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Oh, gut dass du da bist!

Hier schreibt Sophie, Mutter vom Hübchen (*Herbst 2013) und dem Räupchen (*Sommer 2017) über den täglichen Spagat zwischen Kind & Beruf und über alles Wichtige & Unwichtige im Leben einer Mutter.

Die skandalöse Bildungspolitik

Heute habe ich einen Tagesvater erzürnt. Und in gewisser Hinsicht bin ich reumütig und erkenne seine Vorwürfe an. Denn ja, es stimmt, dass es gemein ist, zu pauschalisieren und dass mein Blogeintrag über die fehlende Verlässlichkeit in der Betreuung durch Tagesmütter sich schnell so liest, als wären die doch eh alle gleich. Von einer Tagesmutter auf andere zu schließen ist natürlich blöd und es fällt mir nicht schwer zu sagen: Sorry, liebe Tagesmütter und auch Tagesväter! Weiterlesen

Autorität vs. Attachment Parenting

Mein Sohn spricht ja bekanntlich bevorzugt Wörter, die mit „A“ anfangen. Zwei Begriffe, die er daher vermutlich bald lernen wird, sind: Autorität und Attachment Parenting. Beide Begriffe stehen für reichlich konträre Erziehungsstile, mit denen ich kürzlich in Kontakt kam. Und obwohl das Kind mittlerweile schon ganz schön groß ist, habe ich mich nun zum ersten Mal so wirklich mit Erziehungsidealen auseinandergesetzt. Bisher habe ich nämlich immer einfach irgendwie gehandelt – und zwar irgendwie so, dass es meinem Kind und mir und dem Mann gut damit geht. Heißt das also, niemand braucht Erziehungsexperten? Und wenn doch, wer braucht sie und warum? Und welche sind überhaupt zu gebrauchen? Weiterlesen

Auf! Arbeit! Autobahn!

Hübilein ist 17 Monate alt und entdeckt gerade ein menschliches Werkzeug, ohne das unser Leben einfach nicht so viel Spaß machen würde: Die Sprache! Was wäre mein Leben grau und langweilig, wenn ich andere Verkehrsteilnehmer nicht in der Art beschimpfen könnte, wie es meine Art ist! Womit würde ich mein Geld verdienen, wenn niemand meine Texte lesen würde? Und woher wüsste der Pizza-Lieferdienst, welche Pizza ich gerne haben möchte, wenn es keine Sprache gäbe, in der ich ihm meine Wünsche detailreich mitteilen könnte? Ja, so ist es doch: Sprache macht unser Leben reicher, völlig egal erst mal, in welcher (Gebärden-) Sprache, in welcher Lautstärke, Tonlage oder Absicht. Und zur Zeit ist es einfach wunderbar, meinem Kind dabei zuhören zu können, wie es die Sprache entdeckt. Auch wenn seine Sprachanfänge etwas unkonventionell aussehen… Weiterlesen

„Hello Love“ – Ein Plädoyer für mehr Toleranz

Ich bin kein Kindertyp. Jeder, der mich kennt, weiß das. Als ich selbst noch kein Kind hatte, war es für mich daher auch völlig normal, dass Kinder an bestimmten Orten lieber nichts zu suchen haben. Ich war nicht unbedingt das, was man tolerant nennt: Sabbernde Babys im Supermarkt? Oh Mann! Vom Beckenrand springende Kinder im Schwimmbad? Neee! Altkluge Grundschüler? Bitte nicht! Tja, mittlerweile habe ich selbst ein Kleinkind. Es sieht süß aus, dafür sabbert es zu viel und ich bin mir ziemlich sicher, dass es mal reichlich altklug werden wird. Die Natur hat es trotzdem so eingerichtet, dass ich mein Hübchen so liebe wie keinen anderen Menschen auf der ganzen weiten Welt.  Weiterlesen

Das Fremde-Kind-eigenes-Kind-Paradoxon

Kinder sind nicht an allen öffentlichen Orten erwünscht. Das merkt man aber erst, wenn man zufällig mal selbst eins dabei hat. Denn solange ich selbst nicht Mutter war, fand ich es oft einfach ganz normal, dass Kinder manchmal einfach unpassend sind. Fremde Kinder sind eben einfach etwas anderes als eigene Kinder. Und trotzdem stieß ich auch als noch kinderlose Frau auf Situationen, die mir höchst merkwürdig vorkamen. Zum Beispiel in diesem einen Restaurant, in dem Hunde erlaubter waren als Kinder.  Weiterlesen

Öffentliche Fütterungen

Brüste! Wozu sind die noch mal genau da? Für hübsche Dekolletés in adretten Abendkleidern zum Beispiel. Oder zum Anfassen lassen im heimischen (Ehe-) Bett. Vor allem aber sind Brüste zum Stillen da. Denn dazu hat die Evolution sie uns gegeben: Damit wir mit ihnen im Fall der Fälle unsere Babys ernähren. Komisch ist nur: Obwohl es diesen Zweck ja quasi schon immer gegeben hat, scheint er bei einigen unserer Mitmenschen nicht ganz angekommen zu sein. Immer wieder liest man nämlich Meinungen wie jetzt neulich die einer gewissen Lilian Fritze, ihres Zeichens aufstrebende Lokalblatt-Journalistin. Und die lautet: Mütter, hört auf eure Brüste zum Stillen zu benutzen! Ich frage: Hä?
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Eine wacklige Angelegenheit

Etwa einen Monat ist es nun schon her, dass ich meinen ersten Arbeitstag als Volontärin hatte. Damals hatte ich mit einigen Unsicherheiten gerechnet. Z.B. damit, dass mir der Job nicht gefiele oder dass die Bahn ständig Verspätung hätte. Glücklicherweise ist bisher nichts davon eingetreten. Sogar die Deutsche Bahn fährt bisher verlässlicher als erwartet. Und trotzdem gibt es da eine große wacklige Konstante, die mich seit Jobeinstieg begleitet: Die Kinderbetreuung ist eine einzige Katastrophe! Weiterlesen

Die Erste ihrer Art

Nein, es ist nicht immer leicht, die Erste zu sein. Als fast einzige Mutter in einem weitgehend kinderlosen Freundeskreis fühle ich mich manchmal noch sehr allein. Gleichzeitig wird es aber vor allem dann richtig schwierig, wenn doch endlich Freunde (bzw. deren Frauen) anfangen, schwanger zu werden. Denn dann möchte ich Ratschläge geben, weil mir das Wohl meiner Freundinnen und Freunde wirklich sehr am Herzen liegt. Aber wie tue ich das, ohne besserwisserisch und missionierend zu wirken, gerade wenn es um so ein sensibles Thema wie die Wahl des Geburtsortes geht? Verzwickt! Weiterlesen

Die Schlaf-Kontroverse

Die Online-Welt rund um Mama-Blogs und Co. ist ja eine Welt für sich. Völlig egal, was sonst gerade so vor sich geht – das wichtigste Thema vieler Mütter ist zur Zeit, sich in Blogs und Social Media gegenseitig damit fertig zu machen, wo ihre Kinder schlafen und was daran falsch ist. Auslöser zahlreicher Ausraster in der Mama-Blog-Community und in sozialen Netzwerken war ein Artikel der „Stadt-Mama-Katharina“ aus dem sehr erfolgreichen Stadt-Land-Mama-Blog. Und aus meiner Sicht, der Sicht einer Mutter mit Schlechtschlafkind, ist die allgemeine Kritik an diesem Text durchaus gerechtfertigt. Weiterlesen

„Oje ich wachse“: ein Ratgeber mit Gefahrenpotential

Nachdem ich während meiner Schwangerschaft erfolglos auf die Suche nach Ratgeberliteratur gegangen war, die ihre Leser halbwegs ernst nimmt und zumindest wissenschaftliche Grundkriterien erfüllt, bekam ich nach der Geburt meines Sohnes einen wahren Klassiker geschenkt: „Oje ich wachse“ von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij. Auch wenn ich schon nichts gutes ahnte, war ich neugierig, was drin stehen würde. Und meine schlimmsten Vorahnungen wurden noch übertroffen: „Oje ich wachse“ ist ein Buch, das Babys in Schubladen stecken will, junge Eltern verunsichert und stellenweise sogar Kindesmisshandlung verharmlost. Urteil: Nicht empfehlenswert! Weiterlesen