Endgegner Autonomiephase II

Ich bin eine totale Versagerin! Zumindest, was die Kleinkinderziehung angeht. Ich – kann – das – einfach – nicht!! Es ist eine absolute Vollkatastrophe – und ich übertreibe hier echt nicht. Was ich mich permanent dabei frage, ist: Bin ich eigentlich die einzige Vollnull, die es nicht schafft, ihre eigene Wut in den Griff zu kriegen? Sind denn wirklich alle anderen in der Lage, die schlaue Theorie der Ratgeberliteratur 1:1 in die Praxis umzusetzen – oder für wen werden die sonst alle geschrieben?

An der einen oder anderen Stelle habe ich ja schon mal anklingen lassen, dass die Autonomiephase des Hübchens eher zu den ausgeprägten gehört – nicht umsonst trägt dieser Text den Titel „Endgegner Autonomiephase II“. Den ersten Teil findet ihr hier (und ich muss etwas dümmlich lächeln, wenn ich daran denke, wie einfach es damals im Vergleich zu heute noch war).  Angeblich soll das ja sogar gut sein, wenn die Kinder eine starke Trotzphase durchmachen. Selbige Kinder sollen dann später zu den erfolgreichsten Erwachsenen gehören. Wenn das so ist, wird das Hübchen später mindestens Vorstand der Deutschen Bahn (nicht dass das ein erstrebenswerter Posten wäre, aber aus irgendwelchen Gründen fiel mir das jetzt als erstes ein).

Jedenfalls hatte mir vorher nie einer gesagt, das sich die Autonomiephase eines Kindes nicht nur darin äußert, dass es mehr und mehr über sich selbst bestimmten will, sondern dummerweise auch darin, dass es sogar über das Verhalten aller anderen Menschen bestimmen will. Das Hübchen strebt also gerade die Familienherrschaft an und fängt meist schon direkt nach dem Aufwachen an, uns seine Kommandos mitzuteilen.

Und auch der restliche Tag gestaltet sich nicht unbedingt entspannter. Das Hübchen ist die reinste Motz-und-Mecker-Maschine. Egal was ich sage, was ich tue, wo ich stehe, was ich ihm anbiete: Nichts, aber auch gar nichts vermag dieses Kind zufrieden zu stellen. Es ist einfach alles falsch. Das Hübchen motzt, meckert, nölt, brüllt und heult. Dabei versuche ich so oft mein Bestes, komme ihm entgegen, biete mehrere Optionen an und reiße mir nicht selten ein Bein aus, um es dem feinen Herrn auch wirklich recht zu machen.

Kinder kennen keine Dankbarkeit

Allein: All mein Bemühen wird nicht geschätzt. Es ist sicherlich nicht sehr pädagogisch wertvoll, aber manchmal möchte ich diesem undankbaren kleinen Geschöpf vorhalten, wie gut er es doch bei uns hat – und wie schlecht andere Kinder es mit ihren Eltern getroffen haben. Die Dings zum Beispiel, aus deiner Kita, die hat einen Vater, der immer nur Jogginganzüge trägt! Und dabei Sportwagen fährt! Nimm das, du widerspenstiges Kind!

Dass Kinder in Hübchens Alter noch gar keinen Sinn für Dankbarkeit haben können, das weiß ich natürlich. Die schlechte Laune vom Hübchen, dieses ewige Gemecker und Gemotze, dass ich ihm nichts, aber auch gar nichts recht machen kann, treibt mich trotzdem in den Wahnsinn. Und nein, es handelt sich hier schon lange nicht mehr um eine dieser berüchtigten kurzen Phasen oder um mal einen schlechten Tag haben. Ich kämpfe nun seit mindestens einem Dreiviertel Jahr mit dieser kleinen Miesmuschel.

Was vielleicht nicht so ein großes Problem wäre, wäre ich selbst ein bisschen weniger miesmuschelig gestrickt. Gibt ja so Mütter, die sind die reinsten Sonnenscheine, deren Laune lässt sich durch nichts und niemanden trüben. Der schlechten Laune ihrer Kinder setzen diese Wunderweiber wohl einfach ihr strahlendstes Lachen entgegen – und haufenweise Aktivitäten und Ausflüge, die auch dem Kind wieder ein Strahlen ins Gesicht zaubern sollen.

Die schlechte Laune zermürbt mich

Ich hingegen kriege sofort ebenfalls schlechte Laune, wenn ich tagein, taugaus mit der schlechten Laune des Hübchens konfrontiert bin. Die andauernde schlechte Stimmung zermürbt mich, macht mich angreifbar, manchmal fühlt es sich wie die reinste Folter an. Und was noch schlimmer ist: Dieser absurde Tick des Hübchens, mich permanent herumkommandieren zu wollen, darüber bestimmen zu wollen, was ich zu tun, zu sagen, sogar wo ich zu stehen oder wie ich mich zu bewegen habe, weckt in mir eine Wut, die ich so zuvor nicht gekannt habe.

Es ist eben, wie es ist: Nur unsere Kinder sind wohl dazu in der Lage, in uns ein Höchstmaß an Liebe, aber eben auch an Wut zu wecken. Freud und Leid liegen ja bekanntermaßen (und unglücklicherweise) sehr nah beieinander.

Hier eskaliert es also seit einer Weile beinahe täglich, weil ich nicht nur an meiner Grenze des Ertragbaren bin, sondern schon weit darüber hinaus. Wenn ich mich den ganzen Tag habe anmotzen lassen müssen, reicht abends manchmal eine kleine Unachtsamkeit, ein umgeschüttetes Glas, ein versehentlicher Tritt gegen mein Schienbein, und ich brülle rum. Was also tun? Ratgeber, ob Bücher oder Blogs, lassen mich nach der Lektüre meistens ebenso hilflos zurück, wie vor ihrem zurate ziehen.

Ratgeber-Tipps lassen mich hilflos zurück

Kürzlich erklärten zwei Bloggerinnen in einem Video zum Beispiel milde lächelnd, man solle sich lieber kaltes Wasser über die Hände laufen lassen, anstatt sein Kind anzuschreien. Witzig, denke ich. Während ich das täte, würde das Hübchen mir vermutlich vor lauter Wut von hinten in die Waden beißen. Und denke weiter, dass ich die beiden Bloggerinnen ja zu gerne mal selbst bei einem Wutanfall begleiten würde. Äh, ich meine natürlich, sie dabei begleiten, wie sie ihre Kinder bei einem Wutanfall begleiten. Ich kann mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass denen ihre eigenen Tipps helfen!

Aber vielleicht tue ich diesen beiden Bloggerinnen, genauso wie sämtlichen anderen Ratgeber-Autor*innen, auch total unrecht und sie wissen zu jeder Zeit, was sie tun, würden tatsächlich niemals ihre Kinder anschreien oder gar festhalten, um nicht ihrerseits Opfer der kindlichen Gewalt zu werden. Vielleicht lassen sie sich auch einfach wohlwollend von ihren Kindern in die Wade beißend, während sie sich leise summend und rückwärts zählend Wasser über den Puls laufen lassen? In dem Wissen, dass es nur eine Phase ist, die von allein wieder vorbei geht? Ja, vielleicht gibt es solche besonnenen Menschen, ich möchte es nicht komplett ausschließen.

Das Problem mit Theorie und Praxis

Jedoch finde ich es schon auffällig, dass etliche Ratgeber-Autoren, allen voran die zwei Gurus Jesper Juul und Alfie Kohn, ihre klugen Ratschläge in ihrer aktiven Papa-Laufbahn gar nicht selbst umgesetzt haben. Alfie Kohn schreibt darüber sogar in seiner Bibel „Kinder verstehen“: Er habe als Vater selbst zu viele Fehler gemacht und möchte die kommende Generation nun davor bewahren. Danke, Alfie, echt nett von dir. Aber was, wenn es wirklich total leicht nachzuvollziehen ist, was du da schreibst – Aber die Umsetzung!

Ach ja, es ist wie beim Reiten: In der Theorie reite ich doch schon seit zehn Jahren Grand Prix – und was kann ich meckern, wenn ich neben dem Dressurviereck stehe! Wäre da nicht dieses kleine Problem mit der Theorie und der Praxis. Ärgerlich, wirklich ärgerlich – sei es im Pferdesport oder in der Kindererziehung. Es ist eben so leicht, über Dinge zu sprechen. Es dann aber auch wirklich genauso zu tun, ganz praktisch, im Alltag, bringt mich täglich an den Rand der Verzweiflung. Und bei nem Puls von 180 hilft auch kaltes Wasser nicht mehr.

Alle anderen können es besser

Für irgendwen werden diese ganzen klugen Blogtexte ja aber geschrieben, diese ganzen Videoratgeber produziert worden sein. In den vielen Kommentaren liest man es ja dann auch: „Hey, danke für den tollen Text!“ – „Ja, total wahr, was du schreibst!“ – „Genau so machen wir es auch!“ – „Auf Augenhöhe mit dem Kind, echt voll cool so!“ – „Und richtig mies, diese Mütter, die ihre Kinder anschreien!“

Niemand, wirklich niemand schreibt: „Super Tipps, aber beim Umsetzen tue ich mich schwer.“ Keine der Leserinnen gibt jemals zu, die eigene Impulsivität auch mal nicht im Griff zu haben. Und die Bloggerinnen und Ratgeberautorinnen themselves schweben ohnehin schon lange in anderen Sphären – und könnten es sich mittlerweile vielleicht auch gar nicht mehr erlauben, eigene Fehler zuzugeben. Das würde ja ein mühsam aufgebautes Bild zerstören. So ein reinweißes Image ist schließlich ein Haufen Arbeit – und pures Geld wert.

Liegt es also allein an mir?

Wenn nun also alle anderen außer mir die Erziehungstipps aus Ratgebern, Erziehungsblogs und Youtube-Kanälen so easy-peasy umsetzen, dann reift in mir langsam die Erkenntnis, dass das Problem wohl in mir selbst liegen muss. Dass ich etwas anders ticke als der Durchschnitt, habe ich ich hier schon mal beschrieben.

Vermutlich brauche ich also keine Ratgeberliteratur, sondern eine ausgewachsene Psychotherapie. Warum triggern mich die impulsiven Ausbrüche meines Kindes so sehr? Warum macht es mich innerhalb von Sekunden so rasend, wenn das Hübchen über mich und meinen Körper befehligen will? Wieso kann ich so wahnsinnig schlecht damit umgehen, wenn das Trotzkind versucht, mich herumzukommandieren? Die Damen und Herren aus den Ratgeber-Videos würden nun vermutlich sagen: Begib dich auf die Suche nach deinen ureigenen Problemen! Das Problem bist du, nicht dein Kind!

Dummerweise stecke ich aber genau jetzt in der Spirale fest und würde wohl erst in einem Jahr einen Therapieplatz bekommen, würde ich mich ab sofort bemühen. Und mal ehrlich: Irgendwie haben andere Patient*innen den Platz vermutlich auch nötiger als ich bekloppte Alte, die es nur nicht auf die Reihe kriegt, die Launen ihres eigenen Kindes zu ertragen.

Oder einfach aussitzen?

Muss ich die Phase also einfach aussitzen? Aber wie, zum Teufel, wie soll ich das schaffen? Zwar bin ich grundsätzlich der Überzeugung, dass mein Kind später nicht zum Psychopathen wird, nur weil seine Mutter ihn während seiner Trotzphase zweimal zu viel angeschrien hat. Schön ist das aber trotzdem nicht. In Momenten der totalen Verzweiflung flehe ich also mein Kind an, sich doch bitte zu ändern. Dummerweise hat ein nicht mal vierjähriger Junge da so wenige Möglichkeiten. Das weiß ich, ich habe nämlich zum Beispiel den Ratgeber vom Gewünschtesten Wunschkind gelesen. Und ja, ich verstehe, was da steht. Ich bin ja nicht blöd! Nur umsetzen kann ich das trotzdem so selten.

Ich fühle mich also wie in der totalen Sackgasse. Und frage mich, wie andere Eltern es schaffen, die ganzen schlauen Tipps aus der Ratgeberliteratur umzusetzen. Milch mit Honig? Meditation? Marihuana? Halte durch, es geht vorbei, sagt der Mann. Vierjährige Kinder sind einfach ätzend, schreibt die Blogleserin. Mein Sohn ist noch viel schlimmer, sagt die Freundin.

Verständnis statt Vorhaltungen

Und ja, diese Worte helfen mir schon. Ein bisschen Verständnis für meine Lage tut gut. Verständnis dafür, dass das Hübchen aktuell wirklich und wahrhaftig ein anstrengendes Kind ist. Dass es nicht immer nur an mir liegt. Und natürlich vor allem anderen: Verständnis für meine eigene Unzulänglichkeit. Weil ich tatsächlich weniger belastbar bin als die meisten anderen Mütter. Weil bei mir viel weniger Reize ausreichen, um mich völlig aus dem Konzept zu bringen.

Wann wird er geschrieben, der Ratgeber für besonders sensible Mütter, die auf voller Linie versagen und vor den ganzen üblichen Ratgeber-Tipps stehen wie der Ochs vorm Berg? Ich würde ihn sofort kaufen. Denn der Mann und ich haben erst neulich bemerkt: Wenn das Hübchen die Trotzphase überstanden haben wird, kommt das Räupchen gerade rein. Und auch wenn dieses Baby aktuell das pflegeleichteste Kind aller Zeiten ist: Du täuschst mich nicht, kleine Lady!

Es bleibt also eine tägliche Herausforderung, die mich täglich an mir selbst verzweifeln lässt. Ich bin wohl einfach in der Tat die schlechteste Kleinkindmutter der Welt. Also, wenn hier zufällig jemand ein bisschen gute Laune abzugeben hat: her damit! Ich kann sie mehr als gebrauchen – und das Hübchen auch!

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34 Kommentare zu „Endgegner Autonomiephase II

  1. Kathrin

    Willkommen in der Realität, die absolut nichts mit Ratgebern, Tipps und Vorschlägen anderer Mütter zu tun hat 😂

    Ich leide, mit dir und ebenfalls.

    Nach 3 Mädchen, die wir kleiner garstigen Zwerg und Meckerziege oder Motzbirne tauften, steht jetzt hier aus ein ausgewachsener Terrorist vor mir. 1.10m ausgewachsene Wut und Herrschsucht. „Ich will!“ „Du musst“ „“Mama!“ den ganzen Tag. Dann diese Wut – woher nimmt das Kind diese Wut?
    Ich suche Ursachen, analysiere, bete Mantras – und wünsche mir, er wäre ein Mädchen geworden, unser Prinz, unser Sonnenschein – unser Unwetter.
    Es ist ja nicht so, dass ich völlig unbedarft bin, was Kinder angeht, aber manchmal fühle ich mich, als wenn ein Bulldozer über mich hinweg rast und ich nicht in der Lage bin, an die Seite zu springen.

    Dann kommt ein: Mama, es tut mir leid. Ich mache das nie wieder. Entschuldigung.

    Phhhh. Alles leere Phrasen. Erkläre ich ihm auch ständig. (Ja, ich stehe auf Reden und Erklären)

    „So, ich habe Hunger! Kannst du mir was zu Essen geben? Jetzt!“ Und im selben Moment ist er verschwunden, um in der ganzen Wohnung seinen Unmut zu verkünden, dass es nicht schnell genug geht.

    Ich denke manchmal, es wäre einfacher, wenn er mehr schlafen würde, oder öfter draußen spielen würde, oder seine Schwestern öfter sehen würde, oder Papa nicht auch dauernd verfügbar wäre (ja, die 2 sind unschlagbar, wenn es darum geht unbeherrscht zu sein), aber dann sehe ich es ein – er ist, wie er ist und wird bestimmt ein eigenständiger Mensch, der steinernen weg geht und sich von niemandem die Butter vom Brot nehmen lässt 😄

    Also, es wird. Wir machen das schon gut. Einfach in den Arm nehmen, die Wut wegknuddeln und dann wird das schon. Irgendwie. Irgendwann 😃

    • Kathrin

      Sorry, aber mein Handy korrigiert eigenartig 😂

    • Ich bin auch echt gespannt, ob es mit unserem Mädchen in ein paar Jahren einfacher wird. Wenn ich Hübchens Kita-Freunde vergleiche, scheint es mir schon so, als wären die Jungs anstrengender. Da steckt mehr Wut und Aggression drin, das ist meine persönliche Beobachtung, auch wenn ich selbst ja gar nicht viel von Geschlechter-Klischees und Schubladendenken halte.

      Vorsicht übrigens mit solchen Worten wie „Terrorist“, damit weckst du doch sofort das allgemeine Empören. So was Böses darf man doch noch nicht mal denken. 😉

      • Kathrin

        Allgemeine Empörung geht an mir vorbei 😄
        Aber ich denke mal, unsere Kinder spiegeln uns sehr. Wie du schon sagst – du magst keine Schubladen. Unsere Kinder sehen sich uns genau an, sie sehen was wir tun, wie wir es tun und wollen es uns gleichtun.
        Wir wollen ja schließlich auch – jetzt Schlafanzug anziehen, jetzt gibt es Essen, jetzt wollen wir los… und wenn nicht – dann 😯

        Ihr sehe an meinen Großen, dass sie nicht darunter leiden, einen starken Charakter zu haben, sondern dass es ihnen nur gut tut

  2. Imke

    Hi,
    hast du schon mal an Erziehungs-Beratung beim Jugendamt oder wo auch immer das bei euch in der Stadt organisiert ist gedacht? Die sind nicht nur für Katastrophenfälle da a la wir nehmen das Kind aus der Familie sondern auch wenn einem der Alltag nicht so gelingt wie man das gern hätte.

    • Oh nee, beim Jugendamt bin ich skeptisch. Die Mitarbeiter*innen, mit denen ich da wegen so normaler Dinge wie Kinderbetreuung oder Baby-Begrüßungs-Besuch zu tun hatte, erschienen mir sehr vom alten Schlag. Da würde ich vermutlich Tipps von anno dazumal bekommen. Zudem wäre auch meine Angst zu groß, dann eben doch einen Eintrag in der Akte zu haben. Das Jugendamt sehe ich tatsächlich eher als Brandlöscher in viel schlimmeren Fällen als unserem. Personalmangel herrscht da ja außerdem an allen Ecken und Enden. Da würde ich eher über eine private Beratung nachdenken, das kostet zwar dann, ist aber sicher effektiver.

  3. MoneBohne

    Ich lese keine Ratgeber mehr! Wir haben hier das Gleiche in rosa. 🙂 Zudem ist Mademäusele überall ein Sonnenschein, im Kindergarten, bei Oma, beim Kindergeburtstag. Nur bei mir ist sie eine Motzgurke allererster Güte. Auch ich bin zermürbt. Irgendwann habe ich sie gefragt, warum sie nur zu mir so ist. „Du bist meine Mama! So bei Dir kann ich so sein!“ *Schluchtz* Auch wieder wahr. Mir tut es so leid, wenn ich mal wieder geschrien habe. Aber ganz offensichtlich weiß sie trotzdem, dass ich sie liebe. Wir kriegen das hin! Sie auch! Ganz sicher!

    • Immerhin das steht ja in Ratgebern drin: Dass Kinder vor allem bei den Bezugspersonen so motzig sind, bei denen sich sicher sein können, dass sie trotzdem geliebt werden. Gewissermaßen ist es also eine Auszeichnung an uns. 😉

      Mich tröstet es auch sehr, dass das Hübchen in der Kita, im Umgang mit Freunden und Fremden ein nettes und soziales Kind ist. Da kenne ich nämlich auch andere! Im Vergleich bin ich dann manchmal erst recht sauer auf mich, weil mein Hübchen doch in vielerlei Hinsicht so ein tolles Kind ist! Aber dann motzt er wieder den ganzen Tag und ich werde waaaahnsinnig. 😀

  4. Melanie

    Danke danke danke für diesen Artikel – ich hadere selbst so oft mit mir, dass ich all die tolle Ratschläge einschlägiger Literatur nicht umgesetzt bekomme 😉 Am Ende des Tages denke ich mir oft, du bist halt ein Mensch… verzeih dir auch selber.

  5. Isabel

    Wir hatten das alles auch. Und: es liegt schon auch viel am Geschwisterchen. Das wurde mir erst im Nachklang klar. Das ist so ein schweres Alter um auch noch das Geschwisterkind zu verarbeiten… Ich dachte mir schon bei deinem Post: Einschlafbegleitung, muss das noch sein. Nicht jetzt damit aufhören! Das Baby ist doch eben erst dazugekommen, er braucht euch! Wir waren irgendwann dann sogar bei der Erziehungsberatung und da wurde das so klar. Er kämpft eh mit sich und dann sind die Eltern noch mindestens 50% bei einem anderen Kind… Wir haben folgendes gemacht: GANZ viel Verständnis simuliert, den Stress rausgenommen, viel exklusive Zeit mit dem Großen (es gibt jetzt sogar feste Tage, an denen Mama oder Papa ihn abholt und exklusiv etwas mit ihm macht). Ab und zu geben wir das Baby auch ab, damit wir beide für ihn sein können. Seitdem hat sich alles relativiert, das Kind wird ja parallel auch noch älter, reflektiert mehr… Und ich empfehle das Buch: das gewünschteste Wunschkind. Das hilft auch sehr (nicht immer, aber oft). Alles gute und gute Nerven!

    • Naja, das Hübchen ist seit einem guten Dreiviertel Jahr so, wie ich es im Text beschreibe. Das Räupchen ist aber erst 3 Monate alt. Und durch unseren veränderten Umgang mit dem Einschlafen hat sich hier zum Beispiel super viel verbessert. Zuletzt hatte ich ja nicht mal mehr Lust, dem Hübchen abends vorzulesen, weil ich mich vor dem Theater gefürchtet habe, das danach kommt. Seit wir da klarer sind, ist alles viel entspannter und unser Zu-Bett-geh-Ritual wieder ein richtig schöner Tagesabschluss. Es ist also alles nicht so einfach zu erklären oder zu lösen, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint.

      • Isabel

        Mh. ok. Bei uns war eine klare Verschlimmerung sichtbar, damals… Und wenn das mit dem Ins Bett Gehen besser geworden ist, dann ist es ja super! Wir mussten auch bei vielen Dingen klarer werden für eine Verbesserung. Trotzdem kannst du ja noch mal beobachten wo du one to one time machen kannst, manchmal hilft das wirklich. Keiner kann die Erziehungsratgeber 1:1 umsetzen und Schreien ist so menschlich, mir sind Eltern unheimlich die immer ruhig bleiben. Insofern würde ich nicht dich umd dein Verhalten in Frage stellen sondern immer wieder versuchen ihn abzuholen in seinen Gefühlen, ihm aber auch klar zu machen, wo deine Grenzen sind. Das ist anstrengend und klappt nicht immer, aber ich hatte oft den Eindruck, je verstandener er sich fühlte, desto weniger wurde es. Herrisches Getue muss man aber trotzdem nicht mitmachen, das ist klar. Bei uns sind jetzt beide in der Kita seitdem ist noch mal vieles einfacher. Ich hatte das Gefühl der Große war auch oft eifersüchtig dass der Kleine alleine zuhause war. Insofern: es wird. Durchhalten, Nerven schonen…. Wird!

        • Isabel

          Ach so und: es ist halt schon auch eine Charaktersache. Mache Kinder (::: Menschen!) sind halt eher Motzer. Nervig, aber wahr. Sensible Motzer sind doppelt anstrengend, haha! Und wenn ich zurück denke, wurde es bei uns auch schon in der SS schlimmer mit der Autonomiephase… Ich sehe trotzdem eine Zusammenhang, auch da merken sie ja schon, dass sich etwas grundlegend ändert…

          • Ja ich denke insgesamt auch, dass es sicher einen Zusammenhang gibt. Und ich muss mir auch immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass das Hübchen insgesamt so super mitmacht. Er liebt seine kleine Schwester so sehr und ist richtig zärtlich und liebevoll mit ihr.

            Das mit den Motz-Naturen stimmt sicher auch. Und ich bin echt sauer, dass ausgerechnet ich so ein Motz-Kind abgekriegt hab! 😉 Das zieht meine Laune echt extrem runter. Von den meisten hab ich aber bisher gehört, dass es spätestens ab Grundschulalter besser wird. Das wären ja dann nur noch, ähhh, knapp drei Jahre. 😀

  6. Katharina

    Ich kenne das zu gut. Mein großer ist auch so ein alter Herr Motz… Ganz der Papa wie meine liebe Schwiegermama immer sagt. Daher ist mein Mantra immer: mein Mann ist toll, also wird der Junge auch toll 😂
    Besonders schön ist es im Moment, Nummer zwei ist jetzt 13 Monate und entdeckt gerade dass auch er ein Böckchen in sich hat.
    Und wenn dann beide durchdrehen, jaa dann schreie ich auch schon mal. Oder knalle die Tür. Oder, ganz schlimm, verfrachte den lautesten Krakeler mal für ein paar Minütchen in sein Zimmer.
    Mütter sind auch nur Menschen. Mit unterschiedlichen Temperamenten.
    Mir ist es immer wichtig, dass abends keiner wütend ins Bett gehen muss. Ich erkläre dann nochmal warum ich so sauer war und dass wir uns trotzdem lieben.
    Und das tolle: der große ist jetzt viereinhalb und macht es mittlerweile auch so dass er häufig verbalisiert. Das klappt noch nicht immer, aber immer öfter. Und somit bleibt mir an den schlimmsten Tagen die Hoffnung dass Schwiegermama Recht behält: anstrengende Kleinkinder werden unkomplizierte Pubertiere 😉

    • Ja, ich rede abends im Bett auch immer mit dem Hübchen noch mal über den Tag. Da verspricht er mir dann auch oft, dass er am nächsten Tag weniger meckern will. Haha. 😀 Ich denke ja auch oft, dass sein starker Wille ihm später sehr nutzen wird. Und bin vor allem heilfroh, dass er ansonsten so ein umgängliches Kind ist, sehr sozial ist, schnell Freunde findet, hilfsbereit ist, gerne teilt usw. Er ist so ein tolles Kind! Nur Mama kriegt es halt immer dicke. 😉

  7. Simone

    Haha, das YouTube Video habe ich auch gesehen und das gleiche gedacht! Du hast doch vielen anderen Müttern etwas voraus: du reflektierst viel, arbeitest an dir und kennst deine eigenen Fehler und Grenzen scheinbar ganz genau. Ich habe zwei Jungs und auch mir gelingt es häufiger nicht, ruhig zu bleiben, vor allem wenn der ältere (4) wütet. Ich finde es wichtig, dass ich mich entschuldige, wenn ich ein Verhalten gezeigt habe, dass ich von ihnen nicht akzeptieren würde (sprich schreien, motzen, auch mal Tür schlagen). Wir verjagen hier das wutmonster, das auf der Schulter sitzt durch wildes Schulter zucken. Ich lass den großen auch mal auf ein Kissen hauen.

    Sowieso ist Druck rausnehmen ein gutes Stichwort: Ansprüche an sich und an die Kinder runterschrauben, weniger Zeitdruck, weniger Termine etc.

    Ansonsten fällt mir nur ein: du bist nicht alleine! Auch alle anderen Eltern machen Fehler und sind nicht perfekt. Bewundernswert, dass du dich traust das zu zugeben. Das ist mutig und zeigt von Charakter!

    • Simone

      Achja: meine Erfahrung ist (bisher): auch in Sachen Autonomiephase wird Elter bei Kind Nummer zwei gelassener (mein Kleiner ist 2)

    • Danke dir, ich fühle mich gleich ein bisschen weniger schlecht. 😉 Manchmal denke ich ja ehrlich gesagt auch: Früher hatten es die Eltern leichter. Da wurde halt gebrüllt und die Kinder hatten zu gehorchen. 😀

      Aber mal davon ab, dass ich es natürlich gut finde, dass Eltern, mich eingeschlossen, heute versuchen, möglichst wenig zu brüllen usw., ist für mich auch klar: Es zerstört sicher nicht die gesamte Beziehung, wenn man als Elternteil hin und wieder die Fassung verliert. Meine Eltern, speziell mein Papa, haben auch manchmal ordentlich rumgebrüllt, wenn wir Kinder mal wieder zu aufsässig waren. Und das war für uns auch total OK. Wir wussten dann auch: Oh oh, da sind wir gerade echt zu weit gegangen. Und auch das finde ich für Kinder wichtig, dass sie lernen auf ihre Eltern Rücksicht zu nehmen.

  8. Iris

    Danke für den Text! Mein jüngster ist fast 6, war in meiner Erinnerung mit vier irgendwie nicht so anstrengend, aber ist jetzt. Und mir geht es genau so, ich schaff das auch nicht mit dem Ruhig bleiben. In letzter Zeit geh ich dann schon mal aus dem Zimmer, wenn ich merke die Wut kocht in mir hoch. Und zu gut kenn ich das Gefühl, es nicht hinzugekommen. Ich glaube, viele Ratgeber verstärken dieses Gefühl.
    Wenn du trotzdem noch einenesen willst: hilfreich fand ich „Easy to love, difficult To discipline“ von Becky A. Bailey. Sie geht auch total auf die Erwachsenen ein und zeigt auch, wo wir Dinge von den Kindern erwarten, die wir selbst nicht tun bzw. Wofür die Kinder gute Anleitung von uns brauchen, und es auch üben müssen bis es besser klappt (z.B. Streit mit anderen, sagen was man braucht….) aber Achtung: auch dieser Ratgeber funktioniert nicht immer. … 🙂

  9. Verena

    Als hättest du meine Gedanken aufgeschrieben-ich weiß so genau wie du dich fühlst. Hier ist es allerdings ein Mädel und sie ist das zweite Kind… Vielleicht sollten wir eine Selbsthilfegruppe gründen 😂

  10. Nora

    Hier ist es das gleiche, motziger Vierjähriger inklusive Julibaby! Ich glaube aber auch dass es mit Schwangerschaft und Geschwisterchen zusammen hängen könnte, aber wer weiß das schon? Es ist jedenfalls schwierig nicht sauer zu werden, wenn sich die Zwerge benehmen wie der ärgste Diktator und einen behandeln als wäre man der diensthabende Clown. Hunger und Müdigkeit nach dem Kindergarten tun ihr übriges. Besonders hart finde ich dass er bei allen anderen ein Engel zu sein scheint. Die Mama kriegt alles ab. Aber ich denke auch dass sich das legt. Also ist durchhalten angesagt!

    • Die erste Stunde nach der Kita ist hier auch immer besonders hart. In der Kita muss er halt auch oft spuren, sich anpassen und fügen. Ich mag nur trotzdem nicht immer die Spielball sein, an dem er sich abreagieren kann. 🙁 Aber klar, irgendwann wird es von alleine besser. Wir halten durch! 😉

  11. … also normalerweise kommentiere ich nicht so wirklich im Intenet, aber dein Artikel hat mir gerade sooooo aus der tiefsten Seele gesprochen!!

    Ich sitze gerade auf dem Sofa und fühle mich genau so wie du es beschreibst! Nachdem mich die liebe 2,5 Jahre alte Trotzphase-des-Jahrtausend-Maus um 06.30 Uhr geweckt hat (und ich noch ihre kleine 4 Monate alte Schwester zwischen 3 und 7 mal pro Nacht stille), ich dementsprechend tot müde bin und mir gerade 5 Stunden lang Geheule und Geschreie angehört habe, bin ich einfach nur noch ko. Habe nach über 1h Kampf jetzt beide am Schlafen und würde jetzt am liebsten einfach aus dem Haus rennen 🙈

    Meine Geduldschnur ist heute am Ende, meine Stimme kaum mehr vorhanden vom Zurückbrüllen…

    Auch, wenn es mir Leid tut, dass es anderen auch so geht, fühle ich mich trotzdem besser, dass ich nicht die einzige bin!!!!

    Vielen Dank für deine ehrlichen Wort!!!!

    • Haha ja mittlerweile macht es mich fast aggressiv, kluge Ratgebertexte und Blogposts zu lesen, die einem suggerieren wollen, dass es ja eigentlich alles sooo einfach ist.

      Nee, ich glaube, den meisten geht es so wie uns. Aber das zuzugeben ist schwer, wenn man mittlerweile überall liest, dass durch Erziehung ja angeblich die Beziehung kaputt geht.

  12. Elena

    Deinen Text habe jetzt erst gelesen und ich muss ihn gleich meinem Mann zeigen…
    Unser 6 Jähriger ist immer noch. Die Wutanfälle werden langsam weniger, aber immer wieder kommt ein Rückfall und da wird vor Wut geschrien,es werden alle Sachen zerstört,die man nicht schnell außer Reichweite gebracht hat, er schlägt um sich…und manchmal noch immer,weil Eltern einfach nicht Zaubern können. manchmal denke ich so 6jährige sind richtig Vorpubertär mit lauten brunft-grunz Geräuschen und Kräftemessen… Wir sind seit August zu viert und uns schwand auch schon,wenn der große hoffentlich mit der Trotzphase durch ist, kommt der Kleine rein und der Große in die Pubertät (aah…).

  13. 2xMAma

    Hei, die schlechteste Kleinkindmutter bin doch schon ich….;)
    auch ich brülle und motze, weil ich nichtmehr kann.
    Meine „Große“ (5) weiß ganz genau, welche Knöpfe sie drücken muss, um mich wahnsinnig zu machen.
    Irgendwie werden die Kinder in dem Alter so persönlich fies. Greifen direkt an. Machen es einem schwer, sie einfach nur und immer total lieb zu haben. Manchmal weiß ich nicht, wer trotziger und kindischer ist, sie oder ich…und ich mag mich so nicht. Aber vermutlich müssen wir da einfach durch.
    Und ganz ehrlich, lieber gebe ich zu, an Grenzen zu kommen und ab und zu zu explodieren, als so zu tun, als könnte ich alles weglächeln und „veratmen“. Meine Kinder dürfen wissen, dass ich Grenzen habe. Genauso wissen sie, dass ich sie immer lieb haben werde, auch wenn es manchmal schwerer ist.

  14. *G* klingt, als wären wir doch normal 🙂

    Das ist nur eine Phase und die Vorpubertät die dich auf die richtige Pubertät so gaaaanz langsam vorbereitet. Zumindest meinte das eine Freundin von uns, die einen 4-Jährigen und einen 13-Jährigen Sohn hat. Allerdings meinte sie auch, es ist schon merkwürdig. Zu ihr wollen immer alle Kinder obwohl sie das Gefühl hat, das sie den ganzen Tag nur rummotzt. Von daher denke ich, das Kinder das zum Teil auch einfach WOLLEN. Es ist so eine Art Spiel, um sich bei euch in die Familie einzufügen 🙂

    Unser Großer ist zum Glück relativ unkompliziert, der Querkopp (gerade 4) kommt gerade in die Phase. Wird sicher noch ein Heidenspass, momentan ist er in der „ich hör dich nicht“ Phase (in der ist er seitdem er laufen kann) und es sieht so aus, als wenn wir da noch länger mit zu kämpfen haben.

    Von daher, sei stark und brüll auch mal, sofern danach trotzdem klar ist, das ihr euch liebhabt. Und ganz wichtig: Viel schlafen und lächeln, genieße die Zeit, sie kommt nie zurück.

    LG,

    Thomas

  15. Sarah

    Ja, ich finde es liegt an dir. Kinder konfrontieren uns mit genau den Konflikten, die wir unverarbeitet mit uns rumtragen. Dein Verhalten trägt dazu bei, dass er sich so verhält. Das ist eine ganz fiese Spirale, wie du richtig erkannt hast. Ich kann sehr gut verstehen, dass du darunter leidest, man merkt es auch, wie du schreibst. Wie dein Kind hasst auch du es, wenn man dir was vorschreibst. Das ist für alle schwierig und für euch vielleicht noch ein wenig mehr. Bitte lies diese doofen Ratgeber nicht mehr, sondern konzentriere dich auf ihn und dich. Was ihr fühlt und braucht.
    Mein Kind ist erst 2 und ich wage nicht zu denken, was noch auf uns zukommt. Wir hatten eine schwierige Geburt, Schreikind, extrem high-need, Fütterungsprobleme, Kleinwuchs. Das erste Jahr habe ich mein Leben nur an sie anpassen müssen und es war die Hölle. Aber wenn die Kinder es brauchen, kannst du es nicht ändern. Mir ging es viel besser, als ich mich einfach gefügt habe. Das geht aber nur mit reichlich Auszeiten, um sich zu erholen.

  16. 2 Kind Mama

    Ich mag deinen Schreibstil sehr. Und ehrlich du könntest einen Ratgeber verfassen. Es ist doch so, natürlich liebt man seine Kinder mit all ihren Gefühlen, ihrem Temperament und Eigenarten. ABER in Beziehungen (obgleich Kinder, Partner Freundschaft….) gibt es Konflikte. Gerade wenn man gefühlt 24 Stunden aufeinander hockt.
    Ich denke, man sollte einfach akzeptieren, dass man nicht jeden Tag & jeden Moment gleich ‚gut‘ mit kleinen trotzenden Kindern bewältigt. Mal bin ich ecvt
    echt ebtso
    entspannt und begegne den manchmal sehr ausschweifenden Wutanfällen meines großen Kindes mit einer Gelassenheit, dass ich mich selbst wundere. Sogar in der Öffentlichkeit. Aber das kann ich doch nicht immer von mir erwarten! Natürlich versuche ich Verständnis zu zeigen, mich auf Augenhöhe zu begeben, zu erklären, die Gefühle anzuerkennen, nicht zu schreien und und und. ABER das gelingt mir doch nicht immer. Wäre ja auch utopisch. Ja auch ich schreie (wenn es ganz schlimm ist, entschuldige ich mich dafür) und versuche aber (nach meinem Wutausbruch 😀 ) und erkläre dann aber, wenn alle sich beruhigt haben was mich dazu gebracht hat. Man sollte authentisch sein. Das ist meine Meinung. Und ehrlich zu den Kindern sein und sie erleben lassen, dass man auch als Eltern nicht immer nur beherrscht ist in seinen Gefühlen.
    Allein die Tatsache, das du deine Erlebnisse mit der Welt teilst, zeigt das du reflektiert bist und Veränderungen möchtest euch allen zu Liebe. Aber wie du schon in deinen anderen Beiträgen schreibst, solltest du für Auszeiten & Ruhephasen für dich selbst sorgen und akzeptieren, dass du toll bist genau so wie du bist. Du hast gute und schlechte Momente, Tage & Lebensphasen und deine Kinder werden es dir verzeihen, wenn du mal ausschweifender meckerst & schreist. Genauso zeigst du ihnen wie sehr du sie liebst und das du dein bestes gibst sie auf ihrem Weg mit Verständnis zu unterstützen.

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