Kategorie: Blogartikel

Ich spiele nicht gern

Montagmorgen, 7 Uhr, der Mann ist leider schon auf dem Weg in die Agentur, aber das Hübchen und ich liegen noch gemütlich im Bett, nichts könnte schöner sein als ein solcher Wochenstart. Das große Baby kuschelt sich noch ein bisschen an, ich überlege kurz, welches Buch wir vor dem Aufstehen noch lesen könnten. Doch plötzlich springt das Kind auf, strahlt mich an, legt den Kopf schief und ruft: „Mama! Spielen?“. Andere Mütter würden jetzt vielleicht denken: 7 Uhr morgens, an einem Montag, na es gibt eben bessere Zeiten um mit dem Kind zu spielen. Mein Problem ist aber: Die Uhrzeit spielt keine Rolle. Denn ich spiele einfach nicht gern. Nicht um 7, nicht um 12, nicht um 16 und auch nicht um 20 Uhr. Weiterlesen

Welche Betreuung für mein Kind? Teil I: Kita oder Tagesmutter?

Oh Gott, Thema Kinderbetreuung. Am liebsten würde man sich damit ja gar nicht befassen, sondern einfach eines Tages einschlafen, kleiner blauer Traum, nix gemerkt, aufgewacht, das Telefon klingelt und irgendwer am anderen Ende der Leitung sagt: „Guten Tag, ich hätte hier wohl den Betreuungsplatz Ihrer Träume, greifen Sie zu!“. Da das aber leider niemals passieren wird, bleibt nur eine Möglichkeit: Augen auf und durch. Eine gute Betreuung fürs Kind ist einfach viel zu wichtig, als dass man zu lange untätig bleiben könnte. Stimmt die Betreuung nicht, hängt der Familiensegen kräftig schief. Denn ein unglückliches Kind ist das Schlimmste, was passieren kann – und produziert obendrein noch unglücklichere Eltern. Also muss man nach der richtigen Betreuung suchen. Aber wie? Weiterlesen

Ein Baby? Warum jetzt? Warum nicht?

Als ich mit 25 Jahren schwanger war, wurden mir von Freunden, Bekannten, entfernten Bekannten und fast Fremden eine Reihe merkwürdiger Fragen gestellt. Zu meinen Highlights gehörte „War das geplant?“, worauf ich manchmal bewusst spröde mit einem kurzen „Nö“ antwortete. Sollte der Fragende sich doch denken, was er wollte. Ja, auch mir war damals bewusst, dass es in unserer karriereorientierten und individualisierten Gesellschaft nicht unbedingt „normal“ ist, mit Mitte Zwanzig ein Baby zu bekommen. Mir mal die simple Frage nach dem „Warum“ zu stellen, traute sich damals jedoch trotzdem keiner. Dabei wäre das doch die naheliegendste Frage gewesen: Warum jetzt? Warum nicht in fünf oder zehn Jahren? Aber hätte ich darauf überhaupt eine Antwort geben können? Und kann es überhaupt eine Antwort auf eine so emotionale Frage geben? Weiterlesen

6 Fakten über Zweijährige

Mein Baby ist zwei Jahre alt! Wie konnte das nur wieder passieren? Kaum zu glauben, dass es schon zwei Jahre her ist, dass ich meinen Hebammen im heimischen Wohnzimmer leicht panisch zurief: „Fangt es auf!“. Die ersten Monate mit Baby habe ich als die absolute Entschleunigung in Erinnerung: schlafen, wenn das Baby schläft, stillen, stillen und immer nur stillen, kurze Herbstspaziergänge und zwischendurch immer das Essen vergessen. Dagegen war all das, was im zweiten Lebensjahr meines kleinen Hübchens passiert ist, die totale Beschleunigung: Laufen, klettern, sprechen und am besten immer alles gleichzeitig. Und ich vermute, dass der kleine Krawallo jetzt nach seinem zweiten Geburtstag erst den richtigen Turbo einlegen wird. Weiterlesen

Und das nächste Kind per Alleingeburt…?

Ich weiß nicht mehr weiter. Eigentlich hatten der Mann und ich gerade angefangen, darüber nachzudenken, wann wir uns ein zweites Kind wünschen. Im nächsten oder besser im übernächsten Jahr? In welchem Monat? Was wird es wohl werden? Wir hatten Pläne geschmiedet, langfristig gedacht, sogar schon unsere Vorfreude genossen. Jetzt aber mischt sich in unsere frohen Gedanken eine stumpfe Angst: Die Angst, beim nächsten Kind nicht mehr entscheiden zu können, wo es zur Welt kommen soll. Weiterlesen

#MyDigitalDay: „Hallo Oma, Tschüss Oma!“

Mein Sohn, das kleine Hübilein, wird in zwei Wochen zwei Jahre alt. Erzogen ist er meiner Einschätzung nach so ungefähr null. Er hört nie auf das, was wir Eltern sagen. Er zieht sich ständig die Socken aus und verteilt sie in der ganzen Wohnung. Er haut, schreit, beißt und tritt wenn er einen Wutanfall hat. All unsere großen Ambitionen, unser Kind schon früh zu einem vorzeigbaren Mitglied der Gesellschaft zu erziehen, sind fulminant an Hübis dickköpfigem und durchsetzungsstarkem Charakter gescheitert. Wir lieben ihn sehr dafür. Bei einer Sache jedoch sind wir sehr stolz auf unsere Erziehungsarbeit: Unser Sohn benutzt so gut wie täglich sein kleines Spielzeugtelefon. Und zwar eins mit Wählscheibe, Schnur und gebogenem Hörer. Und er versteht sogar, dass es sich dabei um ein Telefon handelt. Weiterlesen

Die Einsamkeit der berufstätigen Mutter

Es ist eine sehr versteckte Einsamkeit weil sie durch den dauernden Mangel an Zeit selten richtig deutlich wird. Wenn ich morgens schon einen strengen Zeitplan einhalten muss, mich am späten Nachmittag zur Tagesmutter spute, abends schnell noch was Frisches kochen will und das Tagesende mit Bücher vorlesen verbringe, dann ist so ein Tag reichlich vollgepackt. Und weil ich zu den glücklichen Frauen gehöre, die einen tollen Mann haben, bin ich abends, wenn das Kind im Bett ist, immerhin nicht allein. Und trotzdem merke ich manchmal, wie sie sich still und heimlich anschleicht: die Einsamkeit der berufstätigen Mutter. Weiterlesen

Wie ich mein Kind einmal fast an durchreisende Schlawiner verkauft hätte

Es begab sich zu einer Zeit, als ein Kind namens Hübilein sich sehr widerspenstig benahm. In dieser Zeit verging kaum ein Tag, da die Mutter des schreienden, tretenden, schlagenden, beißenden oder verzweifelt weinenden Kleinkindes sich nicht mit Überlegungen trug, das zappelnde Wesen einfach an durchreisende Schlawiner zu verkaufen. Denn die zahlen, wie wir wissen, immer noch die besten Preise für Kinder. Dass die Mutter es dann doch nicht tat, lag wohl in ihrem weichen Mutterherz begründet. Ein sanftes Lächeln des Kindes und das Mutterherz schmolz dahin. Bis zum nächsten Wutanfall. Oh, es klingelt an der Tür! Ob das die Schlawiner sind? Weiterlesen

„Und, wann nimmst du deine Vätermonate?“

Unsere Familienministerin Manuela Schwesig ist schwanger und bekommt im nächsten Jahr ihr zweites Kind. Toll! Herzlichen Glückwunsch! Und herzlichen Glückwunsch auch zu der mutigen Entscheidung, nach dem achtwöchigen Mutterschutz gleich wieder zurück an die Arbeit im Ministerium zu gehen und den Vater in Elternzeit gehen zu lassen. Aber Moment! Warum eigentlich „mutige Entscheidung“? Zumindest dem Medienecho zufolge scheint der Entschluss der Ministerin jedenfalls extrem mutig und besonders zu sein. Alle großen Medien (und sicher auch die kleinen) berichteten in dieser Woche ziemlich aufgeregt über die Elternzeitaufteilung des ministerlichen Ehepaars, was zumindest den Eindruck erweckt, dass es sich um eine Besonderheit, etwas ganz spezielles, ja berichtenswertes handelt. Weiterlesen

Runterkommen!

Ich liebe es, dieses Internet! Manchmal spielt es mir in genau den richtigen Momenten die genau richtigen Texte zu. Die müssen nicht intellektuell sein, tiefschürfende Erklärungen oder sonst was enthalten, sondern mir, wie im heutigen Fall, einfach mal eine total einfache Botschaft mitgeben: Entspannen ’se sisch, Schätzelein! So ähnlich steht es jedenfalls hier drin, und das zu lesen hat mir heute ein bisschen bessere Laune gemacht. Weil ich nämlich eigentlich gerade tagtäglich dabei bin, auszurasten vor lauter Anstrengung, Erschöpfung und Druck. Also Schluss damit. Und entspannen. Weiterlesen