem Jahr 2015 ist eindeutig ein Bericht über die negativen Erfahrungen mit einer Tagesmutter. Es wird jedoch erwähnt, dass es auch gute gibt, aber selten. Die Mutter beschreibt, dass sie von dieser Betreuungsform überhaupt nicht überzeugt ist, das geht klar hervor. Das würde ich schon beim ersten Kennenlerngespräch merken und würde die Betreuung aus diesem Grund ablehnen. Ich komme aus einem kaufmännischen Beruf. Aus Überzeugung habe ich die Ausbildung zur Kindertagespflegeperson gemacht und die Stelle in der Buchhaltung gekündigt. Wir Tagesmütter können uns die Familien aussuchen, bzw. wenn die Familien und ich nicht passen, gehe ich nicht in eine Erziehungspartnerschaft ein. Daher nehme ich in Kauf nicht immer alle Plätze belegt zu haben. In Frankfurt gibt es sehr viele Tagesmütter und jedes Kind findet die richtige Betreuung. Wenn beide Seiten Respekt, Disziplin und Leidenschaft einbringen, dann funktioniert das. Gar nicht nachvollziehen kann ich den Teil, dass die Tagesmutter 35 Tage Urlaub hatte, anstatt 22. Das kann nicht sein. Wir haben 15 Tage bezahlte Krankentage. Sicher handelt sich bei den zusätzlichen Tagen bei dieser Tagesmutter um Krankheitstage, also kann man das nicht als Urlaub bezeichnen. Dass Tagesmütter keine lange Ausbildung haben ist richtig. Nur jede Tagesmutter steht für sich selbst, hat ihr eigenes individuelles Konzept und jährlich müssen 20 UE in Weiterbildung absolviert werden. Erzieherinnen haben in der Form keine Weiterbildungspflicht. In unserer Stadt kümmern sich die Träger sehr um die Familien. Die Tagesmütter, die ich kenne, nehmen ihren Bildungsauftrag vom Land Hessen sehr ernst. Leider habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass ich mich bei kranken Kindern angesteckt habe und krank wurde. Es ist im Grunde immer eine Gratwanderung, aber es gibt Richtlinien, genau wie in Kitas, wann Kinder wegen Krankheit zu Hause bleiben sollen. Abschließend will ich sagen, dass „wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“.

  7. Kerstin

    Hallo.
    Schade das du so Schwierigkeiten hast.
    Aber ich kann von der Seite der Tagesmüttern reden.

    Wir haben oft das Problem das Kranke Kinder gebracht werden.
    Vollgedröhnt mit Medikamenten das ja nicht auffällt das die Kinder krank sind.
    Oder die typische Standart Ausrede “ es kommt nur vom Zahnen“
    Ich habe viel Kontakt mit anderen Tagesmüttern und alle haben das gleiche Problem, Eltern die sich nicht an Regeln halten!!
    2016 lag ich 5 mal mit Magen-Darm flach. Sodass die Tagespflege komplett geschlossen wurde für die zeit. 3 mal sogar auch das alle samt Eltern sich angesteckt haben. Nur wegen einem Kind.
    Es ist ein Geben und Nehmen.
    Von den 20 Tagen Urlaub sprechen wir mal gar nicht.
    Manchmal werden wir noch nicht mal wie Selbstständige behaltelt, sondern viele Eltern denken wir sind ihre Angestellten.
    Und ja auch ich habe schon Kündigungen ausgesprochen, weil es einfach nicht anders geht von Seiten der Eltern.
    Aber durch sowas werden immer alle Tagesmüttern unter einem kamm gescherrt.

  8. Bernd

    Anfänglich hatte ich so meine Bedenken, als ich den Text las, aber als ich mir insbesondere die Kommentare der Tagesmütter durchgelesen habe, konnte ich den Text sehr gut verstehen und empfinde ihn sogar als stark verharmlosend.

    Da muss dringend ein Gesetz her, dass nicht jeder Verrückte oder emotional und psychisch total vorbelastete Mensch unsere Kinder betreuen darf. Meine Frau und ich haben Glück, dass unsere Eltern sich um unsere Kinder kümmern während wir arbeiten, aber aus Interesse hab ich mal bei Arbeitskollegen und Freunden nachgefragt, was die so Erfahrungen mit Tagesmüttern hatten und erstaunlicherweise hatte KEIN EINZIGER positive Erfahrungen…

    • Wolfgang

      Lieber Bernd………Verrückte oder emotional und psychisch total vorbelastete Mensch kann ich hier leider nur einen lesen… rate mal wen ich meine?….. wie kann man als erwachsener Mensch sooo einen Schwachsinn von sich geben??….. jede Tagesmutter/Vater durchläuft eine lange Schulung …muss eine Prüfung ablegen…..und wird vom Jugendampt nochmals überprüft!……. einfach mal schlau machen und nicht etwas von sich geben von dem man gar keine Ahnung hat……. Verrückt oder emotional und psychisch total vorbelastet sind aber leider sehr oft überforderte Eltern die einfach nur froh sind ihr Kind abdrücken zu können….. wenn es dann nicht so läuft wie sie erwarten sind natürlich wie immer die „Anderen“ daran Schuld…… traurig

  9. Jenny

    Und als Tagesmutter habe ich die Erfahrung gemacht, dass Eltern die unzuverlässigsten Arbeitgeber sind.
    1. Familie: Ja, super gerne. Probearbeiten: Alles mega toll. Die Kleinen freuen sich schon…plötzlich 2 Tage später: Schauen wir mal – Funkstille.
    2. Familie: Wir brauchen dringend jemanden. Erstes Kennenlernen am Wochenende. Plötzlich Absage am selben Morgen. Daraufhin andauerndes Verschieben und wochenlanges Hinhalten. Irgendwann: Lieber doch keinen Slot für uns freihalten.

    Nie wieder. So ist noch kein Arbeitgeber mit mir umgegangen. Und dann beschweren sich manche über unzuverlässige Tagesmütter. Glaubt mir: Auch Tagesmütter können ein Lied von unzuverlässigen Eltern singen.

  10. Ina

    Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel.
    Wir haben dieselben, enttäuschenden Erfahrungen mit Tagesmüttern gemacht. Und 99% unserer Freunde ebenfalls.
    Ich würde mich nie wieder für selbige entscheiden.
    Tagesmütter sind leider gescheiterte Existenzen, es ist und bleibt einfach so.

    • Oh, liebe Ina, ich lese deine Enttäuschung aus deinem Kommentar. Trotzdem kann ich eine solche Verallgemeinerung hier auf keinen Fall unkommentiert stehen lassen. In jedem Berufsfeld gibt es schwarze Schafe und ich finde es äußerst respektlos, von allen Tagesmüttern als „gescheiterte Existenzen“ zu sprechen. Ich kenne im Gegenteil einige Tagesmütter persönlich, für die ihr Job immer eine wahre Berufung ist bzw. war und auf die wir uns als Familie jederzeit verlassen konnten.

      Ich sehe es auch kritisch, dass Tagesmütter vergleichsweise wenig kontrolliert werden und oft stimmt auch einfach die Haltung zu den Kindern nicht. Das hast du in Kitas oder Krippen aber genauso oft. Letztlich muss man halt immer eine Betreuung finden, die zu einem passt. Wir haben deswegen nicht nur einmal die Tagesmutter wechseln müssen, sondern haben auch länger nach der richtigen Kita gesucht.

      Verurteilungen wie deine, die sich gegen eine ganze Personengruppe wenden, möchte ich hier bitte nicht lesen. Danke dir.

  11. Sophie

    Hallo,
    ich glaube auch, dass das System krankt. Dies ist aber leider auch der Grund für das Machtgefälle, in welchem sich Tagesmütter und Eltern befinden. Die Erfahrungen, die im Text beschrieben wurden, haben wir ebenfalls gemacht. Keinen Kita-Platz bekommen, weil es in unserer Region daran mangelt. Auf eine Betreuung aber angewiesen. Keine Großeltern in der Nähe. Ja, man hat uns zuvor erzählt, dass wir eine alternative Betreuung für den Krankheitsfall bräuchten. Und dann? Wir hatten ja keine Alternative zur Tagesmutter. Dann fiel sie ständig aus. Jeden Tag hatte ich Angst, dass die Nachricht käme, sie oder ihr Kind seien krank, weil wir eben keine Alternative hatten. Mit Urlaubstagen kompensieren? Geht schlecht, wenn die Urlaubstage nicht mal für die 7,5 Wochen ausreichen, die sich die Tagesmutter unrechtmäßig Urlaub nimmt. Zum Teil fiel sie über die Hälfte der Betreuungstage eines Monats aus. Ich hatte viele schlaflose Nächte. Und wir? Haben uns jeden Tag versucht, eine neue Lösung einfallen zu lassen. Halbe Urlaubstage und dann irgendwie aufteilen. Unbezahlter Urlaub, wobei die Betreuungskosten fast am bundesweiten oberen Ende lagen. Beschweren kann man sich in dieser Situation, aber nicht, weil die Tagesmutter ja nicht nur deshalb in einer machtvollen Position ist, da sie einem den so dringend notwendigen Betreuungsvertrag kündigen kann, sondern zudem ja auch auf das eigene Kind aufpasst, welches unter einer angespannten Stimmung zur Tagesmutter leidet. Es gibt mit Sicherheit sehr viele, kompetente, liebevolle Tagesmütter und nur wenige schwarze Schafe. Dennoch ist man keinesfalls in einer gleichberechtigten Beziehung, die aber in der Kinderbetreuung so wichtig wäre. Denn so muss man wohl oder übel über vieles hinwegsehen. Für unseren Sohn haben wir seit dem Sommer einen Kita-Platz und sind sehr zufrieden. Unsere Tochter kam dieses Jahr zur Welt. Mir graut schon davor, einen Betreuungsplatz für sie zu finden. Ich hoffe, wir bekommen einen Platz in der Kita unseres Sohnes, denn ich möchte nicht mehr in einem derartigen Abhängigkeitsverhältnis stecken. Schon gar nicht, wenn es um so etwas Wichtiges wie die Betreuung meiner Kinder geht.

  12. Sophie (nicht die Autorin)

    Entschuldigung, habe gerade erst gesehen, dass die Autorin meinen Namen teilt. Ich wollte nicht für Verwirrung sorgen.

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