Hochmut kommt vor dem Fall

„Boah, bin ich heute müde“ oder „Mannomann war das wieder ein Tag“. Wenn kinderlose Freund*innen oder Kolleg*innen Gespräche mit mir so eröffnen, möchte ich am liebsten nur mit den Augen rollen. Aber dann erinnere ich mich, wie ich damals war, so als kinderlose Unwissende. Und halte lieber meine Klappe.

Als Mutter führt man schon mal Gespräche, die möchte man lieber nicht führen. Ausnahmsweise geht es da nicht um Diskussionen mit Zweijährigen ums Zu-Bett-Gehen oder Darf-ich-noch-was-Süßes. Ich meine stattdessen Gespräche mit echten anderen Erwachsenen, die mich ganz schön nerven können. Meistens beginnen sie mit „Boah, bin ich heute müde“ oder „Mannomann, war das gestern ein Tag!“, und was folgt, ist eine endlose Litanei über das anstrengende Leben, das diese Person gerade führt. Der Haken an der Sache: Sie hat keine Kinder.

Wenn ich noch ein einziges Mal höre, wie sich kinderlose Freundinnen/Bekannte/Kolleginnen über zu viel Stress beklagen, muss ich wohl einfach mal sehr laut anfangen zu schreien. In etwa so laut, wie das Hübchen es tut, wenn ich ihm morgens Milch aus der falschen Tasse serviere. „Alter“, denke ich, wenn mir eine kinderlose Expertin mal wieder darüber berichtet, wie wahnsinnig chaotisch in ihrem Leben gerade alles läuft. „Wenigstens kannst du durchschlafen. Wenigstens kannst du dich abends auf die Couch hauen und relaxen, anstatt noch zwei Stunden ein den Aufstand probendes Kleinkind in den Schlaf prügeln singen zu müssen!“.

5 Hausarbeiten, 3 Klausuren, 2 Nebenjobs – die pure Entspannung

Weißt du eigentlich, wie gerne ich DEINEN Stress hätte? Weißt du eigentlich, dass ich mich kaum noch dran erinnern kann, wie entspannt so ein Leben war, damals, zwischen drei Klausuren, fünf Hausarbeiten, zwei Nebenjobs, einer nicht immer einfachen Beziehung und der Planung der Abschlussarbeit im Nacken? Und ja, das meine ich genau so: Entspannt war das damals! Herrlich entspannt. Geradezu luxuriös viel Zeit habe ich trotz all diesem Stress für mich allein gehabt. Immerhin konnte ich alleine aufs Klo gehen. In Ruhe duschen. Mich zwischen Seite 10 und Seite 11 der 25-seitigen Hausarbeit einfach mal eine Stunde in die Badewanne legen. Bücher lesen. Reiten gehen. Ganz zu schweigen von der Abendplanung: Wie wunderbar ist es bitte, sich nach einem produktiven Tag mit einem schönen Film im Kino zu belohnen? Oder mit einem Feierabendbier in der Kneipe um die Ecke?

Mit Kind sehne ich mich manchmal nach den stressigsten Zeiten meines Lebens zurück. Und dabei habe ich nicht verdrängt, wie stressig diese Zeiten waren. Ich weiß noch gut, wie abgehetzt ich damals manchmal war, mit Fristen und Deadlines im Hinterkopf und mehreren Jobs, die ich neben der Uni machte. Der Stresspegel, den mein Leben aber erreicht hat, seit ich ein Kind habe, lässt mich diesen früheren Stress mit völlig anderen Augen sehen. Und wenn mir kinderlose Freunde dann ihr Leid über allzuviel Stress im Leben klagen, bleibt für mich ein Gefühl zwischen Wut und Ratlosigkeit. Leute, seid ihr wirklich so naiv?, möchte ich fragen. Und tue es natürlich nicht.

„Selbst Schuld“ sagt mein kinderloses Ich

Weil ich mich nämlich noch ziemlich genau dran erinnern kann, wie cool ich so was gefunden hätte, als ich selbst noch keine Kinder hatte. Nicht. Denn hätte irgendeine Mutti sich damals erdreistet, mir so etwas vorzuhalten, ich hätte wohl einfach trocken entgegnet: „Selbst Schuld“. Und tausend gemeinere Dinge hinterhergedacht. Dass die wohl nur so frustriert sein kann, weil die das einfach nicht so richtig gut hinkriegt mit ihrem ewig motzenden Kind. Weil die wohl echt gar keine Ahnung von Erziehung hat. Und weil das letzte Mal Sex mit ihrem Ehegatten (uhhhh, die sind echt schon über zwei Jahre VERHEIRATET!!) wohl auch schon ein bisschen länger her ist.

Mitleid mit der Frau, die Augenringe bis zur Brust trägt und müden Schrittes ein nölendes Kleinkind hinter sich herzieht? Kannte ich nicht. Höhnisch grinste ich über so viel selbstverschuldetes Pech. PP – Persönliches Pech, so nannte ich es gern und hätte niemals ein nettes Wort für gemarterte Mütter übrig gehabt. Denn überhaupt: Mein eigenes Kind wäre niemals so anstrengend. Und außerdem würde ich mein ganzes Leben einfach besser organisieren. Würde trotz Kind regelmäßig zum Sport gehen und natürlich Vollzeit arbeiten – denn Karriere und Geld kommen schließlich nicht von irgendwo. Alles eine Sache der Einstellung, ihr Loser-Mütter! Wartet nur, bis ich euch eines Tages zeige, wie das geht!

Solche Dinge denkend betrachtete ich damals stolz mein fleißiges Studentenleben und konnte mir eigentlich nur vorstellen, dass mit Kind erst mal alles deutlich entspannter würde. Elternzeit, das sind doch diese staatlich subventionierten Faulenzermonate, oder nicht? Und danach, mit Kinderbetreuung und Hilfe von Familie und Freunden, wie anstrengend kann das schon sein, mit einem einzigen Kind? All diese gestressten Mütter, die machten doch einfach alles falsch. Und das Kind hatten sie schließlich auch unbedingt gewollt.

Hochmut kommt vor dem Fall

Tja, ihr ahnt es: Heute bin ich eine von diesen Müttern mit Augenringen bis zu den Kniekehlen. Ich bin nämlich die, die um 6 Uhr morgens aufsteht um noch schnell was zu arbeiten, bevor das Kind aufwacht. Und ich bin auch die, die trotzdem keinen Mittagsschlaf kriegt, weil der Sohn nämlich wild entschlossen ist, stattdessen lieber stundenlang zu quengeln. Mittagessen fällt aus, denn um 2 Uhr mittags schließt die Kita – und davor ist jede Minute wertvolle Arbeitszeit.

Wie sich Langeweile anfühlt, habe ich mittlerweile vergessen, weil jede freie Minute für irgendetwas genutzt werden muss. Es ist einfach immer etwas zu tun und es hört niemals auf. Und selbstverschuldet – das habe ich mittlerweile begriffen – ist das nicht. Diese Masse an Aufgaben kommt einfach über einen, mit einem Mal ist sie da, und die größte Aufgabe ist es, sich von ihr nicht überrumpeln zu lassen. Und wer all diese Aufgaben in halbwegs erträgliche Bahnen lenkt, darf sich in meinen Augen schon Held*in des Alltags nennen.

Hochmut kommt eben immer vor dem Fall, warum hat mir das nur vorher keiner gesagt? Ach ja, weil ich dann vielleicht gar nicht mutig genug gewesen wäre, einfach mal so ein Kind zu kriegen. Und deswegen schüttel ich nur innerlich den Kopf, wenn kinderlose Freunde sich bei mir über ihr stressgeplagtes Leben beklagen. Wartet nur ab, denke ich grinsend – und schäme mich gleich darauf. Denn da ist er wieder, der Hochmut. Und den kann ich mir nun wirklich gar nicht mehr erlauben.

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26 Kommentare zu „Hochmut kommt vor dem Fall

  1. Ach ja, dieser Gedanke, als Eltern (natürlich beide!) Vollzeit arbeiten zu müssen – woher kam der genau? Ich hatte schon ohne Kinder und ohne Vollzeitjob nie Langeweile. Manchmal denke ich, das ist ein gutes Beispiel dafür, dass viel zu viele Menschen einfach nicht mitbekommen wie das Leben mit Kindern ist. Und dass es so auch kein Wunder ist, dass viele sich von Kindern gestört fühlen oder eben glauben, sie machten keine „Arbeit“. Inspiration für einen eigenen Blogeintrag.

  2. Katharina

    Genau.

    Ich erwische mich – spätenstens seit Kind 3 – auch noch bei anderen ähnlichen Gedanken. „Die haben doch nur ein Kind, was soll denn da bitte anstrengend sein?“
    Dabei weiß ich es besser.

  3. Vanessa

    Ganz ehrlich- wieso hast du überhaupt ein Kind bekommen? Mir ist das alles zu stressig und darum werde ich glücklich kinderlos bleiben.

    • Da ist die Biologie wohl einfach mit mir durchgegangen. Ähhh, Scherz. Im Ernst: Ich glaube, dass ich mit Kind glücklicher bin als ohne. Aber das ist so eine komplexe Frage, dass sie jede*r für sich und im stillen Kämmerlein gründlich selbst beantworten muss. Zum Glück haben wir ja die Wahl.

  4. Ein wunderbarer Text. Danke dafür!

    Wie viele eigene Hochmutmomente ich bereits hatte, immer mit leichtem Kopfschütteln ob der Lebensplanung und -führung anderer, ist meinem schlechten Gedächtnis aufgrund des vielen Schlafmangels mittlerweile entfallen. Aber vieles davon kommt mir sehr, sehr bekannt vor. Schön, wie Du das beschrieben hast.

  5. Oliver

    Interessanter Text. Ich lerne allerdings daraus, dass der oder die „unwissende Kinderlose“ keinen Anspruch darauf hat, etwas als stressig zu empfinden. Das finde ich schade, wo wir doch alle wissen, dass solche Sachen sehr subjektiv sind und Stress im Kopf passiert aber dort real wird selbst wenn man nur glaubt, man hätte Stress. So herablassend über Kinderlose zu sprechen nur weil man selbst einen Paradigmenwechsel vollführt hat – den man so oder ähnlich im Leben übrigens mehr als einmal durchlebt – halte ich für unnötig und überzogen. Plus – den Zustand des Kinder habens im Gegensatz zum kinderlosen Leben als den „erleuchteten“ Zustand zu bezeichnen ist schon ein ziemliches K.O. Argument.
    Ich verstehe dass du dich gestresst und übermüdet fühlst. Das tut mir sehr leid für dich. Aber das gibt dir nicht das Recht, über diejenigen zu urteilen, die sich vielleicht aus ganz anderen Gründen gestresst fühlen. Kinder sind vielleicht für dich die größte Stressquelle, sie sind aber beileibe nicht die einzige. Und der Kampf der Gemüter darum, wer nun ärmer dran ist, den hat doch eigentlich keiner von uns nötig, oder?

    liebe Grüße
    Oliver

    • Hallo Olli, ich danke dir sehr herzlich für dein Verständnis und Mitgefühl. Allerdings ist das eigentlich gar nicht nötig, weil ich in meinen Texten schon mal gerne Stilmittel der Übertreibung verwende. Das magst du mir hoffentlich verzeihen. Herablassend zu urteilen war darüber hinaus niemals meine Absicht. Vielleicht erkennst du das ja aus dem letzten Absatz meines Textes?
      Viele Grüße!

      • Oliver

        Durchaus, ich erkenne einen gewissen Turnaround, man mag es auch als Pointe bezeichnen. Es bleibt aber dennoch viel vom Geschriebenen als Geschmack zurück. Ich will dich auch garnicht angreifen, mir gefällt dein Schreibstil. Ich wünschte mir aber einfach, dass Eltern und Nicht-Eltern, insgesamt verständnisvoller im Umgang miteinander wären, das gilt aber tatsächlich für beide Seiten gleichermaßen.

        • Nina

          Stimme dir uneingeschränkt zu. Meine Oma hat 8 Kinder, und sie war immer gütig und zugewandt und nie hochmütig. Da hat man über sowas gar nicht gesprochen, da hatte man andere Probleme. Ich denke auch, dass die Smartphone und Social-Media-Sucht den Stresspegel von Müttern erhöht, weil sie auch in wenigen Ruhepausen nicht entspannen, sondern in ihr Handy starren. Aber das gibt einem noch lange nicht das Recht, den Stresspegel von Kinderlosen klein und nichtig zu reden. Einem Bauer, der 100 Kühe versorgt und kinderlos ist, hat auch oft hängende Augenringe. Darum finde ich den Text leider auch sehr einseitig und unsympathisch. Und diese Vergleiche tun allgemein der Gesellschaft nicht gut, jeder hat eine andere Resilienz. Da wäre Nächstenliebe und Verständnis angebrachter.

        • Alexandra

          Ganz genau da sehe ich auch das größte Problem.

          Kinderlose meckern über Kinder die Unsinn machen und laut sind und Kinderhabende mecken über Kinderlose; aus Neid, aus anderen Wertvorstellungen oder was auch immer. Es ist Mumpitz – so oder so.

          Wir leben in einer mordernen Welt, in der man zwar sehen will, dass Frauen gleich bezahlt werden wie Männer, entscheiden sie sich dann aber tatsächlich für eine Karriere oder einfach ein Leben ohne Kinder, geht das aus Sicht der meisten Eltern auch wieder nicht – es ist egoistisch, faul oder sonstiges. Was ist denn da los? Wollen wir jetzt modern sein und akzeptieren, dass manche Menschen eben keinen Kinderwunsch haben und dass auch das als normal angesehen werden muss und sollte oder wollen wir weiter in verstaubten Schubladen denken?
          Dann aber bitte wieder ab an den Herd und sonntags in die Kirche, meine Damen! Man kann sich eben nicht immer nur die Rosinen rauspicken.

    • Saskia

      Der Kommentar fasst gut zusammen, was ich beim lesen gedacht habe.
      Und auch der letzte Absatz macht es ja nicht besser, weil er trotzdem kinderlosen Menschen noch den Stress abspricht.
      Das verstehe ich nicht. Nicht nur Kinder können stressen…
      Bei mir klingelt z.B. auch ohne Kinder jeden Tag um 4:45 Uhr der Wecker, ich glaube schon, dass ich da eine ähnliche Müdigkeit empfinde.

      Ich kann verstehen, dass man solche Gedanken hat. Während des Abis findet man auch alles furchtbar viel und lacht dann innerlich in der Uni über sein altes Ich, wenn man ständig Prüfungsstress hat. Und dann arbeitet man 40 Stunden und wünscht sich manchmal das Leben in der Unizeit zurück.
      Aber ich finde es sehr unfair, allen kinderlosen Stress/Müdigkeit abzusprechen.

  6. Christine

    Liebe Sophie, ich mag Deinen Text! Man sieht daran, dass wir uns weiterentwickeln, um den Stress des Lebens mit Kind(ern) zu meistern. Wir wachsen da rein, wenn es soweit ist!
    Ich denke manchmal auch wehmütig an mein Leben ohne Kinder zurück, weil alles einfacher war. Arbeiten und dann nach Hause gehen, essen, Film gucken; oder spontan mit einer Freundin was essen, ins Kino gehen; Wochenende zu zweit irgendwo, Tanzkurs machen. Relaxen, zur Ruhe kommen, Kraft tanken.
    Ich habe es nicht gewusst, aber das Leben war so entspannt, die ganze Lebenslogistik war so easy. Warum habe ich es nicht gewusst? Weil ich genauso viel (oder ein klein bisschen mehr) Stress hatte, wie ich verkraften konnte.
    Und jetzt?
    Jetzt habe ich auch genauso viel (oder ein klein bisschen mehr) Stress, wie ich verkraften kann. Ich habe mich mit den Kindern weiterentwickelt und bin da reingewachsen. Es ist mehr Stress und mehr Herausforderungen als davor. Aber es fühlt sich nicht anders an als davor – nur mein heutiges Ich ist der Meinung, dass alles vor den Kindern viel entspannter war. Mein damaliges Ich hat sich genauso gestresst oder überfordert gefühlt wie mein heutiges heute. Und genauso ergeht es den Nicht-Eltern, schätze ich. Sie haben genauso viel (oder ein klein bisschen mehr) Stress, wie sie aushalten können. Ich bin stets bemüht, das nicht zu vergessen 🙂

    • Liebe Christine, vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Deine Sichtweise finde ich sehr wertvoll und sehr richtig. Oft wünschte ich, dass ich noch ein bisschen belastbarer wäre. Aber vermutlich bin ich schon um einiges resistenter geworden und das sollte ich mehr wertschätzen. Danke für diesen Input und liebe Grüße!

    • Alexandra

      Das klingt sympathisch 🙂

      Ich denke auch, dass es egal ist ob mit oder ohne Kind(er). Stress ist generell nicht gut auf Dauer. Und wie schlimm man bestimmte Dinge als stressig einstuft, muss und kann auch nur jeder für sich selbst empfinden.

      Da geht es doch nicht um ein Kräftemessen; „Oh ich komm aber mit drei Kindern klar und du bist mit einem schon gestresst? Pah!“ Was maßt frau sich bitte an, soetwas zu sagen? Das ist genauso unterste Schublade wie „Ich trage Größe 36 und du stopfst dich mit Schokolade voll, kein Wunder, dass du 38 trägst!“. Es gibt eben sensiblere Menschen und stärkere Menschen. Das wäre, als würde eine Bodybuilderin zur normalo Bürokauffrau sagen „Wie, du kannst keine 80 Kg hochheben?“ – Jede/r ist anders, körperlich und seelisch. So soll es doch auch sein!
      Und genau deswegen sollte man weder Kinderlosen noch Eltern Vorwürfe machen, wenn er/sie sich gestresst fühlt. Es gibt Eltern die packen locker den Alltag mit Vollzeitjob, Ehe, Hobbys und drei Kindern (ich kenne privat welche) und sind mega happy damit. Da sage ich persönlich: Hut ab!
      Aber was soll daran verwerflich sein, wenn sich jemand sagt: Puh, ich bin nicht so blind wie manche (z. B. die Autorin 😉 ) und weiß vorab, dass Kinder (anderen) Stress bedeuten und weil ich diesen Stress nicht möchte, lasse ich es sein. Ich finde das gut und bedacht, wenn man so dazu stehen kann – und wenn diese Meinung dann bestenfalls noch von anderen verstanden oder zumindest akzeptiert wird, dann sind alle dort angekommen, was man eigentlich unter „erwachsen“ versteht und bei dem es nicht mehr zu diesen blöden Kräftemessen kommen sollte.

  7. Cindy

    Hallölle Sophie
    Erstmal, super Artikel und toller Blog. Mach weiter so! 🙂
    Ich finde es schön das du so unverblümt und originell schreibst, als ob ich in vielen Situationen neben dir stehen würde. Ich bin selbst Mutter zweier super Söhne (9 und 6), dazu Alleinerziehende und berufstätig. Ich weiß also genau wie es dir geht und sehe mich selbst oft in solchen Situationen…
    Dennoch, Kopf hoch (auch wenn es manchmal etwas anstrengend ist ihn oben zu halten) und drüber schmunzeln. Wie du schon erwähnt hast, geht es den kinderlosen vielleicht eines Tages so wie uns jetzt. 😉
    Mach weiter so, ich freue mich mehr von dir zu lesen!
    Lg Cindy

  8. Andrea

    Ich bin da ganz bei Oliver. Empathisch wäre, den Stress der Kinderlosen ernst zu nehmen, anstatt zu bagatellisieren, zu werten und zu vergleichen. Haben Eltern das Recht auf Stressempfinden für sich gepachtet?
    Auch ein „wartet nur ab“ finde ich daneben: nicht jeder empfindet jede Belastung gleich und geht mit derselben Situation gleich um.
    Geht es den gestressten Eltern auch nur einen Deut besser davon, wenn andere irgendwann genauso in den Seilen hängen?

  9. lio

    Ich würde versuchen, es so zu sehen: Der Stress ohne Kinder und der Stress mit Kindern sind einfach nicht vergleichbar. Mir ging es im Studium mit dem ganzen Stress viel schlechter als jetzt – obwohl ich inzwischen 3 Kinder im Alter zwischen 1 und 6 habe. Und bis vor einem Jahr noch als Selbstständige gearbeitet habe, nein, nicht nebenher, sondern richtig viel. Ich habe aber z.B. in Ansätzen gelernt, meine Zeit anders zu nutzen und beim Ausruhen wirklich auszuruhen. Ich schiebe weniger vor mir her…ich finde, es ist einfach gar nicht vergleichbar. Ich bin sicher, es gibt Kinderlose, deren Leben ist stressiger als meines – aus ganz anderen Gründen. trotzdem find ich den Artikel gut 😀 an den Hochmut kann ich mich nämlich auch noch erinnern. 😉

  10. Birgit

    Ja so geht es mir auch öfters mit kinderlosen Kollegen oder Bekannten. Deren Stress kann ich überhaupt nicht nachvollziehen aber ich halte lieber meinen Mund und tue zumindest so als ob ich interessiert zuhöre. Ich weiss nur eines: die schwere Lernzeit mit meinen Kindern wird mich besser auf das Altern und das Leben nach den Kindern vorbereiten als die Kinderlosen es jemals haben können. Die Persönlichkeitsentwicklung mit Kindern und die Veränderungen im Gehirn sind eine ideale Vorbereitung. Ich kann nur sagen, dass ich dank meiner Kinder mich nicht mehr permanent um meinen Bauchnabel drehe und selbstgenügsamer geworden bin. Auch bin ich jetzt einfach nur froh, wenn ich alleine sein kann und Niemand will etwas von mir. Welcher Kinderlose oder Single kann das schon von sich behaupten? Ich persönlich für mich bin emotional viel ausgeglichener wie vor den Kindern eben weil ich nicht mehr so viel auf mich selbst schaue und mich schmeisst so leicht nichts mehr aus der Kurve. Kinderhaben und -erziehen macht einfach nur ziemlich stark in allen Bereichen des Lebens. Auserdem: kein Seminar und kein Hobby kann die Entwicklungen des Kinderhabens und – aufziehens simulieren. Es ist und bleibt eine einzigartige Lebensaufgabe an der man nur wachsen kann. Auch wenn man finanzielle, beziehungstechnische und berufliche Nachteile in Kauf nehmen muss.

  11. Hallo Sophie,
    ich habe deinen Blog heute erst entdeckt und bin beim Stöbern schnell bei diesem Artikel hier hängen geblieben. Du hast ja schon ein paar interessante Kommentare bekommen 😉
    Ich kann dich total gut verstehen! Ich habe auch die ein oder andere Kollegin, die von ihrem Alltag als kinderlose Berufstätige schrecklich gestresst ist. Die Stressmomente bestehen in der Regel aus: „puh, heute nach der Arbeit muss ich schnell einkaufen, dann zum Zumba, schnell nach Hause, mich umziehen und dann treffe ich mich noch mit XX“. Da würde ich dann gern dagegen halten, was ich nach der Arbeit noch alles zu tun habe und dass ich nichts davon für mich tue (außer das Einkaufen vielleicht, ich will schließlich auch was essen…). Aber ok, wir müssen das hier nicht weiter vertiefen 🙂

    Gut ist, frau wächst mit ihren Aufgaben! Ich bin mittlerweile viel effizienter als früher ohne Kinder, setze Prioritäten und lasse auch mal was liegen (die Hausarbeit z.B.).

    LG, Bettina

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