Abstillen oder Weiterstillen? Ein Pro und Contra

„Mama, Milch, Njomnjom!“, ruft das Räupchen. Glücklich fuchtelt sie mit ihren Armen vor meinem Gesicht rum. „Wer will eine Milch?“, frage ich. „Iiiiich!“, ruft das Räupchen und jubelt als hätte sie gerade von ihrer Beförderung erfahren. Befördern würde ich mein kleines Mädchen tatsächlich gerne – zum großen Kind, das gar keine Muttermilch mehr braucht. Denn so langsam reicht es mir mit dem Stillen! Bloß habe ich die Rechnung ohne das Räupchen gemacht.

Denn das Kind hängt an Mamas Brust. Während die meisten anderen Kleinkinder in meinem Umfeld sich irgendwann komplett oder fast von allein abstillten, mag das Räupchen ihr Privileg noch so gar nicht aufgeben. Bei Mama schmeckt’s offenbar immer noch am besten, auch mit funktionsfähigen Backenzähnen und mindestens drei vollwertigen Mahlzeiten täglich.

Mir, als seit mittlerweile knapp zwei Jahren durchweg milchproduzierender Mutter, reicht es derweil so langsam. Für mich könnten wir es jetzt echt so langsam ausschleichen. Bloß für den harten Cut fehlt mir irgendwie immer noch die Überzeugung. Es ist also dringend Zeit für eine Pro und Contra Liste! Denn was hilft sonst bei kniffligen Entscheidungsfragen?

Pro Abstillen: Die Hoffnung auf besseren Räupchen-Schlaf

Ich weiß, ich weiß, die meisten von euch werden jetzt hysterisch lachen, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, oder? Bisher habe ich erst eine einzige Nacht ohne das Räupchen verbracht und diese Nacht war zwar etwas unruhig – die Nacht darauf jedoch sofort sensationell ruhig. Ich bin recht überzeugt, dass das Räupchen besser schlafen wird, sobald sie keine Milch mehr erwarten darf.

Contra Abstillen: Die Angst vor kürzerem Schlaf

Das Thema Schlaf ist ja aber so vielschichtig! Und deswegen sind wir hier direkt beim ersten Punkt, der aus meiner Sicht gegen das Abstillen spricht. Das Räupchen mag ohne Milch vielleicht bis zum Morgen durchschlafen. Bloß wird der Morgen dann vermutlich sehr sehr früh eingeläutet. Meist wacht das Räupchen nämlich gegen halb sechs auf, wirkt schon recht munter, lässt sich durch eine Ladung Milch dann aber doch noch mal vom Weiterschlafen überzeugen. Meine Angst ist daher vermutlich berechtigt: Ohne Stillen würden unsere Nächte zukünftig sehr kurz. Und das geht leider völlig gegen unseren Biorhythmus, da wir alle, inklusive Hübchen, richtige Eulen sind..

Pro Abstillen: Das Räupchen soll mal ordentlich essen!

Unsere Kleinste ist seit eh und je eine kleine Kostverweigerin. Lange fehlte ihr zum Essen auch das richtige Werkzeug, aber mittlerweile ist sie stolze Besitzerin von vier Backenzähnen und isst eigentlich ganz gut. Hauptsächlich allerdings, wenn ich nicht dabei bin. Ist Mama da, wird immer noch gerne nach Milch gebrüllt – als Vortisch, Nachtisch oder zwischendrin. Und ganz ehrlich: Ich finde das mittlerweile so überflüssig! Allein um Nähe kann es ihr nicht gehen, weil sie beim Essen oft auf meinem Schoß sitzen darf und sie sowieso das Familienmitglied ist, das von allen anderen Familienmitgliedern quasi durchgehend mit Zärtlichkeiten überschüttet wird. Ich wünschte mir mittlerweile einfach, das Mädchen würde sich mal an fester Nahrung satt essen – so wie sie es ja auch macht, wenn sie z.B. mal einen ganzen Tag lang bei Oma und Opa is(s)t.

Contra Abstillen: Beste Medizin bei krankem Kind

Klar wäre es eine super Erleichterung, wenn das Räupchen endlich besser essen würde. Aber es gibt da einen Fall, in dem das total ausgehebelt wäre – und das ist der Krankheitsfall. Muttermilch war für mich bisher immer ein sehr beruhigender Faktor, wenn das Räupchen mal krank war. Nichts tut Mamas mitleidender Seele so gut, wie ein Kind, das sich zuverlässig an der Brust beruhigen lässt und daraus noch neue Kraft schöpfen kann. Als das Räupchen vor einigen Wochen sehr hohes Fieber hatte, verweigerte sie sogar Wasser. Nur Muttermilch ging noch in kleinen Mengen. Wie wäre das gewesen, wenn es die nicht mehr gegeben hätte?

Pro Abstillen: Mama braucht mehr Freiheit

Vor einem halben Jahr war meine Meinung noch ganz klar: Auch als stillende Kleinkindmutter opfere ich mich nicht auf, sondern wäge einfach Vor- und Nachteile ab und entscheide mich dann quasi fürs kleinere Übel. Mittlerweile hat sich da aber einiges verschoben. Das Räupchen marschiert geradewegs auf ihren zweiten Geburtstag zu und ich würde mich freuen, wenn die Mama-Fixiertheit nun noch ein bisschen schneller noch weniger würde. In wenigen Wochen plane ich zudem meine erste Reise allein: Nach Berlin zur Blogfamilia. Deshalb war ich letztes Wochenende zwischendurch auch total überzeugt davon, nun endlich konsequent abstillen zu wollen. Der Grund: ein leichter Milchstau, der mich trotzdem mal kurz ziemlich ausgeknockt hat. Die Angst, in Berlin allein mit Milchpumpe direkt auf den nächsten Milchstau zuzusteuern, ist plötzlich groß. Obwohl ich bisher keinerlei Probleme damit hatte… Aber jetzt ist die theoretische Bedrohung halt irgendwie real geworden.

Contra Abstillen: Ich mag die Nähe – immer noch

Ja, auch wenn ich meine Freiheiten mehr und mehr vermisse – das Stillen an sich stört mich nach wie vor überhaupt nicht. Bis auf den letzten Mini-Milchstau ist es noch immer völlig unproblematisch und zudem ist das Räupchen eine recht rücksichtsvolle Konsumentin. Sie nuckelt gemächlich, bis der Milchspendereflex auslöst und hat mich bis heute noch kein einziges Mal gebissen. Unsere Still-Beziehung, wie man das so schön nennt, ist also insgesamt reichlich entspannt. Und ich mag die ruhigen Minuten, in denen mein kleines Mädchen in meinen Armen liegt und sich widerstandslos kuscheln lässt. Ich mag auch, wie sie mich anstrahlt, wenn sie ihre Milch erwartet und wie glücklich sie am Ende sagt: „Reicht!“. Ein sprechendes Kind zu stillen kann nämlich in der Tat ziemlich lustig sein.

Pro Abstillen: Ich mag das Fordernde nicht

Gleichzeitig kann es auch richtig nervig sein, ein jetzt schon so großes Mädchen zu stillen. Zum Beispiel, wenn sie in der Öffentlichkeit anfängt, mir das Hemd aufzuknöpfen und lautstark nach Milch verlangt. Das Räupchen kann ziemlich ungemütlich werden, wenn sie nicht sofort das bekommt, wonach sie verlangt. Natürlich gehört es zur normalen Entwicklung dazu, dass Kinder begreifen lernen, eben nicht immer alles haben zu können und schon gar nicht sofort. Trotzdem ist es für mich irgendwie eine größere Belastung, wenn mein Töchterlein losbrüllt, weil ich sie nicht stillen will – im Vergleich zu so „normalen“ Ausrastern, weil sie ein Spielzeug nicht bekommt oder ihre Tasse die falsche Farbe hat.

Pro Abstillen: Ich bin einfach nicht konsequent genug

Wie ich oben schon beschrieb: Aus irgendwelchen Gründen scheint es mich mehr zu belasten, meinem Kind das Stillen zu verweigern, als wenn es um andere Dinge geht. Deswegen habe ich in der Vergangenheit viel zu oft nachgegeben, auch wenn ich es eigentlich nicht wollte. Vielleicht liegt es daran, dass diese Erfahrung neu für mich ist. Den Unmut über jegliche anderen Dinge kenne ich ja vom Hübchen – der Unmut übers verweigerte Stillen ist neu, denn meinen großen Sohn habe ich nicht bis ins Kleinkindalter hinein gestillt. Fakt ist jedenfalls, dass es mir wahnsinnig schwer fällt, Regeln fürs Stillen zu etablieren und zum Beispiel nur noch Zuhause oder nur noch im Bett zu stillen. Für mich klingt es da realistischer, einfach komplett abzustillen. Damit wäre das Problem dann beendet.

Und das Fazit?

Tja, das ist gar nicht so leicht! Unterm Strich waren das jetzt mehr Gründe „Pro Abstillen“. Aber was waren das für Gründe? Insgesamt sträube ich mich dagegen, vor allem deswegen abzustillen, weil ich Angst vor der eigenen Inkonsequenz habe. Was ich mir eigentlich wünsche ist wohl Folgendes: Dass ich weiterstillen und trotzdem einige Freiheiten leben kann.

Auf Facebook haben mich auch schon viele Erfahrungen erreicht: Viele von euch haben Kleinkinder gestillt und waren zwischendurch auf Geschäftsreisen oder alleine auf Partys oder alleine im Urlaub. Möglich ist also alles. Vielleicht muss sich dafür erst der Knoten in meinem Kopf lösen, in dem mein kleines Räupchen immer noch als winziges Baby geschützt eingesponnen ist. Mein Baby ist nun mal gar kein Baby mehr.

Ein Lernprozess

Vielleicht müssen wir also beide lernen, uns voneinander zu lösen. Ich muss lernen, ohne schlechtes Gewissen auszugehen und wegzufahren. Nein, das Räupchen wird sich sicher nicht stundenlang in Rage brüllen, nur weil aus Papas Brust keine Milch kommt. Sie ist nämlich mit Sicherheit schon clever genug, da sehr genau zu unterscheiden! Außerdem muss ich lernen, meine eigenen Grenzen fester zu verteidigen. Unterwegs und in der Öffentlichkeit taugt ein Apfel oder ein Brötchen nämlich genauso gut wie ein Schluck Milch – das gilt es nur, dem Räupchen auch verständlich zu machen.

Das Räupchen indes muss genau das lernen: Dass Mamas Brust nicht mehr rund um die Uhr zur Verfügung steht. Dass ein ordentliches Mittagessen echt eine prima Idee ist. Und dass es auch abends und nachts andere Wege als Muttermilch gibt, um sich zu beruhigen und in den Schlaf zu finden.

Klingt eigentlich machbar, oder? Erziehung ist halt nicht nur für eine Seite schwer. 😉 Aber ich glaube, wir versuchen das jetzt noch mal mit Liebe und Konsequenz. Denn eigentlich tut das Stillen uns noch ganz gut und ich habe Sorge, ein überstürztes Abstillen im Nachhinein zu bereuen.

Wie habt ihr das Abstillen gemeistert?

Wie war das denn bei euch mit dem Abstillen? Gehörtet ihr zu den Glücklichen, deren Kinder von allein entschieden, jetzt lieber Käsebrot zu essen? Oder war es bei euch auch eine bewusste Mama-Entscheidung und wenn ja, aus welchen Gründen? Und wie habt ihr es geschafft, ohne zu viel Stress abzustillen? Ich bin dankbar, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt!

16 Kommentare zu „Abstillen oder Weiterstillen? Ein Pro und Contra

  1. Janine

    Hi, ich habe den Start zum abstillen gegeben, bei beiden nach 6-9 Monaten. Habe eine Mahlzeit nach der anderen durch Fläschchen ersetzt und mir dabei Zeit gelassen. Ging dann knapp 2 Monate. Der Kleine hat sich dann bei „ach wie schön, einmal am Morgen noch gemütlich stillen, das könnte ich jetzt noch ne Weile machen“ innerhalb kürzester Zeit selbst abgestillt.
    Was war der Grund: ich wollte meine Brust wieder für mich. Und die Still-BH’s los werden. Und so konnte mein Mann nachts auch ran, hab nach einem Jahr wieder Teilzeit angefangen.

    Und ganz früh am Morgen gab es lange einen Schoppen und dann wieder hinlegen, hat bei beiden geklappt.

    Was nicht klappt ist durchschlafen. Die Große hat Schoppen abgeholt bis sie 2,5 Jahre war. Der Kleine fängt jetzt drei Wochen vor seinem 2. Geburtstag an gelegentlich durch zu schlafen.

    Aber eine Garantie hat man beim Schlafen ja nie…

    Ich bin bei beiden gut mit dem Schoppen gefahren, war ja aber auch früher dran als du vom Alter her.

    • Hi Janine,

      ja, das ist toll, wenn es so funktioniert, oder? Das Hübchen habe ich ja auch nicht so lange gestillt. Er hat problemlos die Flasche genommen, dadurch hatten wir dann auch nie ein Schlafproblem. Die Flasche haben wir dann später mit verdünnter Milch und irgendwann nur noch Wasser ausgeschlichen. Das ging super.

      Das Räupchen verweigert die Flasche leider von Anfang an. Wir haben echt viel probiert, unterschiedliche Sauger usw., aber sie will nur Mamas Brust. 🙈 Aber ich hab mich damit arrangiert. 😄

      Zum Thema Durschlafen findest du hier im Blog auch schon ein paar Artikel. Das war und ist beim Hübchen nämlich auch eine Never-Ending-Story. 😉 Schau einfach mal unter dem Schlagwort #schlafen nach!

  2. Ich hatte gar nicht erst ein so wahnsinniges Durchhaltevermögen wie du. Meine erste Tochter wollte die Brust schon mit 9 Monaten nicht mehr annehmen, wahrscheinlich weil ich wieder schwanger war. Vielleicht schmeckte die Milch nun anders? Das zweite Töchterchen stillte ich dann auch 9 Monate, obwohl ich am Ende keine Lust mehr hatte & es als sehr anstrengend empfand. Und so ersetzten wir die Brust nach einem 3/4 Jahr schon durch die Flasche und ich genoss nach 3 Jahren endlich mal wieder ein Bier. Das tat sehr gut – die Kinder hatten damit übrigens gar kein Problem und so war es für uns alle leicht.

    • Kinder sind auch echt so unterschiedlich! Beim Hübchen hat mich das Stillen ja auch eher gestresst, weil er so fordernd und ungeduldig war. Das war dann auch der Hauptgrund fürs Abstillen, weil ich durchs Arbeiten weniger stillen konnte und er dann echt fuchsig wurde, wenn die Milch nicht sofort floss. 🙄

      Das Räupchen ist da im Gegenteil so entspannt, dass mir das einfach gar nichts ausmacht. Und außerdem nimmt sie ja keine Flasche. Ich hatte ja eigentlich auch gedacht, dass ich wie beim Hübchen irgendwann einfach auf Flasche umstellen kann – oder immerhin gelegentlich abwechseln. Ging aber nie.

      Jetzt braucht sie natürlich eh keine Flasche mehr. Aber das gestillt werden will sie sich noch nicht nehmen lassen. 😄

      • Meine Kinder haben von Anfang an zum Glück auch die Flasche genommen. Ich denke, mich hat vor allem die Gesamtsituation gestresst, gar nicht so sehr das Trinkverhalten des Babys. Ich hoffe, ihr findet nun auch einen entspannten Abschluss <3 Vielleicht sehen wir uns auf der Blogfamilia. 😉

  3. Suse

    Die Tochter hat sich (oder ich sie?) mit 15 Monaten nachts abgestillt (tagsüber schon lange vorher), vorher war es nur noch zum Einschlafen und ganz selten in den frühen Morgenstunden zum Weiterschlafen. Abends ist sie aber auch ohne Milch gut (und ohne Milch einzufordern) eingeschlafen und nachts hat der Schnuller gereicht. Sie hat dann schon sehr früh durch und morgens lange geschlafen (Wochenende bis 9 Uhr und so). Beim kleinen Bruder (fast 2) hatte ich das auch so geplant. Seit er 8 Monate ist, hat er Stillen tagsüber abgelehnt, zum Ein- und Weiterschlafen fordert er aber nach wie vor lautstark seine Milch ein. Ich hätte nie gedacht, so lange zu stillen, und, ehrlich gesagt, ich mache es nur noch, weil es Nacht so bequem ist 😉 Da es nur nachts ist, habe ich mich damit arrangiert, frage mich aber auch bisweilen, ob die Nächte nicht besser wären, wenn er abgestillt wäre. Im Gegensatz zu seiner Schwester nimmt er aber auch keinen Schnuller…. Schwierig…

  4. Kathleen

    Den Großen habe ich nach 1,5 Jahren mit Wasser und Flasche abgestillt, weil ich das nächtlich stündliche Aufwachen irgendwann nicht mehr so gut aushalten konnte. Hat sich trotzdem irgendwie nicht so richtig angefühlt und ein guter Schläfer ist er nicht geworden. Die Kleine hat sich in den letzten Wochen selbst abgestillt mit 20 Monaten und ein bisschen Unterstützung mit längerer Mami-Abwesenheit. Seitdem klebt sie aber an mir und schläft am Liebsten auf mir ein, die Nächte durch, aber das war auch mit Stillen schon so. Glaub da kann man nichts richtig, aber auch nichts falsch machen, es muss zum eigenen Gefühl passen, dann machen die Kinder auch mit.

    • Gis

      Liebe Sophie,
      Hier war es auch mit 3 Kindern jedesmal anders. Der Große hat sich mit 14 Monaten von einem Tag auf den anderen abgestillt, der Mittlere mit 22 Monaten in gegenseitigem Einvernehmen und beim Jüngsten habe ich das nach 28 Monaten entschieden. Ich habe immer gern gestillt, aber der Jüngste war mir zum Schluss zu besitzergreifend. Ich war das letzte halbe Jahr immer etwas hin- und hergerissen, ähnlich wie es Dir jetzt zu gehen scheint. War er krank, war ich dankbar um das Stillen, manchmal war es mir aber auch zu viel. Beschäftigt hat mich auch, dass es meine letzte Stillzeit war, das Abschiednehmen hat für mich so lange gedauert. Als wir das aber wirklich entschieden hatten, hat es sich aber richtig angefühlt, wenn auch der Protest seitens des Kindes erstmal groß war.
      Du wirst zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung treffen…
      Alles Liebe!

  5. Lara

    Ich kann deine Gedanken so gut nachvollziehen, viele davon hatte ich auch. Unser Sohn war ein sehr konsequenter Flaschenverweigerer und das Einschlafen war an die Brust gekoppelt….Es gab Momente, da war ich unglaublich genervt vom Stillen. Trotzdem hätte ich es nicht ausgehalten, ihn gegen seinen Willen abzustillen. Und so habe ich gewartet bis mein Sohn und ich so weit waren und habe gestillt bis er 2 1/4 Jahre alt war. Wo bei anderen Kindern die Schnuller-Fee kam, kam bei uns die Milch-Fee und hat das gewünschte Laufrad gebracht. 3 Wochen vor ihrem Besuch hatte ich angefangen, ihm zum Einschlafen nicht mehr die Brust zu geben. Das fand ich das Schwierigste und ein einziges Mal gab es da dann auch Tränen. Ansonsten haben wir unsere Stillbeziehung sehr harmonisch beendet und ich bin wahnsinnig froh, dass ich gewarteter hatte, bis der richtige Zeitpunkt da war. Einziger Wermutstropfen: Der Papa darf nach wie vor keine Einschlafbegleitung machen und Sohnemann der mittlerweile 4,5 Jahre alt ist, hat eine Hand zum Einschlafen in meinem Dekolltee 😅
    Ich drück Dir die Daumen, dass ihr den für euch richtigen Weg findet
    Lara

  6. Fredi

    Ich habe gerade nicht praesent, was Ihr in Sachen Kinderbetreuung plant. Bei uns kam das „gut essen“ durch die Gruppensituation in der Kita. Schon vorher mit 10 Monaten hatte sich mein Sohn vom Stillen auf Flasche umgestellt (ich habe gearbeitet, so dass er beides kannte – Brust war ihm dann wohl zu langsam). Eine Flasche oder Tasse (Pre- oder Kuh-)Milch trinkt mein dreijaehriger Sohn auch jetzt noch immer morgens nach dem Aufwachen. Die Kinderaerztin findet die Milchflasche zu „babymaessig“ und nicht so toll. Wenn er krank ist, bin ich darueber aber sehr froh, dann stellt er wieder auf Milchnahrung um.

  7. Franzi

    Liebe Sophie,
    Ich danke dir so sehr für deine Worte, du schreibst mir aus der Seele! Hier ist die Situation nämlich eine ganz ähnliche: Meine Kleine hat gerade ihren 2. Geburtstag gefeiert und ans Abstillen ist irgendwie nicht zu denken. Ich dachte immer, dass sich das sicher von allein ergeben wird – das sieht mein Töchterchen bisher aber ganz ganz anders. Nach wie vor ist das Einschlafen (mittags, abends und auch während der Nacht) fest ans Stillen gekoppelt. Der Papa hat nur eine Chance, wenn ich unterwegs bin und dann ist das Einschlafen leider meist mit vielen Tränen verbunden. Das macht mir das Wegbleiben leider nicht leicht, das schlechte Gewissen siegt meist über das Wissen, dass die Kleine doch eigentlich schon sehr groß ist inzwischen.
    Einerseits bin ich immer öfter genervt, würde eigentlich gern wieder etwas unabhängiger werden. Andererseits genieße ich die Stillmomente nach wie vor, denn auch unsere Stillbeziehung war und ist absolut unkompliziert. Zudem mag ich mir nicht ausmalen, wie entsetzt und verletzt das Kind wäre, wenn ich ihr die geliebte Milch tatsächlich komplett verwehren würde…
    Sowohl Schnuller als auch Milch aus der Flasche hat sie übrigens von Anfang an abgelehnt. Ich hin gespannt wie sich das weiter entwickelt.
    Kurz und gut: Du bist nicht allein 🙂
    Liebe Grüße, Franzi

  8. Teresa

    Bei meiner Großen hab ich das Abstillen auch vor mir her geschoben, wie du jetzt. Sie war eine schlechte Esserin und hat die Milch stark eingefordert. Mit ca. 22 Monaten kam sie in die Krippe und ich wurde wieder schwanger. Ab da war es mir echt unangenehm und es hat geschmerzt. Außerdem wollte ich nicht Tandemstillen… hab dann schrittweise abgestillt: erst tagsüber, dann nachts, als letztes das Einschlafstillen. Kurz nach dem zweiten Geburtstag war sie abgestillt.
    Und es war viel unkomplizierter als gedacht. Klar wurde mal kurz gemeckert, aber sehr dramatisch war es nicht. Der Vorteil bei den großen Stillkindern ist ja auch, dass man schon gut mit ihnen sprechen kann.

  9. Linda Lübben

    Liebe Sophie,
    ich danke dir für deine Worte.
    Mein Sohn ist jetzt ein Jahr alt und feste Nahrung gefällt ihm nur selten. Er stillt mit großer Freude. Unsere Stillbeziehung ist sehr harmonisch und absolut unkompliziert.
    Ich habe keinen Tipp bezüglich des Abstillens, denn davon sind wir noch weit weit weg. Allerdings würde ich gerne ein paar Fragen in den Raum stellen und mich über Antworten freuen.
    Ich merke, dass ich die Stillbeziehung zu meinem Sohn belaste, weil ich oft denke, dass es nicht mehr richtig ist. In meinem Umfeld stillt keiner mehr sein Kind, welches über sechs Monate alt ist. Ich habe oft das Gefühl, dass ich mich rechtfertigen muss und dass es nicht gern gesehen wird ein so „großes Kind“ noch zu stillen. Kennst du solche Momente? Wie bist du damit umgegangen?

    • mimi

      ich bin zwar nicht die autorin, aber lese hier schon lange mit und habe selbst 3 kinder. meine ersten beiden stillten sich nach 8 und 9 Monaten selbst ab, mein drittes kind wollte lange keine feste nahrung, keinen brei, hauptsächlich stillen. ich dachte wenn es 1 jahr alt wird würde ich selbst das abstillen forcieren wollen, aber als es dann 1 jahr alt war, war es noch total ok für mich. Lass dich nicht durch andere verunsichern, allein was du und dein Kind empfinden, zählt. und ein einjähriges Kind zu stillen, das kennen viele vor allem ältere einfach nicht mehr, weil eine Zeit lang stillen als old-school und unnötig galt, weil man ja milchpulver hatte. lass dich bloß nicht dazu überreden, abzustillen, obwohl dich eure stillbeziehung gar nicht stört. wenn es für dich nicht mehr ok ist, wenn es dir zu viel ist dann liegt die entscheidung bei dir. es gibt genügend gründe, abzustillen, aber der druck von außen sollte keiner sein. wenn du dich allerdings selbst unwohl fühlst beim stillen, wenn es dich nervt, dann ist das auch grund genug abzustillen. es kommt nur auf dich und dein kind an.

  10. Pia

    Mir kommen fast die Tränen… Meine Tochter ist so ähnlich und mein Hin und Her mit abstillen oder nicht. Konsequent sein wollen aber es letztlich doch nicht können.
    Danke für deinen Text. Es tut gut zu lesen, dass man nicht alleine ist mit seinen Sorgen…

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