Hilfe, die Wehen sind weg! (SSW 39)

Vorgestern, genau an 39+0 und auf dem Weg in die Hebammenpraxis, war mir schon klar, womit ich meine Hebamme als allererstes volljammern würde (denn dazu sind Hebammen ja da 😉 ): Dass meine Wehen völlig weg seien nämlich. Dass das hier wohl niemals los ginge. Dass ich mir die 39. Schwangerschaftswoche etwas intensiver vorgestellt hätte. Ich sitze also am Kangoo-Steuer, das schlummernde Hübchen hinten drin, und plötzlich zieht sich mein ganzer Bauch zusammen und ich denke nur: Au!

Da sind sie also wieder, die Wehen. Drei starke Kontraktionen quälen mich mitten auf der Autobahn und ich denke nur: Naja, jetzt bist du ja eh auf dem Weg zur Hebamme. Wird es eben keine Haus-, sondern eine Praxisgeburt. War natürlich Quatsch. Denn wie immer ist nach einigen Wehen der Spuk wieder vorbei.

Das Abtasten und Vermessen meines Bauches zeigt dann jedoch ganz klar: Die Senkwehen, die ich bereits vor der ruhigen 39. Woche hatte, haben ganze Arbeit geleistet: Der ganze Bauch ist ein ordentliches Stück tiefer gerutscht und das Baby liegt mit dem Kopf nun richtig tief und fest im Becken. Meine Hebamme freut sich über die positiven Zeichen und findet, mein Körper hat das schon ganz gut gemacht. Na gut, dann bin ich eben auch wieder zufrieden. Und richte mich nun darauf ein, dass die Geburt vielleicht einfach völlig unvermittelt startet. Wer braucht schon ewig andauernde Übungswehen?

Während der weiteren Hebammenvorsorge lauschen das Hübchen und ich dem Herzschlag des Babys und lachen über die erstaunten Blicke meiner Hebamme, als das Baby mit beiden Füßen kräftig nach oben tritt. Klar, wir kennen das schon, dass man die Füßchen an der Bauchdecke fast festhalten kann, so deutlich zeichnen sie sich ab. Ziemlich „lang“ findet meine Hebamme das Baby dann auch, schließlich reicht es mit den Füßen schon bis an meine Rippen.

Mein Scheinriesen-Bauch

Gleichzeitig attestiert sie mir einen „Scheinriesen-Bauch“, weil er im Stehen und Gehen mittlerweile wirklich riesig aussieht, aber enorm schrumpft, sobald ich mich hinlege. So groß wie das Hübchen würde dieses Baby sicher nicht, sagt zumindest die Hebamme. Ich bin wirklich wahnsinnig gespannt, welches kleine Persönchen da in Kürze zu uns kommt!

Das Hübchen jedenfalls spricht seit einiger Zeit nur noch von einem Mädchen und sagt in regelmäßigen Abständen den Geburtstermin voraus: „Übermorgen“ oder „am Wochenende“. Stimmte bisher leider nie. 😉  Auf meine Nachfrage hin möchte er übrigens bei der Geburt nicht dabei sein. „Zu laut“ sei ihm das. Und ich frage mich seitdem, woher er das wohl hat, denn zumindest mit mir hat er keine Geburtsvideos oder ähnliches geguckt. Nun sind also nicht nur meine Hebammen in Rufbereitschaft, sondern auch meine Eltern, damit sie das Hübchen abholen kommen, sobald es los geht.

Luxus Haus- und Beleggeburt

Fast nebenbei erfahre ich in meiner vielleicht letzten Hebammenvorsorge noch eine extrem beruhigende Info: Meine Hebammen haben nun auch wieder einen Beleg-Vertrag mit einem Krankenhaus geschlossen. Sollte während der Geburt also eine Verlegung in die Klinik nötig werden, könnten wir gemeinsam ins Krankenhaus in die Nachbarstadt fahren und ich könnte das Baby trotzdem mit meinen Hebammen bekommen. In einer Notsituation wäre natürlich das nächste Krankenhaus in weniger als 1 km Luftlinie anzusteuern. Dort dürften meine Hebammen mich dann aber nicht weiter betreuen.

Ehrlich gesagt verschwende ich aber kaum einen Gedanken daran, dass irgendwas nicht wie gewünscht laufen könnte. In meiner Vorstellung gibt es nur die Option Hausgeburt – und ich stelle mir einfach alles genauso problemlos vor wie bei Hübchens Geburt. Von Abdeckplane bis olles Bettlaken liegt nun auch alles bereit und am meisten freue ich mich schon auf die Momente nach der Geburt, wenn ich mit Mann und Baby ins eigene Bett krabbeln und mich ausruhen kann.

Gut, auf die Geburt selbst bin ich jetzt nicht so heiß. Aber aktuell bin ich ganz gut darin, die Gedanken an Schmerz und Anstrengung zu verdrängen. Ich vermute, das wird ein ziemlicher Flashback wenn es plötzlich losgeht. „Oh ja, da war ja was!“.

Aber nutzt ja nix, das Kind muss raus. Und von mir aus lieber früher als später. Drückt mir die Daumen, dass es nun bald endlich los geht!

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Ein Kommentar zu „Hilfe, die Wehen sind weg! (SSW 39)

  1. Sari

    Hallo Sophie,

    zunächst einmal ist es ein wirklich gelungener, authentischer Blog. Ich wünsche Dir für die Geburt nur das Beste. Als ich deinen Beitrag gelesen habe, musste ich mich zurückerinnern. Du wirst sehen, alles wird gut und ich freue mich schon auf die ersten Beiträge mit Baby. LG Sari

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