5 Tipps für eine beschwerdefreie Schwangerschaft und eine leichte Geburt

Im Herbst 2013 wurde ich zum ersten Mal Mutter und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass von Anfang an alles total leicht war. Ich gehörte sicher nicht zu den rundum glücklichen Schwangeren mit allzeit rosigen Gesichtern, sondern ärgerte mich über ziemlich viele Wehwehchen. Erschwerend hinzu kam, dass ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis damals weit und breit die erste und einzige werdende Mutter war, und das hieß: keine Insider-Tipps für mich. Für all jene Frauen, denen es jetzt vielleicht genauso geht wie mir damals, schreibe ich nun meine persönlichen Tipps für eine etwas angenehmere Schwangerschaft und eine gute Geburtsvorbereitung auf – damit ihr zumindest online so eine Freundin habt, die euch sagt: Ja, bitte kaufe dieses völlig überteuerte Stillkissen, es ist gut für dich!

Die folgenden Tipps und Ratschläge entspringen allein meiner persönlichen Erfahrung und sind eventuell nicht das Mittel der Wahl in eurem individuellen Fall. Wenn ihr andere (schlechte, gute oder bessere) Erfahrungen mit den genannten oder anderen Dingen gemacht habt, freue ich mich sehr über eure Kommentare!

1. Ein gutes Stillkissen kaufen

Ja, ich gebe es zu, ich war geizig. Ich hatte monatelang Ischias und habe in seitlicher Liegeposition das obere Bein auf ein hartes und scheuerndes Sofakissen gebettet. Das war OK, ich kam zurecht. Hätte ich gewusst, wie unheimlich bequem so ein Stillkissen ist – ich hätte nicht sinnlos rumgegeizt! Kurz nach Hübis Geburt investierte ich schließlich doch in ein sündhaft teures Stillkissen (die günstigen haben alle so hässliche Bezüge und neue Bezüge kosten dann wiederum so viel wie das günstige Stillkissen, da lohnt sich dann auch direkt der Kauf eines teuren Kissens). Als ich endlich ein Stillkissen hatte und keine Kissenberge mehr bauen musste, damit mein Baby ordentlich an der Brust trinken konnte, seufzte ich erleichtert auf. Und meine Hebamme auch, die sich wohl schon häufiger gefragt hatte, warum zur Hölle ich mir so ein Ding nicht endlich zulege.

Daher: Ja, ein Stillkissen sieht irgendwie schwachsinnig aus, wenn man noch nicht weiß, wozu das eigentlich genau gut sein soll. Aber es lohnt sich so sehr! Am besten also schon bei den geringsten Anzeichen von Ischias-Beschwerden im unteren Rücken kaufen und nie mehr hergeben!

2. Yoga machen und schwimmen gehen

Auch wenn ich nicht schwanger bin, mache ich gerne Yoga. Als ich aber schwanger war, wurden meine Yoga-Übungen zu einer Pflicht. Denn nein, ein gutes Stillkissen ist keine Wunderwaffe gegen Ischias-Beschwerden. Meine Verrenkungen auf der Yoga-Matte halfen meinem Körper dabei, sich neu auszutarieren und mit dem sich ständig ändernden Körperschwerpunkt zurechtzukommen. Die Schmerzen gingen – und kamen wieder. Aber sie behielten ein erträgliches Maß. Ich habe damals meinen normalen Yoga-Kurs weiterbesucht, denn mein Yoga-Lehrer war sehr erfahren und umsichtig und konnte mir sagen, welche Übungen ich mitmachen konnte oder mir Alternativen vorschlagen. Wer neu mit Yoga beginnt oder sich bei seinem alten Lehrer nicht sicher ist, hat mittlerweile oft eine erstaunlich große Wahl an Schwangerschafts-Yogakursen, die oft in Hebammenpraxen angeboten werden.

Um nicht nur beweglich, sondern auch halbwegs fit zu bleiben, führte mich mein Weg außerdem mindestens einmal pro Woche ins Schwimmbad. Normalerweise hasse ich Wasser, aber während der Schwangerschaft habe ich es geliebt, meine Schwerfälligkeit mal für eine Stunde vergessen zu können.Solange die Fruchtblase intakt ist, muss man sich auch nicht vor Infektionen fürchten. Und daher bin ich auch im neunten Monat noch ganz schön sportlich geschwommen. Naja, zumindest kam es mir so vor…

3. Bauch und Brüste mit Öl massieren

Das ist wohl der Klassiker: Schwangere sollen sich bloß immer schön mit Öl massieren, weil das hässlichen Schwangerschaftsstreifen vorbeugen soll. Zunächst mal finde ich ja, dass Schwangerschaftsstreifen gar nicht hässlich sein müssen, sondern auch zeigen, welche besondere Leistung unser weiblicher Körper vollbracht hat. Freiwillig ziehen wir sie uns aber natürlich trotzdem nicht zu und darum: Warum das mit dem Ölen nicht einfach mal ausprobieren?

Mir hat das tägliche Ritual sehr gut getan und besonders schön ist es auch hier natürlich wieder, wenn der Partner den Massage-Job übernimmt. Ich habe verschiedene Öle ausprobiert und weil ich es geruchsneutral mag, bin ich letztlich bei einem Klassiker gelandet: Dem Frei Öl. Das macht nämlich auch keine Flecken auf der Kleidung. Öle gibt es aber wie Sand am Meer und deswegen testet jede Frau am besten selbst, welches ihr am meisten zusagt (Ergebnisse gerne hier in den Kommentaren hinterlassen!).

4. Himbeerblättertee trinken

Ich hatte Glück: Ich mochte ihn. Himbeerblättertee schmeckt gar nicht so scheußlich und soll zusätzlich zu den ganzen Hormonen, die der großartige weibliche Körper ohnehin von sich aus bereitstellt, um sich auf die Geburt vorzubereiten, mithelfen, die Muskulatur und das Gewebe rund um den Beckenboden zu lockern. Wenn alles schön weich und durchlässig wird, kann das Baby ja nur so durchflutschen. So habe ich mir das zumindest vorgestellt.

Und es muss wohl geholfen haben, denn Hübi kam in einer verletzungs- und interventionsfreien Hausgeburt zur Welt. Ich habe diesen Tee jedenfalls in den letzten zwei Schwangerschaftsmonaten gesoffen wie eine alte Bergziege. Viel später habe ich dann mal irgendwo gelesen, dass man angeblich nicht mehr als soundso viele Tassen täglich trinken sollte. Ich kann sagen: Wenn man mehr davon trinkt, wachsen einem trotzdem keine Himbeerranken aus den Ohren. Geschadet hat es mir nämlich anscheinend nicht. Trotzdem: Lieber mal die Hebamme fragen, denn viel hilft ja nicht unbedingt immer viel und gerade wenn man den Tee jetzt nicht so gerne trinkt, ist es vielleicht von Vorteil, wenn auch zwei kleine Tassen täglich helfen.

5. Den Damm mit Mandelöl massieren

Den einzigen Ratgeber, den ich während der Schwangerschaft gelesen habe, war Hypnobirthing von Marie F. Mongan. Auf eine richtige Hypnosegeburt habe ich mich damit zwar nicht vorbereitet, aber die Lektüre half mir dabei, Ängste abzubauen und die Geburt als etwas völlig Natürliches und im Grunde risikoarmes wahrzunehmen. Mongan empfiehlt in ihrem Buch ausdrücklich die Damm-Massage. Und das erschien mir irgendwie logisch: Wenn das Dammgewebe über längere Zeit gelockert wird, sollte es auch während der Geburt besser nachgeben und es sollte eher nicht zu Rissen kommen. Also probierte ich es aus.

Hilfreich dabei ist, wenn man einen Partner ohne Berührungsängste hat, der den Masseur-Job übernimmt (und naja, Berührungsängste sollten nicht unbedingt vorhanden sein, wenn man ein gemeinsames Kind bekommt, oder?). Jana vom Hebammenblog eine sehr gute Anleitung zur Damm-Massage geschrieben, also brauche ich hier nicht auch noch ins Detail gehen. Für die professionelle Damm-Massage gibt es einige Öle, die extra damit werben, dafür geeignet zu sein. Ich habe einfach schnödes Mandelöl aus der Apotheke genommen. Riecht lecker, ist günstig und kann direkt nach der Geburt auch für die Pflege von Babys Haut genutzt werden.

Und bringt’s denn was?

Klar ist: Eine Schwangerschaft überlebt man ganz sicher auch ohne diese ganzen „Extras“. Aber es macht auch viel Freude, sich das ein oder andere zu gönnen und sich ganz bewusst um den eigenen Körper zu kümmern, der schließlich gerade etwas ganz Außerordentliches leistet. Und viele Dinge haben dann auch einen ganz unmittelbaren Einfluss aufs Wohlbefinden: Bewegung macht zum Beispiel sofort gute Laune und eingeölte Haut fühlt sich wunderbar an. Wichtiger als diese Tipps für die Schwangerschaft sind aber vielleicht die Tipps fürs Wochenbett, denn da gilt es wirklich oftmals, Schmerzen zu lindern oder die Heilung anzuregen.

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