Kleiner Jahresrückblick

Die politisch-gesellschaftlichen Jahresrückblicke haben es schon gesagt: 2016 fühlte sich schon irgendwie außergewöhnlich an… nervenaufreibend, anstrengend, teilweise auch bedrohlich. Aber um die großen Themen soll es auch heute hier in meinem kleinen Blog nicht gehen, natürlich nicht. Einen kleinen persönlichen Rückblick auf mein Jahr, auf das Jahr 2016 mit meinem Blog, den will ich mir wohl gönnen. Kommt ihr mit?

Januar

Das Jahr beginnt mit einem Paukenschlag: Ich kündige mein Volontariat! Ausgelegt auf zwei Jahre, schmeiße ich nach einem Jahr das Handtuch. Unterforderung in der Sache, gepaart mit Kolleginnen, die in mir vor allem eine ungeliebte Konkurrenz sehen, machen den Job bald zum Spießrutenlauf. Nach der Kündigung fühle ich mich wahnsinnig befreit. Die zwei Texte, die ich über meinen Entschluss zur Kündigung schreibe, werden viel geklickt. Ich lösche sie jedoch kurz danach, weil ich das Thema abgehakt habe und es mir auf Dauer auch etwas zu privat für meinen Blog ist. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung werde ich aber sehr durch die vielen Leser*innenreaktionen gestärkt und tausche mich auch per Mail und PN mit anderen (ehemaligen) Volontärinnen aus, die ebenfalls negative Erfahrungen gemacht haben.

Der im Januar am häufigsten gelesene und geteilte Artikel war übrigens dieser hier: Der größte Feind einer Mutter ist: Eine Mutter

Februar

Die letzten Wochen im Volontariat sind kein Spaß. Wer kündigt, fällt wohl in Ungnade. Sollte so nicht sein, war aber trotzdem so. Am Ende werde ich freigestellt und bin heilfroh. Parallel bereite ich meine ersten Aufträge als selbstständige Texterin vor. Kundengespräche, in denen ich ernst genommen werde! Auftraggeber, die meine Kompetenzen schätzen! Hoppla, da ist es ja wieder, mein verlorengegangenes Selbstvertrauen!

Für den Blog rezensiere ich das Buch Gewalt unter der Geburt und das Thema geht richtig durch die Decke, wird oft geteilt und viel kommentiert (die Kommentare gingen leider durch den Blogumzug verloren). Ich bin mal wieder extrem dankbar, so eine schöne und völlig gewaltfreie Geburt erlebt zu haben und erinnere mich gerne an den Herbst 2013 zurück, als ein Hübchen die Welt erblickte.

März

Wo bleibt nur der Frühling? Anfang März fahren wir mit meiner Familie nach Holland ans Meer um den Geburtstag meiner Mama zu feiern. Die Sonne scheint, aber es ist echt arschkalt. Nix für mich, ich sehne mich nach Wärme.

Ende des Monats ärgere ich mich wahnsinnig über einen Zeit-Artikel, in dem die Autorin erklärt, sie als attraktive, erfolgreiche, kinderlose Frau brauche doch keinen Feminismus! Ich verblogge meine Wut – und der Text wird prompt zum meistgelesenen Artikel im März! Übrigens wird er nach wie vor regelmäßig geklickt und auch über Google gut gefunden. Das dürfte der antifeministischen Zeit-Redakteurin gar nicht gefallen. 😉

April

Ich habe Geburtstag und werde 29. Du meine Güte, wie konnte das nur passieren? Dieses Jahr gibt es keine Party, sondern nur ein wenig Besuch. Und ich backe viel zu viele Kuchen. Der Frühling kommt endlich richtig an und meiner Laune ist das höchst zuträglich. Außerdem bin ich mittlerweile gut in meiner neuen Selbstständigkeit angekommen. Mittlerweile hadere ich nicht mehr so sehr mit der Entscheidung fürs falsche Volontariat. Unterm Strich bin ich schließlich ziemlich glücklich gescheitert.

Der Mann ist im April gut beschäftigt, denn wir organisieren meinen Blogumzug. Gestartet mit Tumblr, will ich es zukünftig etwas professioneller haben und ziehe den Blog daher zu WordPress um. Also weniger ich tue das, als mehr der Mann. Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie praktisch es ist, einen vielseitig begabten Mann zu haben! Der auch noch so gut aussieht…

Im April finden wir außerdem eine neue Wohnung – und haben das unbeschreibliche Glück einen Kita-Platz fürs Hübchen zu ergattern. Nach Düsseldorf waren wir nur wegen meines Volontariats gezogen. Und nachdem wir mit der Stadt nicht so recht warm geworden sind, wollen wir zurück ins Ruhrgebiet. Alles läuft wie am Schnürchen und nachdem ich den Kita-Vertrag unterschrieben habe, bin ich selbst etwas ungläubig, wie schnell das jetzt alles ging.

Mai

Im Mai traue ich mich etwas für mich sehr Ungewöhnliches: Ich betrete die durchlauchten Bloggerkreise und fahre zur Blogfamilia nach Berlin! Hier wird mir so einiges klar: 1. Bin ich immer noch ein ziemlicher Neuling und habe als Nicht-Profi in Sachen Netzwerken und Smalltalk so meine Probleme, mich einzufinden. 2. Täuscht der erste Eindruck selten: Die Blogger*innen, deren Texte ich super gerne lese, sind auch in echt wahnsinnig nett, interessant und inspirierend. 3. Ja, das umgekehrte gilt natürlich teilweise auch. 😉 Unterm Strich hat es mir sehr viel Spaß gemacht, und dann war das Wetter auch einfach super! Der Mann, das Hübchen und ich hängen ein paar Tage Urlaub in Berlin dran und ich merke mal wieder, wie sehr ich Berlin im Sommer liebe.

Weitere Highlights im Mai sind die Aktion #Muttertagswunsch, an der auch ich mich beteilige, und der Erfolg meines Blogartikels über das Gefühl des totalen Kontrollverlusts, das wohl alle Eltern kennen: Kinder haben ist nix für Weicheier.

Und dann kommt noch ein ganz besonderer Moment: Das Magazin Brigitte MOM druckt meinen Text über die Einsamkeit der berufstätigen Mutter in der Sommerausgabe ab – mein Artikel im Printformat, da liest er sich direkt ein bisschen flüssiger! 😉

Juni

Wir sind mitten im Umzugsstress und deswegen merke ich fast gar nicht, dass ich offenbar ein Baby verloren habe. Es ist für mich keine schlimme Fehlgeburt, sondern ein früher Abgang in der 5. Schwangerschaftswoche. Ich weiß nicht so recht, ob ich jetzt traurig sein muss und verblogge meine Gedanken darüber. Der Text trifft einen Nerv und wird viel gelesen.

Danach geht es mit dem Umzug weiter und auch beruflich ist gerade richtig viel zu tun. Ich organisiere ein großes Stadtteilfest: Das Programmheft muss geschrieben, die Presse informiert und allerhand sonstiges Zeug organisiert werden. Mir macht das richtig viel Spaß und auch die Kolleg*innen sind super nett und kompetent. Als der Umzug endlich geschafft ist, bin ich trotzdem erleichtert. Das war ganz schön kräftezehrend! Merkt man ja oft erst hinterher…

Juli

Im Juli wird es aber erst mal nicht besser. Wir haben keine Kinderbetreuung, weil die Kita in der neuen Stadt erst im August wieder aufmacht. Ich frage mich im Blog: Wie geht Vereinbarkeit ohne Kinderbetreuung? Und ziehe für mich den Schluss: Gar nicht! Zum Glück springen meine Eltern ein, wo sie können. Der Mann und ich arbeiten an einem gemeinsamen Projekt und machen etliche Nachtschichten.

Wir zählen die Tage bis zum Urlaub und fürchten gleichzeitig, bis dahin nicht alles fertig zu kriegen. Klappt am Ende aber natürlich doch. Ende Juli fahren wir nach Südwestfrankreich in den Urlaub. Und es ist so herrlich! Die ersten Urlaubstage müssen wir beide noch etwas arbeiten, aber dann genießen wir die Wärme und die Zeit zu dritt.

August

Die erste Augustwoche verbringen wir noch im Frankreichurlaub. Das Hübchen übt im Urlaub leider den Aufstand: Hatte es mit dem Aufs-Töpchen-Gehen Zuhause zuletzt prima geklappt, pinkelt das Kind sich hier an jedem erdenklichen Ort in die Hose. Wir nehmen’s mit Humor und entwickeln Rekordgeschwindigkeiten im Hübchen-Umziehen. Wieder Zuhause geht es mit der Kita-Eingewöhnung los, die relativ gut klappt. Das Hübchen geht von Anfang an ohne Windeln hin und die nassen Hosen werden immer weniger.

Meine Frauenärztin diagnostiziert bei mir eine leichte Schilddrüsenunterfunktion, die vielleicht auch der Grund für die sehr frühe Fehlgeburt im Juni war. Ich bekomme ein niedrig dosiertes Medikament verschrieben und stelle mich auf eine eher lange Wartezeit ein, bis sich ein zweites Baby ankündigt. Keine Ahnung, wie schnell so ein Medikament anschlägt.

Im August veröffentliche ich außerdem meinen in Klickzahlen gemessen bisher erfolgreichsten Blogartikel: Hochmut kommt vor dem Fall. An so manchen Kommentaren kann man gut sehen, dass durch das rege Teilen in Social Media auch etliche Leser*innen auf meinen Blog fanden, die vorher noch nie hier waren und meine Art zu schreiben wohl nicht so recht einordnen konnten. 😉 Für mich mal wieder ein Grund, mich umso mehr über meine vielen Stammleser*innen zu freuen, die mich, sich selbst und meine Art zu schreiben nicht immer zu ernst nehmen. 🙂

September

Im September findet das große Stadtteilfest statt, das ich die letzten Monate hinweg organisiert habe. Alles läuft wie geplant und ich bin zufrieden. Ich konnte meine Stärken gut einsetzen, gleichzeitig viel Neues und auch aus den eigenen Fehlern lernen. Das war ein schöner Job!

Das Hübchen hat sich in der Kita gut eingelebt und ich genieße mein neues Dasein als Teilzeit-Mutter und Teilzeit-Berufstätige. Ich nenne es Das Faule-Mütter-Leben. Könnte ich mich glatt dran gewöhnen… Was die Kita angeht, habe ich so meine Probleme mit dem dort vom Durchschnitts-Caterer gelieferten Mittagessen und blogge darüber in einem Text, der viel gelesen und kommentiert wird.

Oktober

Das Hübchen wird drei Jahre alt! Wir feiern eine tolle Party mit Hübchens Freund*innen und deren Eltern – und ich freue mich heimlich aufs nächste Jahr, wenn die Kinder alt genug sind, um unbegleitet auf Kindergeburtstagspartys zu gehen. Die Bude war doch ziemlich voll und das Wetter leider zu schlecht zum Rausgehen. Aber es war auch sehr, sehr schön mit so vielen lieben Menschen zu feiern. Und das Hübchen fand es sowieso toll, allein wegen dem vielen Kuchen. Ich schreibe im Blog darüber, wie das Leben mit einem Dreijährigen so ist und werde dabei ganz wehmütig. Mein kleiner Junge ist wirklich groß geworden, vor allem seit er in die Kita geht.

Was ich außerdem zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: Das Schilddrüsenmedikament scheint seine Arbeit super zu machen und kurz nach Hübchens Geburtstag empfange ich ein zweites Kind. Ich werde also im nächsten Jahr ein neues Baby bekommen und darf bald weniger wehmütig sein, dass das erste Kind so schnell so groß geworden ist. 😉

November

Im November beschäftige ich mich mit der Roses Revolution. An diesem Tag legen Frauen weltweit Rosen vor die Kreißsäle oder auch Geburtshaus-Türen, hinter denen ihnen unter der Geburt Gewalt angetan wurde. Mein Aufruf an meine Leserinnen, mir bei der Recherche für einen Artikel zu helfen, wird oft gelesen und geteilt und ich bekomme viele Zusendungen von betroffenen Frauen. Daraus entsteht der Text Was sorgt für gewaltvolle Geburtserfahrungen?

Im November erfahre ich außerdem von meiner Schwangerschaft. Der Test lügt nicht! Der Mann und ich freuen uns sehr und sind sehr optimistisch, dass alles gut geht. Im Blog schreibe ich trotzdem erst mal nicht darüber, weil ich die frohe Botschaft zunächst nach und nach meiner Familie und meinen Freund*innen verkünden will. Damit warten wir anders als beim Hübchen jedoch nicht besonders lange, weil wir uns so freuen und unsere Freude teilen wollen. Ende November geht es dann auch richtig los mit den Schwangerschaftssymptomen: Mir geht es einfach furchtbar! Spätestens jetzt bin ich froh, dass mein näheres Umfeld schon von der Schwangerschaft weiß.

Ach, und dann verpenne ich noch meinen Bloggeburtstag. Mein Blog wird im November schon zwei Jahre alt! Aber irgendwie gab es mit dem Blogumzug und der Blogfamilia in diesem Jahr schon genügend Metathemen. Also ist es vielleicht nicht schade drum, dass ich den zweiten Geburtstag nicht zum Thema mache.

Dezember

Ich fühle mich von meinem anfänglichen Optimismus verarscht: Eine plötzliche Blutung macht mir große Angst und ich fürchte, in der 11. Woche mein Baby zu verlieren. Ich weiß nicht, wohin mit meinen Gedanken und verblogge meine Gefühle. Das Mitgefühl und die vielen positiven Gedanken meiner Leser*innen bauen mich auf – und am nächsten Tag sehe ich mein Baby auf dem Ultraschallbildschirm zappeln und erfahre: Es ist nur ein Hämatom, das sich in der Gebärmutter gebildet hat. Ich muss mich schonen und quäle mich den restlichen Monat mit Unterleibsschmerzen und wiederkehrenden Blutungen. Also echt, dieses Jahr kann jetzt wirklich zu Ende gehen!

Aussicht auf 2017

Mir reicht’s jetzt wirklich mit 2016! Es war ein ereignisreiches und auch erfolgreiches Jahr, aber jetzt ist es dann auch genug mit Aufregung und Megaspannung. Für 2017 wünsche ich mir vor allem etwas Ruhe. Ruhe für meine zweite Schwangerschaft, die ich deutlich selbstbestimmter angehen will als die letzte – und ich hoffe vor allem auf keine weiteren Komplikationen. Ich freue mich auf unser Sommerbaby und auf den Moment, in dem das Hübchen ein großer Bruder werden wird. Und auch auf viele Momente mit meinem Mann, der mir aktuell noch einmal und mehr als zuvor zeigt, wie richtig es war, ihn zu heiraten und mit ihm zusammenzuleben. Dieses Familiending hat schon was. Und das soll 2017 gerne so bleiben!

Und jetzt bleibt natürlich noch eins zu sagen: Macht et jut, ihr Lieben! Feiert gut rein – wild oder ruhig, wehmütig oder hoffnungsfroh. Ganz egal, Hauptsache ihr lasst es euch gut gehen! Wir lesen uns im nächsten Jahr wieder!

Wenn ihr erfahren wollt, was 2016 auf den anderen Familienblogs so los war, dann schaut mal bei Jana vom Hebammenblog vorbei, da gibt’s eine Sammlung vieler Jahresrückblicke.

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5 Kommentare zu „Kleiner Jahresrückblick

  1. Pingback: Mein Jahresrückblick 2016 - mit Blogparade - Hebammenblog.de

  2. Ganz toller Rückblick! Das mit den Blutungen tut mir unglaublich leid :/ Ich drücke dir auf alle Fälle alle Daumen und Zehen. Und wünschen dir ein wundervolles neues Jahr!

  3. Nadine

    Oh ja, dieses Familiendings hat schon sehr was! Ich bin auch jeden Tag dankbar für Mann und Kind (und der Mann zumindest umgekehrt auch, das Kind kann es noch nicht beurteilen). Einfach schön!!!

    Dir alles Gute für die Schwangerschaft! Ich lese hier immer wieder sehr gerne und muss dich mal bei bloglovin suchen, damit ich nicht immer nur zufällig hierhin komme!

    • Haha, ja bei diesen Kindern fehlt echt jede Dankbarkeit, grausam ist das!

      Bei bloglovin bin ich glaub ich gar nicht angemeldet. Da muss man sich sicher anmelden, oder? Ich werde mir das mal anschauen. 😉 Ansonsten kannst du mir auch bei Twitter oder Facebook folgen, da teile ich auch jeden Artikel!

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