Mama ist die Beste! (Das Räupchen-5-Monats-Update)

Vorhin musste ich den armen Mann ablösen, der eine knappe halbe Stunde ein müdes, schreiendes Baby zu beruhigen versuchte. Nun schlummert das Räupchen friedlich und mir fällt ein: Das 5-Monats-Update kommt schon eine gute Woche zu spät! Also los:

Das Räupchen ist immer noch das freundlichste Baby, das ich jemals kennengelernt habe. Sie strahlt einfach immer und alle an. Besonders alle bekannten Menschen, aber eben auch jegliche Fremden. Das alles natürlich am liebsten von Mamas sicherem Arm aus. Das Räupchen ist nämlich noch mal mehr Mensch geworden und damit auch sehr wählerisch.

Für den Mann ist das nun abends manchmal frustrierend, weil es eben sein kann, dass das Töchterlein sich von ihm nicht ins Bett bringen lassen mag. Egal was Papa macht: Sie schreit sich in Rage. Auf meinem Arm kommt sie hingegen innerhalb von Minuten runter und schlummert brav ein. Klar fühle ich mich ein bisschen geschmeichelt: Mama ist eben doch die Beste. Auf der anderen Seite ist es für mich langsam ein bisschen ärgerlich, quasi unabkömmlich zu sein.

Das Räupchen nimmt die Flasche nicht

Das Räupchen mag nämlich auch die Flasche nicht. Und ich verwöhnte Unwissende dachte nach dem Hübchen, bei dem wir Stillen und Fläschchen problemlos kombinieren konnten, dass doch eigentlich alles ganz easy ist – und dass es sowieso eher eine Frage des Wollens als des Könnens ist, ob Frauen sich nach der Geburt eines Babys schnell ein kleines Stück Unabhängigkeit zurückerobern, oder nicht. Jo, da war sie wieder, die Arroganz der Unwissenden. Ich gelobe hiermit ein für alle Mal Besserung!

Dem Räupchen ist mein Bedürfnis nach ein bisschen Selbstbestimmung jedenfalls pupsegal und sie verweigert standhaft jeden Schluck aus dem Sauger. Zum Glück ist sie im Moment noch klein genug und schläft prima im Tragetuch, sodass ich sie zu Terminen oder Weihnachtsfeiern einfach mitnehme. Trotzdem denke ich nun manchmal leicht verzweifelt an die nächsten Monate, weil ich so langsam wirklich wirklich gerne mal wieder ein paar Stunden verschwinden würde, ohne immer die Uhr im Blick und die nächste Räupchen-Mahlzeit im Kopf zu haben.

Kleines, großes Baby

Aber was hilft’s? Das Baby ist eben noch klein. Und ziemlich bald ist sie dann nicht mehr klein und dann werde ich vermutlich ein bisschen wehmütig auf die kuschelige Stillzeit zurückblicken. Ist ja eh immer so, dass man das vermisst, was man gerade nicht hat. Ich übe mich also in Geduld und schnüffele ein bisschen verzweifelt am Glühwein, den ich nicht trinken kann, weil das Räupchen doch eh immer dann wach wird, wenn Mutti gerad am vollsten ist. Schade, Glühwein, aber wir zwei kommen diesen Winter wohl nicht mehr zusammen.

Dass das Baby jedenfalls große Schritte auf dem Weg zum Großwerden macht, merken wir gerade täglich. Auf den Bauch rollen klappt nun in beide Richtungen. Und tatsächlich schafft die kleine Brumsel es jetzt auch, sich zurück auf den Rücken zu drehen – zumindest in ihren seltenen sportlichen Momenten. Es fehlt also nicht viel und das Räupchen kugelt uns durch die ganze Wohnung.

Stets motiviert – und zuckersüß

Außerdem wird es langsam anstrengend, sie beim Essen auf dem Schoß zu halten, weil einfach nichts mehr vor ihr sicher ist. Für denjenigen, der an der anderen Seite des Tisches sitzt, ist es dafür immer besonders herrlich: Die großen Räupchen-Augen und der konzentrierte Blick, wenn sie etwas anvisiert, was sie ganz dringend anfassen muss, sind einfach zu süß. Überhaupt sind ihre Augen so süß und der Mann ist ganz stolz, dass das zweite Kind offenbar seine dunklen Augen geerbt hat.

Und ich finde ja auch, dass die Haare deutlich dunkler sind als beim Hübchen – aber genau wie bei ihm damals mit ungefähr 5 Monaten zu wachsen anfangen. Ich bin schon ganz gespannt ob das Töchterlein in ein paar Monaten eine ähnliche Matte auf dem Kopf haben wird, wie das Hübchen damals.

Groß oder klein: Na was denn nun?

Ansonsten ist das Räupchen im Vergleich zum Hübchen nach wie vor ein zierliches Baby und trägt jetzt noch Pullis vom großen Bruder auf, aus denen er schon nach drei Monaten rausgewachsen war. „Zierlich“ ist dabei natürlich Ansichtssache. Von Fremden höre ich nämlich andauernd, dass unser Räupchen ja ein ziemlich großes Baby sei. Ich denke dann ans Hübchen und kann nur milde lächeln.

Die Hersteller von Kinderkleidung sind jedenfalls auf meiner Seite: Völlig altersgerecht wächst das Töchterlein nämlich so langsam aus Größe 62/68 raus und wird wohl mit exakt 6 Monaten in Größe 74 passen, ganz so wie es auf den Etiketten steht! Da wir die Erstlingssachen in Größe 50/56 fast alle geliehen hatten, räume ich nun also das erste Mal zu klein gewordene Babykleidung in Kisten. Und weiß noch nicht genau, was ich damit auf lange Sicht machen soll. Gerade bei den schönen Wolle und Wolle/Seide-Sachen bringe ich es noch nicht übers Herz, sie weiterzuverkaufen.

Und irgendwann …noch ein Baby?

Und plötzlich ist da die Frage nach einem dritten Kind in meinem Kopf, obwohl das zweite noch so winzig ist. Aber dieses Räupchen ist leider ein derartiges Bilderbuchbaby, dass der Gedanke an noch so eins überhaupt nicht mehr abwegig erscheint. „Heißt aber lange nicht, dass das dritte genauso cool wird!“, sagt der Mann. Und hat damit natürlich Recht. Und wenn ich an noch eine Schwangerschaft denke, wird mir sowieso schon mal ganz prophylaktisch übel. Denn eigentlich habe ich mir geschworen, diesen Höllenritt nicht noch mal mitzumachen.

Aber so ein Baby, das ist schon was Tolles! Deswegen super, dass ich da gerade eins hab. Und im Freundeskreis schwinge ich mal vorsorglich ein paar Motivationsreden. Dann kann ich mir zukünftig vielleicht einfach ein Baby ausleihen, wenn ich ein akutes Bedürfnis nach krähenden kleinen Rumpelbirnen verspüre. Man kann ja nicht ständig neue Babys produzieren, nur weil die so gut riechen. Und überhaupt bedenke man stets: Die nächste Trotzphase kommt bestimmt!!

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9 Kommentare zu „Mama ist die Beste! (Das Räupchen-5-Monats-Update)

  1. Katharina

    Deine Kinder klingen erschreckend ähnlich wie meine zwei 😉
    Mini verweigerte auch vehement jegliche Art von künstlichen Saugern, wo ich doch ganz naiv geplant hatte wie beim großen ganz einfach halt ab und zu mal ein Fläschchen zu geben. Was immerhin einigermaßen ging war Milch aus dem Doidy Cup. Damit ließ sich zumindest mal ein Stündchen überbrücken.

    • Oh, was ist denn ein Doidy Cup? Das muss ich mal googeln. Wir haben vorhin eine neue Flasche in der Apotheke gekauft, bei denen die Sauger sehr weich und klein wie in Brustwarzenform sind. Mal schauen ob sie die vielleicht lieber mag.

      • Katharina

        Ich drücke dir die Daumen. Mein Mini hat tatsächlich komplett alles aus Silikon oder Latex verweigert. Auch egal von wem, Papa, Oma, Opa, alle haben es versucht. Der Doidy Cup ist ein Trinkbecher ohne Aufsatz der so ganz merkwürdig geformt ist und wohl tatsächlich bei Stillkindern gut angenommen wird.

        • Das Räupchen nuckelt ja gerne am Schnuller, deswegen hat es mich echt erstaunt, wie vehement sie den Flaschensauger verweigert. Aber bei den Schnullern ist sie auch wählerisch und nimmt nur die au Latex, nicht die aus Silikon. Deswegen hoffe ich jetzt, dass es mit dem weicheren Sauger vielleicht geht. Da es eine kleine Greifflasche ist, will ich heute mal bisschen Tee rein machen und ihr die Flasche zum spielen geben. Vielleicht springt so der Funke über. 😉

  2. Martha

    Ich freue mich immer über jeden neuen Eintrag, den ich von dir finde. Echt ein supertoller Blog, den du da pflegst. Danke!
    Ich habe vor zwei Monaten mein zweites Baby bekommen und mit meiner Hebamme auch das Fläschchenthema besprochen, da ich im Januar wieder zu arbeiten beginne und auf jeden Fall weiterstillen möchte. Ich bin aber selbstständig und nur ab und zu mal am längeren Stück nicht verfügbar fürs Baby. Ich weiß nicht wer bei euch versucht hat dem Räupchen das Fläschchen zu geben, meine Hebamme meinte auf jeden Fall mit einem Augenzwinkern, dass ein intelligentes Baby sich wohl eher nicht die Flasche von der nach Milch duftenden Mama geben lassen würde ;). Ich bin mal gespannt wie es bei uns wird. Als Testversuch werde ich vielleicht einfach mal mehrere Stunden aus dem Haus gehen, aber nur so weit weg, dass ich im Notfall zurückkommen kann. Aber ich denke mir, wenn das Baby wirklich Hunger bekommt nimmts doch vielleicht auch die Flasche vom lieben Papa, oder? Na, mal seh’n :)…
    Liebe Grüße!

    • Danke für das liebe Lob! 🙂

      Fläschchentest haben wir auch gemacht, als ich nicht da war. Einen Tag vor der Weihnachtsfeier, zu der ich so gerne mal alleine gegangen wäre. Aber das Räupchen hat sich standhaft geweigert. Ich hab die Vermutung, dass ihr der Sauger zu hart war (Philips Avent haben wir versucht, weil wir die noch vom Hübchen übrig hatten). Jetzt probieren wir mal was neues aus der Apotheke, mal gucken ob es klappt.

      Ich arbeite ja auch freiberuflich und kann das auch ganz gut timen. Aber für Termine oder auch mal mein Vergnügen, wäre es schon super, wenn Plan B klappen würde.

      Ich bleibe optimistisch und werde berichten. 😉

  3. Christine

    Hallo Sophie,

    unsere Kleine hatte zunächst auch die Aventflaschen verweigert. Was bei ihr funktioniert hat waren die ganz normalen Sauger von Medela (also nicht der Calma-Sauger). Die hat sie relativ schnell akzeptiert und mittlerweile trinkt sie auch aus Avent.
    Danke für deinen schönen Blog, in so vielem finde ich mich/uns wieder… Wobei unser zweites Kind das forderndere ist und unser Großer das Bilderbuchbaby war. Jetzt ist er auch 4, mit allem was dazu gehört 🙂

    Viele Grüße
    Christine

    • Hi Christine, schön dass du dich in meinen Geschichten wieder findest! 🙂

      Ich glaube, die Avent Sauger sind dem Räupchen viel zu hart. Sie mag auch nur die weichen Schnuller als Latex. Wir probieren jetzt „Difrax“, die haben wir in der Apotheke gefunden. Da scheinen die Sauger ganz weich und es gibt nur ein kleines Loch, damit die Milch nicht so rausschießt. Mal schauen ob das klappt.

  4. Uh, das hatte ich bei der Krabbe auch. War aber dringender als bei dir, weil ich mit 6 Monaten wieder nach Berlin zum Arbeiten pendeln musste…ich habe ihr drei Wochen lang gefühlt stundenlang die Flasche in den Mund gehalten, bis sie endlich mal einen Schluck nahm und der Damm brach. Dabei hatte das als ganz kleines Baby richtig prima geklappt mit der Flasche, ich hatte das aber abgebrochen, wg Gefahr des Abstillens.
    Beim zweiten Kind würde ich diese Gefahr sehr leichten Herzens in Kauf nehmen. Voll stillen kommt für mich nicht mehr in Frage, eben wegen dieser Freiräume, die du da ansprichst.

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