Die Mädchen-Geburt

Warnung: Dies ist ein Geburtsbericht. Es kommen Wörter wie „Blut“, „Schleim“ oder „Schmerzen“ darin vor, denn all das ist Teil einer ganz gewöhnlichen Geburt. 🙂  Die Geburt meines Mädchens war eine an sich unkomplizierte Hausgeburt, die den Geburtsverlauf betreffend jedoch einige ungewöhnliche Aspekte enthielt. Auch deswegen teile ich die Erfahrung hier gerne so detailliert mit euch: Mir ist es wichtig, das Thema Geburt aus der Tabu-Zone zu befreien und darüber zu reden, dass jede Geburt ihr eigenes Tempo und ihren ganz individuellen Verlauf hat. Bleiben wir mutig! Lassen wir unseren Körpern den Raum und die Zeit, die sie brauchen! Viel Spaß beim Lesen!

Am Mittwoch fühle ich mich schlapp. Trotz guter 10 Stunden Schlaf in der vorigen Nacht hänge ich den ganzen Tag rum und ignoriere trotzig den Elterngeldantrag, den ich noch zu Ende ausfüllen will, bevor das Baby sich auf den Weg macht. In meiner Vorstellung bin ich noch mindestens bis zum Wochenende schwanger und bemitleide mich deshalb selbst. Ich kann nicht mehr, ich mag nicht mehr! Der Bauch ist riesig und stört, meine Plattfüße schmerzen, ich fühle mich wirklich nicht mehr wohl. Das Baby soll jetzt bitte bald kommen!

Nachmittags gönne ich mir ein heißes Bad und flüstere dem Baby zu: „Bitte, komm bald raus!“ Gegen Mittag hatte ich ein paar leichte Wehen gespürt, aber jetzt ist alles wieder ruhig. Abends gucken der Mann und ich fern. Es geht um die Rettung alter Gemüsesorten, schrullige alte Menschen erzählen von ihren Gemüsesamenbanken, wir amüsieren uns bestens. Zwischendurch zieht es mich im Rücken und plötzlich tut mein gesamter Rumpf weh, wobei, so richtig schmerzhaft ist es auch wieder nicht. „Ich fühle mich komisch“, sage ich zum Mann, denn das trifft es am besten. Aber komisch habe ich mich in den letzten Wochen schon häufiger gefühlt.

Gegen 23 Uhr wollen wir ins Bett gehen und im Bad bemerke ich ein ganz kleines bisschen blutigen Schleim. Es sind wirklich nur ein paar winzige Tropfen, aber mir ist sofort klar: Jetzt geht es los! Ich fange den Mann in der Küche ab und grinse ihn an: Morgen haben wir vielleicht ein Baby! Das wäre dann eine Punktlandung: Nach meinen Berechnungen wären am kommenden Tag exakt die 40 Schwangerschaftswochen rum, von denen man im Allgemeinen so ausgeht. Prompt spüre ich die ersten leichten Wehen. Ich gehe noch mal in Hübchens Zimmer, gebe meinem großen schlafenden Jungen einen Kuss. Danach schreibe ich eine Nachricht an meine Hebamme: „Vielleicht geht’s heute Nacht los!“.

Die Wehen fühlen sich ungewohnt an

Kaum liege ich im Bett, kommt die erste etwas stärkere Wehe. „Geht’s los?“, fragt der Mann und ich denke: Ja! Aber irgendwie verunsichern mich die Wehen. Sie kommen nur alle 10 Minuten und fühlen sich ganz anders an, als ich sie von Hübchens Geburt in Erinnerung hatte. Es zieht ganz komisch in die Beine, drückt nach unten, schmerzt am meisten links und rechts im Unterleib. Beim Hübchen ging es damals von 0 auf 100 und mein ganzer Bauch war ein einziger Schmerz: Aufgewacht, aufgesprungen, vor Schmerzen nur noch rumgetigert, eine Stunde lang maximal gelitten, bis dann endlich die erlösenden Presswehen einsetzten.

Das hier ist ganz anders. Ich bleibe eng an mein Stillkissen geschmiegt liegen und lasse die Wehen kommen und gehen. Ich atme ruhig und tief und zähle mit meiner Atmung so lange, bis die Wehe vorbei ist. Meistens komme ich bis 19 und der Mann, der auf die Uhr guckt, sagt, das entspräche ca. 2 Minuten. So geht das zwei Stunden lang: 10 Minuten Ruhe, 2 Minuten Wehe. Ich liege und atme, liege und atme.

Der Mann erzählt mir noch davon, wie das Hübchen sich am Vortag sehr vorbildlich in einem Spielplatzstreit verhalten hat und am nächsten Tag erinnere ich mich noch an jedes Detail der Geschichte. Reden und zuhören klappt also noch prima. Irgendwann schläft der Mann ein und auch ich nickere in den Wehenpausen immer wieder weg.

Ich bin sicher: Das hier dauert noch!

Solange, bis die Wehen doch etwas schneller aufeinander kommen. Mal zähle ich sieben Minuten, dann vier, dann wieder neun. So was unregelmäßiges, das kann doch nix nutzen! Ich denke mit Erschrecken an den Wetterbericht und sehe mich mein Kind schon in der Mittagshitze des kommenden Tages gebären. Gegen 3 Uhr rufe ich meine Hebamme an, weil die Wehen zwar nicht regelmäßiger werden, aber durchaus schmerzhafter. Ich atme tapfer weiter und bin mir sicher, dass das hier noch dauern wird.

Meine Hebamme macht sich bald auf den Weg und ist gegen 4 Uhr bei uns. Ob sie mal tasten soll, fragt sie. Ja, unbedingt! Ich will wenigstens Gewissheit, dass das hier noch Stunden dauern kann. Und dann die große Überraschung: Der Muttermund ist bis auf einen kleinen Saum komplett geöffnet und das Baby liegt genau richtig für eine schnelle Geburt! Meine Hebamme kann es auch kaum glauben. „Du lagst da so völlig entspannt!“, sagt sie mir am nächsten Tag. Da muss ich lachen: „Hypnobirthing hab ich gar nicht nötig!“. Aber vielleicht waren schon allein die Atmung und das Zählen so eine Art Hypnose.

Ups, der Muttermund ist ja schon offen!

Als meine Hebamme dann da ist, ist es jedenfalls aus mit liegenbleiben. Der Muttermund ist schließlich so gut wie offen! Geht also doch los! Meine Hebamme rät mir nun auch, jetzt doch mal aufzustehen und ein bisschen Bewegung in die Sache zu bringen. Also gut: Wohnzimmer, Flur, Küche und wieder zurück. Die Wehen veratme ich jetzt stehend in den Schlafzimmer-Türrahmen gelehnt und ja, so langsam begreife dann auch ich, dass diese Wehen nicht mehr weggehen, sondern stattdessen wirklich anstrengender und schmerzhafter werden.

Zum ersten Mal seit die Wehen angefangen haben, werde ich nun auch lauter. Das Hübchen scheint es nicht zu stören. Wir lehnen die Tür zum Kinderzimmer an, die direkt gegenüber von unserem Schlafzimmer liegt und verzichten darauf, meine Eltern anzurufen. Ein eventuell aufwachendes Hübchen ist mir jetzt allemal lieber als Unruhe durch aufgeregte Großeltern in der Bude.

Die Fruchtblase steht bereit zum Sprung

Die Wehen werden wirklich schmerzhaft und kommen schneller hintereinander. Ich taste mich vorsichtig mit zwei Fingern vor und spüre etwas ganz weiches. „Die Fruchtblase!“, sagt meine Hebamme. Ich will jetzt nur noch, dass sie endlich springt, denn das war bei Hübchens Geburt der Moment, in dem die erlösenden Presswehen einsetzten und die Geburt für mich erträglicher wurde. Meine Hebamme sagt, es sei gut, dass die Fruchtblase noch zu ist. Sie würde den Geburtskanal vordehnen und mein Baby schützen.

Ich will aber trotzdem, dass es jetzt weitergeht! OK, dann soll ich bei der nächsten Wehe mal mitschieben und mit dem Finger gegendrücken. Mache ich glatt und bei der nächsten Wehe macht es endlich Platsch. Ein riesiger Schwall Fruchtwasser ergießt sich rund um mich. „Alles super, Fruchtwasser klar. Und ganz schön viel!“, höre ich meine Hebamme sagen. „Yay!“, klingt es aus der Küche. Die zweite Hebamme ist kurz zuvor gekommen und freut sich über den Fortschritt und darüber, dass sie es noch pünktlich zur Geburt geschafft hat. Ich denke nur: Hä? In meiner Vorstellung wird das hier noch ewig dauern!

Nee Leute, das dauert noch!

Es ist viertel vor fünf und wir reden darüber, dass das Hübchen um kurz nach fünf geboren wurde. Wenn ich das schaffen will, muss ich mich wohl beeilen. Nach Minuten fühlt sich das jedenfalls für mich nicht an, eher nach Stunden. Meine erste Hebamme hat trotzdem schon Handschuhe angezogen und scheint sich irgendwie bereit zu machen. Ich nehme das kaum wahr und bin höchstens ein bisschen verwirrt.

Beim Hübchen dauerte die Austreibungsphase drei Stunden lang. Drei Stunden, in denen ich vor dem Sofa kniete und in schönen regelmäßigen und kräftigen Presswehen mein großes Baby rausschob – das nach jeder Wehe wieder ein gutes Stückchen zurück rutschte, aber es irgendwann dann doch geschafft hatte.

Die Presswehen fühlen sich ineffektiv an

Von regelmäßigen Presswehen bin ich jetzt allerdings ziemlich weit entfernt. Ich fühle erst mal gar keinen besonderen Drang, mitzuschieben und veratme die Wehen weiter im Türrahmen stehend. Irgendwann probiere ich es kniend vor unserem Bett. Ja, OK, so ein bisschen mitschieben geht vielleicht. Aber ich vermisse diesen kräftigen Pressdrang, an den ich mich von Hübchens Geburt erinnere.

Ich gehe in die Hocke und so geht es gleich besser. Nicht umsonst war die tiefe Hocke zuletzt Teil meiner täglichen Yoga Übungen! Ich erinnere mich an meine sportliche Grundeinstellung. Das Baby muss da jetzt raus, auch wenn die Wehen sich nicht so effektiv anfühlen, wie ich es mir wünschen würde! Zwischen den Wehen gibt es immer wieder lange Pausen, in denen ich jetzt kaum mehr aufstehe, sondern vor dem Bett knie und mich aufs Kissen stütze. Meine Hebamme schlägt vor, mal aufzustehen und es im Stehen zu versuchen, ein Bein aufs Bett gestellt. Das fühlt sich aber irgendwie falsch an. In der Hocke geht es deutlich besser.

Das Hübchen verbreitet ein bisschen Unruhe

Den Babykopf kann ich mittlerweile deutlich tasten. Ich taste in der Wehe, wie er ein gutes Stück tiefer tritt – um dann nach der Wehe wieder hochzurutschen. „Genau wie beim Hübchen damals!“, sage ich zu meiner Hebamme und bin mir sicher, dass das hier noch Stunden dauern kann. Um halb sechs wacht das Hübchen auf und wir überlegen, die Großeltern doch anzurufen. Das Hübchen will aber Zuhause bleiben und scheint kein bisschen erschrocken über die Situation.

Er pendelt zwischen Schlafzimmer und Kinderzimmer hin und her und verbreitet ein bisschen Unruhe. Ich selbst bemerke das gar nicht so richtig, aber meine Hebammen schlagen irgendwann vor, das Kind doch vor die Sesamstraße zu setzen, damit ich mich besser konzentrieren kann. Der Mann schmeißt dem Hübchen im Wohnzimmer das Macbook an und kann anschließend wieder ganz bei mir sein. Ich merke sofort, dass mir das gut tut.

Die unregelmäßigen und wenig kräftigen Presswehen zermürben mich so langsam. Mir ist das alles viel zu anstrengend und ich fühle mich kein bisschen so kräftig, wie ich es aus Hübchens Geburt in Erinnerung hatte. Die zweite Hebamme bietet mir eine Bauchmassage an, die die Wehen anregen soll. Klar, ich nehme jetzt alles! Irgendein homöopathisches Zeug habe ich auch schon intus, obwohl ich eigentlich gar nicht an Homöopathie glaube. Ist mir jetzt eh alles egal!

Ich muss mich dringend ausruhen!

Die Bauchmassage lasse ich etwas lethargisch über mich ergehen und danach sage ich, dass ich mich ausruhen will. Hier geht gerade nix mehr, das Gefühl habe ich deutlich. Meine Hebammen akzeptieren meinen Wunsch sofort, ziehen sich in die Küche zurück und lassen den Mann und mich allein im Schlafzimmer. Im Wohnzimmer rettet Supergrobi Zweipunktnull vermutlich gerade irgendwelche verzweifelten Schweinchen auf dem Amazonas. Vom Hübchen hören wir jedenfalls nichts, außer hin und wieder ein fröhliches Lachen.

Erschöpft liege ich auf dem Bett, das Stillkissen zwischen meinen Beinen und schlafe sofort ein. Ich träume verschiedene kurze Sequenzen und als ich aufwache, ärgere ich mich, dass ich nur geträumt habe und immer noch in dieser vertrackten Situation bin, gerade ein Baby gebären zu müssen. Am nächsten Tag erzählt mir der Mann, dass ich höchstens zwei Minuten geruht habe. Mir kam es vor, wie eine kleine Ewigkeit.

Eine einzige Wehe reicht aus

Als ich aufwache, merke ich sofort, wie eine kräftige Wehe kommt. Ich springe auf und hocke mich sofort wieder vors Bett. Jetzt endlich fühlt es sich anders an! Da ist sie plötzlich, die Kraft, die ich schon aus der ersten Geburt kenne! Ich schiebe und schiebe, werde dabei glaube ich ganz schön laut. Ich fasse intuitiv nach unten und habe plötzlich den halben Kopf in der Hand. Ein bisschen panisch rufe ich nach meiner Hebamme. Sie soll jetzt bitte kommen, ich kann das hier doch nicht alleine!

Kann ich aber doch. Der Kopf ist geboren, ehe meine Hebammen wieder im Zimmer sind. Wie schon bei Hübchens Geburt muss ich jammern, wie weh das hier tut. „Mutig! Jetzt ganz mutig!“, sagt meine Hebamme, genau wie damals. Und mir bleibt ohnehin nichts anderes übrig, denn mein Körper will dieses Baby jetzt dringend loswerden! Nach all diesen wenig effektiven Presswehen reicht diese eine, diese letzte aus, um mein Kind zu gebären! Es ist 6.17 Uhr und ich schiebe weiter und weiter und weiter, stütze den Kopf des Babys ab und schon muss ich das ganze Kind auffangen, was mir nur so halbwegs gelingt.

Platsch, da fällt das Baby raus

Erzählt einem ja keiner, wie glitschig so ein Baby ist, das gerade aus dem Geburtskanal flutscht! Hatte das Hübchen also doch recht, als er auf die Frage „Wann kommt denn dein Geschwisterchen?“ stets antwortete: „Das fällt bald raus“. Flutsch, da liegt das Baby also auf dem gut mit dicken Decken und Handtüchern gepolsterten Boden. Zum Glück waren es dank der tiefen Hocke auch nur einige Zentimeter freier Fall und den Babykopf konnte ich gut stützen.

Da liegt also mein neues Baby! Ich schaue sofort nach, ob meine Intuition richtig war, und ja, eindeutig, ein kleines Mädchen! Ich sage es dem Mann, der über mir auf dem Bett sitzt. Unbeholfen versuche ich mein Mädchen aufzuheben. Die Nabelschnur ist recht kurz und meine Hebammen helfen mir, das Baby hochzunehmen und mich aufs Bett zu setzen.

Eine kleine Sternenguckerin!

Was wir alle in dieser Situation überhaupt nicht registriert haben, ist: Mein kleines Mädchen kam mit ungünstiger Kopfposition zur Welt! Es ist der Mann, der am nächsten Tag während des Wochenbettbesuchs meiner Hebamme plötzlich meint: „Sagt mal, kann es sein, dass das Mädchen als Sternenguckerin geboren wurde?“. Er hat nämlich während der Geburt Fotos gemacht und erinnert sich, dass Gesicht und Bauch zu ihm guckten, als das Mädchen geboren wurde. Meine Hebammen kamen ja erst ins Zimmer, als das Baby schon fast komplett geboren war und haben den Moment gar nicht mitbekommen.

Anhand der Erinnerung und der Fotos wird klar: Ja, unser Mädchen muss sich wohl in der letzten Geburtsphase noch falsch eingedreht haben! Vermutlich als die Fruchtblase platzte, meint meine Hebamme. Das könne schon mal passieren. Beim ersten Tasten lag das Mädchen ja noch komplett richtig. Egal, denke ich, jetzt ist sie ja raus. Die ungünstige Lage erklärt nun aber auch, warum auch beim zweiten Kind die Austreibungsphase wieder ungewöhnlich lange dauerte.

Noch schnell die Placenta gebären

Etwa eine halbe Stunde nach der Geburt kommt auch schon die Placenta. Das ging nun deutlich schneller als damals beim Hübchen – ist aber auch deutlich schmerzhafter. Nee, ist leider kein Mythos, dass die Nachwehen beim zweiten Kind schlimmer sind. Ich fluche ein bisschen, weil ich jetzt wirklich langsam keine Lust mehr auf Schmerzen hab. Das Mädchen zeigt sich von allem völlig unbeeindruckt und ist schon auf dem Weg zur Brust – erst mal ordentlich festsaugen! Erstaunlich, was für ein Naturtalent!

Ebenso unbeeindruckt zeigt sich auch das Hübchen, das zwischendurch mal kurz seine kleine Schwester angucken kommt und dann noch eine Folge „Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig“ einfordert. Soll er bekommen, wir haben hier ohnehin noch ein bisschen mit den blutigen Nebenerzeugnissen einer Geburt zu kämpfen.

Die Untersuchung meiner Hebammen zeigt aber: Bis auf die üblichen Schwellungen und haarfeinen Risse habe ich auch diesmal keine Verletzungen! Ich bin ziemlich stolz auf meinen Körper – und auf die Disziplin, in den letzten Wochen die allabendliche Damm-Massage niemals vernachlässigt zu haben. Zur Belohnung darf der Mann die Nabelschnur durchschneiden. Was für ein Vater-Spaß!

Erst mal liegen bleiben

Jetzt kann ich mein Mädchen endlich besser in den Arm nehmen. Wobei ich mich trotzdem sehr unbeholfen anstelle. Irgendwie tut alles noch weh und ich merke auch die gut 600 ml Blutverlust recht deutlich. Der erste Versuch, aufzustehen, endet mit Rauschen im Kopf und Sternchen vor den Augen. Also doch lieber noch mal hinlegen. Nach Hübchens Geburt ging das viel besser, da stand ich eine Stunde nach der Geburt schon unter der Dusche. Aber naja, ich werd‘ ja auch nicht jünger.

Das erste Wiegen und Messen zeigt übrigens, dass sowohl Hebammen als auch Ärztin recht hatten mit ihren Schätzungen: Unser Mädchen ist deutlich kleiner und zierlicher als das Hübchen bei seiner Geburt. Mit 3670 Gramm wiegt sie sogar ein gutes Kilo weniger als ihr großer Bruder. Und ich bin ganz erstaunt, dass ich auch solche „normalen“ Babys kann. Bis zum Schluss war ich fest davon ausgegangen, sicher erneut ein 4-Kilo-plus-x-Kind zu kriegen. Da haben sich dann diesmal wohl die Gene vom Mann durchgesetzt.

Mein Mädchen

Jetzt ist sie also da. Meine Tochter. Mein Mädchen. In den nächsten Tagen muss ich es noch ganz oft vor mich hin sagen. Ich habe eine Tochter. Ich habe es noch mal geschafft. 9 Monate Schwangerschafts-Höllenritt, 7 Stunden Geburtsanstrengung, Schmerzen und Entbehrungen. Jetzt ist es endlich vorbei und die Belohnung könnte nicht besser gelungen sein. Aber wisst ihr was? Ich glaube, jetzt reicht es mir. Arterhaltung hin oder her, aber ich glaube, noch mal tue ich mir das nicht an!

Dafür hat es auch einfach wieder zu gut geklappt. Und man soll sein Schicksal ja nicht herausfordern. 😉

Verrückt, wie unterschiedlich Geburten sein können, oder? Diese zweite jedenfalls fühlte sich so ganz anders an als die erste – und ich bin mir sicher, jedes weitere Baby würde wieder viele Besonderheiten mitbringen. Habt ihr auch die Erfahrung gemacht, dass zweite/dritte/vierte […] Geburten völlig anders verlaufen sind? Oder könnt ihr auch von ungewöhnlichen Geburtsverläufen berichten? Dann gerne rein in die Kommentare! Ich freue mich auf eure Geschichten!

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4 Kommentare zu „Die Mädchen-Geburt

  1. Herzlichen Glückwunsch! Mensch, das war doch eine super Geburt!

    Ja, bei mir waren auch alle Geburten unterschiedlich. Der Sohn kam ganz gemütlich, wenn man das os sagen kann. Ich hatte auch ewig Presswehen, aber gut aushaltbar. Die Kraft, von der du schreibst, kenne ich aber auch.

    Mein Sirenchen war tatsächlich auch eine Sternenguckerin. Es wollte nach dem Blasensprung auch nicht voran gehen und es zog sich ewig. Ich war ganz erschöpft. Obwohl die Kraft der Wehen da war, stockte es. Ich glaube, das hat mich auch so erschöpft. Die Wucht zu spüren, ohne Vorankommen. Mit zwei Positionswechseln ging´s dann am Ende doch. Ich war so froh, dass ich zu Hause in meinem Bett liegen bleiben konnte.
    Die dritte Geburt ging am schnellsten und einfachsten. Zack, war das Knöpfchen geboren. Mit einer wahnsinns Wucht. Es ist immer anders.
    LG 🙂

  2. Kathi

    Das hast du schön geschrieben 🙂

    6:17 Uhr – ja, um genau diese Zeit kam meine erste Tochter auch zur Welt. Allerdings im kalten Februar.

    Und ja, jede Geburt ist anders. Bei der dritten dachte ich – wie? schon vorbei? Und bei der 4. hatte ich das Gefühl, so live noch nie dabei gewesen zu sein 😀

    Aber das Wichigste ist doch, dass unsere Kinder gesund auf die Welt gekommen sind und es uns gut geht, oder?

    P.S. nein, es ist jetzt nicht vorbei. Es geht jetzt erst richtig los! Viel Spaß mit den 2 Süßen, die nächsten 20 Jahre

  3. Katharina

    Ein toller Bericht!
    Ich denke selbst immer gerne an meine zwei Geburten.
    Sie waren auch total unterschiedlich.
    Der Große hatte michmischon schon Wochen vorher mit Wehen geärgert, die Geburt dauerte dann ab erster Wehe acht Stunden. Er wollte mit dem Dickschädel die Kurve erst nicht kriegen und es ist mur der tollen Hebamme zu verdanken dass es kein Kaiserschnitt wurde.
    Der kleine hat sich nie vorher bemerkbar gemacht, kam dann aber in einer rasanten Geburt innerhalb einer Stunde, übrigens auch als Sterngucker. Bei ihm habe ich auch diese wahnsinnige Kraft und Urgewalt gespürt die ich beim ersten mal vermisst habe (lag vielleicht an der PDA)

    Hach ja. Wenn es nur die Geburt wäre könnte ich wohl noch zehn Kinder bekommen.
    Das ist einfach magisch.
    Aber da wir uns zu viert doch komplett fühlen hat mein Mann nächste Woche die Vasektomie 😉

  4. Evi

    Glückwünsche zur Geburt deines Mädchens und vielen Dank für deinen schönen Geburtsbericht.
    Ich fand die Geburten bei meinen beiden Kindern auch sehr unterschiedlich. Beim Großen ging es mit nem Blasensprung los und dann kamen so langsam Wehen die immer stärker und schmerzvoller wurden, aber es gab immer mal Pausen, wo man ruhen konnte. Die Presswehen waren ziemlich lange mit 2 Stunden, da der Bub groß und schwer war, aber ich fand die Presswehen „angenehmer“, da man nun endlich aktiv was machen konnte. Insgesamt waren es wohl 9 Stunden Wehen bis er geboren wurde. Ich habe die Geburt bewusst erlebt und war sehr überwältigt, als das Baby da war.
    Bei meinem Mädchen kamen die Wehen von null auf hundert in 3 Min Abständen und wurden recht schnell sehr schmerzhaft. Ich hab gestöhnt, geheult, geflucht. Es gab hier keine Verschnaufpause. Nach 5 Stunden Wehen plummste die kleine dann zwischen meine Knie. So richtige Presswehen hatte ich nicht, irgendwann sagte die Hebamme ich solle mal einfach mitschieben. Als die Maus da war, war ich erleichtert, dass sie schrie, aber ich konnte sie nicht sehen, da ich noch auf Knien war und mich mit dem Oberkörper ans aufgestellte Kopfende vom Bett krallte um mich zu sammeln. Sie musste bestimmt ne Minute warten, bis ich sie endlich hochnehmen konnte. Das tut mir heute total leid, dass ich sie nicht gleich begrüßen konnte, aber ich war total benommen und fertig und habe somit die Magie der Geburt verpasst. Die Magie hatte ich dann aber zum Glück etwas später als wir allein im Dunkeln im Bett lagen und ich soooo glücklich war sie zu sehen und mit ihr zu kuscheln.
    Diese zweite Geburt ist erst 3 Monate her, daher erinnere ich mich noch so gut. Kann natürlich doch sein, dass die erste Geburt auch heftig war und ich habe es einfach nur vergessen 😉
    Ich glaub ein drittes wird es erstmal nicht geben.

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