Quengel, quengel, quengel (Das Räupchen-6-Monats-Uptdate)

Ach, ach, ach, wo ist nur mein allzeit gut gelauntes Baby hin? Weg isses. Denn das Räupchen ist unzufrieden. Mein Baby hängt zwischen den Welten – und ich kann nichts tun, außer tragen, bespaßen und ganz viel lieb haben.

Ich hatte es ja geahnt: Unser Räupchen würde nicht ewig das unkomplizierteste Sonnenscheinbaby bleiben. Aber ein bisschen grummelig bin ich jetzt trotzdem, dass das Leben mit Baby seit einigen Wochen deutlich weniger entspannt ist. Ach ja, ich will mich auch nicht beschweren. Insgesamt macht das Räupchen schon immer noch viel Spaß und wir kennen die richtigen Knöpfe, mit denen wir sie schnell wieder zufrieden stellen können (schäkern, tragen, stillen).

Klar ist aber: Das Räupchen will Beschäftigung! Alleine liegen, alleine spielen, alleine schlafen ist gerade ausverkauft. Was so viel heißt, wie: Mama kommt zu nix. Und Papa an seinen freien Tagen auch nicht. Eine/r von uns beiden ist immer abgestellt zu 100% Räupchenbespaßung. Das Hübchen ist da natürlich manchmal ebenfalls praktisch – und fürs allgemeine Mutterherz gibt es ohnehin wohl kaum etwas schöneres, als den beiden Kindern beim Schäkern zuzugucken.

Das Räupchen mal ablegen? Kaum möglich!

Anstrengend ist es gerade natürlich trotzdem. Alles, was dann einfach mal getan werden muss (Spülmaschine ausräumen, Essen kochen, dem Hübchen bei irgendwas helfen) wird aktuell mit einem durchgängigen Räupchen-Gequengel orchestriert. Und ich muss zugeben, dass der Schnuller deswegen gerade ziemlich viel zum Einsatz kommt. Es ist auch einfach zu verlockend, sich auch nur 5 weitere Minuten ohne Quengelei zu erkaufen.

Der Grund für das viele Quengeln ist glaube ich ein ganz simpler: Das Räupchen langweilt sich! So langsam ist es wohl an der Zeit, dass das Baby etwas lernt. Ganz anders als ihr Bruder hat sie es mit 6 Monaten leider noch nicht drauf, ihre neu erlernten Skills zur Fortbewegung zu nutzen. Das Hübchen ist uns mit einem halben Jahr schon zielgerichtet durch die ganze Wohnung gekugelt – wo er hinwollte, da kam er hin, und das ganz ohne Robben oder Krabbeln. Das Räupchen kann sich zwar schon lange in alle Richtungen drehen, allein sie nutzt es nicht! Meistens rollt sie höchstens drei mal: Bauch, Rücken, Bauch und quengelt dann, bis sich jemand erbarmt, sie wieder hochzunehmen um mit ihr gemeinsam neue Abenteuer zu erleben.

Das Baby hängt zwischen den Welten

Auch sonst hängt das Räupchen gerade sehr zwischen zwei Welten fest: Unser Essen interessiert sie sehr – selbst essen mag sie aber noch gar nicht. Andere Menschen und andere Kinder findet sie extrem spannend – auf Mamas Arm ist es aber trotzdem am sichersten. Und auf dem Schoß will sie am liebsten ganz aufrecht sitzen – es fehlt aber noch ein bisschen an nötiger Stabilität.

Mein kleines Baby wäre glaube ich aktuell am liebsten schon ein bisschen größer. Und auch ich bin jetzt so weit, mich auf all die wichtigen Entwicklungsschritte zu freuen, die nun im zweiten Lebenshalbjahr alle Schlag auf Schlag kommen werden. Klar ist es verrückt, wie schnell so ein Babyjahr umgeht und wie rasant die Kleinen sich entwickeln. Ich gehöre aber nach wie vor nicht zu den sentimentalen Müttern, die die Zeit am liebsten zurückdrehen würden.

Ich sehne mich nach meinen Freiheiten

Ganz im Gegenteil bin ich langsam an einem Punkt, an dem ich mir sehr stark meine Freiheiten zurück wünsche. Ich stecke gerade leider ein bisschen in der „Ich-will-alles-und-zwar-sofort“-Falle, die mir in Kürze sicher noch mal einen eigenen Blogpost wert ist. Hier nur schon mal so viel: Ich liebe es sehr, mein Baby zu stillen, zu tragen, mich mit ihm zu beschäftigen und einfach da zu sein. Ich liebe es aber auch sehr, konzentriert zu arbeiten, allein zum Yoga zu gehen oder mal wieder einen Abend ohne Baby auszugehen.

Sprüche wie „Die Zeit geht doch so schnell vorbei und kommt nie wieder!“ helfen mir da leider wenig. Ich weiß das ja und ich genieße diese Zeit wirklich sehr. Und trotzdem bin ich unglücklich, weil ich selbst gerade einfach völlig zu kurz komme.

Es ist eigentlich wirklich an der Zeit, dass auch Männer sich Brüste wachsen lassen können, damit auch sie die vollständige Versorgung eines Säuglings übernehmen können! Dann müsste auch nicht nur ich jede Nacht 3 bis 5 Mal ein unruhiges Räupchen stillen. Denn nur das hilft dem Baby wieder verlässlich in den Schlaf. Glücklicherweise habe ich das Stillen im Halbschlaf mittlerweile perfektioniert und sowohl das Räupchen als auch ich nickern schnell wieder ein. Tagsüber merke ich den unterbrochenen Nachtschlaf natürlich häufig trotzdem. Und abends will ich nicht zu früh ins Bett gehen, weil das schließlich die einzigen Stunden sind, in denen ich mal Zeit für mich habe – oder der Mann und ich füreinander. Ein Teufelskreis, den wohl alle Eltern kennen…

Ein richtig schönes Durchschnitts-Baby!

Für alle Freunde von Fakten kommen hier noch die Ergebnisse der gestrigen „U5“: 68 Zentimeter und 7880 Gramm. Nach den WHO-Perzentilkurven für gestillte Babys liegt sie damit fast genau im Durchschnitt ihrer Altersgenossen. Schon verrückt, nach dem immer riesigen Hübchen jetzt so ein Normalo-Baby zu haben! Mit der Ärztin habe ich heute außerdem besprochen, dass wir Richtung Frühjahr mit dem Impfen beginnen wollen. Das ist für mich ein guter Zeitpunkt und die neue Kinderärztin toleriert meine Entscheidung.

Das Räupchen kriegt nun also noch etwas Zeit, weiter zu wachsen, ihr Immunsystem auszubilden und auch insgesamt zu reifen. Ich bin schon sehr gespannt, wann ihr Kopf so weit ist, dem Körper zu folgen und sie ihre Bewegungen sinnvoller steuern kann. Ich freue mich jedenfalls sehr drauf – nicht zuletzt auch weil das Hübchen sich schon so drauf freut. Das größte Highlight wird es vermutlich, wenn sie sicher sitzt und er endlich richtig mit ihr gemeinsam baden kann. Die beiden zusammen zu erleben und sich darüber zu beömmeln, wie sie sich zum Lachen bringen, entschädigt auf jeden Fall jetzt schon für so einigen geraubten Nachtschlaf. 😉

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12 Kommentare zu „Quengel, quengel, quengel (Das Räupchen-6-Monats-Uptdate)

  1. Michelle

    Das hört sich sehr nach unserem Alltag an!

  2. Doreen

    Zieht ihr euer Mädchen eigentlich hauptsächlich rosa an oder kommt es mir aufgrund der Bilderauswahl nur so vor?

    • Gerechtfertigte Frage! 😂 Wir haben wahnsinnig viele typische Mädchen-Klamotten geschenkt bekommen. Es ist ein bisschen verrückt, wie gerne die „klassischen“ Mädchenfarben geschenkt werden. Aber ich hab mich trotzdem über jedes Teil gefreut. 🙂

      In der Tat ist es aber auch schwierig, neutrale Sachen zu bekommen, das hab ich ja schon beim Hübchen gemerkt. Wenn man sein Kind nicht entweder in blau/grau/braun oder in /rosa/pink/pastell kleiden will, hat man schon ein Problem.

      Was aber gut geht, sind die ganzen Wolle- oder Wolle-Seide-Sachen wie den rot-geringelten Pulli, den das Räupchen auf dem Bild hier trägt. Das sind oft eher „Standard-Farben“: rot, blau, grün, gelb etc.

      • Hannah

        Wir haben den Schenkern einfach vorher gedroht!

          • Doreen

            Danke für die Aufklärung =)

            Wie wollt ihr das denn mal „später“ halten, wenn’s an Spielzeug gibt, gegen das ihr evtl. seid?
            Mir geht’s z.B. so, dass ich nicht möchte, dass meine Kinder mit Soldatenfiguren, Panzern und auch nur ungern mit Barbies spielen (bzw. solche eben selbst besitzen). Das sag ich auch Schenkern so explizit 😉 Wie wollt ihr denn das halten, bzw. seid ihr einfach entspannter?

          • Ja, das ist ein schwieriges Thema. Ich möchte meinen Kindern ungern vorschreiben, womit sie zu spielen haben. Gleichzeitig erkläre ich aber immer, warum ich dies oder das nicht gut finde. Explizites Waffenspielzeug kommt mir z.B. nicht ins Haus, wir sind nämlich ein pazifistischer Haushalt und das erkläre ich dem Hübchen auch. Ich schmeiße mich allerdings auch nicht dazwischen, wenn er nach der Kita auf dem Hof mit seinen Freunden Stöcke sammelt und sie damit aufeinander „schießen“.

            Genauso werde ich meine Tochter später nicht davon abhalten, wenn sie irgendwann in die Puppenmutter-Phase kommt oder dämliche Barbies toll findet. Meine Eltern haben das übrigens damals ganz clever gemacht: Sie haben der Teenie-Tochter von Bekannten ihre Uralt-Barbie-Sammlung abgekauft. Da waren echt witzige Barbies aus den 70ern und 80ern dabei. Damit hatte ich meine Barbies, aber meine Eltern haben gleichzeitig den Konsum mit immer neuen und möglichst hip angezogenen Barbies nicht mitgemacht. Von der Oma hab ich dann trotzdem noch mal eine neue Barbie bekommen, aber das war dann auch OK.

            Der Einfluss der Peergroup ist schon bei Kindern einfach enorm und ich würde meine Kinder auch nicht zu Außenseitern machen wollen, weil sie mit bestimmten Dingen nicht spielen dürfen. Insgesamt verfolgen wir aber ohnehin das Prinzip „lieber weniger und dafür gutes und vielseitiges Spielzeug“. Daher achten wir eh darauf, dass die Kinder auch bei Geburtstagen oder Weihnachten nicht mit Spielzeug „zugemüllt“ werden.

  3. Hannah

    Hach, ich wusste doch (schon in der Schwangerschaft) dass ich bei diesem Blog richtig bin XD
    Ich dachte gestern, mann ist das gerade anstrengend mit unserer Kleinen (1 Monat jünger, hoffentlich dauert das nicht noch bis zum Halbjahr und länger haha), vielleicht finde ich hier etwas Ermutigung und puh, ich bin nicht allein!
    Danke für deine schönen und interessanten Artikel!

    • Danke für dein nettes Lob! 🙂 Freut mich, dass du dich hier wieder findest!

      Babyentwicklung ist echt in den meisten Fällen sehr ähnlich. Freundinnen von mir haben derzeit ziemlich gleich alte Babys und erzählen alle genau das gleiche. 😀

      Und ich find es beim zweiten verrückt, wie viel man vergessen hat. Seit gestern ist das Räupchen z.B. total erkältet und die letzte Nacht war ein Flickenteppich. Ich hatte echt vergessen, wie anstrengend das ist, wenn Babys krank sind. 😳 😂

  4. Hannah

    Achso, noch als (lange) Ergänzung: gestern abend habe ich dann mit Pilates wieder angefangen, so als Ausgleich nachdem ich merkte dass mir die Rückbildungskurse (ohne Kind) ziemlich fehlten… Das hat schon echt gut getan, trotz dem Gedanken nach ein paar Minuten „warum tue ich mir das eigentlich an, war der Tag nicht schon anstrengend genug?“ war das eine super Auszeit und ich habe mich danach gefreut, die Kleine in den Schlaf zu stillen.
    Ist bei euch bestimmt nicht ganz so einfach mit noch zusätzlichem Kleinkind 🙂
    Auf jeden Fall fühlt es sich gerade so an, als wär mein Beruf im Vergleich das einfachste auf der Welt. Wie mein Chef letztens am Telefon kichernd meinte: genieß noch schön den Urlaub!
    Er selbst hat 4 Kinder.

    • Ja, so geht es mir auch. Ich brauche den Sport, bei mir ist es Yoga, schon allein für den Rücken. Das Räupchen will ja viel getragen werden.

      Der Chef vom Mann hat auch vier Kinder. Der kann es auch immer sehr gut nachempfinden, was wir gerade so leisten. 😄 Und freut sich immer, wenn wir mal mit Baby in der Agentur vorbeischauen. 🙂

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