Damals und heute: Ein Vergleich (SSW 10)

Das Hübchen ist schon so groß, da kann ein neues Baby nicht schaden, dachten der Mann und ich. Heute bin ich schon in der 16. Schwangerschaftswoche, will aber auch die letzten Wochen mit euch teilen. Deswegen machen wir nun einen Zeitsprung in Schwangerschaftswoche 10. Und die habe ich genutzt, um mal meine beiden Frühschwangerschaften miteinander zu vergleichen.

Wenn ihr meine anderen Berichte aus dieser Frühschwangerschaft gelesen habt, dann ahnt ihr es schon: Diese Schwangerschaft ist irgendwie anders als die letzte. Während ich in Hübchens Schwangerschaft irgendwie noch ganz locker mit den ganzen Veränderungen umgehen konnte, fühle ich mich diesmal wie so eine richtig verrückt gewordene Klischee-Schwangere. Die Unterschiede sehen nämlich so aus:

Die liebe Übelkeit

Frühschwangerschaft 1: 
Mein Leben ist in Bewegung! Ich studiere einen trilateralen Master und tingele in der Frühschwangerschaft zwischen drei Ländern hin und her. Noch in Sofia mache ich den Schwangerschaftstest, zwei Wochen später fliege ich für einen kurzen Aufenthalt nach Hause, um in der 7. Schwangerschaftswoche nach Nizza zu fliegen, wo ich mein letztes Semester studiere. Zum Glück geht es mir prima. Ich bin ein bisschen schneller erschöpft als sonst, aber die Übelkeit beginnt erst nach der 8. Woche und beschränkt sich an den allermeisten Tagen auf Morgenübelkeit.

Frühschwangerschaft 2:
Ich möchte mein Leben am liebsten anhalten! Wenn ich mir nur vorstelle, jetzt in ein Flugzeug steigen oder mich sonstigem Stress aussetzen zu müssen… Oh Gott! Ich bin stattdessen froh, es ruhig angehen lassen zu können. Seit der 7. Schwangerschaftswoche ist mir fast durchgehend übel. Morgens, mittags und ganz besonders abends. Die Abendübelkeit macht mich am meisten fertig. Ich liege auf dem Sofa und will doch einfach ein bisschen Ruhe und Entspannung! Kann die Übelkeit das nicht mal tolerieren und sich gepflegt verpissen?

Allgemeines (Un-)Wohlbefinden

Frühschwangerschaft 1:
Mein Kreislauf macht mir etwas zu schaffen, aber solange ich an der frischen Luft bin, geht es gut. Ich fahre mit dem Fahrrad zur Uni, gehe auf dem Markt einkaufen und fühle mich gut. Langsam wird es Frühling, die Sonne wärmt und ich fühle mich prima. Nur mit Gerüchen habe ich so meine Probleme. Ich habe zum Beispiel einen Kommilitonen, den ich über drei Stuhlreihen noch riechen kann, bzw. eher nicht riechen kann. Ich versuche, dezent Abstand zu halten. Klappt leider nicht immer.

Frühschwangerschaft 2:
Es ist Winter, es ist kalt, ich habe schlechte Laune und keine Lust, rauszugehen. Wenn ich mal raus muss, tut die frische Luft kurz gut. Dann bin ich aber bald wieder erschöpft und genervt von der Kälte. Das Hübchen mit dem Fahrrad von der Kita abzuholen wird zum Kraftakt. Meine Beine sind wie Pudding, dazu kommt die ständige Übelkeit. Wenn möglich fahre ich mit dem Auto und drehe die Heizung auf volle Pulle. Zumindest so lange, bis ich wieder einen Hitze-Flash bekomme. Ich frage mich manchmal, wie ich mich fühlen würde, wenn jetzt Frühling wäre.

Gelüste

Frühschwangerschaft 1:
Gelüste? Kenne ich nicht. Naja, sagen wir, kaum. Zwischen der 6. und 10. Woche habe ich irgendwie oft Lust auf Pommes. Aber ansonsten kann ich mich über dieses große Schwangerschaftsklischee nur lustig machen. Ich ernähre mich einfach genauso wie sonst auch. Was soll schon anders sein? Albern!

Frühschwangerschaft 2:
Äh, wer hatte hier behauptet, Gelüste wären ein Gerücht? Ich doch sicher nicht! Jedenfalls jetzt nicht mehr. Als ich noch gar nichts von meiner Schwangerschaft wusste, hatte ich plötzlich wahnsinnige Lust auf Weingummi. Und das ist gar nicht so leicht, wenn man Vegetarierin ist! Kurz darauf hätte ich mich ausschließlich von Rohkost ernähren können. Das machte mich ganz froh: Salat, Gurke, Paprika, Möhrchen, Tomaten – ist ja schließlich alles gesund. Seit zwei Wochen könnte ich jetzt allerdings nur noch fettiges Zeugs essen: Pizza, Pommes, Kartoffelkroketten… Immerhin ist mir weiterhin nicht nach Süßkram – ich sehe die positiven Dinge. Am auffälligsten ist aber wohl mein Trinkverhalten: Der arme Mann muss kistenweise Mineralwasser ranschleppen, weil ich kein stilles Wasser ertragen kann. Es muss sprudeln! Wenigstens dem Hübchen gefällt’s: Blubberwasser findet er auch gut.

Mein Körper

Frühschwangerschaft 1:
Mein Körper verändert sich kein bisschen. Ich starte mit leichtem Untergewicht in die Schwangerschaft und nehme in den ersten drei Monaten überhaupt nicht zu, weil ich gesund esse und mich viel bewege. Ich bin schlank, passe weiterhin in alle meine Klamotten, fühle mich wohl und freue mich auf den Babybauch, der aber erst nach dem 4. Monat langsam wächst. Ich habe das Gefühl, dass mein Körper gut funktioniert – und er wird mich nicht enttäuschen!

Frühschwangerschaft 2:
Ich bin sauer. Mir passen schon in der 6. Schwangerschaftswoche meine Hosen nicht mehr. Gut, ich könnte mich reinzwängen, aber das drückt und zwickt. Das winzige Baby kann kaum Schuld an dem dicken Bauch sein, aber ich habe die wachsende Gebärmutter in Verdacht, die schon alles nach oben drückt. Außerdem ist mein Magen empfindlich und ich fühle mich schnell aufgebläht. Kurz: Ich fühle mich gar nicht wohl in meinem Körper. Und die wenige Bewegung macht es nicht gerade besser. Aber ich habe beschlossen, diese Phase geduldig auszusitzen und im zweiten Trimester dafür zu sorgen, dass mein Körper wieder ein bisschen auf Touren kommt. Und seit ich meine Umstandsjeans und weite Kleider trage, fühle ich mich auch schon wieder ein bisschen besser.

Immer mal was Neues

Insgesamt bin ich wirklich nicht zufrieden mit diesen Veränderungen. Eigentlich hatte ich mir ja gewünscht, dass die zweite Schwangerschaft eher entspannter würde als die erste. Und jetzt machen die ersten Monate einen erbärmlichen Jammerlappen aus mir, der an jeglichen Klischee-Zipperlein leidet. Aber im Geiste rezitiere ich meine Ärztin: „Glückwunsch zu ihren Beschwerden! Die sind der beste Hinweis auf eine intakte Schwangerschaft!“. Und darauf kommt es letztlich ja an. Ich ziehe jetzt also mein Märtyrer-Kostüm über und opfere mich dem 3-Zentimeter-Würmchen in mir drin, das mir jegliche Energie raubt. Ist ja für einen guten Zweck. Da bin ich gern spendabel.

Hier geht es zur 11. Schwangerschaftswoche.

Und hier geht es zur Übersicht über alle veröffentlichten Schwangerschafts-Wochenberichte: Klick.

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