Mein Wutkind

Es ist 12 Uhr mittags. Das Hübchen und ich haben bereits: 4 Runden Vier-gewinnt gespielt (nach Hübchen-eigenen Regeln), zwei Bücher gelesen, ich habe im Sagaland gewonnen und im Memory verloren. Jetzt puzzlen wir ein Doppel-Puzzle, Motiv Baustelle. Ich mache das Puzzle ohne Punkte auf der Rückseite, das Hübchen das mit. Zumindest bis zum nächsten Wutanfall.

Denn der kommt unvermittelt. Ich puzzle nämlich zu schnell. Ich soll langsamer puzzlen. Dann soll ich das Puzzle fertig machen und noch mal von vorne anfangen. Was ich gerne tue, aber irgendwie ist das dann auch wieder nicht richtig. Es folgt die übliche Litanei: Vor lauter Wut darüber, dass ich mal wieder nichts richtig mache, beginnt das Hübchen zu weinen und zu brüllen. „Arm nehmen!“. Ich nehme das Hübchen in den Arm, er schlägt nach mir. Ich erkläre, dass ich nicht geschlagen werden will. Das Hübchen gibt mir eine Kopfnuss. Ich lasse ihn runter, er brüllt: „Arm nehmen! Ich bin auch wieder lieb!“. Ich nehme ihn in den Arm, er schlägt erneut nach mir.

Es ist eine Never-Ending-Story. Der Mann arbeitet heute Zuhause, nimmt das Hübchen schließlich aus der Situation, weil ich nicht mehr kann. Das Hübchen brüllt und weint eine halbe Stunde, er will zurück zu mir. Der Papa hält ihn sanft fest, weil wir genau wissen, was sonst einfach wieder von vorne losgeht: Siehe oben.

Endlose Diskussionen

Irgendwann beruhigt das Hübchen sich, ich nehme ihn in den Arm. Trotzdem fangen die Diskussionen von vorne an: Warum ich immer so böse bin, will das Hübchen wissen und befiehlt: „Wenn ich in deinen Arm will, dann musst du mich in Arm nehmen, sofort!“. Ich versuche zu erklären: Dass ich das immer gerne mache, dass ich aber nicht will, dass er mir weh tut. „Ich tu dir gar nicht weh! Du tust mir immer weh!“, brüllt das Hübchen. Ich denke nur: Nein, bitte, lass es jetzt nicht wieder eskalieren.

„Und jetzt will ich nix mehr hören!“, schreit das Hübchen mich an. „Sei leise! Ich will mich jetzt ausruhen!“. Er lehnt sich kuschelig an mich, ich atme tief aus, schlucke alles runter, nehme ihn fest in den Arm. „Nicht festhalten!“, brüllt das Hübchen, „ich will mich hier in Ruhe ausruhen! Du störst mich!“.

Ich sitze auf dem Sofa, die Arme weit von mir gestreckt, um mein armes Kind nicht beim Ausruhen zu stören. Das arme Kind, das meinen Schoß in Beschlag nimmt und offenbar der Meinung ist, die ganze Welt, das gesamte Universum hätten sich gegen ihn verschworen. Neben mir sitzt das müde Baby und fängt so langsam das Quengeln an.

Die ständige Wut macht mich mürbe

Das ist nur eine Situation von vielen. Eine Situation, die mich mit dem Muttersein hadern lässt. Die mich hilflos zurücklässt und nach und nach mürbe macht. Von diesen und ähnlichen Situationen gibt es viele, viel zu viele an einem einzigen Tag. Das Hübchen sucht oft geradezu nach Gründen, ausrasten zu können. Wenn es nicht das Puzzle ist, das ich angeblich zu schnell puzzle, dann ist es das Käsebrot, das ich an der falschen Stelle durchgeschnitten habe. Oder der Lichtschalter, den ich betätigt habe, obwohl er es wollte. Manchmal ist es sogar ein Satz, den ich seiner Meinung nach falsch formuliert habe und den ich nun noch einmal sagen soll, und zwar so, wie der junge Herr ihn mir diktiert.

Und da Mutter in den meisten Fällen nicht spurt, folgt die Eskalation. Und die kann lange dauern: Eine halbe Stunde, eine ganze Stunde. Es weint, es brüllt, es haut, es kneift. Und die Kopfnüsse fürchte ich am meisten.

Ich habe niemals damit gerechnet, dass ich ein solches Kind bekommen könnte. „Jedes Elternteil bekommt das Kind, das es verdient“, sagt mein Yogalehrer und ich sage ihm lieber nicht, dass sich das für mich gerade eher so anhört, als hätte das Universum mich bestrafen wollen.

Es ist so schwer, dieses Kind zu lieben. Es ist so leicht, dieses Kind zu lieben

Es ist manchmal so unwahrscheinlich schwer, dieses Kind zu lieben. Und ich habe keine Ahnung, wie die Natur es schafft, dass Eltern das trotzdem immer und immer und immer (noch und wieder) tun. Beim Hübchen funktioniert es vermutlich auch deswegen, weil dem wütenden, irrationalen Urgewalten-Kind ein empathisches, liebevolles, ungeheuer soziales, alltagskluges und cleveres Kind konträr gegenübersteht. Dieses Kind ist das Hübchen nämlich auch, immer dann, wenn die Wut ihn gerade mal nicht im Griff hat.

Regression, sagt die Erziehungsberaterin. Die Geburt vom Räupchen hat das Hübchen in der Entwicklung zurück katapultiert. Mit viereinhalb Jahren müsste er aus der Phase der irrationalen Wut, der scheinbar nicht vorhandenen Frustrationstoleranz eigentlich schon raus sein. Gespräche mit anderen Müttern zeigen mir aber auch: Manche Kinder sind eben so. Und da hilft auch das Überstehen einer „Phase“ nicht. Vermutlich wird es irgendwann leichter, klar, das Alter hilft fast immer. Trotzdem fange ich langsam an, den temperamentvollen Charakter meines Kindes als gegeben hinzunehmen. Ich bereite mich quasi auf das Schlimmste vor. Wenn es dann doch nicht so schlimm wird, umso besser.

Was hilft, und was nicht hilft

Was demnach nicht hilft: Menschen, die sagen: Das ist normal! Kinder sind eben so! Das ist nur eine Phase! Bleib ruhig, stell dich nicht so an, halte einfach durch.

Was hilft, ist vielmehr: Zu begreifen, dass das hier eben nicht mehr „normal“ ist (was auch immer normal denn überhaupt bedeuten mag). Dass dieses Kind uns tatsächlich ganz besonders herausfordert und dass es deswegen auch OK ist, „sich anzustellen“. Weil meine mütterlichen Nerven einem täglichen Zerreißtest standhalten müssen, und zwar in einer Form, die andere Eltern sich nicht mal vorstellen können.

Wovon ich noch vor einiger Zeit niemals dachte, dass es helfen könnte, was aber tatsächlich hilft, ist: Ratgeber lesen. Und zwar gute Ratgeber, von denen es seit kurzer Zeit tatsächlich einige gibt. Ich habe hier gerade ein Rezensionsexemplar von „Wie anstrengende Kinder zu großartigen Erwachsenen werden“ rumliegen und werde nach dem Lesen darüber berichten. Die Autorin erklärt ihr Anliegen im Vorwort so:

„Damals frustrierten mich die bestehenden Lehrpläne, und es war wichtig für mich, mit anderen Eltern zu sprechen, die verstanden, was ich mit einem Kind durchmachte, das fünfundvierzig Minuten schreien konnte, weil der Toast in Dreiecke geschnitten war und nicht wie erwartet in Rechtecke. Mit einem Kind, das lieber sterben wollte, als die Antwort Nein zu akzeptieren, und so empfindlich war, dass es die Nähte in den Socken störten. Mit einem Kind, das in gängigen Erziehungsratgebern entweder gar nicht auftauchte oder in schrecklich negativer Art besprochen wurde – mit Begriffen, die ich nicht akzeptieren wollte.“

Da ich in der Welt der Ratgeber nicht besonders bewandert bin, kann ich den letzten Satz nicht bestätigen. Aber dieses Gefühl, sich grundsätzlich unverstanden zu fühlen und nur im Austausch mit anderen „Betroffenen“ ehrlich sprechen zu können, das kenne ich sehr gut. Ich habe eben kein „einfaches Kind“ und ich finde es mittlerweile auch nicht mehr schlimm, das so direkt zu sagen. Für mich ist das kein Makel, aber ich muss lernen, mit dem Temperament meines Kindes so umzugehen, dass ich in meinen Reaktionen auf sein Verhalten keinen langfristigen Schaden anrichte, auch dann nicht, wenn ich oftmals am Ende meiner Kräfte bin.

Ich lese also nun den nächsten Ratgeber, den ich eigentlich niemals lesen wollte. Wenn er gut ist, empfehle ich ihn euch bald hier im Blog!

Habt ihr auch ein „schwieriges Kind“?

Wie ist das bei euch? Habt ihr auch besonders herausfordernde Kinder? Wie habt ihr gelernt, damit umzugehen? Hat es sich vielleicht doch etwas verwachsen? Und gerne her mit euren Ratgeber-Tipps, offenbar werde ich noch großer Fan! 😉

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12 Kommentare zu „Mein Wutkind

  1. Kathi

    Ich habe auch so ein Exemplar hier. Daher bin ich schon sehr gespannt auf deine Rezension zu dem Buch, das schon länger in meinem Amazon Warenkorb liegt. Ich kann mich nicht recht überwinden bisher. Es fühlt sich so komisch an für mich zu sagen dass mein Kind „anders“ ist.
    Was mir bisher geholfen hat… Zum einen das Buch über Aggression von Jesper Juul. Das hat meine Sichtweise positiv beeinflusst. Zum anderen mein Mantra: Aus anstrengenden Kleinkindern werden umgängliche Teenager und selbstbewusste Erwachsene.
    Und wehe wenn nicht!

    • Ja, wehe, wenn nicht! Das denke ich auch immer! ?

      In dem Buch, das ich gerade lese, steht, dass bis zu 20% aller Kinder (und auch Erwachsenen) intensiver wahrnehmen, besonders temperamentvoll und impulsiv oder eben auch empfindlich sind. Unsere Kinder sind also gar nicht so selten, es kommt uns nur so vor. Vermutlich sollten wir alle mehr und offener drüber sprechen.

      Bücher wie dieser Ratgeber helfen mir enorm, zu versuchen, das Positive in den Besonderheiten meines Kindes zu sehen. Ich werde sicher noch mal ausführlicher drüber schreiben, was ich nun davon inspiriert versuche.

  2. Elli7

    Das Hübchen hat ein ORDENTLICHES Aggressionsproblem, oder?
    Mit kindergärtlicher Trotzphase hat das ja absolut nichts mehr zu tun; und ihr fördert seinen Egozentrismus auch noch, indem ihr darauf eingeht, und er sich fühlen kann, wie der König der Welt!
    Mit der Haltung wird er später ordentliche Probleme kriegen…

    • Kathi

      Genau solche unqualifizierten Aussagen helfen einfach mal gar nicht und machen mich auch ehrlich ziemlich wütend.
      Gab es bei uns leider auch sogar schon aus der Verwandtschaft a la „normal ist DER aber auch nicht“
      Von der „Diagnose“ ADHS bis zu schlechter Erziehung durften wir uns schon so einiges anhören.
      Wer es nicht selber nachempfinden kann und keine hilfreichen Tipps hat darf sich auch gerne einfach mal raushalten.

      • Ärgere dich nicht, Kathi. ? Ich glaube, was wir da rauslesen können, ist die in unserer Gesellschaft tief verwurzelte Angst, wir könnten unsere Kinder zu egoistischen Tyrannen erziehen, die uns auf der Nase rumtanzen, sich niemals anpassen und ohne Struktur nur nach ihrem eigene Gusto leben. Diese Grundangst kann ich hier glaube ich nicht mit einem einfachen Antwortkommentar entkräften.

        Btw: Kindern Egozentrismus vorzuwerfen, hat ja schon wieder was lustiges. Denn natürlich sind kleine Kinder erst mal die größten Egoisten, da muss man sich ja nur mal oberflächlich mit der Hirnentwicklung des Menschen beschäftigen. Die Kinder lernen ja erst von und durch uns, ihre Emotionen anzunehmen und ernst zu nehmen. Und sie lernen leider auch von uns, diese zu unterdrücken oder abzulehnen. Und wenn letzteres eintritt, werden die Kinder später Probleme bekommen, aber nicht, wenn wir ihnen helfen, mit ihren Emotionen umgehen zu lernen.

  3. Hallo Sophie,
    ich lese schon seit geraumer Zeit deinen Blog und finde ich mich (und meinen Ältesten) in deinen Beschreibungen oft wieder.
    Ok, so extrem aufbrausend wie das Hübchen ist er nicht. Vielleicht war es einmal und ich habe es verdrängt?

    Er ist übrigens ein Jahr älter als das Hübchen und er hatte nach der Geburt seiner kleinen Schwester auch eine „nette“ Regressionsphase (Hauen, Agressionen, wieder „Baby sein“ wollen, Klammern,….) hinter sich. Ach Quatsch, falsch, er ist teilweise noch mittendrin.

    Und ja, es wird besser. Langsam kann er seine Emotionen besser steuern und kann auch mal Frustrationen aushalten.
    Und ich? Ich kann die Ausraster aushalten, aber nur wenn ich fit, ausgeruht und gut drauf bin. Ansonsten hilft mir oft nur die Situation auszuhalten und an bessere Zeiten denken. Teilweise fasse ich meine Agressionen gedanklich in Worte und versuche so meine eigene Wut rauszulassen (Tipp aus „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten..?). Schließlich haben wir auch ein Recht wütend zu sein, wenn man angegriffen wird, aber kommunizieren kann und sollte sie in einem solchen Moment natürlich nicht.
    Ansonsten strengt(e) es mich genauso an wie dich.

    Vielleicht kommen ja noch andere Erfahrungsberichte mit noch konkreteren Empfehlungen? Ich bin ja gespannt! 😉

    • Ja, ganz sicher kommen noch mehr Berichte! Ich fange quasi gerade erst an, mich umzustellen. Akut tut es mir gerade sehr gut, erst mal anzunehmen, dass mein Kind tatsächlich besonders herausfordernd ist. Damit muss ich jetzt arbeiten. To be continued… 😉

  4. Katili

    Liebe Sophie,
    das hört sich echt anstrengend an?!
    Wir haben hier eine etwas anspruchsvollere Erstgeborene und einen (noch) pflegeleichten kleinen Bruder. Es kann schon anstrengend sein. Jedoch empfinde ich meine Maus nicht unbedingt als „anders“(bzw. ich will es einfach nicht so sehen, solange in der Kita und bei anderen Betreuungspersonen alles soweit ok ist). Wie bei Größe und Gewicht, gibt es für mich auch eine breite Spanne was das Verhalten betrifft. Und da ja immer das gute Mittel gesellschaftlich bevorzugt wird, wird es einem vom vornherein nicht gerade einfach gemacht wenn das Kind drüber oder drunter liegt.
    Im Gegensatz zu Dir bin ich jedoch nicht kurzzeitig wütend auf mein Kind (ich meine, diese Wut hattest du ja mal in einen Beitrag geschrieben), sondern wütend auf mich und meine Situation. Ich bin jemand, der das Gefühl nicht mag auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Und das macht diese Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie mit mir ab und an. Ich liebe meine Kinder und will meine Arbeit(in Vollzeit am besten). Wenigstens konnte ich mich als Hundebesitzerin schonmal vorab an die Vereinbarkeit mit Funktionskleidung gewöhnen..die stört mich schon seit 15 Jahren nicht mehr?.
    Und dann kommt jetzt die nörgelnde, kommandierende, explodierende, implodierende vier fast Fünfjährige dazu! Schön ist es besonders, wenn es schon gleich nach dem Aufstehen anfängt, vorm ersten Kaffee selbstverständlich. Vielen Dank auch!
    Was hat hilft mir nun:
    1. mein Mann, der einfach manchmal besseren Zugang hat und mich dadurch entlasten kann.
    (Vielleicht klappt es, indem du Hübchen bei dieser Wut und Kommandier-Phase dem Papa länger, regelmäßigem und rechtzeitig „übergibts“..er war ja in geschilderte Situation greifbar? Das würde für mich schon beim schroffen Spiel losgehen..ab diesem Zeitpunkt kippt das ganze ja schon Richtung Kopfnuss?.
    Ich habe das nicht als Scheitern meiner Erziehungskompetenz gesehen, sondern als Ansatz die sich immer wieder aufbauende Verhaltenskette/Spirale zu durchbrechen und Alternative zu finden. Hübchen ist dann nicht allein in seiner Wut und er findet eventuell gemeinsam mit dem
    Papa für seine Bedürfnisserfüllung nur eine andere andere Strategie, die Du vielleicht übernehmen kannst. Das Wichtigste jedoch ist, Du wirst entlastet bevor Deine Grenze überschritten wird. Das tut so gut! Es ist leider kein Marathonlauf, wo du bis zur Schmerzgrenze laufen musst, um dir den Hormonkick zu holen, damit alles einfacher wird..)

    2. Reden mit Dritten, regelmäßig. Egal ob Coacher oder Therapeut. Die Chemie sollte natürlich stimmen und ein gewisser Abstand zu Dir und Deinem Leben sollte vorhanden sein, um alles richtig zu beleuchten. Mit der besten Freundin kann man ja immer noch alles Besprechen, aber das ersetzt solche Art der Gespräche für mich nicht. Ich glaube aber, in diese Richtung bist/wirst Du eh bereits tätig. Falls du noch überlegts, ob das denn überhaupt Not tut..nein, man überlebt bestimmt auch ohne. Jedoch suchst du nach Lösungsansätzen und das könnte einer sein.

    Alles Gute nochmal und viel Kraft bei den nächsten Konflikten!

    • Danke für deinen Kommentar und deine Ratschläge, die ich alle sehr sinnvoll finde!

      Entlastung finde ich zum Glück sehr in meinem Mann und auch in meinen Eltern. Die habe ich zuletzt auch selbst deutlich eingefordert, als ich gemerkt hab, dass ich kurz vorm Kollaps bin.

      Die Balance aus Kindern und Beruf zermürbt mich auch. Am Ende eines Tages sind immer noch so viele To Dos und so wenig Zeit übrig. Zum Sommer hin wollen wir nach einer Babysitterin suchen, die mir vormittags mal das Räupchen abnimmt, damit ich mehr bzw. konzentrierter und zu angemessenen Uhrzeiten arbeiten kann.

      Glücklicherweise bin ich insgesamt ein sehr lösungsorientierter Mensch, ich suhle mich also nicht in Selbstmitleid oder ergebe mich meinem Schicksal, sondern werde immer sehr schnell aktiv und gucke, wie ich die Situation bessern kann. Der aktuell wichtigste Punkt ist für mich tatsächlich, dass ich mir erst mal eingestehe, ein im Vergleich zu anderen Kindern tatsächlich anstrengendes Kind zu haben und dass ich damit nun eben auch anders und fokussierter arbeiten muss.

      „Anders“ ist übrigens gar nicht so anders: In dem Buch, dass ich gerade lese und auch im Text erwähne, steht, dass bis zu 20% aller Kinder (und auch Erwachsenen) intensiver wahrnehmen, besonders temperamentvoll und impulsiv oder eben auch empfindlich sind. Ich zähle mich selbst auch dazu. Der Schlüssel liegt mit Sicherheit darin, diese Besonderheiten als Gaben und positive Aspekte zu sehen und nicht als Makel. Ich werde bald mehr zu dem Thema berichten!

      • Katili

        Wow, 20%! Das ist nicht unbedingt mehr eine kleine Minderheit . Dann ist ja quasi das Anders das neue Normal. Aber ich bin da mal gespannt auf deinen Bericht?.

  5. Während ich deinen Beitrag zu lesen begann, schrie die Motte sich im Nebenzimmer gerade die Seele aus dem Leib. Der Papa bringt sie ins Bett und vermutlich war es ihr nicht recht, dass er ihre Windel wechseln und ihr die Dchlafhose anziehen wollte. Hose, Socken oder gar Hausschuhe, das ist aktuell jedes Mal ein Anlass für einen Wutanfall bei ihr, egal wie man es anstellt. Selbst wenn man sich gaaaaaaaaanz viel Zeit lässt und ihr anbietet, die Hose allein anzuziehen, ist das oft auch nicht recht.
    Liegen lassen und schreien lassen hilft dann meist auch nicht, weil sie jedes Mal wieder hoch fährt, wenn man wieder kommt. Manchmal hilft der Fernseher, oder eben hat mein Mann die Gute Nacht Geschichte lautstark in Konkurrenz zum Geschrei vorgelesen. Man muss sich echt jedes Mal was Neues einfallen lassen. Unsere ist nun erst 21 Monate, aber ich ahne, so schnell ändert sich das nicht…

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