Der große Ultraschall (SSW 22)

Für andere ist es Babyfernsehen, für mich ist es eher ein belastender Punkt auf der Agenda. Diese Woche stand der große Ultraschall an, bei dem meine Ärztin sich das Baby genau angeguckt und glücklicherweise keine Auffälligkeiten gefunden hat. Es sieht alles danach aus, als würde auch unser zweites Kind gesund und vollständig zur Welt kommen können! Natürlich macht mich das glücklich. Und trotzdem bedeutet Ultraschall für mich immer eine ordentliche Portion Nervenkitzel.

Einfach entspannt auf der Liege liegen und das sich an der Nase kratzende Baby bewundern? Kann ich nicht! Stattdessen hake ich im Kopf die Checkliste ab und höre der Ärztin mit gespitzten Ohren zu: Gehirn, check. Wirbelsäule, check. Geschlossener Gaumen, check. Magen, check. Herzklappen, check. Die Untersuchung dauert lange und die Ärztin macht das wirklich super. Sie erklärt ganz viel, zeigt alles ganz genau, kommentiert immer positiv-zuversichtlich und meldet sofort, wenn sie wieder ein Organ ohne Auffälligkeiten abgearbeitet hat.

Der Mann ist dabei und ich hoffe, dass er sich ein bisschen mehr an den Outtakes erfreuen kann als ich: Am sich flink bewegenden Baby, das seine Hände in Denkerpose zum Kopf führt oder am zuckersüßen Babyprofil mit sich plötzlich öffnenden Lippen, die einen Schluss Fruchtwasser probieren. Ich sehe das auch, und freue mich ebenfalls darüber, aber trotzdem bin ich angespannt. Mir wäre es lieber, wenn die Untersuchung schnell vorbei wäre und wir mit der Checkliste fertig wären.

Ultraschall kann auch verunsichern

Für mich gilt sehr eindeutig, was auch in allen Leitlinien steht und worüber gute Hebammen und Frauenärzt*innen aufklären: Ultraschalluntersuchungen sind ein zweischneidiges Schwert. Das ungeborene Baby komplett zur durchleuchten kann auch verunsichern, Angst vor Anomalien machen und im schlimmsten Fall am Ende die Frage aufwerfen: Wie gehen wir jetzt mit Befund XY um?

Oft denke ich: Das totale Nicht-Wissen wäre mir lieber. Gleichzeitig habe ich aber meine gewünschte Hausgeburt im Kopf und will mein Baby damit nicht in Gefahr bringen. Bei irgendwelchen organischen Anomalien wäre es ganz klar wichtig, zur Geburt ins Krankenhaus zu gehen, damit das Kind sofort behandelt werden kann. Irgendwie bleibt mir also nur dieser Weg, der irgendwo zwischen maximalem Durchchecken und Wir-machen-das-Nötigste liegt. Auf alle weiteren pränataldiagnostischen Maßnahmen wie die Nackenfaltenmesseung haben wir auch wieder in dieser Schwangerschaft ganz bewusst verzichtet.

Glücklicherweise gab es nun auch beim zweiten Baby keinerlei organischen Befund. Es sieht alles nach einem zeitgerecht entwickelten und gesunden Kind aus. Und obwohl ich die Ultraschall-Untersuchung erneut als Belastung empfunden habe, bin ich im Nachhinein froh darüber. Mein Kopf ist so schon jetzt frei für die Geburt. Alle vielleicht noch insgeheim versteckten Ängste, es könnte vielleicht doch etwas nicht stimmen, sind weggefegt. Nach der Untersuchung schreibe ich meiner Hebamme direkt eine Nachricht: Alles tiptop, der Hausgeburt steht nichts im Wege!

Mein Bauchgefühl hat mich eben doch nicht belogen und dem Baby geht es gut. Jetzt bleibt nur noch die Überraschung, ob mein Bauchgefühl mich auch beim Geschlecht des Kindes nicht trügt. Denn ich habe da ja immer noch so ein Mädchen-Gefühl…

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2 Kommentare zu „Der große Ultraschall (SSW 22)

  1. Hallo, bin gerade zufällig auf Deinen Blog gestoßen. Toller Artikel! Ich sehe das ganz genauso! Bei mir steht auch demnächst der große Ultraschall an und ich muss gestehen, ich freue mich ganz und gar nicht darauf und wäre froh, es schon hinter mir zu haben.
    Ich werde noch ein bisschen weiter auf Deinem Blog schmöckern 🙂
    Liebe Grüße!

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