Was hast du da an der Schildkröte?

Ich erzähle euch jetzt mal was richtig verrücktes: Seit einer knappen Woche nehme ich Hormone! Ich, die ich doch total überzeugt davon bin, dass es ganz und gar nicht gut sein kann, seinem Körper künstliche Hormone zuzuführen. Ich, die ich schon ganze Artikel über natürliche Verhütung und die Nachteile von Pille und Co. schrieb. Tja, warum das Ganze? Der Grund: Ich hab da was an der Schildkröte.

Äh, Schilddrüse. Auch wenn das Hübchen ganz begeistert ist, weil ich eine Schildkröte habe. Nein, mit kleinen Panzertieren hat das nix zu tun. Wäre aber schöner, vermutlich. Denn die Schilddrüse, das ist schon so ein tückisches kleines Organ. Meistens merkt man (frau) gar nicht, dass etwas damit nicht stimmt, bis irgendeine Kleinigkeit auffällt. Oder – wie in meinem Fall – bloß ein Bluttest zeigt, dass nicht alles im Körper so hundertpro funktioniert, wie es eigentlich sollte.

In meinem Fall ist das so: Weil ich mir bald ein zweites Kind wünsche, empfahl mir meine Frauenärztin einen Bluttest, um die Schilddrüsenwerte zu prüfen. Und der ergab prompt einen leicht erhöhten TSH-Wert von 2,6. Das ist gar nicht dramatisch und normalerweise würde ich bei einem solchen Wert gar nichts nehmen. Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion treten nämlich in der Regel erst bei weitaus höheren Werten auf. Dann können Müdigkeit, Konzentrationsschwäche oder auch schlechte Haut oder Haare Symptome sein. Viele Frauen fühlen sich dann auch einfach schlecht, antriebslos bis richtiggehend depressiv.

Kinderwunsch, Fehlgeburten und Schilddrüsenunterfunktion

Das alles ist bei mir nicht der Fall, auch wenn ich nichts dagegen hätte, wenn ich durch die Schilddrüsenhormone jetzt noch etwas weniger schnell müde würde. Piezke Siebenschläfer ist nämlich mein zweiter Name. Trotzdem nehme ich jetzt Hormone. Mediziner*innen gehen nämlich mittlerweile davon aus, dass schon eine ganz leichte Schilddrüsenunterfunktion eine Schwangerschaft verhindern oder teils sehr frühe Fehlgeburten verursachen kann.

Vor zwei Monaten hatte ich selbst eine sehr frühe Fehlgeburt. Für mich war das nicht besonders schlimm, weil ich bis zur Fehlgeburt gar nichts von der Schwangerschaft gewusst hatte. Trotzdem will ich das natürlich beim nächsten Mal vermeiden. Und ich bin froh, dass meine Frauenärztin von sich aus eine Blutuntersuchung angeboten hat. Das machen nämlich nicht alle Ärzte.

Das liegt wohl daran, dass die ganze Forschung rund um die Schilddrüse offenbar noch recht jung ist (Und die Feministin in mir fragt sich: Komisch, könnte das vielleicht daran liegen, dass alle Erkrankungen rund um die Schilddrüse typische Frauenkrankheiten sind?). Viele Ärzt*innen meinen heute immer noch, jegliche TSH-Werte unter 4,5 seien völlig in Ordnung und müssten nicht behandelt werden. Endokrinologen, d.h. Ärzt*innen, die sich auf Erkrankungen der Schilddrüse spezialisiert haben, setzen jedoch mittlerweile einen Wert von höchstens 2,5 an. Und für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere gilt sogar: Je niedriger, desto besser! Hier wird ein TSH-Wert um 1,0 oder darunter empfohlen, um eine optimale Entwicklung des Kindes zu garantieren oder überhaupt das Eintreten einer Schwangerschaft zu ermöglichen.

Was ist eigentlich dieser TSH-Wert?

Dieser komische TSH-Wert ist auch mir nach wie vor ein kleines Rätsel. Was ich mittlerweile begriffen habe, ist: An ihm kann man erkennen, ob die Hirnanhangdrüse ausreichend Hormone produziert, damit im Körper alles tipptopp läuft. TSH ist dabei wohl selbst ein Hormon, das aber seinerseits nur dafür sorgt, dass andere Hormone (FT3 und FT4) gebildet werden, die unser Körper dringend braucht. Klingt kompliziert? Ist es vermutlich auch, wie fast alles, was in unserem Körper so vor sich geht. Immer wieder erstaunlich, wie gut die Maschine normalerweise läuft!

Wichtig für mich war erst mal: Ein hoher TSH-Wert weist auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Und bei der Unterfunktion fehlt es dem Körper an Hormonen, weswegen ein Schilddrüsenmedikament diesen Mangel ausgleichen soll. Für mich war dabei am wichtigsten: Das Hormon, das ich meinem Körper nun künstlich zuführe, gleicht nur den natürlichen Mangel aus. Ich gebe meinem Körper also nur das, was er normalweise eigenständig in ausreichendem Maße produzieren würde – wenn er nur könnte.

Hau rein, Schildkröte!

Dass mein Körper gerade nicht kann, enttäuscht mich schon etwas. Diese blöde Schildkröte! Warum legt sie nicht einfach einen Zahn zu und produziert mal effkes ein paar Hormone mehr? Niemand weiß es nicht. Und ich weiß auch nicht, seit wann meine Schilddrüse ihre Arbeit verlangsamt hat. Meine erste Schwangerschaft jedenfalls trat so spontan ein, spontaner ginge kaum. Und das Hübchen scheint sich ja auch recht gesund entwickelt zu haben.

Die Schilddrüse ist also in der Tat ein hinterlistiges kleines Organ. Umso wichtiger, sich mit ihr gut zu stellen. Ich nehme also nun täglich brav mein Schilddrüsenhormon ein und helfe der lahmen Kröte ein wenig auf die Sprünge. Mir bleibt das gute Gefühl, dass ich gut vorsorge um Fehlgeburten oder Fehlentwicklungen zu vermeiden. Und im Stillen stelle ich mich auf eine sehr lange Wartezeit ein, bis sich ein zweites kleines Etwas in mir festnistet. Ein paar Jährchen habe ich ja zum Glück noch Zeit.

Und jetzt möchte ich euch zum allerersten Mal aktiv um eure Kommentare bitten: Es wäre super, wenn ihr eure Erfahrungen rund um die Schilddrüse mit mir teilt. Hattet ihr vielleicht auch schon mal Fehlgeburten wegen erhöhter TSH-Werte? Oder Schwierigkeiten schwanger zu werden? Oder vielleicht ging es mit Hormonen dann ganz schnell? Erkrankungen der Schilddrüse scheinen ja unter Frauen extrem verbreitet zu sein, aber irgendwie sprechen wir fast nie drüber. Und deswegen freue ich mich erst recht auf den Austausch mit euch!

Klarstellung: Da ich nicht vom Fach bin, handelt es sich bei allen hier gesammelten Informationen über die Schilddrüse natürlich nicht um medizinisches Fachwissen und ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Wenn ihr mehr Infos braucht, sprecht ihr am besten mit euren Ärzt*innen oder Apotheker*innen.

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30 Kommentare zu „Was hast du da an der Schildkröte?

  1. Anja

    Ich hab in der letzten Schwangerschaft eine Überfunktion entwickelt – nicht so schlimm für’s Kind (geringeres Geburtsgewicht angeblich – waren dann doch wieder knapp 4 kg), aber nervig mit Herzrasen und so. Jetzt hätte ich gerade nichts gegen die Nebenwirkung Gewichstabnahme, aber irgendwie hab ich die nicht…

    • Danke für deine Erfahrung! Mit Überfunktion habe ich mich gar nicht beschäftigt, aber soweit ich verstehe sind die Symptome dann einfach das Gegenteil von einer Unterfunktion, oder? 😉 Musst du da nicht auch Medikamente nehmen, damit die doofen Symptome weggehen oder macht man das bei Überfunktion nicht so?

      • Anja

        Ja, ich musste eine Zeit lang Hormone nehmen und konnte die dann ausschleichen. Jetzt ist es nur noch eine leichte Überfunktion. Die Symptome scheinen recht unterschiedlich zu sein, ich hatte eben Herzrasen und Müdigkeit und ich vermute, meine Periodenstörungen (3 Wochen bluten und eine Woche nicht), aber keine Gewichtsabnahme. In der Schwangerschaft ist eine Überfunktion nicht so wild wie eine Unterfunktion, die kann ja die Hirnentwicklung beeinflussen, so weit ich weiß und die Überfunktion kann ein geringeres Geburtsgewicht machen. Schwanger bin ich wie immer ratzfatz geworden 😉

  2. Wilhelmine

    Bei mir hat es zwar nicht an Schilddrüsenhormonen gefehlt, dafür an Schlafhormonen – und das schon seit der Pubertät. Durch einen Zufall habe ich dann herausgefunden, dass nicht direkt die Produktion „fehlerhaft“ war, sondern dass dafür wichtige Aminosäuren fehlten (Bausteine von Proteinen/Eiweißen, und auch Baustein von Hormonen), die ich normalerweise mit der Nahrung aufnehmen sollte – aber wohl nicht tat.
    Also habe ich die Aminosäuren als Tablette ergänzt und konnte seit 20 Jahren das erste Mal wieder durchschlafen.
    Das ist natürlich ein ganz anderer Fall, aber auf Aminosäuremangel wird so gut wie nie getestet, quasi noch seltener als auf Schilddrüsenhormone.
    Für die Schwangerschaft wünsche ich in jedem Fall alles Gute!

      • Wilhelmine

        Ach so, die Schilddrüsenhormone brauchen natürlich auch entsprechende Bausteine – darauf wollte ich eigentlich hinaus. Dass vielleicht gar nicht die Hormone zugeführt werden müssen, sondern nur deren Bausteine 🙂
        Ich habe es tatsächlich einfach mal probiert und die Aminosäuren gekauft (rezeptfrei und überraschend günstig im Drogeriemarkt zu bekommen), nachdem ich ein Buch („Soul Food“ glaube ich) gelesen und einige Symptome wiedererkannt habe.
        Ich habe das auch eigentlich nur zur Inspiration geschrieben, weil es wirklich nicht sehr bekannt ist, auch nicht unter Ärzten.

        • Ja, da gibt es ganz sicher Zusammenhänge. Ich bin bei meiner Recherche auch oft darauf gestoßen, dass viele Schilddrüsenpatientinnen auch versuchen mit einer anderen Ernährung gegenzusteuern. Da liest man dann immer viel von Paleo, also Ernährung, die irgendwie ohne Milchprodukte und Getreide auskommt. Das soll wohl sehr zuträglich sein. Vielleicht ja auch, weil man so mehr und die richtigen Aminosäuren bekommt? Ich habe heute gleich mal Quinoa gekocht, da sind wohl alle essentiellen Aminosäuren drin. 😉 Und generell versuche ich gerade, noch gesünder zu essen und zu kochen. Wer weiß, vielleicht bringt’s ja was.

  3. Alina

    Hallo, ich habe auch eine „lahme“ Schildkröte, sprich Unterfunktion. Aufgefallen ist das, dank meiner umsichtigen Gynäkologin, zu Beginn meiner ersten Schwangerschaft vor knapp 3 Jahren. Was ich bisher zu dem Thema gelesen habe, kann eine SS eine Über- oder Unterfunktion triggern, muss aber nicht sein. Ich selber bin tatsächlich beim ersten unverhüteten Mal schwanger geworden und hatte keinerlei Probleme während der gesamten Trächtigkeit ? Im Anschluß folgte eine relativ lange Stillzeit von 20 Monaten, in der die Medikation angepasst werden musste. Aktuell bin ich wieder schwanger und auch diese SS stellte sich sehr schnell ein und verlief komplett unkompliziert und stabil (bin 2 Tage überm ET, Kind und mir geht’s super), obwohl mein TSH-Wert zu Beginn noch eingestellt werden musste. Ich glaube er lag bei irgendwas zwischen 4-5, als ich es bemerkte und sank dann innerhalb weniger Wochen durch eine Erhöhung der Dosis. Aktuell nehme ich 75 Mikrogramm. Bei meiner ersten SS reichten übrigens bereits 25 Mikrogramm. Ich habe festgestellt, dass es sinnvoll ist, sich entweder einen Arzt zu suchen, der sich gut mit dem Thema auskennt, oder selber aktiv auf Kontrollen im Abstand von 3 Monaten zu bestehen. Gerade in der Einstellungsphase und bei hormonellen Umbrüchen wie SS ist dies besonders wichtig. Leider nehmen viele Ärzte das Thema auf die leichte Schulter, so meine Erfahrung.

    • Hallo Alina! Das klingt ja sehr positiv, toll, dass alles bei dir so unproblematisch war! Ich nehme derzeit auch nur 25 Mikrogramm und meine Ärztin will dann regelmäßig kontrollieren ob der Wert damit sinkt. Ich habe den Eindruck, dass sie da sehr umsichtig ist.

  4. Georgia

    Hihi, noch mehr Parallelen, ich habe auch was an der „Schildkröte“.
    Ich berichte dir dann einfach in der Facebook-Nachricht.
    Liebe Grüße Georgia

  5. Stefanie

    Hallo,

    meine Frauenärztin hat mich nun auch zum Radiologen geschickt, weil der TSH-Wert bei 3,6 lag. Bei der ersten Blutabnahme dort lag der Wert nur noch bei 2,3, ohne dass ich irgendetwas eingenommen habe. Der Arzt hat mir 25mg verschrieben. Bei der zweiten Blutabnahme lag der Wert jetzt (nach 2 Monaten) bei 4,02, also deutlich höher als vorher. Jetzt soll ich 50mg nehmen. Ich kann nicht verstehen, wie der Wert trotz Medikament ansteigen konnte.

    LG Stefanie

    • Hm, das klingt wirklich merkwürdig. Bist du denn bei einem Endokrinologen in Behandlung? Ich habe nun den Rat bekommen, auch meine Antikörper checken zu lassen. Allein der TSH-Wert sagt wohl nicht immer alles aus. Ich spreche nächste Woche mit meiner Hausärztin darüber und lasse mich dann evtl. zum Endokrinologen überweisen, damit einmal richtig diagnostiziert wird.

  6. Berta

    Hallo du.
    Ich hatte drei Fehlgeburten in einem Jahr (10., 8. und 6. Woche), was sehr anstrengend und sehr traurig war.
    Mein TSH war immer noch irgendwie ok (2,2) und mein Ärztin ziemlich tatenlos.
    In Kinderwunschzentrum (in das ich mich dann ziemlich verzweifelt begeben habe) hat dann nachgeforscht und Antikörper im Blut gefunden. Diagnose: Hashimoto (eine Autoimmunerkrankung, die die Schilddrüse nach und nach zerstört, weshalb man eine Unterfunktion bekommt… der TSH war da schon höher als 3).
    Dann angefangen l-thyroxin zu nehmen, zwei Monate später schwanger und diese Schwangerschaft hielt!!!

    • Hey! Ich war gerade gestern bei der Hausärztin und habe Blut abgenommen gekriegt, das jetzt auf Antikörper untersucht wird (und auf alles andere mögliche, war mal wieder an der Zeit). Tatenlose Ärzte kenne ich leider auch zur Genüge. Am besten ist immer, man weiß genau, was man will, wenn man zum Arzt geht. Von sich aus bieten die eigentlich nie eine Diagnose an. Das ist zumindest meine Erfahrung und wegen vielen Wohnorten habe ich schon viele Ärzte gesehen…

      Besonders ärgerlich fand ich gestern noch, dass die Hausärztin mit ihrem Augenrollen quasi meiner Frauenärztin die Kompetenz absprach. TSH von 2,6 – so was behandelt man doch nicht! Werde mir wohl eine andere Ärztin suchen…

      Schön, dass es bei dir jetzt geklappt hat und alles Gute!

      • Berta

        Ja das ist gut… Ich wurde auch niedrig dosiert anfangs behandelt und während Schwangerschaft und Stillzeit alle 6 Wochen kontrolliert und angepasst.
        Viel Glück!

  7. maya

    Hallo du,
    bei mir wurde schon vor 17 Jahren eine Unterfunktion festgestellt, seither nehme ich Hormone. Zwischendurch hat mal ein Arzt auf Hashimoto untersucht, hatte ich aber zum Glück nicht! Ich habe in den Jahren auch nicht immer im 3-Monats-Rythmus testen lassen, aber schon mindestens einmal im Jahr (allerdings hat mir auch nie was gefehlt, außer dass ich viel und gern geschlafen hab ;)). Intensiver damit beschäftigt habe ich mich erst, als wir ein Baby wollten und es nicht geklappt hat. Ich war dann beim Endokrinologen, der alles mögliche abgecheckt hat und u.a. auch die Dosis erhöht hat weil er einen Wert von mind. 1 erreichen wollte. 3 Monate später war ich schwanger 🙂 Er hat mich dann auch die ganze Schwangerschaft und Stillzeit begleitet (da dann tatsächlich alle 3 Monate) und immer wieder Dosisanpassungen vorgenommen weils meine Haushalt da wohl ziemlich durcheinander geworfen hat. Aber egal, der Maus und mir gehts jetzt sehr gut und beim nächsten Kind wart ich nicht so lange 😉

    • Hey Maya, das klingt ja erfolgsversprechend. 😉 Würdest du sagen, dass man sich auf jeden Fall von einem Endokrinologen betreuen lassen sollte? Ich überlege noch, ob ich mal einen Termin bei einem mache oder erst mal abwarte wie es sich entwickelt.

      • maya

        Des kann ich so pauschal ned sagen. Bei mir wars des richtige, weil ich über die Jahre so „betriebsblind“ geworden bin, dass ich (aber auch mein Arzt..) nicht wusste, dass der Wert für ne Schwangerschaft wesentlich niedriger sein muss, als des sonst angestrebt wird. Allerdings braucht die Schilddrüse wohl ca. 3 Monate, bis sie auf die Hormone angesprungen ist, von daher kann/muss man ja eh erstmal abwarten. Und dann is es aber wohl wichtig, dass der Wert von 1 erreicht wird und des müsste der Arzt dann wissen.

  8. Eva

    Es freut mich, endlich mal was über das Thema zu lesen! Hier nun meine Erfahrungen:
    Ich hatte (habe?) auch eine leichte Schilddrüsenunterfunktion. Nach einer Fehlgeburt in der 11. Woche hat es wieder relativ lange gedauert, bis ich erneut schwanger geworden bin. Nach einem Jahr sind per Bluttest meine Hormone untersucht worden (von meiner Gyn durchgeführt). Soweit war alles in Ordnung bis auf den wenig auffälligen TSH-Wert (wie hoch, weiß ich heute nicht mehr). Sie hat mich damit an meine Hausärztin verwiesen, weil das ihr Aufgabengebiet sei. Diese hat nochmal genauere Untersuchungen die Schilddrüse betreffend gemacht, mit gleichen Ergebnissen.. Ihrer Meinung nach könnte es durchaus sein, dass es daher mit der SS noch nicht geklappt hätte, jedoch sei eine SS mit dem Wert auch nicht unmöglich. Danach bekam ich L-Tyroxin 25mg. Also eine vergleichsweise kleine Dosis. Und siehe da, nach weiteren drei oder vier Monaten hat sich Nachwuchs angekündigt ! Während der Stillzeit habe ich in Absprache mit meiner Hausärztin das L-Tyroxin wieder abgesetzt. Ich könnte mich ja bei Beschwerden (die ich vorher auch nicht hatte 🙂 ) jederzeit melden.
    Inzwischen ist meine kleine Maus zwei Jahre alt – auch wir haben just die ersten KiTa-Tage hinter uns – und ich überlege, ob ich vor der nächsten Schwangerschaft meine Werte mal wieder untersuchen lasse. Wenn ich irgendwie die Möglichkeit habe, meine Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erhöhen, vor allem mit so einfachen Mitteln, würde ich es auf jeden Fall wieder so machen!
    Liebe Grüße

    • Hey Eva, das klingt eigentlich genau wie bei mir. Ich nehme jetzt auch L-Tyroxin 25mg. Mal schauen, ob es was bringt. 😉

      Vor einer Schwangerschaft die Werte checken zu lassen, ist sicher nicht verkehrt. Als ich zum Thema recherchiert habe, bin ich auch immer wieder drauf gestoßen, dass Ärzte annehmen, dass es neben Fehlgeburten auch zu Fehlbildungen am Kind kommen kann, wenn die Schilddrüse spinnt.

  9. Beanymom

    Auch ich leide unter einer lahmen „Schildkröte“ – und bin insgeheim davon überzeugt, dass sie an meinem ersten Sternenkind „Schuld“ ist. Ich war damals (vor zwei Jahren) spontan und recht ungeplant schwanger geworden. Zwar wußte ich da schon von meiner Unterfunktion, nur hatte ich damals eine „normale“, sprich: bei-ohne-schwanger-Dosierung. Nach 10 oder 11 Wochen (war ein missed abort, der sich erst in der 14. SSW bemerkbar gemacht hat) hat das kleine Bohnen-Herz dann leider doch nicht mehr geschlagen. Zwar hatte ich eine höhere L-Thyroxin-Dosierung genommen, seit ich von der Schwangerschaft wußte, aber es war schon zu spät. Meine Hausärztin riet mir damals dazu, die Dosierung beizubehalten, falls ich noch einmal schwanger werden wollen würde.
    Inzwischen hab ich ein lebendiges, acht-Monate-altes Beany Baby daheim. Ich bin also davon überzeugt, dass die höhere Dosierung gerockt hat.
    Ich drücke die Daumen für eine „erfolgreiche“ zweite Schwangerschaft, liebe Sophie.
    BTW, deine Blogs sind klasse!

  10. Sibel

    Hallo liebe Leserinnen,

    finde es sehr interessant wer was für Erfahrungen gemacht haben. Ich würde kurz meine Story erzählen.
    Am 14.2.12 und 5.6.12 hatte ich 2 Fehlgeburten. Leider wusste niemand wieso, weshalb und warum. Es sei alles in Ordnung hieß es, War es ja auch 😊.
    Dann im Jahre 2014 wurde ich an die Kiwu geschickt vom meinem Frauenarzt. Diese sollten feststellen an was es liegt, wiesi ich seither nicht Sw bleibe und die 2 Aborte.
    Dort wurde wirklich alles gemacht, von A-Z bei mir sowie bei meinem Mann kontrolliert. Es wurde nichts festgestellt. Wir haben sogar Inseminationen durchgeführt ohne Erfolg. Ich habe Hormonen zu mir genommen, ohne Erfolg. Langsam gab ich die Hoffnung auf. Bis ich dann eine gebärmutter Spiegelung durchführen ließ und zack wieder SW war. Leider mit grosser Angst verlor ich es dieses Jahr im April wieder das Baby.
    Leider War ich am Boden so zerstört, dass ich meinen Job aufgegeben habe und nur noch Behandlungen brauchte.
    Es wurde mal wie immer nichts gefundeb, an was es lag. Ich habe mich dann bei der kiwu gemeldet und bat die Papiere für eine künstliche Befruchtung.
    Ich wollte nur eins, SW bleiben und endlich mal das Gefühl haben Mutter zu sein. Viele meinten ich soll eine Pause einsetzen. NEIN , mein Körper War fit und ich wollte es unbedingt.
    Im Sep. 16 haben die Papiere. Klar wollte die Versicherung nur die Hälfte zahlen. Worauf wir dann erstmal einen Versicherungswechsel dann vornahmen. Während der Zeit liess ich meinen Blutzucker Werte und viele andere Sachen beim dok. Checken. Diesen Rat bekam ich in einer anderen Klinik. Dass sollte ich extra andeuten und selber verlangen, weil man dies angeblich nicht immer macht. Komisch, habe es bis jetzt nie verstanden wieso man auf etwas bestehen muss obwohl doch alle Ärzte wissen, dass ich 3 Aborte habe und ich mir so sehr ein Kind wünsche. Na ja…. (kopfschüttel)
    Nun ja, Ergebnisse waren auch alle in Ordnung.
    Bis ich dann eine andere gynäkologische Ärztin aufsuchte und sie noch einmal blut abnahm. Sie meinte dann dass der ths wert bei sw werden Frauen unter 2.0 liegen müsste aber nicht relevant ist. Also man könnte sagen ich könnte mal mit schilddrüsen Medikamente anfangen.
    Womit ich dann auch einverstanden War und ich 4-5 Wochen 25mg einnahm.
    Doch rasch merken wir dass sich am ths werten sich nicht verändert hat. Daraufhin stieg ich auf 50mg. Worauf ich dann echt stutzig wurde und ich beim facharzt einen Termin holte. Bis gestern wusste ich nicht, dass ich schildrüsenunterfunktion habe. Eine Frau sollte oder müsste einen umfang vom 18 ml haben was bei mir aber 33ml ist. Ich bin bis jetzt noch so verärgert und enttäuscht von den Ärzten. Es wird viel gesagt was aber nicht 100% stimmt.
    Eins habe ich vergessen, nach meiner 3 fehlgeburten meinten die Ärzte ich kann ohne künstliche Befruchtung nichr sw bleiben. Bei der gebärmutter spiegelung hätten die kleine Blutgefäße ausserhalb der Eierstöcke entdeckt die sie dann auch teilweise entfernt haben.
    Auf jedenfall gebe ich nicht die Hoffnung auf und werde hoffentlich nächste Woche mit meiner Therapie Beginnen. Hoffe auf positive Ergebnisse. Kann es nun kaum abwarten und hoffe dass es bald bei uns auch soweit ist. Nach 9 Jahren Ehe und mit 30 jahren, bald Eltern sein zu dürfen.
    Ich musste viel durchmachen, aber habe nie aufgegeben. Es gibt immer einen Grund für gewisse etwas. Gibt nie die Hoffnung auf. In der Zeit habe ich viel Zeit, Geld und Geduld gebraucht. Die Leute um mich herum, meinen ich sei doch einfach nur verrückt. Mir ist es so von egal. Wenn ich mich nie richtig drum gekümmert hätte, hätte ich wohl jetzt nicht diese ergebnisse. Man ist nur verärgert wegen den Ärzten die auch noch das geld privat von uns erhalten haben, nicht einmal auf die Idee kamen dass man es nur per ultraschallbilder sehen kann.
    Hoffe wir schreiben uns bald mit positiven Rückmeldungen.
    Auch wenn ich nicht sw bin, ich freue mich trotzdem dass ich wieder eine Hoffnung auf etwas positives sw werden habe.
    LG sibel

    • Karen

      Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dAss dein Kinderwunsch bald in erFüllung geht. Es tut mir so leiten was du alles durchmachen musstes, obwohl es so einfach für die Ärzte gewesen wäre mal dein TSH Wert sich anzuschauen. Unglaublich wie viel Zeit und Geld da reingesteckt wurden ist. Mit dem Geld hätte man auch tötliche Krankheiten behandeln können und ihr hättet mit eurem Geld sicherlich auch was besseres anfangen können. Man sollte doch meinen bei den Erkenntnissen heutzutage das dieser Wert routinemäßige kontrolliert wird, zu mindest bei Problemschwangerschaften und bei denen die nich schwanger werden. Ich werde bei meinem nächsten Besuch bei meinem Gyn das ganze ihm unter die Nase reiben. Ich hätte mir nämlich auch eine schönere Schwangerschaft vorstellen können. Ich würde gerne erfahren sobald du schwanger bist und natürlich keine Probleme/Komplikationen auftreten.
      LG Karen

    • Liebe Sibel,
      danke dass du deine Geschichte mit uns teilst! Es kann so schwierig sein, einen guten Arzt zu finden! Oft muss man echt selbst dran bleiben und medizinische Meinungen immer wieder hinterfragen. Ich finde es super, dass du das machst! Ich wünsche dir alles Gute und drücke fest die Daumen!

  11. Karen

    Hallöchen. Ich habe vor einer Woche erfahren, dass ich wahrscheinlich eine Schilddrüsenunterfunktion habe. Ich War bei meinem Hausarzt und hatte ihm meine Beschwerden genannt zum beispiel Muskel- und Gelenkschmerzen. Ich habe ihm gesagt das ich im letztem jahr in meiner Schwangerschaft 30kg zugenommen habe, dass es viele Faktoren waren wie es dazu kam. Vorallem musste ich 6 Monate liegen damit ich in der Schwangerschaft meine Tochter nicht verliere. Ab der 13 ssw ging es los mit den Problemen vorzeitige Wehen, starke Blutungen, stark verkürzter Gebärmutterhals dazu kam noch eine OP für eine Cerclage. Insgesamt lag ich 11 wochen im krankenhaus. Mein Körper hat es dann doch irgendwie geschafft meine Maus in mir zuhalten und sie Schluss endlich nur 12 Tage vor dem ET gekommen. Mein Hausarzt hat direkt reagiert und sagte da müssen wir ein Blutbild machen und uns die Schilddrüsenwerte anschauen evtl hätte ich eine Unterfunktion. Mein TSH -wert ist bei 4,9. Jetzt warte ich auf den Termin vom Endrokrinologen. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich vor der Schwangerschaft schon die SD-Unterfunktion hatte. Mein erster Gedanke war auch „toll jetzt muss ich Hormone schlucken“, ich habe bereits vor ca 6 Jahren meine Antibabypille abgesetzt und nehme ganz selten Schmerztabletten und jetzt muss täglich was nehmen. Aber ich bin voller Hoffnung das es mir und mein Wohlbefinden dann besser geht. Ich muss leider nur noch 3,5 Wochen auf den Termin warten.
    Lg Karen

    • Wow, 4,9 ist ja schon mächtig hoch! Ich drücke dir die Daumen, dass du an einen guten Experten gerätst und sich der Wert mit Medikation schnell einpegelt. Die Schilddrüsenhormone nehme ich eigentlich mit gutem Gewissen, weil ich damit ja quasi nur ausgleiche, was mein Körper aktuell selbst nicht schafft.

  12. Lisa

    Hallo,
    ich habe den Artikel und euren Kommentare mit grossen Interesse gelesen und bin froh nicht alleine mit dieser Geschichte zu sein. Vor 7 Jahren wurde bei mir Hashimoto diagnostiziert. Seitdem schlucke ich jeden morgen Hormone. Anstatt niedrig anzufangen, musste ich mit einer Dosis von 150Mikrogramm anfangen.
    Nachdem mein Freund und ich uns entschieden haben eine Familie zu gründen, habe ich mich der Thematik etwas näher gewidmet, da ich schon von Anfang an wusste, dass es nicht so einfach sein wird. Nun kam raus, dass meine Werte (TSH, ft3 und ft4) eine Unterfunktion aufzeigten. Meine Frauenärztin, spezialisiert auf die Schilddrüse riet mir dazu, dass mein TSH Wert unter 0.5 liegen sollte und ft3 sowie ft4 an der oberen Grenze des Normalbereichs. Voraufhin ich meine Dosis nun nach und nach um das Doppelte erhöhte. Da ich jedoch überall nachlas, dass mein TSH Wert um die 1 sein soll, war ich verunsichert. Ein Telefongespräch mit einem anderen Frauenarzt, ebenfalls spezialisiert auf Kinderwunsch, riet mir dringensten davon ab einen TSH unter 0.5 zu erreichen „So werden sie nie schwanger“
    Meinem Körper ist ganz durcheinander von all den Ratschlägen, und auf mein Körpergefühl kann ich mich zurzeit nicht so ganz verlassen. Aber ich habe nicht den Eindruck nun an einer Überfunktion zu leiden…
    Ich werde den Rat der Frauenärztin, die auf die Schilddrüse spezialisiert ist folgen und hoffen bald schwanger zu werden… Noch ist alles im Rahmen und wir probieren es erst seit 3 Monaten :-).
    Hat Jemand ähnliche Erfahrungen?
    Liebe Grüsse
    Lisa

    P.S.: Die Frauenärztin hat ein Buch darüber geschrieben: Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis: Ein Ratgeber von Leveke Brakebusch.

    • Hallo Lisa!

      Ich habe auch die Antikörper testen lassen, die auf eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto hinweisen würden, aber bei mir war zum Glück alles unauffällig, d.h. ich habe nur eine leichte Unterfunktion. Aber danke für den Buchtipp, der ist sicher für die eine oder andere Leserin hilfreich!

      Mein TSH-Wert sank mit 25 mg ziemlich schnell von 2,6 auf 1,3. Mit diesem Wert bin ich dann schwanger geworden. Ich kenne bisher auch nur die Aussage, dass alles um die 1 gut ist zum schwanger werden. Wie es mit noch niedrigeren Werten aussieht, weiß ich leider nicht.

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