Mein Sternengucker-Mädchen – Ein Geburtsbericht

Warnung: Dies ist ein Geburtsbericht. Es kommen Wörter wie „Blut“, „Schleim“ oder „Schmerzen“ darin vor, denn all das ist Teil einer ganz gewöhnlichen Geburt. 🙂  Die Geburt meines Mädchens war eine an sich unkomplizierte Hausgeburt, die den Geburtsverlauf betreffend jedoch einige ungewöhnliche Aspekte enthielt. Auch deswegen teile ich die Erfahrung hier gerne so detailliert mit euch: Mir ist es wichtig, das Thema Geburt aus der Tabu-Zone zu befreien und darüber zu reden, dass jede Geburt ihr eigenes Tempo und ihren ganz individuellen Verlauf hat. Bleiben wir mutig! Lassen wir unseren Körpern den Raum und die Zeit, die sie brauchen! Viel Spaß beim Lesen!

Am Mittwoch fühle ich mich schlapp. Trotz guter 10 Stunden Schlaf in der vorigen Nacht hänge ich den ganzen Tag rum und ignoriere trotzig den Elterngeldantrag, den ich noch zu Ende ausfüllen will, bevor das Baby sich auf den Weg macht. In meiner Vorstellung bin ich noch mindestens bis zum Wochenende schwanger und bemitleide mich deshalb selbst. Ich kann nicht mehr, ich mag nicht mehr! Der Bauch ist riesig und stört, meine Plattfüße schmerzen, ich fühle mich wirklich nicht mehr wohl. Das Baby soll jetzt bitte bald kommen!

Nachmittags gönne ich mir ein heißes Bad und flüstere dem Baby zu: „Bitte, komm bald raus!“ Gegen Mittag hatte ich ein paar leichte Wehen gespürt, aber jetzt ist alles wieder ruhig. Abends gucken der Mann und ich fern. Es geht um die Rettung alter Gemüsesorten, schrullige alte Menschen erzählen von ihren Gemüsesamenbanken, wir amüsieren uns bestens. Zwischendurch zieht es mich im Rücken und plötzlich tut mein gesamter Rumpf weh, wobei, so richtig schmerzhaft ist es auch wieder nicht. „Ich fühle mich komisch“, sage ich zum Mann, denn das trifft es am besten. Aber komisch habe ich mich in den letzten Wochen schon häufiger gefühlt.

Gegen 23 Uhr wollen wir ins Bett gehen und im Bad bemerke ich ein ganz kleines bisschen blutigen Schleim. Es sind wirklich nur ein paar winzige Tropfen, aber mir ist sofort klar: Jetzt geht es los! Ich fange den Mann in der Küche ab und grinse ihn an: Morgen haben wir vielleicht ein Baby! Das wäre dann eine Punktlandung: Nach meinen Berechnungen wären am kommenden Tag exakt die 40 Schwangerschaftswochen rum, von denen man im Allgemeinen so ausgeht. Prompt spüre ich die ersten leichten Wehen. Ich gehe noch mal in Hübchens Zimmer, gebe meinem großen schlafenden Jungen einen Kuss. Danach schreibe ich eine Nachricht an meine Hebamme: „Vielleicht geht’s heute Nacht los!“.

Die Wehen fühlen sich ungewohnt an

Kaum liege ich im Bett, kommt die erste etwas stärkere Wehe. „Geht’s los?“, fragt der Mann und ich denke: Ja! Aber irgendwie verunsichern mich die Wehen. Sie kommen nur alle 10 Minuten und fühlen sich ganz anders an, als ich sie von Hübchens Geburt in Erinnerung hatte. Es zieht ganz komisch in die Beine, drückt nach unten, schmerzt am meisten links und rechts im Unterleib. Beim Hübchen ging es damals von 0 auf 100 und mein ganzer Bauch war ein einziger Schmerz: Aufgewacht, aufgesprungen, vor Schmerzen nur noch rumgetigert, eine Stunde lang maximal gelitten, bis dann endlich die erlösenden Presswehen einsetzten.

Das hier ist ganz anders. Ich bleibe eng an mein Stillkissen geschmiegt liegen und lasse die Wehen kommen und gehen. Ich atme ruhig und tief und zähle mit meiner Atmung so lange, bis die Wehe vorbei ist. Meistens komme ich bis 19 und der Mann, der auf die Uhr guckt, sagt, das entspräche ca. 2 Minuten. So geht das zwei Stunden lang: 10 Minuten Ruhe, 2 Minuten Wehe. Ich liege und atme, liege und atme.

Der Mann erzählt mir noch davon, wie das Hübchen sich am Vortag sehr vorbildlich in einem Spielplatzstreit verhalten hat und am nächsten Tag erinnere ich mich noch an jedes Detail der Geschichte. Reden und zuhören klappt also noch prima. Irgendwann schläft der Mann ein und auch ich nickere in den Wehenpausen immer wieder weg.

Ich bin sicher: Das hier dauert noch!

Solange, bis die Wehen doch etwas schneller aufeinander kommen. Mal zähle ich sieben Minuten, dann vier, dann wieder neun. So was unregelmäßiges, das kann doch nix nutzen! Ich denke mit Erschrecken an den Wetterbericht und sehe mich mein Kind schon in der Mittagshitze des kommenden Tages gebären. Gegen 3 Uhr rufe ich meine Hebamme an, weil die Wehen zwar nicht regelmäßiger werden, aber durchaus schmerzhafter. Ich atme tapfer weiter und bin mir sicher, dass das hier noch dauern wird.

Meine Hebamme macht sich bald auf den Weg und ist gegen 4 Uhr bei uns. Ob sie mal tasten soll, fragt sie. Ja, unbedingt! Ich will wenigstens Gewissheit, dass das hier noch Stunden dauern kann. Und dann die große Überraschung: Der Muttermund ist bis auf einen kleinen Saum komplett geöffnet und das Baby liegt genau richtig für eine schnelle Geburt! Meine Hebamme kann es auch kaum glauben. „Du lagst da so völlig entspannt!“, sagt sie mir am nächsten Tag. Da muss ich lachen: „Hypnobirthing hab ich gar nicht nötig!“. Aber vielleicht waren schon allein die Atmung und das Zählen so eine Art Hypnose.

Ups, der Muttermund ist ja schon offen!

Als meine Hebamme dann da ist, ist es jedenfalls aus mit liegenbleiben. Der Muttermund ist schließlich so gut wie offen! Geht also doch los! Meine Hebamme rät mir nun auch, jetzt doch mal aufzustehen und ein bisschen Bewegung in die Sache zu bringen. Also gut: Wohnzimmer, Flur, Küche und wieder zurück. Die Wehen veratme ich jetzt stehend in den Schlafzimmer-Türrahmen gelehnt und ja, so langsam begreife dann auch ich, dass diese Wehen nicht mehr weggehen, sondern stattdessen wirklich anstrengender und schmerzhafter werden.

Zum ersten Mal seit die Wehen angefangen haben, werde ich nun auch lauter. Das Hübchen scheint es nicht zu stören. Wir lehnen die Tür zum Kinderzimmer an, die direkt gegenüber von unserem Schlafzimmer liegt und verzichten darauf, meine Eltern anzurufen. Ein eventuell aufwachendes Hübchen ist mir jetzt allemal lieber als Unruhe durch aufgeregte Großeltern in der Bude.

Die Fruchtblase steht bereit zum Sprung

Die Wehen werden wirklich schmerzhaft und kommen schneller hintereinander. Ich taste mich vorsichtig mit zwei Fingern vor und spüre etwas ganz weiches. „Die Fruchtblase!“, sagt meine Hebamme. Ich will jetzt nur noch, dass sie endlich springt, denn das war bei Hübchens Geburt der Moment, in dem die erlösenden Presswehen einsetzten und die Geburt für mich erträglicher wurde. Meine Hebamme sagt, es sei gut, dass die Fruchtblase noch zu ist. Sie würde den Geburtskanal vordehnen und mein Baby schützen.

Ich will aber trotzdem, dass es jetzt weitergeht! OK, dann soll ich bei der nächsten Wehe mal mitschieben und mit dem Finger gegendrücken. Mache ich glatt und bei der nächsten Wehe macht es endlich Platsch. Ein riesiger Schwall Fruchtwasser ergießt sich rund um mich. „Alles super, Fruchtwasser klar. Und ganz schön viel!“, höre ich meine Hebamme sagen. „Yay!“, klingt es aus der Küche. Die zweite Hebamme ist kurz zuvor gekommen und freut sich über den Fortschritt und darüber, dass sie es noch pünktlich zur Geburt geschafft hat. Ich denke nur: Hä? In meiner Vorstellung wird das hier noch ewig dauern!

Nee Leute, das dauert noch!

Es ist viertel vor fünf und wir reden darüber, dass das Hübchen um kurz nach fünf geboren wurde. Wenn ich das schaffen will, muss ich mich wohl beeilen. Nach Minuten fühlt sich das jedenfalls für mich nicht an, eher nach Stunden. Meine erste Hebamme hat trotzdem schon Handschuhe angezogen und scheint sich irgendwie bereit zu machen. Ich nehme das kaum wahr und bin höchstens ein bisschen verwirrt.

Beim Hübchen dauerte die Austreibungsphase drei Stunden lang. Drei Stunden, in denen ich vor dem Sofa kniete und in schönen regelmäßigen und kräftigen Presswehen mein großes Baby rausschob – das nach jeder Wehe wieder ein gutes Stückchen zurück rutschte, aber es irgendwann dann doch geschafft hatte.

Die Presswehen fühlen sich ineffektiv an

Von regelmäßigen Presswehen bin ich jetzt allerdings ziemlich weit entfernt. Ich fühle erst mal gar keinen besonderen Drang, mitzuschieben und veratme die Wehen weiter im Türrahmen stehend. Irgendwann probiere ich es kniend vor unserem Bett. Ja, OK, so ein bisschen mitschieben geht vielleicht. Aber ich vermisse diesen kräftigen Pressdrang, an den ich mich von Hübchens Geburt erinnere.

Ich gehe in die Hocke und so geht es gleich besser. Nicht umsonst war die tiefe Hocke zuletzt Teil meiner täglichen Yoga Übungen! Ich erinnere mich an meine sportliche Grundeinstellung. Das Baby muss da jetzt raus, auch wenn die Wehen sich nicht so effektiv anfühlen, wie ich es mir wünschen würde! Zwischen den Wehen gibt es immer wieder lange Pausen, in denen ich jetzt kaum mehr aufstehe, sondern vor dem Bett knie und mich aufs Kissen stütze. Meine Hebamme schlägt vor, mal aufzustehen und es im Stehen zu versuchen, ein Bein aufs Bett gestellt. Das fühlt sich aber irgendwie falsch an. In der Hocke geht es deutlich besser.

Das Hübchen verbreitet ein bisschen Unruhe

Den Babykopf kann ich mittlerweile deutlich tasten. Ich taste in der Wehe, wie er ein gutes Stück tiefer tritt – um dann nach der Wehe wieder hochzurutschen. „Genau wie beim Hübchen damals!“, sage ich zu meiner Hebamme und bin mir sicher, dass das hier noch Stunden dauern kann. Um halb sechs wacht das Hübchen auf und wir überlegen, die Großeltern doch anzurufen. Das Hübchen will aber Zuhause bleiben und scheint kein bisschen erschrocken über die Situation.

Er pendelt zwischen Schlafzimmer und Kinderzimmer hin und her und verbreitet ein bisschen Unruhe. Ich selbst bemerke das gar nicht so richtig, aber meine Hebammen schlagen irgendwann vor, das Kind doch vor die Sesamstraße zu setzen, damit ich mich besser konzentrieren kann. Der Mann schmeißt dem Hübchen im Wohnzimmer das Macbook an und kann anschließend wieder ganz bei mir sein. Ich merke sofort, dass mir das gut tut.

Die unregelmäßigen und wenig kräftigen Presswehen zermürben mich so langsam. Mir ist das alles viel zu anstrengend und ich fühle mich kein bisschen so kräftig, wie ich es aus Hübchens Geburt in Erinnerung hatte. Die zweite Hebamme bietet mir eine Bauchmassage an, die die Wehen anregen soll. Klar, ich nehme jetzt alles! Irgendein homöopathisches Zeug habe ich auch schon intus, obwohl ich eigentlich gar nicht an Homöopathie glaube. Ist mir jetzt eh alles egal!

Ich muss mich dringend ausruhen!

Die Bauchmassage lasse ich etwas lethargisch über mich ergehen und danach sage ich, dass ich mich ausruhen will. Hier geht gerade nix mehr, das Gefühl habe ich deutlich. Meine Hebammen akzeptieren meinen Wunsch sofort, ziehen sich in die Küche zurück und lassen den Mann und mich allein im Schlafzimmer. Im Wohnzimmer rettet Supergrobi Zweipunktnull vermutlich gerade irgendwelche verzweifelten Schweinchen auf dem Amazonas. Vom Hübchen hören wir jedenfalls nichts, außer hin und wieder ein fröhliches Lachen.

Erschöpft liege ich auf dem Bett, das Stillkissen zwischen meinen Beinen und schlafe sofort ein. Ich träume verschiedene kurze Sequenzen und als ich aufwache, ärgere ich mich, dass ich nur geträumt habe und immer noch in dieser vertrackten Situation bin, gerade ein Baby gebären zu müssen. Am nächsten Tag erzählt mir der Mann, dass ich höchstens zwei Minuten geruht habe. Mir kam es vor, wie eine kleine Ewigkeit.

Eine einzige Wehe reicht aus

Als ich aufwache, merke ich sofort, wie eine kräftige Wehe kommt. Ich springe auf und hocke mich sofort wieder vors Bett. Jetzt endlich fühlt es sich anders an! Da ist sie plötzlich, die Kraft, die ich schon aus der ersten Geburt kenne! Ich schiebe und schiebe, werde dabei glaube ich ganz schön laut. Ich fasse intuitiv nach unten und habe plötzlich den halben Kopf in der Hand. Ein bisschen panisch rufe ich nach meiner Hebamme. Sie soll jetzt bitte kommen, ich kann das hier doch nicht alleine!

Kann ich aber doch. Der Kopf ist geboren, ehe meine Hebammen wieder im Zimmer sind. Wie schon bei Hübchens Geburt muss ich jammern, wie weh das hier tut. „Mutig! Jetzt ganz mutig!“, sagt meine Hebamme, genau wie damals. Und mir bleibt ohnehin nichts anderes übrig, denn mein Körper will dieses Baby jetzt dringend loswerden! Nach all diesen wenig effektiven Presswehen reicht diese eine, diese letzte aus, um mein Kind zu gebären! Es ist 6.17 Uhr und ich schiebe weiter und weiter und weiter, stütze den Kopf des Babys ab und schon muss ich das ganze Kind auffangen, was mir nur so halbwegs gelingt.

Platsch, da fällt das Baby raus

Erzählt einem ja keiner, wie glitschig so ein Baby ist, das gerade aus dem Geburtskanal flutscht! Hatte das Hübchen also doch recht, als er auf die Frage „Wann kommt denn dein Geschwisterchen?“ stets antwortete: „Das fällt bald raus“. Flutsch, da liegt das Baby also auf dem gut mit dicken Decken und Handtüchern gepolsterten Boden. Zum Glück waren es dank der tiefen Hocke auch nur einige Zentimeter freier Fall und den Babykopf konnte ich gut stützen.

Da liegt also mein neues Baby! Ich schaue sofort nach, ob meine Intuition richtig war, und ja, eindeutig, ein kleines Mädchen! Ich sage es dem Mann, der über mir auf dem Bett sitzt. Unbeholfen versuche ich mein Mädchen aufzuheben. Die Nabelschnur ist recht kurz und meine Hebammen helfen mir, das Baby hochzunehmen und mich aufs Bett zu setzen.

Eine kleine Sternenguckerin!

Was wir alle in dieser Situation überhaupt nicht registriert haben, ist: Mein kleines Mädchen kam mit ungünstiger Kopfposition zur Welt! Es ist der Mann, der am nächsten Tag während des Wochenbettbesuchs meiner Hebamme plötzlich meint: „Sagt mal, kann es sein, dass das Mädchen als Sternenguckerin geboren wurde?“. Er hat nämlich während der Geburt Fotos gemacht und erinnert sich, dass Gesicht und Bauch zu ihm guckten, als das Mädchen geboren wurde. Meine Hebammen kamen ja erst ins Zimmer, als das Baby schon fast komplett geboren war und haben den Moment gar nicht mitbekommen.

Anhand der Erinnerung und der Fotos wird klar: Ja, unser Mädchen muss sich wohl in der letzten Geburtsphase noch falsch eingedreht haben! Vermutlich als die Fruchtblase platzte, meint meine Hebamme. Das könne schon mal passieren. Beim ersten Tasten lag das Mädchen ja noch komplett richtig. Egal, denke ich, jetzt ist sie ja raus. Die ungünstige Lage erklärt nun aber auch, warum auch beim zweiten Kind die Austreibungsphase wieder ungewöhnlich lange dauerte.

Noch schnell die Placenta gebären

Etwa eine halbe Stunde nach der Geburt kommt auch schon die Placenta. Das ging nun deutlich schneller als damals beim Hübchen – ist aber auch deutlich schmerzhafter. Nee, ist leider kein Mythos, dass die Nachwehen beim zweiten Kind schlimmer sind. Ich fluche ein bisschen, weil ich jetzt wirklich langsam keine Lust mehr auf Schmerzen hab. Das Mädchen zeigt sich von allem völlig unbeeindruckt und ist schon auf dem Weg zur Brust – erst mal ordentlich festsaugen! Erstaunlich, was für ein Naturtalent!

Ebenso unbeeindruckt zeigt sich auch das Hübchen, das zwischendurch mal kurz seine kleine Schwester angucken kommt und dann noch eine Folge „Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig“ einfordert. Soll er bekommen, wir haben hier ohnehin noch ein bisschen mit den blutigen Nebenerzeugnissen einer Geburt zu kämpfen.

Die Untersuchung meiner Hebammen zeigt aber: Bis auf die üblichen Schwellungen und haarfeinen Risse habe ich auch diesmal keine Verletzungen! Ich bin ziemlich stolz auf meinen Körper – und auf die Disziplin, in den letzten Wochen die allabendliche Damm-Massage niemals vernachlässigt zu haben. Zur Belohnung darf der Mann die Nabelschnur durchschneiden. Was für ein Vater-Spaß!

Erst mal liegen bleiben

Jetzt kann ich mein Mädchen endlich besser in den Arm nehmen. Wobei ich mich trotzdem sehr unbeholfen anstelle. Irgendwie tut alles noch weh und ich merke auch die gut 600 ml Blutverlust recht deutlich. Der erste Versuch, aufzustehen, endet mit Rauschen im Kopf und Sternchen vor den Augen. Also doch lieber noch mal hinlegen. Nach Hübchens Geburt ging das viel besser, da stand ich eine Stunde nach der Geburt schon unter der Dusche. Aber naja, ich werd‘ ja auch nicht jünger.

Das erste Wiegen und Messen zeigt übrigens, dass sowohl Hebammen als auch Ärztin recht hatten mit ihren Schätzungen: Unser Mädchen ist deutlich kleiner und zierlicher als das Hübchen bei seiner Geburt. Mit 3670 Gramm wiegt sie sogar ein gutes Kilo weniger als ihr großer Bruder. Und ich bin ganz erstaunt, dass ich auch solche „normalen“ Babys kann. Bis zum Schluss war ich fest davon ausgegangen, sicher erneut ein 4-Kilo-plus-x-Kind zu kriegen. Da haben sich dann diesmal wohl die Gene vom Mann durchgesetzt.

Mein Mädchen

Jetzt ist sie also da. Meine Tochter. Mein Mädchen. In den nächsten Tagen muss ich es noch ganz oft vor mich hin sagen. Ich habe eine Tochter. Ich habe es noch mal geschafft. 9 Monate Schwangerschafts-Höllenritt, 7 Stunden Geburtsanstrengung, Schmerzen und Entbehrungen. Jetzt ist es endlich vorbei und die Belohnung könnte nicht besser gelungen sein. Aber wisst ihr was? Ich glaube, jetzt reicht es mir. Arterhaltung hin oder her, aber ich glaube, noch mal tue ich mir das nicht an!

Dafür hat es auch einfach wieder zu gut geklappt. Und man soll sein Schicksal ja nicht herausfordern. 😉

Verrückt, wie unterschiedlich Geburten sein können, oder? Diese zweite jedenfalls fühlte sich so ganz anders an als die erste – und ich bin mir sicher, jedes weitere Baby würde wieder viele Besonderheiten mitbringen. Habt ihr auch die Erfahrung gemacht, dass zweite/dritte/vierte […] Geburten völlig anders verlaufen sind? Oder könnt ihr auch von ungewöhnlichen Geburtsverläufen berichten? Dann gerne rein in die Kommentare! Ich freue mich auf eure Geschichten!

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13 Kommentare zu „Mein Sternengucker-Mädchen – Ein Geburtsbericht

  1. Herzlichen Glückwunsch! Mensch, das war doch eine super Geburt!

    Ja, bei mir waren auch alle Geburten unterschiedlich. Der Sohn kam ganz gemütlich, wenn man das os sagen kann. Ich hatte auch ewig Presswehen, aber gut aushaltbar. Die Kraft, von der du schreibst, kenne ich aber auch.

    Mein Sirenchen war tatsächlich auch eine Sternenguckerin. Es wollte nach dem Blasensprung auch nicht voran gehen und es zog sich ewig. Ich war ganz erschöpft. Obwohl die Kraft der Wehen da war, stockte es. Ich glaube, das hat mich auch so erschöpft. Die Wucht zu spüren, ohne Vorankommen. Mit zwei Positionswechseln ging´s dann am Ende doch. Ich war so froh, dass ich zu Hause in meinem Bett liegen bleiben konnte.
    Die dritte Geburt ging am schnellsten und einfachsten. Zack, war das Knöpfchen geboren. Mit einer wahnsinns Wucht. Es ist immer anders.
    LG 🙂

    • Ja, ich bin auch ganz dankbar, dass es auch ein zweites Mal wieder so super geklappt hat – wenn auch ganz anders als beim ersten Mal. Ist ja auch eher selten, dass die zweite Geburt länger dauert als die erste. 😉

      Deine dritte Geburtserfahrung macht ja eigentlich Mut für ein drittes Kind. 😀 Aber ich glaube, bei uns ist die Familienplanung erst mal abgeschlossen. Bzw.: man muss sich ja immer noch Raum für ein Unfallkind lassen. 😉

  2. Kathi

    Das hast du schön geschrieben 🙂

    6:17 Uhr – ja, um genau diese Zeit kam meine erste Tochter auch zur Welt. Allerdings im kalten Februar.

    Und ja, jede Geburt ist anders. Bei der dritten dachte ich – wie? schon vorbei? Und bei der 4. hatte ich das Gefühl, so live noch nie dabei gewesen zu sein 😀

    Aber das Wichigste ist doch, dass unsere Kinder gesund auf die Welt gekommen sind und es uns gut geht, oder?

    P.S. nein, es ist jetzt nicht vorbei. Es geht jetzt erst richtig los! Viel Spaß mit den 2 Süßen, die nächsten 20 Jahre

    • Oh ja, jetzt geht’s erst richtig los, da hast du Recht! 🙂

      Was du sagst, mit dem „live dabei gewesen“, das war bei mir jetzt auch so. Ich kann mich viel besser an alles erinnern als beim ersten Mal. Vielleicht, weil es länger gedauert hat oder auch, weil die Wehenpausen immer so lang waren und ich mich dann noch ganz normal unterhalten konnte. Vom Schmerzlevel her war es glaube ich insgesamt eine sehr sanfte Geburt, obwohl ich zwischenzeitlich so erschöpft war.

  3. Katharina

    Ein toller Bericht!
    Ich denke selbst immer gerne an meine zwei Geburten.
    Sie waren auch total unterschiedlich.
    Der Große hatte michmischon schon Wochen vorher mit Wehen geärgert, die Geburt dauerte dann ab erster Wehe acht Stunden. Er wollte mit dem Dickschädel die Kurve erst nicht kriegen und es ist mur der tollen Hebamme zu verdanken dass es kein Kaiserschnitt wurde.
    Der kleine hat sich nie vorher bemerkbar gemacht, kam dann aber in einer rasanten Geburt innerhalb einer Stunde, übrigens auch als Sterngucker. Bei ihm habe ich auch diese wahnsinnige Kraft und Urgewalt gespürt die ich beim ersten mal vermisst habe (lag vielleicht an der PDA)

    Hach ja. Wenn es nur die Geburt wäre könnte ich wohl noch zehn Kinder bekommen.
    Das ist einfach magisch.
    Aber da wir uns zu viert doch komplett fühlen hat mein Mann nächste Woche die Vasektomie 😉

    • Nach der ersten Geburt habe ich auch gedacht: Lieber noch 10 Geburten als noch mal eine Schwangerschaft! Jetzt nach der zweiten bin ich auf beides nicht mehr so wild. 😉 Ich glaube, unsere Familienplanung ist auch abgeschlossen.

      Vasektomie ist auch ein spannendes Thema. Wo habt ihr euch darüber informiert? Ich bin ja immer recht skeptisch, wenn man medizinisch in die normalen Körperabläufe eingreift. Aber kenne mich in Bezug auf Vasektomie gar nicht aus. Wenn du da gute Links oder Literaturtipps hast, gerne her damit! 🙂

      • Katharina

        Wir haben mit meiner Gynäkologin, Hebamme und einem Urologen gesprochen und mein Mann hat sich viele Erfahrungsberichte im Netz durchgelesen.
        Da wir definitiv kein drittes mehr möchten, sollte es möglichst sicher sein. Ich habe über zehn Jahre hormoneller Verhütung hinter mir (Pille und Spirale) und habe klar gesagt dass ich nicht noch zwanzig Jahre bis zur Menopause Hormone nehmen möchte.
        Barrieremethoden sind uns zu umständlich, von der Kupferspirale hab ich in der Familie zu viel negatives gehört, da blieb irgendwie am Ende nur noch Sterilisation übrig.
        Und in Anbetracht der Risiken bei den jeweiligen Eingriffen hat mein Mann direkt gesagt dass er es macht.
        Wir haben uns aber Zeit gelassen für die Entscheidung, unser Mini wird im August ein Jahr alt.

  4. Evi

    Glückwünsche zur Geburt deines Mädchens und vielen Dank für deinen schönen Geburtsbericht.
    Ich fand die Geburten bei meinen beiden Kindern auch sehr unterschiedlich. Beim Großen ging es mit nem Blasensprung los und dann kamen so langsam Wehen die immer stärker und schmerzvoller wurden, aber es gab immer mal Pausen, wo man ruhen konnte. Die Presswehen waren ziemlich lange mit 2 Stunden, da der Bub groß und schwer war, aber ich fand die Presswehen „angenehmer“, da man nun endlich aktiv was machen konnte. Insgesamt waren es wohl 9 Stunden Wehen bis er geboren wurde. Ich habe die Geburt bewusst erlebt und war sehr überwältigt, als das Baby da war.
    Bei meinem Mädchen kamen die Wehen von null auf hundert in 3 Min Abständen und wurden recht schnell sehr schmerzhaft. Ich hab gestöhnt, geheult, geflucht. Es gab hier keine Verschnaufpause. Nach 5 Stunden Wehen plummste die kleine dann zwischen meine Knie. So richtige Presswehen hatte ich nicht, irgendwann sagte die Hebamme ich solle mal einfach mitschieben. Als die Maus da war, war ich erleichtert, dass sie schrie, aber ich konnte sie nicht sehen, da ich noch auf Knien war und mich mit dem Oberkörper ans aufgestellte Kopfende vom Bett krallte um mich zu sammeln. Sie musste bestimmt ne Minute warten, bis ich sie endlich hochnehmen konnte. Das tut mir heute total leid, dass ich sie nicht gleich begrüßen konnte, aber ich war total benommen und fertig und habe somit die Magie der Geburt verpasst. Die Magie hatte ich dann aber zum Glück etwas später als wir allein im Dunkeln im Bett lagen und ich soooo glücklich war sie zu sehen und mit ihr zu kuscheln.
    Diese zweite Geburt ist erst 3 Monate her, daher erinnere ich mich noch so gut. Kann natürlich doch sein, dass die erste Geburt auch heftig war und ich habe es einfach nur vergessen 😉
    Ich glaub ein drittes wird es erstmal nicht geben.

    • Das klingt ja fast genau wie bei mir! Beim Hübchen waren die Presswehen auch sehr stark und dauerten lange, weil er ja auch so groß und schwer war. Und jetzt beim zweiten Mal habe ich tatsächlich fast nur die allerletzte Wehe als richtig kräftige Presswehe wahrgenommen – aber die hat gereicht! Schon Wahnsinn, wie unterschiedlich das sein kann. 🙂

  5. Mara

    Vielen Dank für die detaillierte Beschreibung! Wie immer lassen sich deine Artikel sehr gut lesen.

    Für mich war es sehr spannend, da wir völlig andere Geburten selber erlebt haben.

  6. Conny

    Sehr schön geschriebener Geburtsbericht! Ich habe vor 5 Wochen meine Tochter ungeplant zu Hause entbunden. ET war am 10.07., aber es tat sich nichts, keine Senkwehen gar nichts. Am 19.07. meinte mein FA dann ich sollte mich darauf einrichten, dass die Geburt am Wochenende (sollte am Samstag zur Kontrolle ins Krankenhaus) eingeleitet werden würde – NEIN, bloß das nicht! Bei der Verabschiedung meinte er dann augenzwinkernd, dass wir daran denken sollten, dass Sperma Wehen auslösen könnte. Also haben wir uns ans Werk gemacht 😉 Und auch am nächsten Morgen gleich noch einmal nachgelegt….. Mein Mann ist dann zur Arbeit und ich habe mich an die Hausarbeit gemacht – leichtes Ziehen im Unterbauch, ab zum Wochenmarkt Wochenendeinkauf erledigen – Ziehen wurde stärker und regelmäßiger – JUCHU, endlich Senkwehen! Wieder daheim habe ich fröhlich weitergewerkelt, während meine „Senkwehen“ in immer kürzeren Abstanden kamen. Um kurz nach 16.00 Uhr kam dann mein Mann heim und fand mich an die Wand gestützt vor, während ich eine weitere „Senkwehe“ veratmete. Zum Glück bestand er darauf meine Hebamme anzurufen, die auch schnell da war und mich untersuchen wollte – autsch im Liegen war die nächste Wehe dann doch schon recht schmerzhaft. Sie tastete meinen Bauch ab, untersuchte mich vaginal und meinte nur „entweder du bekommst dein Kind hier, oder ich muss den Rettungswagen rufen“ – Häh???? Die nächste Wehe, ich vom Bett runtergesprungen, da im Stehen eindeutig weniger schmerzhaft – und mit einem lauten Knall platze meine Fruchtblase – plötzlich stand ich in einem See. Meine Hebamme holte flugs ihren Gebärhocker aus dem Kombi (Gott sei Dank hat sie ihre komplette Ausrüstung immer dabei) und im nächsten Augenblick durfte ich mich bereits durch die Übergangsphase quälen – ich dachte nur, dass mein Becken jeden Augenblick brechen muss! Zum Glück hat unser Haus ein großes Grundstück rundherum……..mit dem Veratmen war Schluss ich habe nur noch geschrien „sie zerbricht mich“, was meine Hebi mit einem trockenen „das wird beim nächsten Kind einfacher“ kommentierte – welches nächste Kind? Mit mir bestimmt nicht (so mein Gedanke in diesem Augenblick). Nach einer gefühlten Ewigkeit mit strickten Preßverbot kam dann endlich das „go“ und ich durfte mitschieben, ich spürte wie meine Tochter tieferrutsche – und am Ende der Wehe wieder hoch, so ging es dann ewig weiter – ich wollte nicht mehr, ich konnte nicht mehr und dann meinte meine Hebi ich sollte jetzt einmal mutig sein und richtig heftig in den Schmerz reinpressen, dann wäre gleich alles vorbei – OK, bei der nächsten Wehe also gepreßt wie blöde – ich war fest davon überzeugt, dass mein Baby mich zerfetzt, aber dann war tatsächlich das Köpfchen da. Mein Mann, der die ganze Zeit hinter mir gesessen hat, durfte dann mit der Hebi den Platz tauschen und unsere Tochter, die mit der nächsten Wehe recht einfach rausrutschte, in Empfang nehmen. Und da war sie – unsere Isabel Franziska, 53 cm, 3.840 Gramm und 38 cm KU, geschlüpft um 19.47 Uhr. Während meine Tochter und ich uns angestaunt haben, hat mein Mann nur noch geheult (später meinte er, er hätte darauf gewartet, dass Isabel und ich uns abklatschen, so hätten wir uns angeschaut). Und das Wunder: Kein Riss, alles heil geblieben , eine kleine innere Einblutung, aber davon habe ich schon am Sonntag nichts mehr gespürt. Nun ist die kleine Maus schon über 5 Wochen alt und wir hoffen, dass sie bald große Schwester wird und sich unser Traum von 4 Kindern erfüllen wird….während der Geburt hätte ich nie geglaubt, dieses noch einmal zu sagen/schreiben.

  7. Marie

    Jede Geburt ist anders, dem stimme ich voll zu.

    1.Geburt erfolgte im Krankenwagen. Ein paar Wehen dachte ich. Alles galb so wild. Dauert noch Stunden bis das Baby kommt. Meinen Mann habe ich schon mal angerufen. Er war gerade in London und nahm den nächsten Flieger zurück. Er sagte noch „ruf dir einen Krankenwagen“, aber ich dachte mir, dass schaffe ich auch alleine in die Klinik. Ich bin selbst Ärztin, u.a auch im Notarztdienst, und ich wollte nicht, dass meine Kollegen mich so sehen bzw. Arbeit wegen mir haben. Deshalb wollte ich auch nicht in „meiner“ Klinik entbinden. Einer Stunde nach der ersten Wehe bin ich dann mit Auto selber zur Klinik gefahren. Angekommen bin ich nicht, denn die Wehen wurden so stark, dass ich an einer Bushaltestelle rechts ran fuhr, ausstieg, mich ins Wsrtehäuschen setzte bzw. eher azf den Boden hockte und Arme auf dem Sitzplatz hatte und due Passanten fragte, wann denn der nächste Bus kommt. Ein Passant setzte schon mal den Nitruf ab. Davon habe ich gar nichts mitbekommen. Als der Bus kam bin ich aufgestanden, wollte einsteigen, aber die Wehe kreuzte das und ich hielt mich erstmal am Bus fest. Und trotz starker Wehe bekam ich mit wie auch der Busfahrer den Notruf absetzte. Er sprach dann mit mir und wollte mich auf keinen Fall mitnehmen. Ich sagte zu ihm, dsss es noch Stunden dauern wird und es erst leichte Wehen wären. Er glauvte mir kein Wort, blieb aber ruhig und auch als ich vir seiner Tür hickte, Arme stützend im Bus, er blieb ruhig. Und dann kamen doch meine Kollegen, auch noch direkt aus „meiner“ Klinik. Eine Notärztin und drei männliche Sanitäter. Als sie mich erkannten lachten sie und ein Kollege sagte „da möchte wohl jemand zu uns stoßen“. Ich hätte ihm gerne was gegen gesagt, aber es ging nicht. Stützend ging es in den Rettungswagen immer mit dem Hinweis in welche Klinik sie mich fahren sollen. Als die Ärztin mich dann untersuchen wollte und auch schauen wollte wie weit der Muttermund geöffnet ist verweigerte ich es vehement. Das war mir so unangenehm. Ich räkelte mich auf der Liege hin und her, versuchte die Wehen (leise) zu veratmen. Irgendwie haben sie mich angeschnallt bekommen und die Fahrt begann. Was meine Kollegen gesagt haben weiß ich heute nicht mehr. Nur, dass es nach sehr kurzer Zeit einmal platschte und mein Kollege sagte „ich habe jetzt nasse Füße“ und auch ich war nass. Ab da an waren die Wehen so stark, trotzdem bemphte ich mich noch leise zu sein. Die Ärztin wollte mich untersuchen, ich lehnte es erneut ab. Plötzlich drückte es nach unten und ich schrie nur noch. Mir war wirklich alles egal. Ich merkte dann auch, wie etwas aus mir raus kam, ohne dass ich was machte. Ich schrie immer wieder „da kommt unten was raus. Ich kann nichts dagegen machen. Das tut weh. Es kommz.“ Und dann schrie ich die Ärztin an, dass sie endlich was tun soll. Sie zog mir dann Hose und Slip runter, was mir in dem Moment so egal war, und dann sollte ich pressen. Das tat so weh, dass ich auch schrie, dass es weh tut und ich das nicht kann. Und ich forderte ein, dass mein Mann kommt. Schließlich nahm die Ärztin meine Hand ubd sagte ruhig, dsss sie weiß wie sich das anfühlt, dass sie auch ein Kind bekommen hat. Doch der Schmerz vergeht wenn das Baby da ist. Das muss so beruhigend gewesen sein. Zwei Wehen später war unsere Tochter da nach nur knapp 2.5 Stunden Wehen. Und da das nächstliegende Krankenhaus angefahren werden musste kam ich doch in „meine“ Klinik. Die Platenta kam erst ca. 1 Stunde später. Die Ärzte hatten schon Sorge, dass sie gar nicht kommt, da ich nachdem unsere Tochter da war gar keine Wehen mehr hatte und diese dann wieder eingeleitet wurden damit die Plazenta raus kam. Und das tat weh, aber mit Baby an der Brust auszuhalten. Mein Mann kam erst abends, da war die Kleine schon 7 Stunden da. Meinen Kollegen bin ich so dankbar, besonders der Ärztin, dsss sue auch in so einer Situation so professionell geblieben sind und vor allem auch ruhig.

    2.Geburt erfolgte zu Hause, weil ich die ersten Wehen gar nicht als Wehen wahrgenommen habe. Töchterchen forderte mich mit ihren 16 Monaten auch sehr. Und dann waren es plötzlich so starke Wehen mit Druck nach unten. Ich war gerade im Bad, habe mich dann in die Dusche gehockt, geschrien (zum Glück hat Töchterchen einen festen Schlaf) und nachgeschaut und merkte sofort, dass es kommt. Ich griff nach irgendwelchen Handtüchern aus der Nähe und dann presste ich. 3-4 Wehen später war unser Sohn da und wenige Sekunden später auch die Plazenta. Und dann saß ich da in der Dusche mit Baby auf dem Arm. Wenige Minuten später kam mein Mann von der Arbeit heim und fand mich so vor. Er wollte sofort den Notruf absetzen, doch ich bat ihn darum die Hebamme anzurufen. Völlig verzweifelt rief er ins Telefon, dass das Baby da sei, in der Dusche, einfach da. Die Hebamme kam schnell und dann ging es für mich ins Bett. Keine Geburtsverletzungen. Mir ging es prima. 1.5 Stunden nach der Geburt habe ich geduscht. Und ins Krankenhaus bin ich gar nicht mehr. Es war somit eine ungeplante alleinige Hausgeburt. Ach und Töchterchen wachte azf, da war er schon 2 Stunden da und nahm ihn so an als wäre er schon immer da gewesen.

    3.Geburt war 6 Jahre später. Einschulung vom Sohn. Alles gut überstanden, doch abends fühlte ich mich nicht wohl. Meine Eltern blieben über Nacht-zum Glück. Den gegen 2 Uhr setzten die Wehen ein und direkt sehr stark. Mein Mann und ich sind dann ins Krankenhaus gefahren und nach Untersuchung stand fest, dass der Muttermund erst 2cm offen war. Die Stunden danach waren schmerzhaft. Ich dachte irgendwann, dass ich innerlich zerreißen würde. Nach 6 Stunden Wehen 4cm Öffnung, da bat ich zum ersten ersten Mal um einen Kaiserschnitt. Stattdessen folgte eine PDA. Wie er due Nadel in mir stach, autsch, da habe ich ihn aber für zusammen geschrien „ich bin ein Mensch. Seien Sue vorsichtig. Das tut weh. Behandeln Sie alle so?…“ Zum Glück ist er ruhig geblieben. Und als die PDA dann wirkte wurde auch ich ruhiger. Endlich entspannen, Pustekuchen. Ich hatte das Gefühl jetzt abhängig zu sein, lag da mit nur Tshirt auf dem Bett, Decke drüber, zum Teil gelähmt. Das Gefühl war furchtbar und ich flehte die Hebamme an, dass es wieder aufgehoben werden soll. Passierte natürlich nicht. Die PDA-Wirkung ließ irgendwann langsam nach, die Wehen spürte ich wieder. Erst Freude bei mir, dann Ärger, dann Schmerz. Ich weinte teilweise vor Schmerzen, fluchte vor mir an. Mein sagte später zu mir, dass er mich so noch nie gesehen hätte. Nach 12 Stunden 6cm offen. Da forderte ich den Chefarzt ein. Denn der diensthabende Gynäkologe wollte keinen Kaiserschnitt machen. Dann kam eine Oberärztin und sagte auch, dsss es keine medizinischen Gründe fürceinen Kaiserschnitt gäbe. Mutter und Kibd ginge es gut. Ich schrie sie an, dass ser Chefarzt kommen soll. Der kam dann auch, untersuchte mich, 7cm nach 13.5 Stunden und wieder die gleiche Antwort. Daraufhin stand ich auf und sagte zu meinem Mann“wir fahren in „meine“ Klinik. (Heute tut es mir so Leid und ist mir so unangenehm. Ich war eine schreckliche Patientin.) Mein Mann ließ das nicht zu. Ihn schrie ich komischerweise aber nicht an. Ich bekam irgendwelche Tropfen. Egal was, ich nahm jetzt alles. Die Wehen waren so unerträglich. Ich schrie regelrecht deb Kreißsaal zusammen und als Hebammenwechsel war, bekam ich eine ganz Junge, gerade fertig mit der Ausbildung und ich glaube, wenn die gewusst hätte was sie erwartet, die wäre zu Hause geblieben. Sie war sehr ruhig, aber auch direkt. Nach 18 Stunden war der Muttermund endlich vollständig geöffnet und die Hebamme meinte, dass jetzt bald die Presswehen kämen. „Bald“ ist übrigens weit dehhnbar. Denn zwei Stunden später öffnete die Oberärztin (sie hatte 24 Stunden Dienst) die Fruchtblase und ich dachte mir, super, jetzt geht es los. So war es bei den ersten beiden auch. Pustekuchen nicht hier. Es war eher so, dass die Wehen erträglicher wurden und weniger und ich dann laufen sollte, jemand meinen Bauch rüttelte, ich in alle verschiedenen Positionen gehen sollte und da erstnals das Wort Kaiserschnitt bei der Oberörztin fiel. Ich bekam sofar einen Wehentropf und darunter wurden die Wehen schrecklich und sehr schmerzhaft. Doch es folgten dadurch auch die Presswehen, endlich, nach 22 Stunden Wehen. Ich presste so doll ich konnte, hatte zwischenzeitlich das Gefühl kaum. mehr Luft zu bekommen (Sauerstoffmaske hatte ich auf). Doch es ging weiter. Die Oberärztin lag irgendwann auf meinem Bauch und die Hebamme schrie, dass ich pressen soll. Und plötzlich ging die Oberärztin von mir runter, alles wurde ganz hektisch, es wurde gerannt und die Oberärztin schrie „Notkaiserschnitt“. Ich weiß noch wie jemand bach ein paar Sekunden schrie „da ist kein OP frei“ und sue schrie „dann machen wir es hier“. Ich wurde inzwischen vom Tropf abgenommen, doch die Wehen blieben. Die Hebamme sprach beruhigend auf mich ein und plötzlich verspürte ich einen unheimlichen Drang, als ob ich zur Toilette müsste und drückte einfach leicht mit und da kam der Kopf raus. Das hat die Hebamme zum Glück auch bemerkt und schrie „das Bavy kommt, jetzt“ und ich drückte nochmal und es war da und es schrie sofort. Trotzallem kam es zuerst zum Kinderarzt, doch der erlösende Schrei war da. Unsere zweite Tochter wsr geboren. Wenige Minuten spätet kam sie zu uns. Und was war gewesen? Herztonabfall beim Baby. Die Geburt dauerte 23.5 Stunden. Ich hätte niemaks damit gerechnet, dass sie so lange wird. Ich hatte noch zu meinen Eltern gesagt, dass wir zum Mittagessen wieder zu Hause sind. Die Plazenta kam Minuten später von selbst. Ich war total geschwächt und konnte erst nach 12 Stunden duschen gehen, Mithilfe von Schwester und Hebamme. Ich blieb mit ihr 10 Tage im Krankenhaus, weil mein Kreislauf immer wieder absank. Erst da stabilisierte er sich. Das ich so lange von meinen Großen getrennt sein werde, für mich unvorstellbar. Bei Töchterchenwar ich 3 Tage stationär; beim Sohn gar nicht.
    Heute bin ich froh, dass alle drei Geburten gut verlaufen sind. Wenn auch so verschieden, es geht allen gut. Und wur haben uns trotz der letzten Geburt nicht davon abhalten lassen es nochmal zu wagen und somit werden wir nach ET am 24.12 unser viertes Kind bekommen. Und mit unserem „Glück“ könnte es auch ein Christkind werden. Wir haben schon gesagt, wenn es wirklich so kommt, dann wird es Josefine oder Chris Bennet. (Wird es auch, wenn es an einem anderen Tag kommt).
    Marie mit Leevke (12), Tom Hendrik (11) und Margarete (5)

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