Zum Kotzen! (SSW 7)

Das Hübchen ist schon so groß, da kann ein neues Baby nicht schaden, dachten der Mann und ich. Heute bin ich schon in der 15. Schwangerschaftswoche, will aber auch die letzten Wochen mit euch teilen. Deswegen machen wir nun einen Zeitsprung in Schwangerschaftswoche 7. Und da ging es mir einfach schleeeecht!

Euch meinen momentanen Zustand zu beschreiben, ist eigentlich ganz einfach: Stellt euch vor, ihr habt euch gestern Abend so richtig schön einen gepichelt. Und damit meine ich nicht das eine Gläschen Sekt, sondern das eine Gläschen Sekt plus fünf Pils plus zwei Schnäpschen, weil’s so schön war.

Und jetzt stellt euch den Morgen danach vor. Ihr habt zwar 10 Stunden geschlafen, fühlt euch aber trotzdem, als hätte euch ein Radlader überfahren. Als erstes kommt der Schwindel, dann geht ihr mal schön kotzen und danach am besten sofort wieder ins Bett. Und da könnt ihr jetzt auch einfach den ganzen Tag bleiben, denn besser wird euer Zustand eh nicht mehr. Kurz: Ihr habt den Kater eures Lebens.

Tja, genau so geht es mir derzeit. Aber zum Teufel, ich fühle mich um den Rausch davor betrogen! Ich habe mir nämlich gar keinen gepichelt. Nicht mal am Bier genippt! Nicht mal am Weinglas gerochen! Noch nicht mal Mon Chéri darf ich!! Ich habe trotzdem einen Dauerkater. Und das ganz ohne Alkohol. Soll mir erst mal einer nachmachen! Oder besser nicht. Es ist nämlich wirklich nicht empfehlenswert.

Am besten bleibe ich im Bett

Dieses Wochenende wollten der Mann und ich eigentlich ein kinderfreies Wochenende in Berlin verbringen. Das frisch eingerichtete Gästezimmer unserer Freunde wartete schon auf uns – und die Freunde natürlich erst recht. Ihr könnt ahnen, wie schwer es mir fiel, zuzugeben: Es hat keinen Sinn, wir canceln das Wochenende besser. Jetzt freue ich mich also stattdessen auf ein Wochenende im Bett. Der Mann pflegt mich zum Glück aufopferungsvoll und versorgt mich von Käsebrot bis Fußmassage mit allem, was eine schwangere Frau so braucht.

Nur das Hübchen versteht leider gerade nicht so genau, warum die Mutter immer schlapp und schlecht gelaunt ist. Und dummerweise fällt mein Frühschwangerschaftstief in eine Phase, in der das Kind partout nicht alleine spielen will. Ich versuche mich mit möglichst viel Puzzlen, Quips, Obstgarten und Bücher lesen zu retten. Und ja, momentan läuft auch der Fernseher deutlich häufiger als sonst. Was aber auch dafür sorgt, dass ich die Sesamstraße wiederentdeckt habe. Und was könnte bei schlechter Laune besser tun als eine ordentliche Portion Super-Grobi-Zwei-Punkt-Null?

Ich zähle trotzdem die Wochen, bis der Spuk ein Ende hat. Beim Hübchen fing die fiese Phase damals etwas später an und blieb dafür bis weit nach der 12. Woche. Diesmal hoffe ich also, dass ich etwas früher das Tal der Miesmuscheln verlassen kann, weil ich auch früher reingefallen bin. Drückt mir die Daumen!

6 Millimeter Leben

Neben allem Trübsal gab es in dieser Woche aber auch einen ganz herrlichen Moment: Ich habe meiner Ärztin einen ersten Besuch abgestattet und das kleine Herzchen zum ersten Mal klopfen sehen. Mir ist ein eher früher Arzttermin wichtig, weil ich sehen will, dass alles an Ort und Stelle ist. Also kurz geschallt und den 6-Millimeter-Junior gesehen. Meine Ärztin beglückwünschte mich auch gleich zu meinem schlechten Allgemeinzustand, denn das sei ja das beste Zeichen für eine intakte Schwangerschaft. Mensch, die Frau hat echt Humor.

Ansonsten kann ich nur Gutes berichten: Meine Ärztin sagt, sie richte sich nach den Wünschen ihrer Patientinnen und akzeptiert meinen Wunsch nach einer Hausgeburt. Und wir haben sogar gleich schon mal einen Termin für die ET+3-Untersuchung festgemacht. Über die Notwendigkeit von so Sachen wie Nackenfaltenmessung und Zuckertest diskutiere ich dann später noch mal mit ihr. Oder auch eher nicht. Warum ich kein großer Fan von sämtlichen möglichen Untersuchungen in der Schwangerschaft bin, habe ich hier schon mal aufgeschrieben.

Äh, Hose, dein Ernst?

Tja und dann mache ich außerdem eine erstaunliche Erfahrung: Mir passen bereits in Schwangerschaftswoche 7 meine Hosen nicht mehr. OK, das könnte vielleicht daran liegen, dass ich schon vor der Schwangerschaft ein paar Kilos zugenommen habe. Trotzdem kann ich meinem Bauch jetzt schon beim Wachsen zusehen. Das liegt laut Ärztin daran, dass die Gebärmutter bereits eine beachtliche Größe einnimmt, obwohl das Baby erst ein paar Millimeter groß ist. In der zweiten Schwangerschaft ist ja alles schon schön vorgedehnt und macht dann einfach „plopp“.

Beim Hübchen habe ich damals bis zur 20. Woche meine Schwangerschaft ganz gut verstecken können und habe erst ab der 16. Woche Hosen mit weiterem Bund getragen. Dieses Mal will ich aber ohnehin kein großes Geheimnis draus machen und habe mich also mit dem Schicksal abgefunden, schon jetzt ein paar schicke Umstandskleider erstehen zu müssen.

Hier geht es zur 8. Schwangerschaftswoche.

Und hier geht es zur Übersicht über alle veröffentlichten Schwangerschafts-Wochenberichte: Klick.

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4 Kommentare zu „Zum Kotzen! (SSW 7)

  1. Kathi

    Hach ja, exakt so ging es mir vor einem Jahr, der Text könnte von mir sein.
    Ein Hoch auf kika 😉
    Und auf meine Hebamme die mir die kotzerei wenigstens einigermaßen erleichtert hat.
    Die Belohnung ist mittlerweile vier Monate alt und kuschelt selig auf Papas Bauch.

  2. Luise

    Einfach glücklich leben und Kinder haben, ich finde dieses Thema kommt hier bei dem Blog absolut zu Geltung, danke für deine Gedanken, die du uns mit auf den Weg gibst

    • Oh danke dir, so ein schöner Kommentar! Ich tue mein bestes mit dem glücklich leben. Manchmal klappt es schon ganz gut. 😉 Hier im Blog gibt es glaube ich eine ganz ausgewogene Mischung zwischen positiv/wertschätzend und negativ/kritisch. Zumindest gebe ich mir Mühe. 🙂

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