Ein mutiges Baby (Das Räupchen-11-Monats-Update)

Zu Beginn ihres 11. Lebensmonats haben wir das Räupchen mal so richtig geschockt: Wir sind in den Urlaub gefahren. Nach Italien. Und ihr ahnt vielleicht, in welcher Gunst so ein süßes pausbäckiges Baby in der italienischen Öffentlichkeit steht? In einer sehr hohen! Das Räupchen wurde also von lauter fremden Italiener*innen geneckt und geherzt, gepiekt und gekniffen (liebevoll, versteht sich) – und diese Spezialabhärtung scheint Wunder bewirkt zu haben: Seit wir aus dem Urlaub zurück sind, ist das Baby nicht mehr wiederzuerkennen!

Gut, vielleicht liegt es auch ein bisschen an der natürlichen Entwicklung, dass unser Räupchen fast von heute auf morgen viel offener gegenüber fremden Menschen geworden ist. Aber ich finde es einfach zu lustig, den Italienern die „Schuld“ daran zu geben. Denn der Urlaub war für unser Baby wahrlich eine Herausforderung! Bei jedem Besuch im Gemüseladen, Supermarkt oder in der Pizzeria kam dem Räupchen eine ganz besonders herzliche Behandlung zugute. Nur, dass sie das selbst nicht so empfand!

Nach Einkäufen im Supermarkt schlief das Räupchen immer besonders schlecht, wimmerte im Schlaf und hatte wohl Alpträume von italienischen Mammas mit sehr großen Händen, die sie streicheln und in die Backe kneifen wollten. Mir tat sie wirklich ein bisschen leid und wir versuchten auch, die italienischen Liebesbekundungen so gut es ging abzuwehren. Aber es klappte halt nicht immer! Gleichzeitig fand ich es ja auch sehr süß, wie verzückt unser Baby überall angelächelt und vollgequatscht wurde. Es würde mich nicht wundern, wenn sie jetzt auch ein bisschen italienisch kann.

Mein mutiges Räupchen

Jedenfalls ist unser Baby fast wie ausgewechselt, seitdem wir aus dem Urlaub zurück sind. Schon im Urlaub konnten wir von Tag zu Tag beobachten, wie das Räupchen immer mutiger wurde. Sie erkrabbelte sich unsere ganze Unterkunft, die Terrasse und den großen Garten vor unserer Ferienwohnung. Dabei mussten wir immer gut aufpassen, weil sie Gefahren wie kleine Treppen oder auch einzelne Stufen noch gar nicht gut einschätzen kann. Dabei erinnerten wir uns daran, dass wir dem Hübchen in ähnlichem Alter damals bereits beigebracht hatten, rückwärts von Betten und anderen Möbeln herunterzuklettern. Aber so hat jedes Kind sein eigenes Tempo!

Das Räupchen findet nämlich zum Beispiel auch noch gar nichts daran, sich irgendwo dran hochzuziehen. Wenn wir sie mal aktiv hinstellen, merken wir, dass sie schon ganz gut auf ihren zwei Füßchen steht. Nur sie selbst scheint einfach noch gar kein Interesse daran zu haben, sich mal selbst in den Stand zu begeben. Krabbeln, knien und sitzen reicht ihr fürs erste völlig. Und ich finde das auch ganz OK so. Denn sobald sie laufen können, ist die Babyzeit ja gefühlt irgendwie dann doch rum.

Das Baby isst!!

So habe ich gerade zwar ein sich ultra rasant veränderndes Baby, aber es bleibt eben doch noch eine Weile mein Baby. Wobei wir nun doch einen bedeutenden Schritt in Richtung Erwachsenenleben gemacht haben: Das Räupchen isst! Natürlich hatten wir schon vor dem Toscana-Urlaub gescherzt, dass es bestimmt die gute italienische Küche braucht, um sie auf den Geschmack von fester Nahrung zu bringen. Dass es aber dann wirklich so kam, war vermutlich einfach Zufall im Timing. Denn Nudeln und Pizza hat sie natürlich noch nicht kosten dürfen.

Stattdessen gab es Haferbrei, Obstbrei, diverse weiche Früchte und immer mal was weich gekochtes Gemüsiges auf die Hand, je nachdem was es bei uns gab. Über diesen späten Beikoststart muss ich bei Gelegenheit auch noch mal separat bloggen, weil wir uns wie schon beim Hübchen völlig von der Bereitschaft und den Vorlieben des Babys haben leiten lassen. Deswegen gibt es hier auch kein striktes „nur Brei“ oder „nur Baby Led Weaning“, sondern eine Mischung aus allem – eben so, wie es dem Baby gefällt, und vor allem wie es die Sachen essen kann, so ganz ohne Zähne.

Vom Ersetzen ganzer Milchmahlzeiten waren wir in Räupchens 11. Lebensmonat sowieso noch meilenweit entfernt. Denn meistens war nach ein paar Löffeln, ein paar Bissen, einem angelutschten Stück Brot dann auch wieder Schluss. Man merkte klar, dass Essen noch mehr Spiel und Erlebnis war, als dass es schon der Sättigung hätte dienen können. Aber genau so finde ich es auch richtig: Erst der Spaß und die Neugierde, und irgendwann sind die Skills so geübt, dass es auch mal ums Sattwerden gehen kann.

Und immer noch: Stillen nach Bedarf (und ohne Zähne)

Auch im 11. Lebensmonat wurde das Räupchen also nach Bedarf gestillt. Das hieß allerdings trotzdem, dass es tagsüber nun mitunter längere Pausen gab. Alles andere war halt einfach zu spannend, da konnte man den Hunger schon mal über viele Stunden vergessen! Aber aufgeschoben ist halt nicht aufgehoben, und deswegen waren die Nächte für mich oft eher anstrengend. Da wollte das Räupchen nämlich wieder im Zweistundentakt an die Brust, in den Morgenstunden gar im Stundentakt.

Freundlicherweise ließ der Liebste mich im Urlaub häufiger etwas länger schlafen. Das tut nach solchen Nächten auch wirklich Not! Insgesamt kann ich aber zum Glück sagen, dass mich das nächtliche Stillen nicht übermäßig auslaugt. Das Baby ist halt einfach extrem kompetent, kennt seinen Weg und ich brauche meist nicht mal komplett aufzuwachen.

Von Zähnen ist übrigens immer noch keine Spur. Zwischendurch schlief die Raupe so schlecht, weinte beim Aufwachen und ließ sich schlecht beruhigen, dass wir uns völlig sicher waren, dass doch da jetzt endlich ein Zahn kommen müsste. War aber bisher nicht so. Wir bleiben gespannt.

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