Ho ho ho, kleines Hübilein!

Die Vorweihnachtszeit und die Zeit der Feiertage zeichnen sich ja bekanntermaßen durch zwei Dinge aus: 1. Sie sind besinnlich, 2. Es gibt zu viel zu tun, um die Besinnlichkeit zu genießen. Zum Glück ging in dieser Vorweihnachtszeit ein großer Wunsch für mich in Erfüllung: Endlich habe ich eine Haushaltshilfe!

Meine neue Haushaltshilfe misst ca. 86 cm, wiegt knappe 12 Kilo, hat zuckersüße Löckchen und hört auf den Namen Hübi. Ihre Effektivität ist nicht so bemerkenswert wie ihr Durchhaltevermögen, auch redundante Tätigkeiten bis zur völligen Erschöpfung mit einer erstaunlichen Motivation auszuführen. Ich stellte sie vor einigen Wochen recht spontan ein, als ich bemerkte, dass das Hübi wieder nur quengelte und an meinen Hosenbeinen zupfte, während ich versuchte, Möhren zu schälen.

Kurzerhand hob ich das Kind auf die Küchenarbeitsplatte und wies es freundlich aber bestimmt an, die bereits klein geschnittenen Möhren in den bereitgestellten Topf zu werfen. Das tat es. Einzeln! Nachdem alle Möhren geschnitten waren, wartete ich geduldig die nächste Viertelstunde ab, in der Herr Hübner mit stoischer Gelassenheit Möhren in den Topf bugsierte (Oder daneben. Oder auf den Boden. Oder in meinen Mund).

Die neue Haushaltshilfe ist demnach nicht unbedingt die schnellste. Auch versteht sie nicht alle Aufgaben auf Anhieb richtig. Oder auch niemals. Nachdem ein Paar Socken in die dafür vorgesehene Schublade geräumt wurde, wurden die anderen drei Schubladen nacheinander ausgeräumt. Das Wiedereinräumen verlangte strenge Beaufsichtigung meinerseits, weshalb ich meine Zeit nicht frei einteilen oder mich mit anderen Dingen beschäftigen kann, wenn meine Haushaltshilfe im Dienst ist.

Wie praktisch doch ein Baby war!

Letztes Jahr um die Zeit hatte ich noch keine Haushaltshilfe, sondern nur ein kleines Baby, das außer Lachen und süß gucken nicht so viel konnte. Bei der Zubereitung des Weihnachtsessens lag das Hübili brav in seiner Wippe, die ich extra auf den Küchentisch gestellt hatte, damit es besser zugucken konnte. Es guckte tatsächlich sehr interessiert zu, tat ansonsten aber: nichts. Auch musste ich keine Angst haben, dass es sich aus der Wippe heraus und vom Tisch stürzte, denn großartig bewegen konnte sich mein kleines Baby damals noch nicht. Das Baumschmücken ging auch gut mit damals noch federleichtem Baby im Tragetuch. Beim Geschenke-Einpacken legte ich die Weihnachts-CD der Kelly Family auf und das Baby war ganz betäubt von den schrillen Klängen des Angelo Kelly. So einfach war das damals!

Kurz nach Weihnachten jubelten wir, als das Mini-Hübchen ganz sicher völlig bewusst mit seiner kleinen Hand gegen das Ohr seines Plüsch-Schafs patschte. Wir waren uns ganz sicher: Jetzt lernt es endlich, nach etwas zu greifen! In den nächsten Monaten bewunderten wir, wie unser Hübi mit seinen Händen immer geschickter wurde.

Vor einem Kleinkind ist nichts sicher

Dann kam der Zeitpunkt, an dem nichts mehr vor ihm sicher war. Die ganze Wohnung wurde kindersicher gemacht. Wir überlegten kurz, einfach das Hübi komplett in Luftpolsterfolie zu verpacken, anstatt über die Polsterung jeder spitzen Kante nachzudenken. Schließlich entschieden wir uns dafür, dass unser Kind auch schmerzhafte Erfahrungen machen müsste. Das erste kleine Loch im Kopf war das Resultat.

Der Spaß hörte an dem Tag auf, als mein Baby mich vom Küchenfußboden schelmisch angrinste – mit dem großen, scharfen Küchenmesser in der Hand. Nach kurzzeitigem Herzstillstand räumte ich das Messer so gut weg, dass ich es tagelang nicht wiederfinden konnte – die Folge war die erneute Angst, nicht ich würde das Messer finden, sondern das Kind.

Weihnachten mit Kind: Organisation ist alles

So konnte es nicht weitergehen! Wie sollte ich das Weihnachtsmenü ohne scharfes Messer zubereiten? Nun, in seiner neuen Funktion als Haushaltshilfe, gebe ich meinem Hübi die einmalige Chance, sich verantwortungsvoll in alle Bereiche des Alltags einzuarbeiten. Das Messer kriegt er trotzdem nicht.

In der Planung der festlichen Vorbereitungen muss ich natürlich Rücksicht auf meine neue Haushaltshilfe nehmen. Den Baum schmücken wollen wir an drei Tagen, am 22., 23. und 24. Dezember. Mit dem Geschenke einpacken beginnen wir ab sofort – ich bin gespannt, wie oft ich die Geschenke neu verpacken muss, weil meine Haushaltshilfe sie zwischenzeitlich wieder ausgepackt hat. Nur das Weihnachtsessen stellt mich vor eine schwierige Aufgabe: Welche Gerichte eignen sich auch zur langen Lagerung? Bei einer Zubereitungsdauer von mehreren Tagen kann es schwer werden, ein unverdorbenes Mahl auf den Tisch zu kriegen. Geduld habe ich ja mittlerweile, nur mein Magen, der ist leider immer noch sensibel.

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