Bücherwoche – Samstag: „Das Geschwisterbuch“ von Danielle Graf und Katja Seide

Bevor ich die letzte Rezension im Rahmen meiner Bücherwoche schreibe, muss ich zunächst was zugeben: Fast hätte ich „Das Geschwisterbuch“ von Danielle Graf und Katja Seide gar nicht bestellt, weil ich dachte: „Hab ich gar nicht nötig“. Diese Überheblichkeit ist einem glücklichen Umstand geschuldet: Meine Kinder verstehen sich normalerweise super. Aber seit die Kleine drei geworden ist, häufen sich auch bei uns Situationen, in denen sie sich Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn gegenüberstehen. Und da dachte ich mir, dass so ein bisschen Ratgeberlektüre vielleicht doch nicht schaden kann…

Wenn ich mir die Entwicklung hier so anschaue, war das wohl eine gute Idee. Denn auch wenn meine beiden sich von Herzen lieben und auch wahnsinnig schön zusammen spielen, gibt es doch immer mehr Momente, in denen es richtig knallt. Sieben Jahre und drei Jahre sind sie nun und erstens lässt die Kleine dem Großen mittlerweile nicht mehr so viel durchgehen. Zweitens ist sie es aber nun auch oft, die richtig Stress macht und den großen Bruder zur Weißglut treibt.

Wir Eltern können ein bisschen Handwerkszeug daher gut gebrauchen, um Konfliktsituationen möglichst fair und entspannt zu lösen. Und so viel verrate ich schon mal: Das neue Buch der Bloggerinnen Graf und Seide eignet sich dafür hervorragend! Die Autorinnen sind durch ihren Blog „Das gewünschteste Wunschkind“ bekannt geworden und versorgen seit einiger Zeit ihre Zielgruppe – also mehr oder weniger verzweifelte Elternteile wie ich es bin – auch mit passender Literatur.

Ein Buch mit Wärme und Verständnis

Was Stil und Inhalt der beiden dabei immer auszeichnet: Sie sind Vertreterinnen der sogenannten bedürfnis- oder auch bindungsorientierten Erziehung und setzen sich für ein Familienleben auf Augenhöhe ein. Auch das „Geschwisterbuch“ ist mit ganz viel Wärme und Verständnis geschrieben – vor allem für die Kinder, aber auch für die Eltern.

Das Buch deckt viele Entwicklungsphasen ab. Es beginnt mit der großen „Entthronung“ und gibt viele Tipps, wie Eltern es den großen Geschwistern leichter machen können, ein neues Baby zu akzeptieren und lieb zu gewinnen. Für mich interessanter war der Teil, der sich darum dreht, wie man es schafft, Geschwisterliebe zu erhalten und eine liebevolle Beziehung zwischen den Kindern zu unterstützen. Bei uns war es nämlich von Anfang an eine sehr große Liebe zwischen den Geschwistern. Oft mache ich mir aber Gedanken darüber, ob das auf lange Sicht so bleiben kann und wird, denn nichts wünsche ich mir sehnlicher.

Die größte Gefahr stellen dabei leider wir Eltern dar, weil wir es natürlich nicht immer schaffen, fair zu sein und weil Liebe sowieso nicht immer exakt gleichmäßig verteilt werden kann. Und bei Streitigkeiten kriegt man natürlich auch nicht immer mit, wer angefangen hat. Hier hilft das Geschwisterbuch sehr konkret weiter, indem die Autorinnen zum Beispiel sagen, dass es ohnehin egal ist, wer angefangen hat. Weiter geben sie gute Tipps, wie man sich als Elternteil in Streitsituationen verhalten sollte – aber auch, welche Wege es noch gibt, wenn die Kraft zum Schlichten und Begleiten einfach mal nicht reicht.

Erfahrungsberichte bieten interessante Einblicke

Das Buch ist mit vielen Erfahrungsberichten aus dem Leben der Autorinnen und anderen Familien gespickt, was einen schönen Einblick in konkrete Situationen bietet. Für mein Empfinden sind manche dieser Ausschnitte ein bisschen „over the top“, wenn in Dialogen zum Beispiel kleine Kinder ein bisschen sehr gekünzelte Reden schwingen. Da habe ich mich an der einen oder anderen Stelle doch gefragt, ob dieser Dialog nicht doch ein bisschen ausgedacht oder immerhin ausgeschmückt ist. Vielleicht habe ich aber im Vergleich auch einfach besonders rumpelige Kinder. Ich werde sie direkt mal fragen, ob sie zukünftig nicht auch etwas gepflegter mit mir kommunizieren wollen. 😉

Bis auf dieses kleine Detail habe ich den Ratgeber zu Geschwisterbeziehungen aber sehr gerne gelesen und kann ihn allen Mehrfacheltern unter euch sehr empfehlen. Falls ihr euch noch unsicher seid, ob der Kauf sich für euch lohnt: Auf der Seite des Beltz-Verlags könnt ihr eine Leseprobe herunterladen. Viel Spaß beim Schmökern!

Das war die Kinderhaben-Bücherwoche!

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beende ich nun die Kinderhaben-Bücherwoche. Schade, dass es schon vorbei ist! Aber auch schön, denn viel Arbeit war es auch. 😉 Bis Montag könnt ihr noch diverse Bücher gewinnen, klickt euch dazu durch die Artikel der letzten Tage und kommentiert unter dem Beitrag eurer Wahl. Ich wünsche euch viel Spaß beim Bücherkennenlernen und viel Glück für die Gewinnspiele!

7 Kommentare zu „Bücherwoche – Samstag: „Das Geschwisterbuch“ von Danielle Graf und Katja Seide

  1. Hannah

    Und noch ein Buch das ich mir sehr wünsche 🙂 wir sind zwar erst am Anfang unseres Geschwister-Abenteuers, aber das Thema ist so interessant und ich finde die Autorinnen super. Sie haben mir schon oft genug den Alltag erleichtert und Mut gegeben! Bin sehr gespannt (denn falls ich es nicht gewinne, wird es gekauft ;))

  2. Steffi

    Liebe Sophie,

    dieses Buch wäre sehr hilfreich da mich der Geschwisterstreit hier oft in den Wahnsinn treibt. LG Steffi

  3. Maria

    Meine zwei Jungs sind 8 Jahre auseinander. Manchmal nicht wur Geschwister und dann doch wieder

  4. Carolin

    Liebe Sophie, Geschwisterbeziehungen finde ich unglaublich interessant. Die zu meinen eigenen und die zwischen meinen Kindern. Wir haben hier eine besondere Konstellation mit einem großen Bruder und zwei sechs Jahre jüngeren kleinen Schwestern. Ich bin sehr gespannt auf alles, was da noch so kommt. Auch, was auf uns zukommt. 😉 Liebe Grüße und danke für deine Buchwoche mit den Verlosungen! Carolin

  5. Ivi

    Dieses Buch scheint mir recht interessant zu sein, ich habe 4 Kids die bestimmt nicht immer gleich berechtigt werden bzw. sich so fühlen. Da würde ich mich sehr über diesen tollen Ratgeber freuen.

  6. Tabea Muschke

    Ich besitze noch nicht einen einzigen Ratgeber, aber dieses Buch interessiert mich sehr. Die 5-jährige und der 3 Jahre alte Bruder halten es keine halbe Stunde friedlich miteinander aus.
    Liebe Grüße
    Tabea

  7. 2xMama

    Meine beiden Kinder fühlen sich gerade beide grundsätzlich benachteiligt und zu kurz gekommen. Sie fangen morgens an mit Streiten und gehen streitend ins Bett – und ich werde wahnsinnig. Vielleicht könnte das Buch etwas helfen, Ruhe in den Alltag zu bekommen.

Schreibe einen Kommentar

Datenschutzhinweise: Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht und du kannst Pseudonyme oder anonyme Angaben nutzen. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Deine Kommentarangaben werden zur Spamprüfung an die Wordpress-Entwickler Auttomatic, USA und deine E-Mail-Adresse an den Auttomatic-Dienst Gravatar übermittelt, um das ggf. von dir dort gespeicherte Profilbild zu verwenden. Mehr Details zur Verarbeitung deiner Daten und den Widerrufsmöglichkeiten liest du in meiner Datenschutzerklärung.