Der Hübchen/Räupchen-Papa im Interview: Über Vereinbarkeit, Elternzeit und Arbeitszeitreduzierung

Seit geraumer Zeit will ich meinen geliebten Ehegatten für euch interviewen, damit er mal seine ganze Perspektive auf dieses Vereinbarkeits-Ding erzählt. Und eigentlich ist es gut, dass wir damit gewartet haben, denn jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür: Die Elternzeit geht nämlich zu Ende, dafür fängt aber eine andere tolle Zeit an: Die, in der in unserer Familie auch der Papa dauerhaft seine Arbeitszeit reduziert! Aber was schwafel ich, lassen wir den Papa selbst erzählen!

Chéri, erzähl doch mal von deiner Elternzeit! Vielleicht verrätst du uns erst mal, warum es dir so wichtig war, als Vater Elternzeit zu nehmen.

Eigentlich habe ich die Entscheidung gar nicht getroffen, weil es mir wichtig war, sondern weil es für mich selbstverständlich ist. Es spricht halt einfach extrem viel dafür, sich nach der Geburt eines neuen Babys extra Zeit zu schaffen – und extrem wenig dagegen. Was dafür spricht, liegt ja auf der Hand: Weniger arbeiten, finanzieller Ausgleich durch den Staat, mehr Zeit mit der Familie. Sind ja nur Pluspunkte, ne?

Erklär doch noch mal, wie genau wir unsere Elternzeit aufgeteilt haben und aus welchen Gründen wir dieses Modell gewählt haben.

Deine treuen Leserinnen wissen ja, dass wir vor der Geburt vom Räupchen eine private Elterngeldberatung gemacht haben. Wir beide sind ja eher analytisch veranlagt und wollten vor der Entscheidung sicher gehen, dass das so Sinn macht, auch finanziell. Letztlich sind wir bei dieser Aufteilung gelandet: Zwei Monate gemeinsame Vollzeit-Elternzeit. Danach habe ich für 12 Monate meinen Job in Teilzeit (27 statt 40 Stunden) ausgeübt, während du die meiste Zeit in Vollzeit-Elternzeit warst. Außerdem haben wir die Partnerschafts-Monate genutzt, in denen wir beide in Teilzeit arbeiteten. Das alles zusammengenommen, habe ich das Gefühl, dass wir alle Möglichkeiten bestmöglich genutzt haben.

Wie war es letztlich um die Finanzen bestellt? Lohnt sich das aus deiner Sicht mit der Teilzeit-Elternzeit? Oder sollte man ggf. vorsorgen?

Das kommt sicher auch darauf an, wie viel man verdient und welchen Lebensstandard man führt. Wenn man bereit ist, kleinere Einbußen hinzunehmen, lohnt es sich auf jeden Fall, über Elterngeld Plus und eine damit kombinierte Reduzierung der Arbeitszeit nachzudenken. Durch den Bezug des Elterngeldes habe ich in der Elternzeit unterm Strich 450€ weniger pro Monat „verdient“. Da wir keine argen laufenden Kosten haben, z.B. keinen Kredit abbezahlen o.ä., haben wir so trotzdem noch gut gelebt. Allerdings ging das auch deswegen so gut, weil du mit deinem Elterngeld und deiner selbstständigen Arbeit das Konto noch in der Waage gehalten hast.

In vielen Familien ist es so, dass die Väter ausschließlich die „zwei Vätermonate“ nehmen, bevorzugt ganz am Schluss gemeinsam mit der Mutter und die ganze Familie dann einen schönen langen Urlaub macht. Was ist deine Meinung zu diesem Modell?

Zunächst mal finde ich den Begriff „Vätermonate“ zum Kotzen. Ich könnte mich jetzt so richtig darüber auslassen wie blöd ich es finde, dass dieser Begriff so sehr in den Sprachgebrauch übergegangen ist. Kollegen, Freunde, Leute vom Amt: Alle reden von den „Vätermonaten“. Und das zeigt schon den Kern des Problems! Letztlich sind es ja keine Vätermonate, sondern einfach zusätzliche Elternzeit-Monate, unabhängig davon, wer von beiden sie nimmt. Wie die Zeit dann genutzt wird, ist aber jedem selbst überlassen. Bei gleichzeitiger Elternzeit wegzufahren ist ja auch eine schöne Idee. Ich finde es halt nur falsch, dass das so als feststehendes Modell gehandhabt wird. Wenn Väter nur zwei Monate nehmen wollen, dann finde ich es auch viel angebrachter, diese direkt am Anfang zu nehmen. Weil das ist mit Sicherheit die anstrengendste Zeit, in der auch die Frau am meisten Unterstützung braucht. Und auf die neue Familie bezogen ist das einfach die besonderste, ja ich möchte sagen magischste und zauberhafteste Zeit.

Jetzt habe ich ja schon verraten, dass du nun nach Ablauf der Elternzeit dauerhaft deine Arbeitszeit reduzieren wirst. Wie wird das konkret aussehen und was erhoffst du dir davon für dich, die Kinder, die ganze Familie?

Ich werde meine Arbeitszeit von 40 auf 35 Stunden reduzieren. Konkret werde ich Mittwochs und Donnerstags Nachmittags früher Feierabend machen, das Hübchen von der Kita abholen und mich um die Kinder kümmern. Für mich erhoffe ich mir dadurch insgesamt mehr Zufriedenheit, weil es mich glücklich macht, Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Ob es den Stress reduziert, kann ich jetzt noch nicht genau sagen, ist aber auch eher zweitrangig. Für die Kinder will ich, dass sie es einfach als normal empfinden, dass Papa da ist und zwischendurch arbeiten muss – und nicht umgekehrt. Für die ganze Familie erhoffe ich mir mehr Gleichberechtigung, mehr Gleichgewicht und somit auch mehr Zufriedenheit. Unterm Strich soll das Ganze zu einem entspannteren Familienleben beitragen.

Dein Wunsch nach weniger Arbeit und mehr Zeit für die Familie steht konträr zu den Ergebnissen einer Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde. Da beurteilten sich Männer als umso unzufriedener, je weniger sie arbeiteten. Am glücklichsten waren jene, die 50 Stunden plus pro Woche malochten – in einem Umfang also, bei dem man seine Kinder kaum noch sieht. Der Tenor ist demnach: Mehr Zeit mit der Familie = mehr Stress und Unglück für den Mann. Wie erklärst du dir das und kannst du das vielleicht in manchen Teilen nachvollziehen?

Erstens wundert mich diese Studie, weil ich eigentlich das Gefühl habe, dass auch Männer heute lieber weniger als zu viel arbeiten wollen, Stichwort Work-Life-Balance. Ich kann aber schon nachvollziehen, dass viele es als Stress empfinden, immer auf mehreren Hochzeiten tanzen und allen gerecht werden zu müssen. Letztlich finden manche Männer vielleicht mehr Erfüllung darin, sich voll und ganz einer einzigen Sache zu verschreiben. Ich glaube aber, dass die Männer es sich da zu einfach machen. Man muss es sich einfach trauen, alternative Modelle zu fahren und das Glück aus mehreren Quellen zu beziehen. Mehrere Aufgaben zu haben kann schließlich auch sehr erfüllend sein, auch wenn das mitunter stressig ist. Wenn man sich mal die Mütter anguckt: Da wird die Frage ja selten gestellt. Frauen sind unter Mehrfachbelastung ja auch gestresst, aber jammern nicht so viel rum. Das Leben mit Kindern ist an sich einfach stressig. Frauen gelingt es vielleicht besser, das Glück in beidem zu sehen, im Job und in der Familie.

Du weißt ja, dass es mich besonders glücklich macht, mit dir einen Partner zu haben, der sich absolut gleichberechtigt mit mir gemeinsam um Kinder und Haushalt kümmert. Was bedeutet dir das, auch im Hinblick auf unsere Beziehung?

Ich glaube, dass beide Partner ein Recht auf Abwechslung haben, weil nur dadurch ein Ausgleich geschaffen werden kann, den man für sich braucht und der gleichzeitig das Leben zusammen interessanter macht. Ich rede ja abends wahnsinnig gerne mit dir über deine Arbeit und erzähle dir, was das Räupchen heute wieder alles gelernt hat – genauso wie andersrum. Ich glaube, dass wir so sehr lange sehr glücklich zusammen sein können.

Für mich käme auch ehrlich kein anderes Modell als das von uns angestrebte in Frage. Als reine „Stay-at-home-mum“ wäre ich sehr unglücklich. Aber nur arbeiten und die Kinder nur abends und am Wochenende sehen, wäre mir auch zu wenig. Könntest du dir ein anderes Leben vorstellen, z.B. als kompletter „Hausmann“ oder als Wochenend-Daddy?

Nein. Aus genau den Gründen, die ich oben benannt habe.

Noch mal zurück zu deiner dauerhaften Arbeitszeitreduzierung: In der Agentur, in der du arbeitest, trägst du mittlerweile ganz schön viel Verantwortung und deine Chefs könnten eigentlich über jede Stunde glücklich sein, die du mehr arbeitest. Hattest du gar kein schlechtes Gewissen, nun nicht wieder voll zurückzukommen?

Meine Chefs und ich kennen uns gut und deswegen gab es für mich keinen Grund für ein schlechtes Gewissen: Die wussten, was kommt, und ich wusste, wie sie reagieren werden. Verantwortung im Job zu tragen, muss ja auch nicht immer 40 Stunden heißen. Wer in 35 Stunden oder auch weniger einen guten Job macht, ist trotzdem wichtig. Und mit diesem Wissen sollte „Mann“ sich selbstbewusst hinstellen und sagen: Ich will das jetzt tun! Das Argument ist ja immer: „Meinen Job kann man nicht in weniger als 40 Stunden machen.“ Auch wenn ich der Meinung bin, dass das auf die allermeisten Jobs nicht zutrifft: Nehmen wir mal an, es ist so ein Job. Dann muss ich halt was an dem Job ändern! Aufgaben können anders verteilt, Arbeitsabläufe geändert werden. Anstatt sich mit seinem großen Ego für unverzichtbar zu halten, sollte man es lieber darauf verwenden, solche Änderungen selbstbewusst einzufordern. Dann würden viele Chefs sicher auch andere Modelle möglich machen. Keiner, auch ein Mann nicht, ist so wichtig, dass er 40 Stunden auf einem festen Job hängen muss. Ich befürchte, viele Männer nutzen ihre Verantwortung nur als Ausrede.

Leider gibt es ja aber in der Tat viele Männer, die der festen Überzeugung sind, in ihrem Job absolut unabkömmlich zu sein und deswegen auf keinen Fall weniger arbeiten zu können. Selbst zwei Monate Elternzeit ist manchen Vätern schon zu viel. Gibt es etwas, das du diesen Kollegen gerne sagen würdest?

Ich will mich ganz sicher nicht als „der besser Mann“ hinstellen. Letztlich kann ich ja überhaupt nicht darüber urteilen, wie die Lebensumstände bei anderen Männern, in anderen Familien sind. Ich finde aber, dass viele Männer sich selbst etwas nehmen, wenn sie keine Elternzeit nehmen. Auch wenn es pathetisch klingt: Die Zeit mit den kleinen Kindern kommt halt nicht wieder. Und die vielen tollen Projekte, die man auf der Arbeit in der Zeit erledigt, sind nicht halb so viel wert wie das Projekt „den ersten Brei ins Kind kriegen“.

Für mich bist du natürlich grundsätzlich „der bessere Mann“. 😉 Aber ganz im Ernst: Ich kriege im Umfeld, z.B. durch die Kita, ja auch mit, dass in den meisten Familien nach wie vor eine „klassische Rollenverteilung“ gelebt wird. Und ich kriege auch mit, dass viele Frauen deswegen unzufrieden sind und eine Umverteilung leider oft auch an den Männern scheitert. Ich finde es großartig, dass in unserer Beziehung nicht nur ich diejenige bin, die Rollenklischees aufbrechen will, sondern dass wir beide immer weiter daran arbeiten. Danke, mein Herz, für dieses Interview!

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10 Kommentare zu „Der Hübchen/Räupchen-Papa im Interview: Über Vereinbarkeit, Elternzeit und Arbeitszeitreduzierung

  1. Das ist doch schön! Darf man fragen, wie viel du nach der Elternzeit arbeiten willst?
    Bei uns ist es bei meiner Tochter so, dass ich sie mit dem Vater in Wechselmodell betreue, das ist also tatsächlich 50/50 geteilt. Elternzeit hatten wir damals auch jeweils 7 Monate genommen, und beide Teilzeit zwischen 20 und 30 Stunden gearbeitet. (Gesehen habe ich den Mann trotzdem nie, denn er musste in seiner Freizeit klettern und surfen, aber das ist eine andere Geschichte.) Mit meinem Freund habe ich zu Hause die Hausarbeit eher zu meinen Gunsten geteilt, und sollte ein Kind nachkommen, werden wir die Elternzeit auch paritätisch teilen, Elternzeit plus nutzen und dauerhaft unsere Arbeitszeit auf 25-30 Stunden setzen. Er sieht das so wie dein Mann: es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Leben beider Elternteile sich ändern, und ein Grund zum Aufregen, dass die meisten Väter sich da so aus der Verantwortung stehlen.
    Also ich bin zufrieden!

    • Ach ja, das ist noch eine andere Baustelle. Das Räupchen ist ja noch in keiner festen Betreuung und wir müssen jetzt schauen, wie wir uns so organisieren, dass ich mehr Zeitfenster zum arbeiten bekomme – und nicht nur an den Nachmittagen, wenn mein Mann nicht arbeitet, abends oder am Wochenende. Am ehesten wird es wohl auf eine feste Babysitterin hinauslaufen, die stundenweise auch mal vormittags das Räupchen bespaßt. Ich möchte und muss so langsam wieder mehr Jobs annehmen, aber denke, dass mehr als 20 Stunden erst mal unrealistisch sind, solange das Räupchen noch nicht in der Kita ist. Langfristig würden wir irgendwann gerne bei „30 beide“ landen. Und ich bin sehr optimistisch, dass das klappt!

      Schade übrigens, dass dein erster Mann einer von dieser Sorte war. Davon kenne ich auch einige im erweiterten Bekanntenkreis. Da lässt einer seine Freundin mit dem halben Umzug allein, weil die Flüge ins Surfparadies gerade so günstig waren. 🙄 Ich befürchte, das wird nicht anders aussehen, wenn irgendwann Kinder da sind… Für Hobbys gilt ja irgendwie dasselbe wir für den Job, finde ich: Jede*r sollte ein Recht darauf haben, aber eben Rücksicht auf die gesamte Familie nehmen.

      • Ja, das ist ganz interessant: ich kenne tatsächlich ziemlich viele Männer, die Teilzeit arbeiten, aber eben, um ein bestimmtes Hobby exzessiv zu betreiben. Und meiner Beobachtung nach ändert sich das kein Stück, wenn Kinder da sind – außer einer Sache: wenn man gemeinsam Elternzeit hat, kann die Frau einen ja endlich beim Hobby begleiten und Fotos machen!
        Ich war nach der Trennung einmal bei einer Elternberatung, und da seufzte der recht junge Berater und sagte: „Wenn ich mir einmal eine Bemerkung erlauben darf – es sind immer dieser Surfer!“ Das war ganz schön für mich 🙂

        • Haha, OK, das heißt, das wichtigste Learning für uns alle könnte sein: Niemals mit einem Surfer einlassen! 😂

          Ich habe hier zum Glück nur einen Hobby-Fußballer, der noch dazu heute Abend das Spiel ausfallen lässt, weil ich schon gestern Abend mit beiden Kindern alleine war und es in einer mittleren Katastrophe geendet ist (das Hübchen probt im Moment wieder ganz extrem den Aufstand und ich bin dann mit zwei brüllenden Kindern, das eine aus Müdigkeit, das andere aus Wut, absolut überfordert).

          Wir schauen vor allem, dass wir uns gegenseitig genug Lücken zum Sport lassen, um eben auch körperlich fit zu bleiben. Yoga (ich) und Pilates (er) sind gesetzt, sonst streiken innerhalb kürzester Zeit unsere Rücken. Und dann freuen wir uns darauf, wenn die Kinder älter werden und wir uns beide wieder mehr Zeit für unsere Hobbys nehmen können. Bald, ganz bald!! 😄

  2. Katharina

    Ach wie schön das zu lesen..das ist gelebte Gleichberechtigung. Toll dass das bei euch so funktioniert.
    Mein Mann hat bei beiden Kindern jeweils die ersten zwei Monate Elternzeit genommen und ich war wirklich froh ihn zu Hause zu haben. Aber er hat seine Arbeit auch schnell vermisst. Er ist Handwerker und muss drei Schichten arbeiten, was aber tatsächlich auch Vorteile hat.
    Ich habe meine Stelle bei der Bank gekündigt weil ich keine Lust habe erst nach Hause zu kommen wenn die Kinder schlafen. Ich fange nun demnächst wieder an mit 30 Stunden zu arbeiten, aber echte Gleitzeit, so dass ich zB wenn mein Mann Spätschicht hat schon früh anfangen kann und er dann morgens die Kinder versorgt und zur Kita bringt. Wenn er Frühschicht hat kümmere ich mich morgens und er holt die Kinder ab. So ist zumindest der Plan, mal sehen wie es dann tatsächlich funktioniert.
    Zur Zeit ist es zumindest so dass wir uns am Wochenende und im Urlaub morgens mit dem ausschlafen abwechseln, das ist für uns selbstverständlich.
    Mein Mann käme nie auf die Idee seine „richtige“ Arbeit höher zu bewerten als meine Arbeit die ich mit Haus und Kindern habe und er macht genauso selbstverständlich was hier so anfällt an Hausarbeit, Garten pflegen und Kinder versorgen. Wenn ich das teilweise von Freundinnen höre wie da die Männer null Verständnis und Wertschätzung aufbringen bin ich doch sehr glücklich dass es bei uns anders läuft.

    • Das klingt schön! Und diese Wertschätzung, dass Kinderbetreuung und Haushalt eben auch sauanstrengende Arbeit ist, finde ich auch ganz wichtig!

      Von richtiger Gleichberechtigung können wir leider gerade immer noch nicht reden, weil das Räupchen ja noch Zuhause ist und ich dadurch sehr gehandicapt bin, was Arbeitszeit angeht. Aber wir suchen da gerade nach Lösungen. Und langfristig wollen wir irgendwann bei „30 beide“ landen.

  3. Hannah

    Danke für dieses interessante Interview!
    Ich hoffe, dass es auch ein paar Männer lesen 🙂
    Tatsächlich habe ich aber inzwischen von mehreren Frauen gehört (2 von meinen sich nicht kennenden Bekannten), sie hätten ihren Mann/Freund nicht länger als 2 Monate Elternzeit machen lassen, sie wollten schließlich ihr Kind „für sich haben“. Ob es wohl öfters auch von den Frauen kommt?
    Wir zumindest haben 12 unserer Elternzeitmonate in der Mitte geteilt und mein Freund hatte zusätzlich ab Geburt einen Monat Urlaub. Die letzten 2 Monate nehme ich als 4 Elterngeld Plus für die Zeit der Tagesmutter-Eingewöhnung und weil bei der Arbeit mein Projekt pausiert wird.
    Später allerdings werde ich 80% arbeiten und der Papa 100 – er arbeitet allerdings in Frühschichten und hat nachmittags und mittwochs frei. Also gleich viel Kindzeit für uns beide. Bin gespannt wie sich das in der Praxis gewährt!
    Ich wünsche mir sehr dass sich bald mehr Familien für gleichberechtigte Lösungen entscheiden!! 🙂

    • Ja, ich höre das auch immer wieder, dass Mütter da irgendwie manchmal merkwürdige Einstellungen haben. Manchmal ist am „Maternal Gatekeeping“ vielleicht doch was dran. Kommt vielleicht durch die Erziehung und gesellschaftliche Prägung? Ich finde es dann aber auch bemerkenswert, dass Männer es einfach so hinnehmen und sich bequem darin einrichten. Da wird leider oft der Grundstein dafür gelegt, dass es auch Jahre später noch so aussieht: Verantwortung für Kinder und Haushalt – Frau, Verantwortung fürs Finanzielle – Mann. Schade und oft unnötig.

  4. Lara

    Dein Mann hat eine tolle Einstellung! Beide Eltern in Teilzeit wäre auch meine Wunschvorstellung, allerdings bin ich eine von denen, die an ihrem Mann und der Firma scheitert. Gelebter Präsentismus, konservative Chefs und die eigene (gefühlte) Unabdingbarkeit führen bei uns dazu, dass mein Mann meint, nicht Teilzeit arbeiten zu können. Ich sehe, dass genau so wie dein Mann, dass es in den allermeisten Fällen sehr wohl möglich ist, auch als Mann in Teilzeit zu arbeiten – auch als Führungskraft. Aber nach vier Jahren fehlt mir langsam die Kraft das Thema weiterzuverfolgen….Für Euch beide Däumchen, dass es nach der Eingewöhnung des Räupchens mit der Arbeitsverteilung so klappt wie ihr euch das vorstellt.

    • Schade, dass dein Mann nicht kompromissbereit ist. Vielleicht hilft es, mal über den Tellerrand zu schauen: Wie läuft es in anderen Unternehmen? Was ist theoretisch alles möglich? Und ggf. sogar einen Arbeitgeberwechsel anstreben?

      Letztlich wissen wir ja, was Männer auf dem Sterbebett am häufigsten bereuen: Nicht genug Zeit mit den Kindern und der Familie verbracht zu haben. Bestimmt will dein Mann nicht zu denen gehören, oder? 😉

      Alles Gute, ich drücke die Daumen, dass der Lerneffekt noch eintritt! 😉

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