„Arramzamzam!“ oder: Das Faule-Mütter-Leben

Das Hübchen ist ja seit kurzem ein Kita-Kind. Und das brachte es mit sich, dass die letzten vier Wochen quasi Motto-Titel tragen. Woche eins war die „Quatsch-mit-Soße“-Woche. Woche zwei stand unter dem Motto „Du bist ein Pupser!“. Woche drei widmeten wir der „Schnecke Monika“. In Woche vier dann endlich: „Arramzamzam!“. Und wisst ihr was? Von mir aus kann das ewig so weitergehen!

Wie ihr ja wisst, bin ich in Sachen Kinderbetreuung ohnehin eher von der schmerzfreien Sorte. Kurz nach des Hübchens Geburt musste es bei mir beruflich weitergehen, bzw. musste ich erst mal mein Studium abschließen. Ohne Betreuung ging da sowieso nichts. Das Hübchen war zum Glück ein problemloses Kind, das in Gruppen mit vielen Kindern auflebt und sich immer prima integriert.

Wenn ich jetzt sehe, wie gut ihm nach der langen Betreuungslücke im Sommer die Kita tut, geht es mir auch direkt viel besser. Wobei ich nicht verschweigen darf, dass es mir auch deswegen gut geht, weil ich dem ansonsten wohl schnell unterforderten Kind weder das Lied von der Schnecke Monika (wer zur Hölle ist das eigentlich?) noch lustige Klatschreime à la Arramzamzam beibringen muss. Ich kann nur ahnen, wie langweilig meinem armen Sohn wäre, müsste er ganze Tage, Wochen und Monate nur mit mir verbringen. So viele Kinderspielgruppen, Musik-für-kleine-Leute-Clubs und Turntreffen könnten wir gar nicht besuchen, damit uns nicht langweilig würde.

Mutter-Kompetenz? Setzen, sechs

Hier habe ich schon mal darüber geschrieben, dass ich einfach nicht gerne spiele. Vielleicht habe ich da noch ein klitzekleines bisschen verschwiegen, dass ich außerdem auch nicht gerne bastel, für Kostümierungen nichts übrig habe (außer nach dem achten Bier) und Abzählreime schon immer albern fand. Kinderlieder gehen noch, aber nach zwei französischen und einer Handvoll deutschen Liedern hat es sich auch da ausgenudeldickedirnt. Außerdem headbangt das Hübchen ohnehin lieber zu Klassikern aus meiner Jugend und vor Hänschen Klein hat er Angst, weil da immer die Mutter so sehr weint.

Ihr seht, in dieser Kinderwelt kommen wir nicht mehr zusammen. Meine Mutter-Kompetenzen bewegen sich bisweilen auf dem Niveau eines gelangweilten Teenagers, der sich beim Babysitten lieber die Nägel lackiert. Ich sollte die Kinderbespaßung also vermutlich ohnehin am besten an Expertinnen outsourcen und tunlichst den ganzen Tag arbeiten gehen. Mit der von uns gerade noch so ergattertern 8-bis-14-Uhr-Betreuung geht das derzeit aber nicht. Und so gehöre ich derzeit weder zu den Hausmüttern, die sich z.B. in Facebook-Diskussionen schnell diskriminiert fühlen und „frühe Fremdbetreuung“ stets verteufeln. Noch gehöre ich zu den Karrieremüttern, die ihrerseits keinerlei Verständnis für die „Faulheit“ dieser Hausfrauen haben.

Die faulste Mutter der Welt

Aber wenn ich mal ehrlich bin, dann bin ich mit meinem aktuellen Modell wohl die faulste Mutter von allen. Weder arbeite ich den ganzen Tag wie diese ganzen Karrieremütter da draußen (btw: gibt es davon eigentlich tatsächlich so viele, als dass sich irgendwer von denen bedroht fühlen müsste?), noch reiße ich mir täglich den Allerwertesten in Sachen Frühforderung meines Herrn Sohnes auf. Und wenn ich noch ehrlicher bin: Beides käme mir im Moment auch reichlich anstrengend vor.

Glückselig lebe ich derzeit das Faule-Mütter-Leben. Lasse das Fachpersonal der Kita arramzamzammen, arbeite meine gemütlichen 4 bis 5 Stunden täglich und gönne mir nette Nachmittage mit einem schon mal halbwegs grundausgeglichenen Fast-Dreijährigen (soweit es so einen Zustand in dem Alter gibt, ihr wisst schon).

Meine Herren, was geht es uns allen gut im Moment! Nur von meinem Termin bei der Bank erzähle ich euch jetzt nicht. Da ging es nämlich um Rente, Altersvorsorge und dergleichen. Ich habe das Hübchen fürs nächste Jahr schon mal für einen Ganztagesplatz auf die Warteliste setzen lassen. Ihn wird’s nicht stören. Arramzamzam.

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Ein Kommentar zu „„Arramzamzam!“ oder: Das Faule-Mütter-Leben

  1. ina Sommersbach

    Ganz toller Beitrag! Ich wünsche euch von ganzem Herzen noch viele weitere schöne Motto-Wochen! Sofern die Sterne günstig stehen, wird sich so schnell daran nichts ändern. Nur so als Tipp: Das kannst du für kommendes Jahr übrigens hier nachsehen: schicksal.com/Jahreshoroskop Liebe Grüße, Ina

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