Kategorie: Blogartikel

Runterkommen!

Ich liebe es, dieses Internet! Manchmal spielt es mir in genau den richtigen Momenten die genau richtigen Texte zu. Die müssen nicht intellektuell sein, tiefschürfende Erklärungen oder sonst was enthalten, sondern mir, wie im heutigen Fall, einfach mal eine total einfache Botschaft mitgeben: Entspannen ’se sisch, Schätzelein! So ähnlich steht es jedenfalls hier drin, und das zu lesen hat mir heute ein bisschen bessere Laune gemacht. Weil ich nämlich eigentlich gerade tagtäglich dabei bin, auszurasten vor lauter Anstrengung, Erschöpfung und Druck. Also Schluss damit. Und entspannen. Weiterlesen

#MeinBriefAnMich: Entscheide für dich und dein Baby!

Vor ungefähr genau zwei Jahren lagst du im Krankenhaus. Diagnose: Vorzeitige Wehen. Das passte dir gar nicht in den Kram, denn der Mann und du, ihr befandet euch gerade mitten im Umzug und dein Anspruch an dich selbst war völlig klar: Dein Körper muss funktionieren! Tat er nicht, denn gute 10 Wochen vor dem geschätzten Geburtstermin produzierte deine Gebärmutter Wehen, die da einfach noch nicht sein sollten. Deine Mutter sprach das aus, was du heute auch eingesehen hast: „Ab ins Krankenhaus mit dir, da zwingen sie dich wenigstens zum Abschalten und Hinlegen.“ Weiterlesen

Vereinbarkeit: Wider die Mythen

Sie sind emotional, sie arten schnell aus und manchmal sind am Ende alle beleidigt: Bei Diskussionen um das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht es oft hoch her. Im Freundeskreis, unter Kollegen und ganz besonders auf den Social Media Plattformen dürfen sich Vollzeitmütter anhören, sie seien Glucken, wird „Karrierefrauen“ vorgeworfen, sich zum Schaden ihrer Kinder selbst zu verwirklichen und alle Frauen, die ein Leben dazwischen führen, müssen sich ruckzuck eine Schublade aussuchen, in die sie einsortiert werden. Schwarz-Weiß-Denken at its best. Weiterlesen

Gib mir ein kleines bisschen Vereinbarkeit

Ich hatte es mir fast ein bisschen romantisch vorgestellt. Ich, morgens um 6 allein im Zug, auf meinen Knien ein gutes Buch, ganz viel Ruhe und Zeit für mich. Es kam dann doch etwas anders. Allein war ich schon mal nicht. Kaum zu glauben, wie viele Menschen ebenfalls schon um 6 Uhr morgens zur Arbeit fahren und teils viel längere Strecken dafür zurücklegen als meine 35 Kilometer von Essen nach Düsseldorf. Außerdem ist es keine Übertreibung, wenn ich sage, dass mindestens die Hälfte der männlichen Pendler an einem Montagmorgen noch eine ganz schön krasse Fahne vom Wochenende hat. Ich atmete also in meinen Schal und wünschte mir ziemlich schnell, keine Pendlerin mehr zu sein. Geruchsbelästigung gehörte dabei noch zu den kleineren Problemen, die mich in den letzten Monaten ganz schön an meine Grenzen brachten. Und zum Glück ist das jetzt vorbei, denn: Wir sind umgezogen. Weiterlesen

Herdprämie adé! Einmal echte Wahlfreiheit, bitte

Nun ist es also passiert: Karlsruhe hat das Betreuungsgeld gekippt. Was genau ging da vor sich? Das Verfassungsgericht hat im Grunde einfach beschlossen, dass es nicht Sache des Staates ist, etwas zu entscheiden, was eigentlich Sache der Länder ist. Da sich ein Land (Hamburg) beschwert hat, wurde nun also entschieden: Die Länder sollen selbst entscheiden dürfen, ob sie ein Betreuungsgeld zahlen wollen oder nicht. Ist das jetzt gut, oder schlecht? Weiterlesen

Die Zeit (also davon keine)

Die Zeit ist eine Wochenzeitung, die ich äußerst gern lese. Ich finde sie gut recherchiert, meistens gut geschrieben und vor allem stehe ich total auf die völlig subjektiven und manchmal politisch nicht ganz korrekten Reportagen von Moritz von Uslar. Die Zeit ist aber vor allem eine Zeitung, für die ich niemals Zeit habe. Und damit illustriert sie ganz gut ein Problem, das die meisten Mütter und Väter kennen: Wie zum Teufel soll das alles wieder in nur 24 mickrige Stunden passen? Weiterlesen

Liebe Frau Marini

Liebe Frau Marini, stellvertretende Pressesprecherin des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, hoffentlich verzeihen Sie mir meine Unverfrorenheit, aber ob Ihrer Unverfrorenheit (oder sollte ich sagen Gefrorenheit, angesichts der Kälte, mit der Sie gestern in der NDR Radiosendung über das „Aus“ der freiberuflichen Hebammen gesprochen haben) fühle ich mich auf quasi moralischer Ebene gezwungen, mein Schreiben an Sie hier zu veröffentlichen. Ich habe Sie dazu nicht um Erlaubnis gebeten, aber Sie haben Ihre Worte gestern Abend ja selbst gewählt und waren sich hoffentlich auch im Klaren darüber, dass etliche Menschen nicht mit Ihren Äußerungen einverstanden sein könnten. Diese Menschen sind wir, Ihre Versicherten. Das sind wir, die Eltern, die keine Hebammen mehr finden, weil es immer weniger werden, bis es bald gar keine mehr gibt. Bis vor kurzem haben wir unseren Krankenkassen noch vertraut, weil wir glaubten, sie kümmerten sich um uns, wenn wir medizinische oder pflegerische Hilfe benötigen. Mittlerweile glauben wir das nicht mehr.  Weiterlesen

Home is where your family is

In meiner Mittagspause lese ich gerne in anderen Blogs, und neulich las ich bei „Mama arbeitet“ den Text Was Städte mit einem machen. Darin schreibt Christine Finke über ihre Liebe zu den drei Städten Freiburg, Berlin und Konstanz, in denen sie gerne lebt oder gelebt hat, und reißt auch kurz ihren Lebensweg an, der sie immer in andere Städte geführt hat. Christines schöner Artikel stimmte mich ein bisschen wehmütig und gleichzeitig hoffnungsvoll und abenteuerlustig. Denn wenn ich die letzten knapp zehn Jahre meines Lebens Revue passieren lasse, sehe ich vor allem: Viele Ortswechsel, viele neue Erfahrungen und immer den Drang, dass bald wieder etwas Neues passieren muss.  Weiterlesen

Romantisch reaktionär

Am Wochenende war ein ganz besonderer Tag: Es jährte sich der Tag, an dem der Mann und ich einfach mal geheiratet haben. So richtig mit Anzug, weißem Kleid, einer großen Hochzeitsgesellschaft, die fast (aber zum Glück nur fast) die Standesamt-Kapazitäten gesprengt hätte und einer noch größeren Meute, die am selben Abend bis in die Morgenstunden unser Glück mit uns gefeiert hat. Es war eine Party, auf der wir mit Barry White die Tanzfläche eröffneten, eine Party, auf der unsere DJ-Freunde auch den Universal-Tellerwäscher auflegten, auf der es keine Sitzordnung, aber dafür Anker-Tattoos für alle gab und auf der das Brautpaar am Ende von allen Anwesenden am vollsten, entspanntesten und sowieso glücklichsten war. Kurz: Sich daran zurückzuerinnern ist eine Freude und wir lieben Hochzeitstage! Doch jetzt lese ich mit Schrecken: Heiraten ist reaktionär und verdammt Frauen zur Unfreiheit. Wie kann das sein? Weiterlesen

Maschinen statt Menschen

Hurra! Endlich werden deutsche Kliniken noch moderner! Das Hamburger Abendblatt feiert am heutigen Samstag die Modernisierung der Hamburger Asklepios Klinik, die insbesondere ihre geburtshilfliche Station mit Hightech aufrüstet. Anstatt mehr Personal, sprich insbesondere Hebammen, einzustellen, schafft die Klinik mehr Technik an – und sie meint in der Tat, damit den gestiegenen Sicherheitsansprüchen der heutigen Frauen zu entsprechen. Ich finde es sehr löblich, wenn Krankenhäuser sich Gedanken darüber machen, dass ihre Patienten (werdende Mütter sind eigentlich keine, aber naja) einen hohen Anspruch an Sicherheit haben. Die neue Sicherheit in der Geburtshilfe mit Technik erreichen zu wollen, lässt mich allerdings nur entsetzt schreien: Ist das euer Ernst?! Weiterlesen