Die „Vielleicht-ja-doch-Kiste“ oder: Gedanken an ein drittes Kind

Oben, unter der Decke im Flur, gibt es bei uns ein Regalbrett, auf dem diese großen Aufbewahrungskisten aus Plastik stehen. „Größe 86/92“ steht auf der einen. „Größe 98/104“ auf der anderen. Das sind die Sachen, die dem Hübchen nicht mehr passen und die ich in weiser Voraussicht fürs zweite Kind aufbewahrt habe. Das zweite Baby ist mittlerweile auch schon fast 11 Monate alt und deswegen gibt es eine weitere Kiste, auf der steht: Trödel. Da drin warten die Sachen, die auch dem Baby schon nicht mehr passen, darauf, verkauft zu werden. Das Ding ist nur: Irgendwie will das hier keiner so recht.

Eigentlich, ja eigentlich, sprechen so viele Fakten gegen den bloßen Gedanken an ein drittes Kind. Der Platz, das Geld, die Anstrengung. Vor allem die Anstrengung! Und trotzdem ist da irgendetwas in mir, dass mich davon abhält, die olle Plastikkiste vom Regalbrett zu hieven und damit auf den nächsten Kindertrödel zu flitzen. Die schönen Wolle-Seide-Bodys! Der tolle rote Wollpullover, den das Räupchen ihren ersten Winter über quasi ständig anhatte. Und erst die robusten Schlafsäcke, die schon das Hübchen muckelig gewärmt haben! Nein, irgendwie mag ich das alles nicht verkaufen. Zumindest jetzt noch nicht.

Der Mann hält mich indes für ein bisschen wahnsinnig. Er kann sich schließlich noch sehr gut daran erinnern, wie ich ihn während der letzten Schwangerschaft nahezu täglich darum gebeten habe, mich doch bitte später daran zu erinnern, wie schrecklich das alles ist. Die Müdigkeit, die Schwerfälligkeit, die Rückenschmerzen und vor allem, dass man andauernd pinkeln muss. Ja, ich habe meinen schwangeren Zustand gehasst, das könnt ihr in meinem Schwangerschafts-Wochenbuch ganz gut nachlesen.

Die Natur hat es aber wohl ziemlich clever eingerichtet, dass man (frau) diese Strapazen ziemlich schnell wieder vergisst. Bei mir hat es nur ca. 6 Monate gedauert, also ungefähr die Zeit, in der mein Baby von einer recht bewegungsunfähigen Topfpflanze zu einem aktiven Familienmitglied wurde. Kaum ist das Baby groß, denke ich an die süßen kleinen Bodys, an schielende Äuglein, schmatzende Neugeborenenlippen und diesen unvergleichlichen Duft, der von den ganz kleinen Babys ausgeht.

Auch wenn mir eigentlich schon ziemlich klar ist, dass ich mit zwei Kindern verdammt ausgelastet bin, ist mir bei dem Gedanken unwohl, vielleicht nie wieder ein neues Baby im Arm zu haben. Also, mein eigenes meines ich, denn auch wenn es schön ist, die Babys von Freundinnen zu besuchen, ist es natürlich nicht das gleiche, ist ja glasklar.

Ein Anfänger-Baby? Gerne wieder!

Wenn ich ehrlich bin, durchschaue ich mich dabei selbst ziemlich gut in meiner geballten Irrationalität. Weil ich mich nämlich noch sehr gut daran erinnern kann, wie ich noch lange nach Hübchens Geburt überhaupt nicht an ein zweites Baby denken konnte. Das Hübchen war und ist ja, wie ihr wisst, ein großartiges Kind. Aber eben auch recht herausfordernd. Mein großer Sohn war mehr so vom Babytyp „Non Stop Aufmerksamkeit“.

Seine kleine Schwester hingegen ist mehr so vom Typ „Latte Macchiato Baby“, sprich: Mit ihr könnte ich stundenlang in irgendwelchen Cafés sitzen, Kaffee schlürfen und mit Freundinnen schnattern. Denn das Baby ist genügsam und beschäftigt sich auch schon mal über Stunden mit diversen Dingen, die man ihr gegebenenfalls anreichen muss, aber das war’s dann auch. (Notiz an mich selbst: Mehr Zeit in Cafés verbringen und mit dem Baby angeben!)

Keine Garantie für ein „einfaches“ Kind

Wo der Haken ist, erkennt ihr also ziemlich leicht: Denn natürlich kann mir kein Universum der Welt garantieren, dass es, sollte ich ein drittes Kind bekommen, wieder eins vom Typ Räupchen wird. Schade, wirklich schade. Denn auch wenn ich mein Hübchen natürlich nicht mal für die beste Falafeltasche der Welt eintauschen würde und ich dem Schicksal, Karma oder wem auch immer sehr dankbar für genau dieses Kind bin – auch weil es mich am Ende vermutlich hoffentlich zu einem besseren Menschen macht… Nein, noch so ein Kind wäre einfach zu viel, also für mich jetzt. Das muss ich wohl einfach mal ehrlich zugeben.

Jaja, ich höre schon die Stimme meines Yogalehrers, der sagt: „Das Universum schickt dir immer das Kind, das du gerade brauchst“ (oder was ich da zwischen den Zeilen lese: das Kind, dass du gerade noch so ertragen kannst). Aber mal im Ernst: Das Universum hat manchmal entweder Sinn für schwarzen Humor oder rabenschwarze Tage, an denen es manchen Familien wohl einfach mal gepflegt den gestreckten Mittelfinger zeigt. Stelle ich mir jedenfalls so vor, Realistin, die ich bin.

Selbst gesetzt den Fall, ich würde erneut die Märtyrerin in mir entdecken und mich aufopfernd in eine dritte Schwangerschaft, eine dritte Geburt und ein drittes Wochenbett (mit einem dann vermutlich noch schmerzhafteren Milcheinschuss, denn schlimmer geht bekanntlich immer) stürzen, kann ich unterm Strich eigentlich immer noch nur sagen: Nein. Nein zum dritten Kind.

Sophiechen, denk an deine Nerven!

Denn das Leben mit Kindern schlaucht mich. Die fehlende Selbstbestimmtheit, kaum Freizeit, immer will jemand was. Zu wenig Schlaf, irgendwo ist immer Chaos und die geborene Freizeitmanagerin (Stichwort Hobbys und „Playdates“ der Kinder) bin ich auch nicht. Habe ich nämlich auch gar keine Lust zu. Ich gehe nicht auf in dem, was man Mutterschaft nennt. Ich habe gerne Kinder, aber ich freue mich auf die Zeit, wenn diese so selbstständig werden, dass sie mir wieder mehr Zeit für mein eigenes Ich geben.

An schlechten Tagen (vor allem im Winter. Ausschließlich im Winter. Ich hasse den Winter!) frage ich mich manchmal, ob es mich überhaupt noch gibt. Mich als Mensch, mich als Frau, als eigenständige Person. Wenn immer irgendein Kind an einem hängt, ist es manchmal schwer, sich noch komplett allein zu (er)kennen. Jedenfalls geht es mir gelegentlich so.

Ich freue mich darauf, wenn ich wieder mehr ich selbst sein kann. Mehr arbeiten, ausgehen, Freunde (ohne Kinder) treffen, Hobbys pflegen, mehr lesen, neue Sachen lernen (nähen, Lindi Hop tanzen, endlich richtig Dressur reiten). Ich will nicht mehr ständig sagen müssen: „Das machen wir, wenn die Kinder größer sind“ – und dabei ein bisschen traurig gucken, weil das schließlich noch ewig dauern kann. Ich will, dass diese Zeit auch wirklich näher rückt. Und das täte sie eben erst mal nicht, wenn wir noch ein drittes Kind bekommen würden.

Diese Familie, so wie sie ist, ist ein Geschenk

Zwei Kinder sind ein Geschenk, das sehe ich tatsächlich so und meine das total unpathetisch. Ich bin nämlich wahnsinnig glücklich mit diesen zwei Kindern und habe das Gefühl, dass unsere Familie in dieser Konstellation prima funktioniert und auch zukünftig funktionieren wird. Ich schrecke also auch vor der Gefahr zurück, mit dem dritten Kind alles auf Anfang zu stellen: Stress, Aufruhr, ein eventuell wieder sehr herausforderndes Kind. Braucht das irgendwer? Ich nicht, irgendwie.

Und trotzdem mache ich jetzt folgendes: Ich sortiere die richtig schönen, guten, teuren Babysachen aus. In eine extra Kiste, eine viel kleinere. Der rote Wollpulli kommt da rein, der schöne Baumwollschlafsack. Die kleine Mütze, die meinen beiden Babys an frischen Frühlingstagen die Öhrchen gewärmt hat. Und noch ein paar andere Sachen, an denen ich hänge und die ich schrecklichst vermissen würde, sollte das Schicksal mir doch ein drittes Kind schicken.

Vielleicht ja doch!

Ich glaube, ich schreibe „Vielleicht ja doch-Kiste“ drauf. Weil man ja niemals nie sagen soll. Weil es ja sein kann, dass sich irgendetwas ändert – an meiner Einstellung, an unserer Lebenssituation, am deutschen Steuersystem. Weil meine beiden Kindern bald viel älter sein werden, viel selbstständiger und im Ansatz vielleicht sogar das, was man wohl „vernünftig“ nennt. Und wer weiß, vielleicht kann ich mir dann ein neues Baby sehr gut vorstellen, selbst wenn es total anstrengend und im Trotzalter ein unfassbarer Wutbolzen wird.

Ich bin schließlich erst 31 Jahre alt und einfach nicht bereit für feste Nein-Aussagen. Muss ich auch nicht. Ich habe ja meine Kiste. Und einen Mann, der zwar jetzt schon über sein angebliches Greisen-Alter spricht, aber wenn’s drauf ankommt, ganz sicher bereit für neue Abenteuer sein wird. Und vielleicht wird es dann ja auch nur ein Kätzchen. Mal schauen, was kommt!

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17 Kommentare zu „Die „Vielleicht-ja-doch-Kiste“ oder: Gedanken an ein drittes Kind

  1. Noch ein anderer Aspekt bei der Kinderwunsch-Frage: Bei mir ist es so, dass das zweite Kind einfach nicht klappen will, seit nun drei Jahren. Aber auch da stellt sich die Frage: abschließen oder weiter laufen lassen? Denn es ist – neben der psychischen Belastung – schon nervig, wenn man sein Leben nie mehr als neun Monate im Voraus planen kann, weil es ja rein theoretisch doch mal klappen könnte. Bewerbungen und Fernreisen kann man so nicht entspannt planen. Alleine der Wunsch nach einem Kind gibt einem irgendwann das Gefühl, fremdbestimmt zu sein.
    Wir haben nun beschlossen, es bis Ende des Jahres noch zu probieren und dann mindestens zwei, drei Jahre wieder zu verhüten. Ich brauche eine Pause. Ist aber auch keine leichte Entscheidung mit 38 Jahren… Aber ich will auch irgendwann aussortieren.

    • Oh ja, das kann ich gut nachempfinden. Das Räupchen hat ja auch etwa ein Jahr auf sich warten lassen. Bei mir stellte sich die Schilddrüse als Übeltäter raus: Keine zwei Monate nach Beginn der Medikamenteneinnahme war ich dann schwanger!

      Wir haben ja damals einfach trotzdem alles normal geplant, deswegen sind wir auch in den Urlaub gefahren, als das Räupchen 3 Wochen alt war. Aber gut, war nur Allgäu. ?

      Vielleicht schafft ihr es ja, den Kinderwunsch irgendwie „nebenher“ weiterlaufen zu lassen. Also ohne Sex nach Plan, aber eben auch ohne Verhütung? Ich könnte mir vorstellen, dass das meine Herangehensweise wäre, weil aktiv verhindern will man eine Schwangerschaft ja auch nicht. Aber bestimmt habt ihr solche Überlegungen alle schon durch.

      Ich drücke euch die Daumen, dass ihr einen guten Weg findet.

  2. Tine

    Ich bin vor 6 Wochen zum 2. Mal Mama geworden und habe jetzt schon für später Gedanken an ein drittes Kind, obwohl ich noch im Studium bin und nächstes Jahr der Nervenkitzel Referendariat beginnt. Natürlich spricht einiges dagegen, aber nein, ich kann mir aktuell nicht vorstellen nur die beiden zu haben. Liegt vielleicht auch daran, so blöd das klingt, dass ich so gerne noch ein Mädchen hätte – obwohl ich weiß, dass ich es mir nicht aussuchen kann und vermutlich einen dritten Jungen (der genauso geliebt werden würde, natürlich!) bekommen würde. Aber ne…ich hab mir irgendwie immer sogar vier gewünscht – ich habe selbst drei Geschwister. Aber finanziell gesehen – ich akuell mit 30 noch im Zweitstudium, mein Freund ungelernt vor drei Jahren aus dem Ausland hergekommen – ist das eigentlich Wahnsinn. Andererseits habe ich einige Träume wie ein eigenes Haus schon lange beiseite gelegt und eigentlich braucht man auch nicht all den Schnickschnack. Aber… vielleicht werde ich wohl auch eine Vielleicht-Kiste aufmachen – schließlich muss auch der Papa erst noch vom dritten Kind überzeugt werden 😀

    • Na, da habt ihr doch noch massig Zeit! Wenn ihr erstmal vernünftig bezahlte Jobs habt, treffen sich solche Entscheidungen gleich viel besser. ?

      Ich war übrigens nach der Räupchen-Geburt erst echt erleichtert, dass es ein Mädchen ist: Da muss ich jetzt nicht noch eins bekommen, war einer meiner ersten Gedanken. ? Und jetzt denke ich trotzdem dran, also das kann nun nicht der alleinige Grund sein. ?

  3. Kathrin

    Heute morgen sagte ich zu meinem Mann: mein Körper spinnt scheinbar etwas. Wenn mir jetzt noch übel wird, bin ich wohl schwanger?!
    Es wird, wenn dann, Nr. 5.
    Platz hat man nie genug und Geld sowieso nicht. Wenn es so ist, dann nehmen wir mit Freuden unser Winterbaby bei uns auf.
    Wobei der Zwerg – Dreilinge oder Vierlinge will, wie er letztens seiner Schwester berichtete ?

      • Kathrin

        So ganz richtig geplant, war nur Nr. 4
        Ich bin feige im Moment, mag weder Testen, noch zum Arzt gehen. Hatte vor 2 Jahren eine FG und bin erst optimistisch, wenn der Bauch zu wachsen beginnt. 🙂

  4. Kathi

    Also wir sind durch. Wir haben zwei wundervolle Jungs, der große war bzw ist ein High Need Kind, der kleine hat bis vor kurzem noch mehr als bescheiden geschlafen… Ne es reicht. Auch wenn es mir zugegebenerweise etwas schwer fiel mich vom Traum einer Tochter zu verabschieden. Dafür bekomme ich aber nun demnächst gleich zwei Nichten. Meine Schwester bekommt nämlich nun nach zwei Jungs eineiige Zwillingsmädchen.

    • Ja, der Tochtertraum, der war bei mir auch groß. Ich schätze, wenn ich einen zweiten Sohn bekommen hätte, wäre der Wunsch nach einem dritten auch größer. Aber auch die Angst, einen dritten Jungen zu bekommen und dann mit der Situation überfordert zu sein (nicht mit der Situation, einen dritten Sohn zu haben, sondern an sich mit drei Kindern).

      Ich dachte eigentlich, nach der Tochter wäre es für mich leichter, zu sagen: Zwei sind genug. Aber so ganz will der Gedanke an ein drittes nicht verschwinden.

  5. Katrin

    Liebe Sophie, das hast Du mal wieder so gut beschrieben. Bei mir war/ist es so, dass ich zwar sicher war, kein drittes Kind zu wollen (u.a.: beide meine Kinder waren sehr schlechte Schläfer, waren sehr anhänglich, nahmen keine Flasche, und zudem war ich bei der Geburt von Nr. 2 auch schon fast 35), wollte ich die Babyklamotten trotzdem nicht einfach verkaufen. Da steckten so viele Erinnerungen drin, das ging einfach nicht! Und es wäre mir auch irgendwie wie ein zu brutales Abschneiden der theoretischen Möglichkeit vorgekommen – so, als hätte ich mich damit der Möglichkeit beraubt, noch ein Kind zu kriegen, was ich ja wiederum auch nicht wollte, denn es sollte sich ja jederzeit nach einem selbstbestimmten Entschluss anfühlen;-). Ich habe also die Sachen weiterhin schön aufbewahrt und immer wieder etwas an gute Freundinnen verliehen. Zum Teil habe ich sie mit Namen markiert und mir zurückgeben lassen, für künftige weitere Ausleihen. Die Sachen sind einfach zu teuer und zu schön gewesen, um sie für so wenig Geld zu verkaufen, finde ich. Und zuletzt: Meine Mutter hat viele unserer alten Klamotten aufbewahrt und sie dann an mich weitergegeben, als ich das erste Mal schwanger war. Es war so schön und emotional, diese 70er/80er-Jahre-Teile aus den alten Pampers-Kartons rauszuholen, zu waschen und in meinem Wickelkommode zu legen! Und es waren so schöne, zeitlose Teile dabei, auch Jacken und Anzüge, die richtig teuer gewesen sein müssen, und die ich dann mit so viel Freude meinen Töchtern angezogen habe! Ich habe total viele Bemerkungen und Komplimente dazu bekommen und fand es dann irgendwie richtig toll, sagen zu können, dass das ein Kleidungsstück ist, dass ich (oder z.T. sogar meine Mutter!) als Kind schon anhatte und das meine Mutter aufbewahrt hat.

    • Das ist eine total schöne Idee! Auf die Idee bin ich vorher noch gar nicht gekommen, weil wir eigentlich gerade so im Aussortier-Wahn sind. Alles, was nicht genutzt wird oder später noch genutzt werden wird, wollen wir eigentlich immer zeitnah loswerden, um nicht so viel Besitz anzuhäufen. Aber so eine kleine Ausnahme werde ich bestimmt machen dürfen. 😉

      • Katrin

        Absolut, ich bin pro Ausnahme und das Finden eines Mittelweges:-)! Wenn man es sich richtig überlegt, nehmen Baby- und Kinderklamotten ja nicht so viel Platz ein – ganz anders als die ganzen sperrigen Möbel und Ausstattungssachen wie Babywippen, Windeleimer, Laufräder usw.- diese Dinge habe ich auch möglichst schnell verkauft (ebenso die Schneeanzüge, die ja doch auch einigen Platz einnehmen).

  6. Katrin

    Ach so, ich habe das Ende vergessen: Ich möchte also gerne ebenfalls meine Lieblingsstücke für meine Kinder aufbewahren, denn vielleicht freuen sie sich dann später auch, wenn sie ihren Kindern die Klamotten anziehen können, die sie als Kind schon hatten. Und ich würde mich dann natürlich ganz besonders freuen – ich kann mir jetzt schon meine Nostalgie vorstellen, haha!

  7. Gis

    Auch ich war nach dem zweiten Kind noch nicht bereit, die Babysachen wegzugehen. Zuerst habe ich die Sachen verliehen und dann kam das ‚Vielleicht-doch-Kind‘ doch und ist jetzt 18 Monate. Diesmal habe ich großzügig aussortiert und weggegeben aber dennoch gibt es die Kiste mit besonderen Sachen, das Meiste tatsächlich in den kleinsten Größen. Nach 7 Jahren Schlafentzug und Mutterschaft bin ich mir mittlerweile aber recht sicher, dass es wohl eine Nostalgiekiste bleiben wird. Aber man weiß ja nie… denn im Gegensatz zu Dir war ich sehr gerne schwanger und fand die Geburten meiner Kinder schön. Trotzdem ruft mein Ich momentan eher nach mehr Freiheit und Zeit für Eigenes.

    • Och, so eine Geburt würde ich auch sofort noch mal machen. Die dauert wenigstens nicht 9 Monate. 😂

      „Man weiß ja nie“ wird vermutlich auch mein Motto in Bezug auf den Kinderwunsch. Aber ich glaube, ich bin auch ganz generell nicht so der Typ für so richtig feste Entscheidungen. Es kommt ja dann sowieso immer alles anders als man erst dachte. 😉

  8. Lana

    Liebe Sophie, ich bin erst kürzlich auf deinen Blog gestoßen und fühle mich seitdem fast wie ein Kind im Süßigkeitenladen, wenn ich durch die Artikel stöbere. Denn du sprichst viele Themen an, die auch mein Mamaleben prägen — sehr ehrlich, persönlich, mit viel Humor und immer einem Fünkchen Hoffnung. 🙂
    So auch in diesem Artikel könnte ich unter jedem Wort unterschreiben… Vielleicht, weil es so viele Parallelen gibt… Ich habe auch einen Sohn und eine Tochter (geb. Juni 2015 und Oktober 2016). Auch mein Sohn brauchte schon als Baby „Non Stop Aufmerksamkeit“ und fordert sie noch jetzt mit fast drei Jahren mit allen Mitteln ein (obwohl es ja schon besser wird). Die Kleine war dagegen seit dem ersten Tag entspannt, fröhlich, so verschmust… und ich genoss die Babyzeit mit ihr so intensiv… Vielleicht auch wegen dem Gedanken, dass es kein drittes Kind bei uns geben wird. Zu groß ist die Sehnsucht nach einem „normalen“, selbstbestimmten Leben, das sich nicht ausschließlich um die Kinderversorgung oder Kinderunterhaltung dreht, sobald die Kinder da sind. Wir hoffen, dass wir eines Tages einen Zustand erreichen, bei dem wir auch in Anwesenheit der Kinder Dinge tun können, die wir auch sonst tun würden, wie z. B. arbeiten, schlafen, lesen, sorglos aus dem Zimmer gehen… Und nein, wir wollen kein klassisches Familienkonzept, in dem mindestens ein Elternteil die Kinder nur abends und am Wochenende sieht und das eigene Ich nur sein darf, wenn die Kinder fremdbetreut werden! Ein drittes Kind würde diese Hoffnung wieder weiter weg rücken… Für mich vielleicht noch denkbar mit meinen 31 Jahren aber für unseren Papa mit seinen 40 schon deutlich schmerzhafter… Ich möchte nicht, dass er seine Ziele und Träume erst umsetzen kann, wenn das Rentenalter schon vor der Tür steht… Außerdem sind uns die Kids so gut gelungen :), dass ich ein bisschen Angst habe, unser Glück wieder herauszufordern…
    Und doch, und doch und doch: ich denke ganz oft an ein drittes Kind! Irrational und sehnsüchtig… Dann denke ich: vielleicht etwas später – vielleicht wenn der Minibär und die Minimaus eingeschult werden, selbständiger und vernünftiger sind – vielleicht sind wir dann wieder bereit…

    • Oh, vielen Dank für dein nettes Lob! Es freut mich sehr, dass du dich hier so wieder findest und meine Texte magst! Ist anscheinend auch kein Wunder, bei den vielen Parallelen. 😉

      Ich glaube ja, was Menschen wie uns immer ausknockt, ist dieses blöde „man will eh immer das haben, was man gerade nicht hat“. Wetten, wir wünschen uns später ganz dringend genau dann ein neues Baby, wenn die großen Babys brav ihre Teller abräumen, bis zum späten Vormittag schlafen und so oft mit ihren Freunden unterwegs sind, dass uns schon ganz öde ist vom lauter Bücher lesen. 😂

      Aber naja, ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich dann vernünftig genug bin, meine neuen, alten Freiheiten genug zu schätzen und mich guten Gewissens gegen ein Baby zu entscheiden. Und dann ist da ja auch der Papa-in-spe, der das ähnlich sieht wie dein Mann. Irgendwann muss dann nämlich unbedingt mal wieder mehr Zeit sein für die schönen Dinge, die wegen der Kinder immer hintenan stehen.

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