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Oh, gut dass du da bist!

Hier schreibt Sophie, Mutter vom Hübchen (*Herbst 2013) und dem Räupchen (*Sommer 2017) über den täglichen Spagat zwischen Kind & Beruf und über alles Wichtige & Unwichtige im Leben einer Mutter.

#MyDigitalDay: „Hallo Oma, Tschüss Oma!“

Mein Sohn, das kleine Hübilein, wird in zwei Wochen zwei Jahre alt. Erzogen ist er meiner Einschätzung nach so ungefähr null. Er hört nie auf das, was wir Eltern sagen. Er zieht sich ständig die Socken aus und verteilt sie in der ganzen Wohnung. Er haut, schreit, beißt und tritt wenn er einen Wutanfall hat. All unsere großen Ambitionen, unser Kind schon früh zu einem vorzeigbaren Mitglied der Gesellschaft zu erziehen, sind fulminant an Hübis dickköpfigem und durchsetzungsstarkem Charakter gescheitert. Wir lieben ihn sehr dafür. Bei einer Sache jedoch sind wir sehr stolz auf unsere Erziehungsarbeit: Unser Sohn benutzt so gut wie täglich sein kleines Spielzeugtelefon. Und zwar eins mit Wählscheibe, Schnur und gebogenem Hörer. Und er versteht sogar, dass es sich dabei um ein Telefon handelt. Weiterlesen

Die Einsamkeit der berufstätigen Mutter

Es ist eine sehr versteckte Einsamkeit weil sie durch den dauernden Mangel an Zeit selten richtig deutlich wird. Wenn ich morgens schon einen strengen Zeitplan einhalten muss, mich am späten Nachmittag zur Tagesmutter spute, abends schnell noch was Frisches kochen will und das Tagesende mit Bücher vorlesen verbringe, dann ist so ein Tag reichlich vollgepackt. Und weil ich zu den glücklichen Frauen gehöre, die einen tollen Mann haben, bin ich abends, wenn das Kind im Bett ist, immerhin nicht allein. Und trotzdem merke ich manchmal, wie sie sich still und heimlich anschleicht: die Einsamkeit der berufstätigen Mutter. Weiterlesen

Wie ich mein Kind einmal fast an durchreisende Schlawiner verkauft hätte

Es begab sich zu einer Zeit, als ein Kind namens Hübilein sich sehr widerspenstig benahm. In dieser Zeit verging kaum ein Tag, da die Mutter des schreienden, tretenden, schlagenden, beißenden oder verzweifelt weinenden Kleinkindes sich nicht mit Überlegungen trug, das zappelnde Wesen einfach an durchreisende Schlawiner zu verkaufen. Denn die zahlen, wie wir wissen, immer noch die besten Preise für Kinder. Dass die Mutter es dann doch nicht tat, lag wohl in ihrem weichen Mutterherz begründet. Ein sanftes Lächeln des Kindes und das Mutterherz schmolz dahin. Bis zum nächsten Wutanfall. Oh, es klingelt an der Tür! Ob das die Schlawiner sind? Weiterlesen

„Und, wann nimmst du deine Vätermonate?“

Unsere Familienministerin Manuela Schwesig ist schwanger und bekommt im nächsten Jahr ihr zweites Kind. Toll! Herzlichen Glückwunsch! Und herzlichen Glückwunsch auch zu der mutigen Entscheidung, nach dem achtwöchigen Mutterschutz gleich wieder zurück an die Arbeit im Ministerium zu gehen und den Vater in Elternzeit gehen zu lassen. Aber Moment! Warum eigentlich „mutige Entscheidung“? Zumindest dem Medienecho zufolge scheint der Entschluss der Ministerin jedenfalls extrem mutig und besonders zu sein. Alle großen Medien (und sicher auch die kleinen) berichteten in dieser Woche ziemlich aufgeregt über die Elternzeitaufteilung des ministerlichen Ehepaars, was zumindest den Eindruck erweckt, dass es sich um eine Besonderheit, etwas ganz spezielles, ja berichtenswertes handelt. Weiterlesen

Runterkommen!

Ich liebe es, dieses Internet! Manchmal spielt es mir in genau den richtigen Momenten die genau richtigen Texte zu. Die müssen nicht intellektuell sein, tiefschürfende Erklärungen oder sonst was enthalten, sondern mir, wie im heutigen Fall, einfach mal eine total einfache Botschaft mitgeben: Entspannen ’se sisch, Schätzelein! So ähnlich steht es jedenfalls hier drin, und das zu lesen hat mir heute ein bisschen bessere Laune gemacht. Weil ich nämlich eigentlich gerade tagtäglich dabei bin, auszurasten vor lauter Anstrengung, Erschöpfung und Druck. Also Schluss damit. Und entspannen. Weiterlesen

#MeinBriefAnMich: Entscheide für dich und dein Baby!

Vor ungefähr genau zwei Jahren lagst du im Krankenhaus. Diagnose: Vorzeitige Wehen. Das passte dir gar nicht in den Kram, denn der Mann und du, ihr befandet euch gerade mitten im Umzug und dein Anspruch an dich selbst war völlig klar: Dein Körper muss funktionieren! Tat er nicht, denn gute 10 Wochen vor dem geschätzten Geburtstermin produzierte deine Gebärmutter Wehen, die da einfach noch nicht sein sollten. Deine Mutter sprach das aus, was du heute auch eingesehen hast: „Ab ins Krankenhaus mit dir, da zwingen sie dich wenigstens zum Abschalten und Hinlegen.“ Weiterlesen

Vereinbarkeit: Wider die Mythen

Sie sind emotional, sie arten schnell aus und manchmal sind am Ende alle beleidigt: Bei Diskussionen um das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht es oft hoch her. Im Freundeskreis, unter Kollegen und ganz besonders auf den Social Media Plattformen dürfen sich Vollzeitmütter anhören, sie seien Glucken, wird „Karrierefrauen“ vorgeworfen, sich zum Schaden ihrer Kinder selbst zu verwirklichen und alle Frauen, die ein Leben dazwischen führen, müssen sich ruckzuck eine Schublade aussuchen, in die sie einsortiert werden. Schwarz-Weiß-Denken at its best. Weiterlesen

Gib mir ein kleines bisschen Vereinbarkeit

Ich hatte es mir fast ein bisschen romantisch vorgestellt. Ich, morgens um 6 allein im Zug, auf meinen Knien ein gutes Buch, ganz viel Ruhe und Zeit für mich. Es kam dann doch etwas anders. Allein war ich schon mal nicht. Kaum zu glauben, wie viele Menschen ebenfalls schon um 6 Uhr morgens zur Arbeit fahren und teils viel längere Strecken dafür zurücklegen als meine 35 Kilometer von Essen nach Düsseldorf. Außerdem ist es keine Übertreibung, wenn ich sage, dass mindestens die Hälfte der männlichen Pendler an einem Montagmorgen noch eine ganz schön krasse Fahne vom Wochenende hat. Ich atmete also in meinen Schal und wünschte mir ziemlich schnell, keine Pendlerin mehr zu sein. Geruchsbelästigung gehörte dabei noch zu den kleineren Problemen, die mich in den letzten Monaten ganz schön an meine Grenzen brachten. Und zum Glück ist das jetzt vorbei, denn: Wir sind umgezogen. Weiterlesen

Sommerurlaub nach Klischee: Nordseeküste mit Kind

Näää, wat war dat schön: 10 Tage Urlaub liegen hinter uns und es handelte sich in der Tat um unseren allerersten stereotyp-maßstabsgerecht-spießigen Familienurlaub, was in unserem Fall hieß: Ferienwohnung, Bauernhof, Nordseeküste. Durften es im letzten Jahr noch Cornwall und Wales mit immer mal wechselnden Unterkünften und etlichen Strecken im Mietwagen sein, entschieden wir uns in diesem Jahr für den Nordsee-Klassiker. Das hatte zwei Gründe: 1. Die Finanzen, denn ein dicker fetter Urlaub ist nun mal nicht jedes Jahr drin, dafür verdiene ich als Volontärin einfach noch zu schlecht. 2. Ein bewegungsfanatisches Kleinkind, das viel Zeit in Auto und/oder Manduca einfach nicht mehr akzeptiert. Weil so ein günstiger Nordseeurlaub mit viel Bewegung für Kind und Eltern aber richtig schön sein kann, will ich euch das Ergebnis natürlich nicht vorenthalten und vielleicht auch den einen oder anderen Tipp für euren ersten oder nächsten Nordseeurlaub mit euch teilen. Et voilà: Unser Urlaub in Farbe:  Weiterlesen

Herdprämie adé! Einmal echte Wahlfreiheit, bitte

Nun ist es also passiert: Karlsruhe hat das Betreuungsgeld gekippt. Was genau ging da vor sich? Das Verfassungsgericht hat im Grunde einfach beschlossen, dass es nicht Sache des Staates ist, etwas zu entscheiden, was eigentlich Sache der Länder ist. Da sich ein Land (Hamburg) beschwert hat, wurde nun also entschieden: Die Länder sollen selbst entscheiden dürfen, ob sie ein Betreuungsgeld zahlen wollen oder nicht. Ist das jetzt gut, oder schlecht? Weiterlesen