Vorfreude! (SSW 38)

Die Übungswehen sind zurück! Und die Erschöpfung. Letzte Woche habe ich noch von der Endphasen-Energie geschrieben, die ich plötzlich verspürte. Tja, eine Woche später sieht alles schon ganz anders aus. Ich könnte aktuell nur noch liegen und ruhen. Und das mache ich jetzt auch in jeder möglichen Sekunde. Weil ich auf meinen Körper hören will. Weil ich Kraft sammeln will für die Geburt, die nun hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lässt. Denn außer Vorfreude aufs Baby spüre ich vor allem eins: Ich will nicht mehr! Und mein Körper kann auch so langsam nicht mehr!

Die beeindruckendste körperliche Erscheinung, die zeigt, dass es nun wirklich bald genug ist, stellen für mich aktuell meine Füße dar. Mittlerweile habe ich gut 15 Kilo zugenommen und die merke ich ganz schön in den Knochen. Und eben vor allem in den Füßen! Meine armen kleinen Schuhgröße-38-Füßchen fühlen sich gerade so an, als würden sie von Tag zu Tag platter. Und obwohl ich gar nicht mehr viel zu Fuß gehe, tun meine Füße ständig so weh als wäre ich soeben einen Halbmarathon gelaufen. Richtig merkwürdig.

Also: schnelle Zunahmen kann ich nicht empfehlen. Scheint zumindest für die Füße nicht so gesund zu sein. Tatsächlich habe ich aber seit zwei Wochen gar nicht mehr zugenommen. Was meinen Verdacht bestärkt, dass der kleine Parasit in mir sich gerade so ziemlich jegliche Energie einverleibt, die ich meinem Körper zuführe. Beim Hübchen war es damals auch so, dass der Bauch in den letzten Wochen quasi noch mal explodiert ist. Und auch jetzt habe ich die Vermutung, dass das Baby gerade noch mal enorm zulegt.

Trotzdem höre ich von vielen Freunden und auch von meinen Hebammen, dass mein Bauch nicht ganz so riesig aussieht wie damals beim 4700-Gramm-Hübchen. Vielleicht kommt am Ende also doch ein etwas kleineres Kind heraus. 4000 Gramm würden mir ja ehrlich gesagt auch reichen. 😉

Vorfreude statt Angst

Sorgen, ob das Kind bei der Geburt auch raus passt, mache ich mir aber keine. Wenn das Hübchen raus kam, kommt jedes andere Baby auch raus. Und bei jeder schmerzhaften Übungswehe spüre ich vor allem eins: Vorfreude und den Wunsch, dass es jetzt endlich mal losgeht! Zuletzt musste ich mich auch schon mal im Türrahmen abstützen, weil ein paar recht schmerzhafte Wehen schon heftig hintereinander kamen. Aber es ist wie damals beim Hübchen: Spätestens abends ist der Spuk vorbei und ich kann in einer ruhigen Nacht seelenruhig schlafen (bis auf die 3-5 mal, die ich pro Nacht zum pinkeln aufs Klo renne).

Ich habe eine sehr starke Vorahnung, dass auch dieses Baby wieder bis zum Termin drin bleibt. Sollte ich über Termin gehen, muss ich am 3. Tag nach „ET“ noch mal zu meiner Ärztin gehen. Das wird seit einiger Zeit von den Krankenkassen vorgeschrieben, sobald man eine Hausgeburt plant. Meine Ärztin und ich haben deswegen extra den Geburtstermin um einen Tag nach hinten geschoben, da ET+3 sonst auf einen Sonntag gefallen wäre – und dann hätte ich für die doofe Zwangs-Untersuchung in die Klinik gemusst. So hat meine Ärztin mir direkt einen Termin geblockt und ich kann ganz entspannt bleiben.

Osteopathie für ein freies Becken

Innerlich hoffe ich jedoch, ET+3 gar nicht mehr zu erleben, sondern dann schon unser neues Baby im Arm zu halten. Anfang der Woche war ich zur Geburtsvorbereitung auch noch mal bei einer befreundeten Physiotherapeutin und Osteopathin. Die Behandlung war sehr erfreulich: Außer einer Mini-Blockade im oberen Rückenbereich gab es nichts zu beanstanden. Alles greift schön ineinander, ist locker und damit bestens bereit, um bei der Geburt gut mitzuarbeiten. Vielleicht zahlt sich da auch mein beinahe tägliches Yoga-Programm aus?

Da die Rufbereitschaft meiner Hebammen schon begonnen hat, wendete die Osteopathin dann gleich noch die cv4-Technik bei mir an. Durch bestimmte Stimulationen im Nackenbereich sollen so die Hormone angeregt werden, die für den Geburtsstart sorgen. Gerade bei Frauen, die über Termin gehen, gibt es da wohl tolle Erfolge. Bei mir hat die Behandlung ja vielleicht die Übungswehen ausgelöst, die seitdem wieder täglich kommen (und dann leider wieder gehen).

Die Ungeduld vergessen

Ansonsten trinke ich brav weiter meinen Himbeerblättertee, mache bei der allabendlichen Damm-Massage meine Atemübungen, konzentriere mich beim Yoga auf geburtsvorbereitende Übungen und versuche ansonsten, meine Ungeduld zu vergessen und mich vor allem aufs Baby zu freuen.

Ich weiß noch, wie der Mann und ich damals an Hübchens vom Arzt errechneten Geburtstermin ins Kino gegangen sind, um uns mal kurz ein bisschen abzulenken. Aktuell kann ich mir gar nicht vorstellen, knappe 2 Stunden in einem Kinosessel zu verbringen. Da müsste man mir schon eine Liegefläche bauen, um mich jetzt noch ins Kino zu kriegen!

Ich will meinen Körper zurück!

Neben aller Vorfreude aufs Baby spüre ich nämlich vor allem das Verlangen, endlich wieder meinen gewohnten, unschwangeren Körper zurückzukriegen. Für den Fall, dass ich es nach dieser Schwangerschaft zu schnell wieder vergesse, schreibe ich es hier noch mal deutlich auf: Ich HASSE es, schwanger zu sein! Und ich kann mir aktuell wirklich nicht vorstellen, diese Tortur noch mal durchzumachen. Wäre es nicht herrlich, wenn wir Frauen uns da mit unseren Männern abwechseln könnten?

Der Mann tut indessen alles, um diese Ungerechtigkeit zumindest ein bisschen auszugleichen. Obwohl er gerade absurd viel arbeitet und kurz vor der Elternzeit noch mal richtig schön Überstunden sammelt, tut er sein Möglichstes um mich zu entlasten. Und jetzt ist auch noch unsere Spülmaschine kaputt gegangen und der Ärmste muss auch noch spülen.

Ich glaube, der Mann freut sich mittlerweile mehr auf die Elternzeit als ich. Wird also Zeit, dass das Baby endlich raus kommt!

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5 Kommentare zu „Vorfreude! (SSW 38)

  1. Schöner Artikel, auch wenn die Schwangerschaft sehr anstrengend sein kann: Ich würde diese Erfahrung niemals missen wollen. Gut, hatte auch ziemliches Glück mit allem, aber dennoch: Es ist doch schön zu wissen, dass da ein kleiner Krümel in dir ist 🙂 Alles Gute noch!

    • Eine besondere Erfahrung ist es allemal, da hast du Recht! Mich hat vor allem Hübchens Geburt extrem geprägt. Das war schon ein sehr bedeutender, kraftvoller Moment, den ich nicht missen möchte. Vielleicht habe ich seitdem auch noch mehr Vertrauen in meinen Körper und kann selbstbewusster auf ihn schauen. Allemal ein tolles Erlebnis so eine Geburt! Wäre ja also nur fair, wenn ich nach dem ersten Mal an den Mann abgeben dürfte, damit der das alles auch mal erleben dürfte! 😉

  2. Melanie

    Alles Gute für den Endspurt 🙂
    Ich wollte am Ende auch irgendwann einfach nicht mehr schwanger sein ;-).

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